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	<title>schwarzsicht &#187; Wirtschaft</title>
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	<description>Pessimismus ist Realsatire</description>
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		<title>Als die Menschlichkeit ertrank</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Oct 2010 10:13:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich glaube, es muss gegen Ende der ersten Welle der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise gewesen sein, als die letzten Zuckungen, das verzweifelte Aufb&#228;umen vor dem endg&#252;ltigen Daniederliegen der Humanit&#228;t in unserer Gesellschaft verebbte. Sie ertrank, ersoff in panischer Existenznot, in Gier und und im falsch interpretierten und gelebten &#220;berlebenstrieb nicht bedrohter Wohlst&#228;ndler. Wir, als Privatmenschen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich glaube, es muss gegen Ende der ersten Welle der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise gewesen sein, als die letzten Zuckungen, das verzweifelte Aufb&auml;umen vor dem endg&uuml;ltigen Daniederliegen der Humanit&auml;t in unserer Gesellschaft verebbte. Sie ertrank, ersoff in panischer Existenznot, in Gier und und im falsch interpretierten und gelebten &Uuml;berlebenstrieb nicht bedrohter Wohlst&auml;ndler.</strong></p>
<p>Wir, als Privatmenschen, haben gelernt, uns abzugrenzen. Abzuschotten gegen&uuml;ber dem Leid Dritter, f&uuml;r das wir nicht verantwortlich zu sein glauben uns zwingen. Wir m&uuml;ssen uns um unser pers&ouml;nliches &Uuml;berleben k&uuml;mmern, wir haben nicht die Zeit, die Kraft, das Geld, denen zu helfen, die da allgegenw&auml;rtig um Hilfe ersuchen. Letztlich ist jeder seines eignen Gl&uuml;ckes Schmied, wer leidet, sollte sich prim&auml;r einmal die Schuldfrage stellen, bevor er nach dem Hab und Gut seiner Mitmenschen zu greifen trachtet.</p>
<p>Wir, als Unternehmensmanager, lassen selbstverst&auml;ndlich zu, dass in China Menschen verhungern und verdursten, w&auml;hrend uns unsere chinesischen Gesch&auml;ftspartner von den aus unw&uuml;rdigen Arbeiterseelen gepressten Gewinnen aufs Dekadenteste bewirten, durch Bordelle schleifen und auf Rosen betten, an denen noch das Blut der verarmten Pfl&uuml;ckerinnen klebt. Es ist uns selbstverst&auml;ndlich, dass wir das Gut, das wir gewinnbringend ver&auml;ussern, von gesellschaftlich Randst&auml;ndigen unter erb&auml;rmlichen Bedingungen und f&uuml;r einen Lohn, der f&uuml;r ein Leben nicht mehr ausreicht, produzieren lassen. Sklaverei? Aber es wird doch niemand gezwungen!</p>
<p>Wir, als Politiker, scheren uns einen Dreck um Volkesmeinung, solange die legalen Bestechungsgelder einer menschenfeindlichen Gro&szlig;industrie aus nur einer Legislaturperiode uns ein ein geruhsames Restleben in Saus und Braus, sowies die Aussicht auf jederzeit m&ouml;gliche Zuverdienste erm&ouml;glichen. Was k&uuml;mmert uns ein Nachhaltigkeitsansatz in den &Uuml;berlegungen zu weitreichenden Entscheidungen, wenn wir uns nach sp&auml;testens vier Jahren sowieso wohlges&auml;ttigt aus der Affaire ziehen k&ouml;nnen und sogar noch Geld damit verdienen, anderen die Schuld f&uuml;r unsere eigenen Verfehlungen zuzuschreiben? Wie sollen wir &uuml;berhaupt noch Einzelschicksale, selbst wenn sie millionenfach existieren, ber&uuml;cksichtigen, wenn wir in Gr&ouml;&szlig;enordnungen denken, die einen Menschen sowieso &uuml;berfordern m&uuml;ssen?</p>
<p>
