schwarzsicht auf Twitter

  • Welch erhabene "Krönung der Schöpfung", die sich da windet, gemartert und geknechtet von mikroskopisch kleinen, einzelligen Dösbaddeln. 23 hours ago
  • Eltern bekommen heutzutage Briefe, in denen der Lehrer sich bestätigen lässt, dass die Kids allesamt blöd sind und er nichts dafür kann. 1 day ago
  • "Fertige Schabracken aus Deinem Plattenbau warten auf Dein Sozialhilfe-savoir-vivre. Stosse JETZT laut auf!" 1 day ago
  • Nach der Butan-Inhalation erst mal gut ausatmen, Kinder, bevor ihr Euch eine Kippe ansteckt, woll!? 2 days ago
  • Machen wir uns doch nichts vor! Wenn die richtig harten Sachen zu Neige gehen, heisst es eben: Kreativ sein! http://t.co/FksxYkHh 2 days ago

Als die Menschlichkeit ertrank

am 27. Oktober 2010 unter Foo, Textblech abgelegt

Ich glaube, es muss gegen Ende der ersten Welle der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise gewesen sein, als die letzten Zuckungen, das verzweifelte Aufbäumen vor dem endgültigen Daniederliegen der Humanität in unserer Gesellschaft verebbte. Sie ertrank, ersoff in panischer Existenznot, in Gier und und im falsch interpretierten und gelebten Überlebenstrieb nicht bedrohter Wohlständler.

Wir, als Privatmenschen, haben gelernt, uns abzugrenzen. Abzuschotten gegenüber dem Leid Dritter, für das wir nicht verantwortlich zu sein glauben uns zwingen. Wir müssen uns um unser persönliches Überleben kümmern, wir haben nicht die Zeit, die Kraft, das Geld, denen zu helfen, die da allgegenwärtig um Hilfe ersuchen. Letztlich ist jeder seines eignen Glückes Schmied, wer leidet, sollte sich primär einmal die Schuldfrage stellen, bevor er nach dem Hab und Gut seiner Mitmenschen zu greifen trachtet.

Wir, als Unternehmensmanager, lassen selbstverständlich zu, dass in China Menschen verhungern und verdursten, während uns unsere chinesischen Geschäftspartner von den aus unwürdigen Arbeiterseelen gepressten Gewinnen aufs Dekadenteste bewirten, durch Bordelle schleifen und auf Rosen betten, an denen noch das Blut der verarmten Pflückerinnen klebt. Es ist uns selbstverständlich, dass wir das Gut, das wir gewinnbringend veräussern, von gesellschaftlich Randständigen unter erbärmlichen Bedingungen und für einen Lohn, der für ein Leben nicht mehr ausreicht, produzieren lassen. Sklaverei? Aber es wird doch niemand gezwungen!

Wir, als Politiker, scheren uns einen Dreck um Volkesmeinung, solange die legalen Bestechungsgelder einer menschenfeindlichen Großindustrie aus nur einer Legislaturperiode uns ein ein geruhsames Restleben in Saus und Braus, sowies die Aussicht auf jederzeit mögliche Zuverdienste ermöglichen. Was kümmert uns ein Nachhaltigkeitsansatz in den Überlegungen zu weitreichenden Entscheidungen, wenn wir uns nach spätestens vier Jahren sowieso wohlgesättigt aus der Affaire ziehen können und sogar noch Geld damit verdienen, anderen die Schuld für unsere eigenen Verfehlungen zuzuschreiben? Wie sollen wir überhaupt noch Einzelschicksale, selbst wenn sie millionenfach existieren, berücksichtigen, wenn wir in Größenordnungen denken, die einen Menschen sowieso überfordern müssen?

