Die neuen Coolen

am 23. Februar 2010 unter Foo abgelegt

a_bud_hur

Sogenannte "Revoluzzer" zeichneten sich früherer Tage im Wesentlichen durch eine gezielt nonkonformistische Attitüde, im Wesentlichen aber durch den Transport einer Aussage aus. Es wurde frontal Kritik am System, der Gesellschaft, oder der Menschheit im Allgemeinen geübt, aber man hielt – zumindest theorethische – Alternativen bereit, nörgelte nicht nonkonstruktiv vor sich hin und stand letztlich mit seiner eigenen Identität für die eigene Meinung ein.

Das Web hat vieles verändert. Zwar nicht den überbordenden Geltungsdrang des menschlichen Individuums selbst, wohl aber die Optionen, diesem ein Ventil zu schaffen. So genügen heute ein Internetanschluss und viel freie Zeit, aus einem arbeitslosen Sozialneurotiker einen Helden, einen Star, eine Gallionsfigur zu kreieren. Einziges Problem: Es gibt derer viele und die Masse trübt den so ersehnten Blick auf den Einzelnen. Alleinstellungsmerkmale sind also gefragt, Wege, aus der Masse an supercoolen Techies herauszustechen. Millionäre bietet das Netz inzwischen zu Milliarden, ein Helfersyndrom ist längst nicht mehr schick, Helden des Alltags transportieren Tag für Tag unseren Wollstandsmüll ab.

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Nüchternheit

am 15. Juni 2009 unter Bierecke, Projekt Trockendock abgelegt

Während Frauen sich Ihre Sorgen und Nöte von der Seele zu quatschen pflegen, gehen Männer mit seelischen Druck meist stillschweigend um. Sie reagieren sich ab, beim Sport, im Gesicht eines Dahergelaufenen oder der eigenen Ehefrau, im Puff oder auch im Job. Oder sie saufen.

Stress beispielsweise ist eine kumulative Emotion. Sprich: Sie häuft sich an. Stressfaktoren multiplizieren sich, statt sich schnöde zu addieren, weshalb es in aller Regel auch viel länger dauert, Stress abzubauen, als ihn zu bekommen. Wer nicht über geeignete Strategien zur Verarbeitung verfügt, wird seinem Stress früher oder später erliegen, sofern er welchen hat.

Ich, in meiner Eigenschaft als stinkendfauler Workaholic (diese Ambivalenz ist das Pulver im Fass, auf dem ich sitze…), habe mich Freitagsabends schon immer sehr gerne bei Bier und Schnapps anästhesiert. Der Vorteil einer Trunkenheit ist beispielsweise auch, das man als ehrgeiziger Spinner gerade einmal nicht vom schlechten Gewissen heimgesucht wird, wenn man sich erdreistet, sich einmal beim Nichtstun zu entspannen. Alltagsängste fallen von einem ab, die Gedanken werden leicht und beflügelt vom Schwachsinn eines vergifteten Gehirns.

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Alkohol

am 24. Januar 2009 unter Projekt Trockendock abgelegt

alkohol

Warnhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Einfluss im Titel näher bezeichneter Substanzen verfasst. Der Autor übernimmt zu keiner Zeit Verantwortung über Sinn, Verstand und eventuelle Folgeschäden dieser Exzeberation intellelektueller Diarrhöe mit nicht unwesentlichem, geistigen Flatulenzaufkommen.

C2H5 OH. Ethanol. Alkohol. Die weltweit am häufigsten vorkommende Droge überhaupt. Und womöglich und wahrscheinlich die fatalste.

Ich selbst trinke Alkohol seit ich 14 bin. An meinen ersten Konsum vermag ich mich nicht mehr zu erinnern, ich weiss nur, dass er deutlich vor diesem Alter stattgefunden hat. In meiner Familie herrscht eine sogenannte “Prädisposition”. Will meinen: Uropa und Uroma mütterlicherseits waren dem Branntwein nicht abgeneigt, ebenso nicht Grossmuttern väterlicherseits. Sowohl Muttern als auch Vaddern tranken und trinken regelmäßig. Regelmäßig auch zu viel. Die restlichen leiblichen Familienmitglieder soffen entweder leberzirrhosen- oder selbstkasteiungsbedingt nicht. Gar nichts.

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