	Wir, als &Auml;rzte, tragen doch keine Schuld daran, dass wir Medizin und N&auml;chstenliebe inzwischen wirtschaftlich erfolgreich betreiben m&uuml;ssen. Wer will uns verdenken, dass wir unsere N&auml;chstenliebe vornehmlich denen widmen, die am besten daf&uuml;r zahlen? Jeder muss schlie&szlig;lich sehen, wo er bleibt. Wir sind nun wirklich v&ouml;llig &uuml;berlastet und k&ouml;nnen nichts daf&uuml;r, dass unsere Arbeitgeber sich nicht mehr in der Lage sehen, eine praktikable Personaldecke zu finanzieren, weshalb wir ja geradewegs gezwungen sind Patienten abzulehnen, auch wenn dies, trotz aller Dokumentationsfinten, ihren sicheren, vermeidbaren Tod bedeutet. Ist es da nicht nachvollziehbar, nein geradewegs sinnvoll, bevorzugt jene abzulehnen, die sowieso wenig bis keinen Nutzen f&uuml;r diese elit&auml;re Gesellschaft erlauchter Ausbeuter besitzen? Was ist denn daran auszusetzen, nicht nachweisbare, vielleicht gar psychische Aspekte gerade dann nicht als medizinisch notwendig zu beurteilen, wenn sie denn Geld kosten k&ouml;nnten?</p>
<p>Wir, als Menschen, w&auml;ren gefragt. Doch h&ouml;ren wir gerade auf die Obrigkeit, die uns zu ihrem Vorteil instruiert, doch wir lauschen konzentriert, denn wir wollen ja keine Nachteile erfahren. Wir dulden Ausbeutung, auch an uns selbst, wenn sie denn nicht allzu schlimm stattfindet, wir akzeptieren, dass alleinerziehende M&uuml;tter aus dem selben Topf und mit den gleichen Mitteln &quot;unterst&uuml;tzt&quot; werden, mit denen der bekennende Arbeitsverweigerer und Gesellschaftsfeind seinen t&auml;glichen Vollrausch finanzieren l&auml;sst. Wir lassen Kinder von amtswegen kontrolliert in den Armen ihrer asozialen Eltern verhungern und kl&auml;ren die Schuldfrage nie. Wir lassen uns von Staatsorganen zu fiktiven Bedrohungen versch&uuml;chtern, geben bereitwillig unsere intimsten Daten an einen &Uuml;berwachungsstaat und seine markwirtschaftlichen Schergen preis und finanzieren mit unserer Arbeit kostspielige Kriege gegen nicht existierende Gegner.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wir sind schon Trottel.</em></p>
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		<title>Generation &#8220;Digital Natives&#8221; und die Idiosynkrasie des verkauften Internets</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 12:37:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[- Aktuell in aller Munde, treiben sie den &#34;alten S&#228;cken&#34; der IT &#8211; Branche wahlweise Bewunderungssschauer &#252;ber die Innenarme, oder den Angstschweiss ins Gesicht. Kaum jemand weiss allerdings viel mehr &#252;ber die ins digitale Zeitalter Geborenen, als dass sie mit dem Medium Internet geboren wurden. Wer sind sie? Was machen sie? Was k&#246;nnen sie? Nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/05/digitalnatives.jpg"><img alt="" class="aligncenter size-full wp-image-714" height="298" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/05/digitalnatives.jpg" title="digitalnatives" width="300" />-</a></p>
<p><strong>Aktuell in aller Munde, treiben sie den &quot;alten S&auml;cken&quot; der IT &#8211; Branche wahlweise Bewunderungssschauer &uuml;ber die Innenarme, oder den Angstschweiss ins Gesicht. Kaum jemand weiss allerdings viel mehr &uuml;ber die ins digitale Zeitalter Geborenen, als dass sie mit dem Medium Internet geboren wurden. Wer sind sie? Was machen sie? Was k&ouml;nnen sie?<br />
	</strong></p>
<p>Nach 1980 geboren, mit PC, Handy und Spielekonsole aufgewachsen, schon fr&uuml;h im Internet vernetzt und von v&ouml;llig anderer Gedankenstruktur, das sind die offiziellen Voraussetzungen f&uuml;r einen &quot;Digital Native&quot;. Realistisch betrachtet k&ouml;nnen aber mit dem Internet aufgewachsenen kaum vor 1990 geboren sein, gehen wir also davon aus, das ein waschechter &quot;Native&quot; keinesfalls &auml;lter als zwanzig Jahre sein mag, mit Stand heute.</p>
<p>Die Wissenschaft bescheinigt ihnen signifikante, neue F&auml;higkeiten im Umgang mit Informationen: Sie seien Multitaskingf&auml;hig, verf&uuml;gten &uuml;ber ein deutlich beschleunigtes Auffassungsverm&ouml;gen, gingen mit technischen Neuerungen wie selbstverst&auml;ndlich um, seien hochgradig vernetzt und vielseitigst interessiert. Im Gegenzug wird ihnen eine verk&uuml;rzte Aufmerksamkeitsspanne, Unkonzentriertheit und Oberfl&auml;chlichkeit attestiert.</p>