Wir, als Ärzte, tragen doch keine Schuld daran, dass wir Medizin und Nächstenliebe inzwischen wirtschaftlich erfolgreich betreiben müssen. Wer will uns verdenken, dass wir unsere Nächstenliebe vornehmlich denen widmen, die am besten dafür zahlen? Jeder muss schließlich sehen, wo er bleibt. Wir sind nun wirklich völlig überlastet und können nichts dafür, dass unsere Arbeitgeber sich nicht mehr in der Lage sehen, eine praktikable Personaldecke zu finanzieren, weshalb wir ja geradewegs gezwungen sind Patienten abzulehnen, auch wenn dies, trotz aller Dokumentationsfinten, ihren sicheren, vermeidbaren Tod bedeutet. Ist es da nicht nachvollziehbar, nein geradewegs sinnvoll, bevorzugt jene abzulehnen, die sowieso wenig bis keinen Nutzen für diese elitäre Gesellschaft erlauchter Ausbeuter besitzen? Was ist denn daran auszusetzen, nicht nachweisbare, vielleicht gar psychische Aspekte gerade dann nicht als medizinisch notwendig zu beurteilen, wenn sie denn Geld kosten könnten?

Wir, als Menschen, wären gefragt. Doch hören wir gerade auf die Obrigkeit, die uns zu ihrem Vorteil instruiert, doch wir lauschen konzentriert, denn wir wollen ja keine Nachteile erfahren. Wir dulden Ausbeutung, auch an uns selbst, wenn sie denn nicht allzu schlimm stattfindet, wir akzeptieren, dass alleinerziehende Mütter aus dem selben Topf und mit den gleichen Mitteln "unterstützt" werden, mit denen der bekennende Arbeitsverweigerer und Gesellschaftsfeind seinen täglichen Vollrausch finanzieren lässt. Wir lassen Kinder von amtswegen kontrolliert in den Armen ihrer asozialen Eltern verhungern und klären die Schuldfrage nie. Wir lassen uns von Staatsorganen zu fiktiven Bedrohungen verschüchtern, geben bereitwillig unsere intimsten Daten an einen Überwachungsstaat und seine markwirtschaftlichen Schergen preis und finanzieren mit unserer Arbeit kostspielige Kriege gegen nicht existierende Gegner.

 

Wir sind schon Trottel.

Generation “Digital Natives” und die Idiosynkrasie des verkauften Internets

am 06. Mai 2010 unter Foo abgelegt

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Aktuell in aller Munde, treiben sie den "alten Säcken" der IT – Branche wahlweise Bewunderungssschauer über die Innenarme, oder den Angstschweiss ins Gesicht. Kaum jemand weiss allerdings viel mehr über die ins digitale Zeitalter Geborenen, als dass sie mit dem Medium Internet geboren wurden. Wer sind sie? Was machen sie? Was können sie?

Nach 1980 geboren, mit PC, Handy und Spielekonsole aufgewachsen, schon früh im Internet vernetzt und von völlig anderer Gedankenstruktur, das sind die offiziellen Voraussetzungen für einen "Digital Native". Realistisch betrachtet können aber mit dem Internet aufgewachsenen kaum vor 1990 geboren sein, gehen wir also davon aus, das ein waschechter "Native" keinesfalls älter als zwanzig Jahre sein mag, mit Stand heute.

Die Wissenschaft bescheinigt ihnen signifikante, neue Fähigkeiten im Umgang mit Informationen: Sie seien Multitaskingfähig, verfügten über ein deutlich beschleunigtes Auffassungsvermögen, gingen mit technischen Neuerungen wie selbstverständlich um, seien hochgradig vernetzt und vielseitigst interessiert. Im Gegenzug wird ihnen eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, Unkonzentriertheit und Oberflächlichkeit attestiert.

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Das Nerd-Dilemma

am 25. Februar 2010 unter Foo abgelegt

woz

Nie war es leichter, nie war es schöner, ein Computer-Nerd zu sein, als dieser Tage. Nerd-Ismus ist zwischenzeitlich gesellschaftlich akzeptiert und eher hoch angesehen, als ins Lächerliche gezogen. Sollte man meinen. In Wahrheit betreibt aber die IT-Industrie ein noch nie dagewesenes Nerd-Bashing der ganz anderen Art, das endlich einmal ans schmutzig-gelbe Tageslicht gezogen werden muss.

