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	<title>schwarzsicht &#187; Unterforderung</title>
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	<description>Pessimismus ist Realsatire</description>
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		<title>Chronische Unterforderung</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 09:03:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Zeiten der Wissensgesellschaft erwirtschaften viele ihr Brot allein mit der Leistung ihres Hirns. Wie jeder Muskel, will auch ein Hirn trainiert und gefordert sein, sonst b&#252;&#223;t es an Leistungsf&#228;higkeit ein, oder besch&#228;ftigt sich mit unerw&#252;nschten Dingen, die mitunter schwerwiegende Probleme nach sich ziehen k&#246;nnen.
Eines der wesentlichen Merkmale echter F&#252;hrungskompetenz lautet, die richtigen Mitarbeiter mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Zeiten der Wissensgesellschaft erwirtschaften viele ihr Brot allein mit der Leistung ihres Hirns. Wie jeder Muskel, will auch ein Hirn trainiert und gefordert sein, sonst b&uuml;&szlig;t es an Leistungsf&auml;higkeit ein, oder besch&auml;ftigt sich mit unerw&uuml;nschten Dingen, die mitunter schwerwiegende Probleme nach sich ziehen k&ouml;nnen.</strong></p>
<p>Eines der wesentlichen Merkmale echter F&uuml;hrungskompetenz lautet, die richtigen Mitarbeiter mit den f&uuml;r sie passenden T&auml;tigkeiten zu beauftragen. Echte F&uuml;hrungskompetenz ist jedoch selten. Manch Personalf&uuml;hrungsbeauftragter entscheidet prim&auml;r zum eigenen Wohl, ganz besonders in Unternehmen, die nur noch nach Zahlen geleitet werden. So werden Mitarbeiter als Cash-Cows verheizt, maximaler Profit geht zu Lasten efiizientester Auslastung und Besch&auml;ftigung. Das Mitarbeiterwohl spielt per se keine Rolle.</p>
<p>Viel zu oft finden sich also Menschen in Positionen wieder, die ihren F&auml;higkeiten und Bed&uuml;rfnissen nicht entsprechen. Einzelne Charaktere sind dazu geeignet, sie unterfordernde T&auml;tigke&iacute;ten auszuf&uuml;hren, in dem sie die eigenen Pers&ouml;nlichkeit w&auml;hrend der Verrichtung ausschalten und den Job lediglich als leidliches Mittel zum Zwecke der Existenzsicherung betrachten. Andere zerbrechen.</p>
<p><span id="more-543"></span></p>
<p>Man nehme einen durchschnittlich begabten Studienabbrecher eines geisteswissenschaftlichen Fachgebiets. Seine Interessen liegen in der Literatur, der Musik und der Philosophie. Im Verlauf seines Studiums muss er erkennen, dass ihn seine Studienwahl wohl niemals wird ern&auml;hren k&ouml;nnen. Seine Freundin erwartet ein Kind, Einnahmen m&uuml;ssen her um die junge Familie zu ern&auml;hren. Mit Ende 20 also verl&auml;sst er die Universit&auml;t und beginnt, mangels Fachqualifikation und Ausbildungsberuf, eine Karriere in der &ouml;rtlichen Dosenfabrik. Hier wird er in der Dreierschicht (Fr&uuml;h/Sp&auml;t/Nacht) an einem B&ouml;rdelautomaten eingesetzt, an dem er pro Schicht ca. 8000 mal ein und denselben Handgriff verrichten wird. F&uuml;r &quot;gutes Geld&quot; hat der arme Knopf nun seine Seele verkauft. Die ersten Monate gehen leicht von der Hand, da er durch die Schichtwechsel sowieso niemals mehr richtig wach wird. In seiner Freizeit verbringt er stumnpfe Stunden mit seiner Familie, oder bes&auml;uft sich mit Arbeitskollegen am Tresen. Innerhalb weniger Jahre wird er entweder schwerer Alkoholiker, drogenabh&auml;ngig, oder schlicht tot sein, da ihn die Depressionen mit dem Sch&auml;del in die Hochdruckpresse gezwungen haben, nachdem seine Restkreativit&auml;t ihm das &Uuml;berlisten der Lichtschrankensicherung erm&ouml;glicht hatte.&nbsp;</p>
<p>Geistige Unterforderung ist eine Unterschlagung von Erfolgserlebnissen. Ohne Erfolgserlebnisse kr&auml;nkelt erst das Ego, sp&auml;ter der ganze Mensch. Unz&auml;hlige psychosomatische Erkrankungen, S&uuml;chte, Depressionen und aggressive &Uuml;bergriffe gehen auf das Konto der geistigen Unterforderung. Ein meiner Meinung nach zentrales Thema unserer Gesellschaft, &uuml;ber das jedoch niemand spricht.&nbsp;</p>
<p>Ein gl&uuml;ckliches, gesundes Leben setzt immer auch ein gewisses Ma&szlig; an Selbstverwirklichung voraus. Der unbeg&uuml;terte Durchschnittsmensch verbringt den Gro&szlig;teil seiner Lebenszeit mit der Erwirtschaftung von Kapital f&uuml;r andere (was an sich bereits ein Hohn ist!), so ist er geradewegs gezwungen, sich im Job selbst zu verwirklichen. Ist ihm diese M&ouml;glichkeit genommen, wird er &uuml;ber kurz oder lang zu Grunde gehen. Oder aber er war schon immer ein nicht zu unterfordernder Trottel. Solche gibts auch.</p>
<p>Es kann nur jedem angeraten sein, der sich in seinem Job nicht allzu wohl f&uuml;hlt, intensiv in sich hinein zu horchen, auf die Stimmen, die da sagen, ob er das richtige tut. Aus Angst oder Bequemlichkeit keinen Wechsel anzustreben, sondern im geistigen Verlies der Verdummung zu verharren wird auf lange Sicht einem Selbstmord auf Raten gleichkommen. Der Mensch kann sich auch in Besch&auml;ftigung langweilen, wenn die Besch&auml;ftigung ihn zwar blockiert, aber nicht auslastet.</p>
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