<p><span id="more-707"></span>Ich f&uuml;r meinen Teil begann mich im biblischen Alter von etwa 22 Jahren mit dem Internet zu besch&auml;ftigen. Viel fr&uuml;her war es jedoch auch f&uuml;r den allgemeinen P&ouml;bel gar nicht zug&auml;nglich. Die Anfangszeit des Netzes war von grosser Verwirrung bei den Nutzern und &quot;geht nicht&quot; bei den technischen Gegebenheiten gepr&auml;gt. Die Verbindungsgeschwindigkeiten waren katastrophal langsam, an die &Uuml;bertragung eines Videos war nicht einmal zu denken. Es handelte sich um Neuland, es machte grossen Spass, seine Unvollkommenheit zu ergr&uuml;nden, seine M&ouml;glichkeiten auszubauen und die eigenen Visionen zu leben. Ein Nerdt&uuml;mpel voller <em>Porn und Tech</em>, wenn man so will. Wer damals im Netz kommunizierte, tat dies mit Gleichgesinnten und wurde von der au&szlig;enstehenden Mehrheit als &quot;Freak&quot; verlacht.</p>
<p>So um das Jahr 2000 zog das Internet schlie&szlig;lich auch in die weniger freakigen Haushalte ein, Breitabandanschl&uuml;sse wurden allm&auml;hlich finanzierbar, die Masse begab sich ins Netz, mailte, chattete und downloadete, was die Leitungen hergaben. Immer mehr und mehr kommerzielle Interessen wurden ins Netz transportiert, das Netz selbst wuchs explosionsartig, wurde immer un&uuml;bersichtlicher und immer verm&uuml;llter. In den postmillenischen Jahren wurde es f&uuml;r den Normalverbraucher immer schwieriger, sich den Weg zu Informationen selbst zu bahnen, Google und Co verdienten Milliarden mit dieser Hilflosigkeit, indem sie den Suchenden mit Werbung beschossen.</p>
<p>Heutzutage ist ein Netz ohne Kommerz, ohne Werbung und ohne &quot;Premium-Content&quot; f&uuml;r den zahlenden Kunden kaum mehr vorstellbar. Alles ist bunt, supereinfach zu bedienen, jeder kann alles, &uuml;berall. Auch die Zugangsger&auml;te haben sich immer mehr zu massentauglichen Konsumger&auml;ten gewandelt, zu bl&ouml;d f&uuml;r das Internet kann heute tats&auml;chlich niemand mehr sein. So bewegen sich also die Netzkiddies wie selbstverst&auml;ndlich in dem sie umgebenden &quot;Netz&quot;, das sie jedoch in seinen Grundlagen nicht mehr verstehen, nicht mehr verstehen m&uuml;ssen. Der normale Internetuser ist reiner Konsument geworden, er &quot;konsumiert&quot; Kommunikation und &quot;konsumiert&quot; die Option, sich selbst Aufmerksamkeit zu verschaffen und seine eigenen &quot;Inhalte&quot; zu transportieren.</p>
<p>Immer weiter trivialisierter &quot;Content&quot; wird via Twitter, Facebook, studiVZ, schuelerVZ und armleuchterVZ in den digitalen &Auml;ther geblasen, Bandbreite und Speicherplatz sind f&uuml;r die Produzenten weder ein Thema, noch Begrifflichkeiten. Die allgegenw&auml;rtige, kommerzfinanzierte &quot;Usability&quot; ist eine grossartige Angelegenheit, erm&ouml;glicht sie tats&auml;chlich der breiten Masse die Vernetzung, allerdings birgt sie auch eine nicht zu untersch&auml;tzende Gefahr:</p>
<p><strong>Der zum Konsum Gedrillte fragt nicht mehr warum und wieso. Er konsumiert schlicht.<br />
	</strong></p>
<p>Und diese These deckt sich bedauerlicherweise mit meinen pers&ouml;nlichen Erfahrungen: Im beruflichen Umfeld habe ich immer wieder mit sehr jungen Menschen zu tun, die mit einer wohlklingenden Fachausbildung absolut nichts anzufangen wissen. Sie beherrschen die absolut obersten Bereiche der High-Level-Technologie, bedienen im Schlaf fertige Produkte, programmieren kleine Widgets und Addons in (Verzeihung!) h&ouml;heren Trottelsprachen wie Java, C# oder Visual Basic, installieren und erweitern PHP oder weiss-der-Henker-was-Webbapplikationen, &quot;komponieren&quot; Funktionalit&auml;t anhand vorgesetzter Frameworks, haben aber keinen blassen Schimmer mehr &uuml;ber die dahinterliegende Technik.</p>
<p>Im Privaten mal einen Teenager gefrag:<em> &quot;Was macht denn f&uuml;r Dich das Internet aus?&quot; &#8211; &quot;Facebook und Youtube!&quot; &#8211; &quot;Sonst nichts? Spielst Du wirklich nur rum?&quot; &#8211; &quot;&Auml;h, naja, manchmal f&uuml;r die Schule noch Google. Aber das ist verwirrend, da kommt immer so viel Schrott.&quot;</em></p>
