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	<title>schwarzsicht &#187; Nerdcontent</title>
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	<description>Pessimismus ist Realsatire</description>
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		<title>Auf der Welle reiten</title>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 09:10:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Informationoverload]]></category>
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		<description><![CDATA[Die statische Welt geht ihrem Ende entgegen. Information-Overload ist zum dramatischen Schlagwort geworden, Informationen bedr&#228;ngen uns geradezu &#252;berall.&#160; Wer fr&#252;her nur mit dem Tageszeitunglesen nicht hinterherkam, hetzt inzwischen Anrufen in Abwesenheit, Facebook-Statusupdates, Terminerinnerungen, unbeantworteten Emails, Twitternachrichten, RSS-Feeds und sonstigen Benachrichtungen welcher Web 2.0 Dienste auch immer hinterher. Gibt es ein Entkommen, aus der Flut? Ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/05/information-overload.jpg"><img alt="" class="aligncenter size-medium wp-image-724" height="179" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/05/information-overload-300x179.jpg" title="information overload" width="300" /></a></p>
<p><strong>Die statische Welt geht ihrem Ende entgegen. Information-Overload ist zum dramatischen Schlagwort geworden, Informationen bedr&auml;ngen uns geradezu &uuml;berall.&nbsp; Wer fr&uuml;her nur mit dem Tageszeitunglesen nicht hinterherkam, hetzt inzwischen Anrufen in Abwesenheit, Facebook-Statusupdates, Terminerinnerungen, unbeantworteten Emails, Twitternachrichten, RSS-Feeds und sonstigen Benachrichtungen welcher Web 2.0 Dienste auch immer hinterher. Gibt es ein Entkommen, aus der Flut?</strong></p>
<p>Ganz klar: Ja.</p>
<p>Das Rezept beinhaltet bereits der Titel dieses Beitrages. Vor einer Welle kann man sich nicht verstecken, auch Untertauchen f&uuml;hrt nicht zu ihrem Abebben. Sicherlich ist es wichtig, sich Auszeiten zu nehmen, sich gezielt tempor&auml;r abzuschotten, um das Leben auch im privaten, famili&auml;ren Bereich noch bewerkstelligen zu k&ouml;nnen, nur l&ouml;st dies nicht das Problem, denn in jeder Auszeit stauen sich neue Informationen an, die f&uuml;r neuen Stress sorgen werden.</p>
<p>Man kann eine Welle nur reiten. Dabei l&auml;sst man sich mitreissen, genie&szlig;t die Fahrt, so lange sie dauert, aber etwas das nie endet kann unm&ouml;glich vollumf&auml;nglich von au&szlig;en beobachtet und analysiert werden.</p>
<p>In Zeiten vor dem Internet, vor dem Mobiltelefon haben wir uns unsere Informationen zum Konsum gezielt ausgew&auml;hlt, in dem wir uns f&uuml;r EINE Zeitung, EINE Fernsehsendung, oder EIN Telefonat zur gleichen Zeit entschieden haben. Man hat sich selbst dazu erzogen, die verf&uuml;gbaren Informationen so effektiv und vollumf&auml;nglich aufzunehmen, wie nur eben m&ouml;glich. Inzwischen ertrinken wir geradezu in Redundanzen und Trivialit&auml;ten, die Selektion ist schwer bis unm&ouml;glich geworden. Hier heisst es: Mut zur L&uuml;cke beweisen! Man kann und muss nicht alles lesen, betrachten und belauschen, was das allgegenw&auml;rtige Medienangebot uns entgegenschleudert.</p>
<p><span id="more-722"></span>Das grossartige an Masseninformationen ist, dass sie sich selbst filtern. Triviales geht unter im Strom, der Einzelne darf jedoch fest darauf vertrauen, dass die Redundanz des Nontrivialen die f&uuml;r ihn wichtigen Informationen sicher zu ihm tr&auml;gt. Man merke sich schlicht:&nbsp; Wenn etwas wichtig ist, wird es von jemandem wiederholt werden, dem man sowieso zuh&ouml;rt. Die Information organisiert sich somit selbst, wenn man die Gelassenheit aufbringt, sich auch zu gestatten, einmal etwas zu verpassen und auf &quot;seine Information&quot; zu warten. Sie wird sich ihren Weg bahnen!</p>
<p>Ein Beispiel: Seit ich mehr als 50 Personen auf Twitter folge, ist es mir unm&ouml;glich geworden, alles, was in meine Timeline geschrieben wird, auch zu lesen. Mir fehlt definitiv die Zeit! Auch Nachholen ist nicht mehr m&ouml;glich, wenn man am Ende des Tages tausende von Nachrichten verpasst hat, von denen gewiss 90 % in jeder Hinsicht irrelevant f&uuml;r einen sind. Ich nehme mir also bewusst gelegentlich Zeit, in den &quot;Stream&quot; einzutauchen und erfasse Momentaufnahmen. Sofern es relevante oder interessante&nbsp; Informationen gegeben hat, finden sie sich in aller Regel in dieser Momentaufnahme wieder, oder aber mein soziales Umfeld tr&auml;gt sie mir bewusst mittels einer @-Reply zu. Auf diese Weise kann ich ganz entspannt auch mal ein komplettes Wochenende weg vom Rechner, ich habe inzwischen nicht mehr die Sorge, mir entginge etwas.</p>