Ich war schon immer ein Nerd, irgendwie, auch wenn ich ich es selbst erst sehr spät realisierte. Meine für einen Nerd verhältnismäßig weit ausgeprägten sozialen Kompetenzen, sowie ein eher sub-akademisches Umfeld taten das Ihrige zu einer erfolgreichen Langzeitverschleierung.  Immer schon hatte ich das quälende Bedürfnis, technischen Zusammenhängen auf den Grund zu gehen, sie zu erforschen, auch wenn es ihre Demolierung bedeutete. Immer schon habe ich Dinge auseinandergenommen, wenngleich früher auch selten wieder funktionierend remontiert. Erst als ich mein Hobby zum Beruf machte und fortan in der Softwareentwicklung mein täglich Brot verdienen durfte, erkannte ich mein wahres Ich.

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Das Prinzip Volksverarsche (Teil II)

am 26. Januar 2010 unter Foo abgelegt

Nachdem im ersten Teil die theoretischen Grundlagen eines kapitalbasierenden Gesellschaftssystems umrissen wurden, soll heute die praktische Seite ein wenig genauer beleuchtet werden. 

Man nehme exemplarisch einen Industriearbeiter, der in einer Endmontagehalle beispielsweise höherwertige Mikrowellenherde zusammenbaut. Pro Mikrowellengerät benötigt er, wiederum äußerst exemplarisch, eine Stunde Arbeit. Diese bringt ihm persönlich 11 Euro netto ein. Seinen Arbeitgeber kostet diese Stunde Arbeitszeit, inklusive flexibler Kosten wie Strom, Heizung, Fehler, die der Arbeiter macht, Verwaltung und Logistik und allen sonstigen  Nebenkosten rund 50 Euro. Für das Basismaterial, das samt und sonders im aussereuropäischen Ausland fremdgefertigt wird, zahlt er inklusive Anlieferung 33 Euro. Die Gesamtproduktionskosten inklusive Verpackung belaufen sich somit auf, sagen wir einmal, 90 Euro.

Für 140 Euro wird das Gerät nun an den Handel weitergegeben, der es schließlich für 169 Euro an den Endkunden weitergibt. Macht einen Reinerlös für den Hersteller von 50 Euro, der Händler erwirtschaftet nach Abzug seiner Auslagen noch einmal ca. 19 Euro.

Anderes Beispiel, gleiches Thema:

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Das Prinzip Volksverarsche (Teil I)

am 22. Januar 2010 unter Foo abgelegt

investment

Die Erkenntnis, das ein Volk geradewegs verarscht werden muss, stammt nicht originär von Politikern, denen man nur zu gerne die Schuld für alles Schlechte zuschiebt, nein, diese Erkenntnis ist bedeutend älter und eine logische Konsequenz der menschlichen Natur und den Wirtschaftsinteressen einzelner, weniger humanistisch ausgelegter Persönlichkeiten.

Doch man beginne am Anfang.Wir, die "Mitglieder einer modernen Zivilisation" klopfen uns gegenseitig die Schultern blau, ob der Überwindung der Sklaverei, der Befreiung von der Lehensknechtschaft und unserer "aufgeklärten", "humanen" Umgangsformen untereinander. Nur zu gerne lassen wir dabei die Realität aus dem Sinn, denn frei sind wir alle nicht, die wir nicht freier Unternehmer sind und selbst zu Knechten in der Lage.

Existenzängste begründen sich in westlichen Zivilisationen heutiger Tage nicht mehr auf den Verlust des Lebens selbst, sondern auf die Einbuße von Lebensqualität. Mach einer ist eher bereit zu sterben, als in Armut leben zu müssen. Wir werden nicht mehr von Diktatoren unterdrückt, die uns androhen uns zu ermorden, unsere Unterdrückung geht einzig vom Kapital aus. Unsere "Strafe" für zivilen Ungehorsam ist nicht Folter im physischen Sinne, uns nimmt man einfach den Flachbildfernseher, den C-Klasse Mercedes und den Rinderbraten am Wochenende.

So kommt es dann auch, dass die offiziellen Führer unserer Gesellschaft zu Marionetten verkommen sind, ihre Menschlichkeit sich einzig dem Kapital unterordnet und eben die Lenker und Leiter der Geldflüsse über die Schicksale des Pöbels bestimmen.

Das Prinzip ist sehr einfach: Wer bereits über Mittel verfügt, vermag diese zu ihrer Mehrung einzusetzen. Wer nicht, nicht.

Wir unterscheiden dabei zwischenzeitlich eine Vier-Klassengesellschaft:

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