<p>Der Punkt ist: Die sogenannten &quot;Digital Natives&quot; sehen das Netz nicht mehr als reine Infrastruktur zur Informations&uuml;bermittlung mit faszinierenden M&ouml;glichkeiten zur kreativen Gestaltung, sondern betrachten ein paar wenige, von ihnen und ihrem Umfeld genutze, kommerzielle DIENSTE als &quot;DAS INTERNET&quot;.</p>
<p>Vermutlich klinge ich bereits wie ein Netzgreis, mit dem ewig warnenden Finger vor jedweder Ver&auml;nderung, aber genau hier sehe ich eine Gefahr f&uuml;r k&uuml;nftige Generationen: Wenn nur mehr genutzt wird, ohne zu hinterfragen, ohne zu erforschen, ohne zu verstehen, dann wird irgendwann niemand mehr wissen, wie es funktioniert. Es kann auf diesem Wege auch nur begrenzten Fortschritt geben, indem Vorhandenes neu kombiniert wird. M&ouml;glicherweise reicht das aus, doch ich mag daran nicht glauben.</p>
<p>
	Was man den neuen Netzmenschen lassen muss: Sie haben den Informationsfluss als ebensolchen begriffen, was sehr vielen &quot;Immigranten&quot; noch &uuml;beraus schwer f&auml;llt: Man kann aus ihm sch&ouml;pfen, aber man kann ihn niemals austrinken. Diese Erkenntnis f&uuml;r &quot;oberfl&auml;chlich&quot; zu halten ist dann wohl oberfl&auml;chlich.</p>
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		<title>Das Nerd-Dilemma</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 14:38:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nie war es leichter, nie war es sch&#246;ner, ein Computer-Nerd zu sein, als dieser Tage. Nerd-Ismus ist zwischenzeitlich gesellschaftlich akzeptiert und eher hoch angesehen, als ins L&#228;cherliche gezogen. Sollte man meinen. In Wahrheit betreibt aber die IT-Industrie ein noch nie dagewesenes Nerd-Bashing der ganz anderen Art, das endlich einmal ans schmutzig-gelbe Tageslicht gezogen werden muss. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img alt="woz" class="aligncenter size-full wp-image-612" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/02/woz.jpg" title="woz" /></p>
<p><strong>Nie war es leichter, nie war es sch&ouml;ner, ein Computer-Nerd zu sein, als dieser Tage. Nerd-Ismus ist zwischenzeitlich gesellschaftlich akzeptiert und eher hoch angesehen, als ins L&auml;cherliche gezogen. Sollte man meinen. In Wahrheit betreibt aber die IT-Industrie ein noch nie dagewesenes Nerd-Bashing der ganz anderen Art, das endlich einmal ans schmutzig-gelbe Tageslicht gezogen werden muss.<br />
	</strong></p>
<p>Ich war schon immer ein Nerd, irgendwie, auch wenn ich ich es selbst erst sehr sp&auml;t realisierte. Meine f&uuml;r einen Nerd verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig weit ausgepr&auml;gten sozialen Kompetenzen, sowie ein eher sub-akademisches Umfeld taten das Ihrige zu einer erfolgreichen Langzeitverschleierung.&nbsp; Immer schon hatte ich das qu&auml;lende Bed&uuml;rfnis, technischen Zusammenh&auml;ngen auf den Grund zu gehen, sie zu erforschen, auch wenn es ihre Demolierung bedeutete. Immer schon habe ich Dinge auseinandergenommen, wenngleich fr&uuml;her auch selten wieder funktionierend remontiert. Erst als ich mein Hobby zum Beruf machte und fortan in der Softwareentwicklung mein t&auml;glich Brot verdienen durfte, erkannte ich mein wahres Ich.</p>
<p><span id="more-608"></span>Der Defakto-Standardberuf des Nerds, der des Software-Entwickler, hat sich jedoch mit der Industrialisierung der IT signifikant gewandelt. Zuvor waren Softwareentwickler merkw&uuml;rdige Zeitgenossen, die ihre Kreativit&auml;t und ihre &uuml;berbordende Probleml&ouml;sungskompetenz relativ frei ausleben konnten, kamen sie doch in der freien Wildbahn eher selten vor und waren von Arbeitgebern begehrt. Banken, Versicherungen, Softwarefirmen und Universit&auml;ten hielten sich&nbsp; welche abgeschottet in neonbeleuchteten Kellern, gaben ihnen Pizza und Cola und bezahlten sie mit mehr, als sie in aller Regel auszugeben vermochten. Die Nerds dankten ihnen diese Freiheit mit &uuml;bergeb&uuml;hrlichem Arbeitseinsatz und opferten bereitwillig auch noch ihre Freizeit f&uuml;r Firmenbelange, die sie stets als die Eigenen empfanden.</p>
<p>Mit zuhehmendem Bedarf an individualisierter Software stieg auch der Bedarf an Programmierbef&auml;higten. Business-School-Absolventen kreierten sogenannte &quot;Prozesse&quot;, die Softwareentwicklung vereinfachen, beschleunigen und nicht zu letzt verbilligen sollten. Kaum mehr konnte der Bedarf mit Informatikern gedeckt werden, weshalb der Beruf des &quot;Fachinformatikers f&uuml;r Anwendungsentwicklung&quot; ins Leben gerufen wurde. W&auml;hrend als studierte Informatiker zwischenzeitlich fast ausschlie&szlig;lich praxisferne Richi-Ritch-Fantasten mit Bill-Gates-Profilneurose agierten, weil eben im BWL-Studiengang keine Sitzpl&auml;tze mehr frei waren, durfte nun jeder, der schon einmal eine Playstation 3 angeschlossen hatte und die Realschule halbwegs ohne Fr&uuml;hschwanger- /-vaterschaft &uuml;berlebt hatte, eine Praxisausbildung zum Anwendungsentwickler absolvieren.</p>
<p>Eine regelrechte Schwemme an sogenannten Codierern (Programmiersprachenkundige ohne messbare Eigenintelligenz) &uuml;berrannte kurz darauf den Markt und zerst&ouml;rte alle bisher dagewesenen Gehaltsgef&uuml;ge. Selbst Informatikabsolventen verdienen seither, sofern als Entwickler angestellt, nur mehr einen Bruchteil dessen, was fr&uuml;her einmal drin gewesen ist. Aus unternehmerischer Sicht ist es sinnvoller, zum gleichen Geld 5 grottenschlechte Codierer und einen halbwegs begabten Productmanager zu besch&auml;ftigen, als einen kompetenten Entwickler, da sich im ersteren Szenario eine gewisse Ausfallsicherheit ergibt.</p>
<p>Wer den Job aus idealistischen Motiven, finanzielle kann es keine geben, dennoch macht, weil er gut darin ist und Spa&szlig; am kreativen Entwickeln hat, wird sich alsbald im typischen Nerd-Dilemma wiederfinden: Sein Arbeitgeber erkennt sein Potenzial und m&ouml;chte dieses betriebswirtschaftlich m&ouml;glich effektiv ausnutzen. Der arme Nerd wird also vom Bildschirm weggelobt und soll k&uuml;nftig Konzepte f&uuml;r die Programmieraffen aus der Berufsschule verfassen. Im allerschlimmsten Falle zwingt man ihn auch noch zu Kundenkontakt, weil er der einzige ist, der auf fachliche Fragen eine halbwegs sinnvolle Antwort geben kann. Kaum zu erw&auml;hnen, das man ihn weiter f&uuml;r das k&auml;rgliche Entwicklergehalt anschaffen l&auml;sst, w&auml;hrend der BWL-ler, der den Job zuvor an die Wand gefahren hatte, noch das Dreifache daf&uuml;r bekam.</p>
<p><strong>Das Nerd-Dillemma auf den Punkt gebracht:</strong> In einem auf Masse statt Klasse gerechneten Businessplan wird ein Nerd zu seinem Leidwesen immer Karriere machen m&uuml;ssen, da er nicht anders kann als gut zu sein, in dem was er tat. Er wird jedoch zunehmend zu Arbeiten gezwungen, die ihm keine Freude bereiten, weshalb die Qualit&auml;t ein Mittelma&szlig; niemals &uuml;bersteigen kann. Mittelm&auml;ssigkeit ist des Nerds Tod. Er stirbt innerlich. Irgendwann.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Prinzip Volksverarsche (Teil II)</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2010/01/das-prinzip-volksverarsche-teil-ii/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 08:35:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foo]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbeutung]]></category>
		<category><![CDATA[Dumm&Dümmer]]></category>
		<category><![CDATA[Egoismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kapital]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem im ersten Teil die theoretischen Grundlagen eines kapitalbasierenden Gesellschaftssystems umrissen wurden, soll heute die praktische Seite ein wenig genauer beleuchtet werden.&#160; Man nehme exemplarisch einen Industriearbeiter, der in einer Endmontagehalle beispielsweise h&#246;herwertige Mikrowellenherde zusammenbaut. Pro Mikrowellenger&#228;t ben&#246;tigt er, wiederum &#228;u&#223;erst exemplarisch, eine Stunde Arbeit. Diese bringt ihm pers&#246;nlich 11 Euro netto ein. Seinen Arbeitgeber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nachdem im ersten Teil die theoretischen Grundlagen eines kapitalbasierenden Gesellschaftssystems umrissen wurden, soll heute die praktische Seite ein wenig genauer beleuchtet werden.&nbsp;</strong></p>
<p>Man nehme exemplarisch einen Industriearbeiter, der in einer Endmontagehalle beispielsweise h&ouml;herwertige Mikrowellenherde zusammenbaut. Pro Mikrowellenger&auml;t ben&ouml;tigt er, wiederum &auml;u&szlig;erst exemplarisch, eine Stunde Arbeit. Diese bringt ihm pers&ouml;nlich 11 Euro netto ein. Seinen Arbeitgeber kostet diese Stunde Arbeitszeit, inklusive flexibler Kosten wie Strom, Heizung, Fehler, die der Arbeiter macht, Verwaltung und Logistik und allen sonstigen &nbsp;Nebenkosten rund 50 Euro. F&uuml;r das Basismaterial, das samt und sonders im aussereurop&auml;ischen Ausland fremdgefertigt wird, zahlt er inklusive Anlieferung 33 Euro. Die Gesamtproduktionskosten inklusive Verpackung belaufen sich somit auf, sagen wir einmal, 90 Euro.</p>
<p>F&uuml;r 140 Euro wird das Ger&auml;t nun an den Handel weitergegeben, der es schlie&szlig;lich f&uuml;r 169 Euro an den Endkunden weitergibt. Macht einen Reinerl&ouml;s f&uuml;r den Hersteller von 50 Euro, der H&auml;ndler erwirtschaftet nach Abzug seiner Auslagen noch einmal ca. 19 Euro.</p>
<p><strong>Anderes Beispiel, gleiches Thema</strong>:</p>
<p><span id="more-598"></span></p>
<p>Ein festangestellter IT-Experte ber&auml;t f&uuml;r seinen Arbeitgeber Kunden in seinem Fachgebiet. Er arbeitet nicht auf Provisonsbasis, sondern f&uuml;r ein Fixgehalt, &Uuml;berstunden werden anteilig ausbezahlt. Pro Stunde berechnet sein Arbeitgeber dem Kunden 175 Euro. Pro gefahrenem Kilometer mit dem eigenen Fahrzeug erh&auml;lt der Berater 55 Cent, dem Kunden werden 60 Cent in Rechnung gestellt. Weitere Nebenkosten fallen f&uuml;r den Arbeitgeber nicht an. Alles in allem fallen aber pro bezahlter Stunde beim Kunden ingesamt zwei Stunden Arbeitszeit f&uuml;r den Mitarbeiter und/oder Verwaltungsangestellte und Vertriebler an, die vom Kunden nicht verg&uuml;tet werden. Bei gro&szlig;z&uuml;gig veranschlagten Arbeitszeitkosten von 80 Euro bleiben dem Arbeitgeber also pro verkaufter Arbeitsstunde noch 95 Euro Reingewinn. Dem Arbeitnehmer bestenfalls 20.&nbsp;</p>
<p><strong>Im Fazit:</strong>&nbsp;Egal ob produzierendes, oder dienstleistendes Gewerbe, im Schnitt verdient der Kapitalgeber an der Leistung seines Leistungserbringers rund das F&uuml;nffache dessen, was er diesem als Lohn zugesteht, wobei die Leistung fast ausschlie&szlig;lich vom Leistungserbringer erbracht worden ist.</p>
<p><strong>Und warum?</strong> Weil er es kann!&nbsp;</p>
<p>Nur mit Kapital ist es m&ouml;glich, die f&uuml;r die Aufnahme einer Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit erforderlichen Investitionen zu erbringen. Der Fabrikarbeiter w&auml;re also gar nicht in der Lage, die f&uuml;r eine wirtschaftlich sinnvolle Gr&ouml;&szlig;enordnung erforderliche Menge an Bauteilen einzukaufen, geschweige denn Fertigungsanlagen zur Verf&uuml;gung zu stellen. Dem IT-Berater w&uuml;rden, ohne namhaftes Unternehmen im Hintergrund, niemals Beratungsvertr&auml;ge angeboten.&nbsp;</p>
<p>Letztlich ist es also das Kapital, welches seinen Eigent&uuml;mer dazu bef&auml;higt, diejenigen, deren Arbeit Fr&uuml;chte er sich einverleibt, zu knechten und knapp zu halten. In einer sogenannten sozialen Marktwirtschaft ist dieses Vorgehen legitim, der Reingewinn eines Unternehmers im Verh&auml;ltnis zur Entlohnung des Produzierenden ist nicht geregelt. Sozial bleibt hier allein, das man auch einen Arbeitslosen noch nicht unmittelbar auf der Strasse verhungern und erfrieren l&auml;sst, sondern ihn notd&uuml;rftig am Leben erh&auml;lt. Sonst nichts.</p>
<p>Es liegt mir fern, den Kapitalsimus und die Marktwirtschaft zu verteufeln, hat sie doch auch den nicht mit Kapital gesegneten Mittelst&auml;ndlern vielfach ein angenehmes Leben erm&ouml;glicht. Es sei aber dennoch gestattet zu hinterfragen, ob der reine Besitz finanzieller Mittel es rechtfertigt, Millionen von Arbeitnehmern auf diese Weise auszubeuten.&nbsp;</p>
<p><em><strong>- Leistung muss da entlohnt werden, wo sie passiert -&nbsp;</strong></em></p>
<p>Mit einem solchen Slogan lie&szlig;en sich neue Wege finden, Kapital weiterhin gewinnbringend einzusetzen, aber auch die reine Leistungserbringung attraktiver zu gestalten. Wir besitzen heute die technischen Mittel, die Produktionskosten eines einzelnen Artikels bis auf den Cent hinunter unter Ber&uuml;cksichtigung aller Faktoren voraus zu berechnen. Ebenso abbildbar sind die Kosten und Zeitaufw&auml;nde aller Nebenproduktionsprozesse. Wieso hier nicht die Reingewinne nach einem fairen Schl&uuml;ssel gem&auml;&szlig; den geleisteten Aufw&auml;nden pro Produkt verteilen? Gerne kann dem Kapitalgeber hierbei auch ein Risikobonus anerkannt werden, ein Produkt, oder eine Dienstleistung m&uuml;ssen sich&nbsp;ja nicht zwingend verkaufen und nicht immer kann dem Kapitalgeber eine Managementfehlentscheidung vorgeworfen werden.</p>
<p>Warum ein derartiges Prinzip niemals Einzug halten wird? Weil kein Kapitalgeber jemals bereit sein wird, freiwillig seine Gewinne mit seinen Angestellten zu teilen. Und weil kein Politiker jemals ein Interesse daran haben k&ouml;nnen wird, es sich mit den Kapitalgebern zur verscherzen.</p>
<p><em>Aber fragen wird wohl noch erlaubt sein.</em></p>
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		<title>Das Prinzip Volksverarsche (Teil I)</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 09:22:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img alt="investment" class="aligncenter size-full wp-image-594" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/01/investment.gif" style="width: 381px; height: 292px;" title="investment" /></p>
<p><strong>Die Erkenntnis, das ein Volk geradewegs verarscht werden muss, stammt nicht origin&auml;r von Politikern, denen man nur zu gerne die Schuld f&uuml;r alles Schlechte zuschiebt, nein, diese Erkenntnis ist bedeutend &auml;lter und eine logische Konsequenz der menschlichen Natur und den Wirtschaftsinteressen einzelner, weniger humanistisch ausgelegter Pers&ouml;nlichkeiten.</strong></p>
<p>Doch man beginne am Anfang.Wir, die &quot;Mitglieder einer modernen Zivilisation&quot; klopfen uns gegenseitig die Schultern blau, ob der &Uuml;berwindung der Sklaverei, der Befreiung von der Lehensknechtschaft und unserer &quot;aufgekl&auml;rten&quot;, &quot;humanen&quot; Umgangsformen untereinander. Nur zu gerne lassen wir dabei die Realit&auml;t aus dem Sinn, denn frei sind wir alle nicht, die wir nicht freier Unternehmer sind und selbst zu Knechten in der Lage.</p>
<p>Existenz&auml;ngste begr&uuml;nden sich in westlichen Zivilisationen heutiger Tage nicht mehr auf den Verlust des Lebens selbst, sondern auf die Einbu&szlig;e von Lebensqualit&auml;t. Mach einer ist eher bereit zu sterben, als in Armut leben zu m&uuml;ssen. Wir werden nicht mehr von Diktatoren unterdr&uuml;ckt, die uns androhen uns zu ermorden, unsere Unterdr&uuml;ckung geht einzig vom Kapital aus. Unsere &quot;Strafe&quot; f&uuml;r zivilen Ungehorsam ist nicht Folter im physischen Sinne, uns nimmt man einfach den Flachbildfernseher, den C-Klasse Mercedes und den Rinderbraten am Wochenende.</p>
<p>So kommt es dann auch, dass die offiziellen F&uuml;hrer unserer Gesellschaft zu Marionetten verkommen sind, ihre Menschlichkeit sich einzig dem Kapital unterordnet und eben die Lenker und Leiter der Geldfl&uuml;sse &uuml;ber die Schicksale des P&ouml;bels bestimmen.</p>
<p>Das Prinzip ist sehr einfach: Wer bereits &uuml;ber Mittel verf&uuml;gt, vermag diese zu ihrer Mehrung einzusetzen. Wer nicht, nicht.</p>
<p>Wir unterscheiden dabei zwischenzeitlich eine Vier-Klassengesellschaft:</p>
<p><span id="more-588"></span></p>
<p><strong>01. Die Kapitalgeber<br />
	</strong></p>
<p>An Spitze der Verdummungspyramide, als prim&auml;re Operatoren und Schicksalsm&auml;chte, stehen eben jene, die frei verf&uuml;gbares Kapital ererbt oder erstohlen haben. Rechtm&auml;&szlig;ig ist schwerlich an Kapital zu geraten, denn die oberste Kaste teilt gewissenhaft unter sich auf und wacht mit Argusaugen auf durch sie kontrollierten Kapitalfluss. Ihre finanziellen Mittel setzten sie ausschlie&szlig;lich dazu ein, mittels Druck, Manipulation und Verdummung aus niederen Individuuen noch mehr Kapital zu pressen. Humanistische Ideale dienen Kapitalgebern ausschlie&szlig;lich als Fassade, hinter welcher sie ihre menschenverachtenden Gesch&auml;fte treiben.</p>
<p><strong>02. Adjutanten und M&auml;tr&auml;ssen der Kapitalgeber<br />
	</strong></p>
<p>Sie scharen sich, im vollen Bewusstsein der Schlechtigkeit ihrer M&auml;zenen, um einen Kapitalgeber, erf&uuml;llen delegierte Managementaufgaben f&uuml;r sie und halten sie bei Laune. Daf&uuml;r werden sie mit &uuml;berdurchschnittlichem Wohlstand entlohnt, der sie jedoch niemals dazu bef&auml;higen wird, selbst zu einem Kapitalgeber aufzusteigen, es sei denn, sie tr&auml;ten eine bewilligte, direkte Nachfolge an. Diese Klasse knechtet und wird selbst geknechtet, ist aber hinreichend mit Luxusg&uuml;tern narkotisiert, nur selten r&uuml;rt sich noch ihr Gewissen.</p>
<p><strong>03. Leistungserbringer</strong></p>
<p>Der vielger&uuml;hmte Mittelstand. Auf ihren Schultern wird die Welt getragen, ihre Anstrengungen mehren den Reichtum ihrer Kapitalgeber. Daf&uuml;r h&auml;lt man sie am Leben, nicht ohne jedoch ihre &Auml;ngste zu sch&uuml;ren, das dieser Zustand nicht von Dauer sein m&uuml;sse. Sie werden verbrannt, sind jedoch noch in gro&szlig;er Zahl gl&uuml;cklich dabei, denn sie d&uuml;rfen sich f&uuml;r etwas besseres halten, schlie&szlig;lich gibt man ihnen Flachbildfernseher und C-Klasse Mercedi. Auch Arbeiter geh&ouml;ren zwischenzeitlich diesem Stand an, denn auch sie f&uuml;hren heutzutage ein Leben in gem&auml;&szlig;igtem Wohlstand.</p>
<p>Ein gesundes Mittelma&szlig; aus Zuckerbrot und Peitsche h&auml;lt diese Mittelstandsmaschinerie am Laufen, der geschickte Adjutant vermag seine Lohnsklaven in einem Ausma&szlig; zu besch&auml;ftigen, dass sie gerade nicht zusammenbrechen, ihnen aber auch keine Zeit und Kraft mehr f&uuml;r einen klaren Gedanken bleibt.</p>
<p>Dem Mittelstand wird das gute Gef&uuml;hl gegeben, das sein Werk einen Sinn erf&uuml;llt, denn er darf alleine f&uuml;r die Belange der vierten Klasse aufkommen.</p>
<p><strong>04. Leistungsempf&auml;nger<br />
	</strong></p>
<p>Grunds&auml;tzlich aus Gr&uuml;nden der pers&ouml;nlichen Gesundheit, oder aber aus sozialer Ungerechtigkeit nehmen diese Menschen nur bedingt am Wirtschaftssystem teil. Sie konsumieren, ohne zu leisten. Im Wesentlichen gleichen sie damit auffallend den Kapitalgebern und Adjutanten, denn auch sie investieren die Mittel der Leistungserbringer, welche diese ansonsten nur sinnlos verspart h&auml;tten, zur&uuml;ck in den Kreislauf und erwerben Wirtschaftsg&uuml;ter wie Bier, Schnaps und Zigaretten vom Kapitalgeber. &Uuml;ber die Leistungsempf&auml;nger stellt der Kapitalgeber sicher, dass niemals ein Leistungserbringer selbst Kapital aufbauen und damit zur Konkurrenz werden k&ouml;nnte.</p>
<p>Objektiv betrachtet ein in seiner Perfektion und Ausgewogenheit geradezu kosmisch sch&ouml;n anmutendes Gesellschaftskonstrukt.</p>
<p><em>Nach den Grundlagen, beleuchten wir im zweiten Teil die Prinzipien der Konzernwirtschaft etwas detaillierter und kreieren ein bereits dagewesenes Alternativmodell, das jedem Grossinvestor den Angstschweiss in die gepuderten Achselh&ouml;len treiben wird.<br />
	</em></p>
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