<p>Diese Wellen-Metapher l&auml;sst sich nicht nur auf Twitter, sondern auf die gesamte Informationsflut anwenden. Vorsicht nur im Berufsleben, manchmal kommt es eben doch drauf an, ALLES mitzubekommen &#8230;</p>
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		<title>Generation &#8220;Digital Natives&#8221; und die Idiosynkrasie des verkauften Internets</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 12:37:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[- Aktuell in aller Munde, treiben sie den &#34;alten S&#228;cken&#34; der IT &#8211; Branche wahlweise Bewunderungssschauer &#252;ber die Innenarme, oder den Angstschweiss ins Gesicht. Kaum jemand weiss allerdings viel mehr &#252;ber die ins digitale Zeitalter Geborenen, als dass sie mit dem Medium Internet geboren wurden. Wer sind sie? Was machen sie? Was k&#246;nnen sie? Nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/05/digitalnatives.jpg"><img alt="" class="aligncenter size-full wp-image-714" height="298" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/05/digitalnatives.jpg" title="digitalnatives" width="300" />-</a></p>
<p><strong>Aktuell in aller Munde, treiben sie den &quot;alten S&auml;cken&quot; der IT &#8211; Branche wahlweise Bewunderungssschauer &uuml;ber die Innenarme, oder den Angstschweiss ins Gesicht. Kaum jemand weiss allerdings viel mehr &uuml;ber die ins digitale Zeitalter Geborenen, als dass sie mit dem Medium Internet geboren wurden. Wer sind sie? Was machen sie? Was k&ouml;nnen sie?<br />
	</strong></p>
<p>Nach 1980 geboren, mit PC, Handy und Spielekonsole aufgewachsen, schon fr&uuml;h im Internet vernetzt und von v&ouml;llig anderer Gedankenstruktur, das sind die offiziellen Voraussetzungen f&uuml;r einen &quot;Digital Native&quot;. Realistisch betrachtet k&ouml;nnen aber mit dem Internet aufgewachsenen kaum vor 1990 geboren sein, gehen wir also davon aus, das ein waschechter &quot;Native&quot; keinesfalls &auml;lter als zwanzig Jahre sein mag, mit Stand heute.</p>
<p>Die Wissenschaft bescheinigt ihnen signifikante, neue F&auml;higkeiten im Umgang mit Informationen: Sie seien Multitaskingf&auml;hig, verf&uuml;gten &uuml;ber ein deutlich beschleunigtes Auffassungsverm&ouml;gen, gingen mit technischen Neuerungen wie selbstverst&auml;ndlich um, seien hochgradig vernetzt und vielseitigst interessiert. Im Gegenzug wird ihnen eine verk&uuml;rzte Aufmerksamkeitsspanne, Unkonzentriertheit und Oberfl&auml;chlichkeit attestiert.</p>
<p><span id="more-707"></span>Ich f&uuml;r meinen Teil begann mich im biblischen Alter von etwa 22 Jahren mit dem Internet zu besch&auml;ftigen. Viel fr&uuml;her war es jedoch auch f&uuml;r den allgemeinen P&ouml;bel gar nicht zug&auml;nglich. Die Anfangszeit des Netzes war von grosser Verwirrung bei den Nutzern und &quot;geht nicht&quot; bei den technischen Gegebenheiten gepr&auml;gt. Die Verbindungsgeschwindigkeiten waren katastrophal langsam, an die &Uuml;bertragung eines Videos war nicht einmal zu denken. Es handelte sich um Neuland, es machte grossen Spass, seine Unvollkommenheit zu ergr&uuml;nden, seine M&ouml;glichkeiten auszubauen und die eigenen Visionen zu leben. Ein Nerdt&uuml;mpel voller <em>Porn und Tech</em>, wenn man so will. Wer damals im Netz kommunizierte, tat dies mit Gleichgesinnten und wurde von der au&szlig;enstehenden Mehrheit als &quot;Freak&quot; verlacht.</p>
<p>So um das Jahr 2000 zog das Internet schlie&szlig;lich auch in die weniger freakigen Haushalte ein, Breitabandanschl&uuml;sse wurden allm&auml;hlich finanzierbar, die Masse begab sich ins Netz, mailte, chattete und downloadete, was die Leitungen hergaben. Immer mehr und mehr kommerzielle Interessen wurden ins Netz transportiert, das Netz selbst wuchs explosionsartig, wurde immer un&uuml;bersichtlicher und immer verm&uuml;llter. In den postmillenischen Jahren wurde es f&uuml;r den Normalverbraucher immer schwieriger, sich den Weg zu Informationen selbst zu bahnen, Google und Co verdienten Milliarden mit dieser Hilflosigkeit, indem sie den Suchenden mit Werbung beschossen.</p>
<p>Heutzutage ist ein Netz ohne Kommerz, ohne Werbung und ohne &quot;Premium-Content&quot; f&uuml;r den zahlenden Kunden kaum mehr vorstellbar. Alles ist bunt, supereinfach zu bedienen, jeder kann alles, &uuml;berall. Auch die Zugangsger&auml;te haben sich immer mehr zu massentauglichen Konsumger&auml;ten gewandelt, zu bl&ouml;d f&uuml;r das Internet kann heute tats&auml;chlich niemand mehr sein. So bewegen sich also die Netzkiddies wie selbstverst&auml;ndlich in dem sie umgebenden &quot;Netz&quot;, das sie jedoch in seinen Grundlagen nicht mehr verstehen, nicht mehr verstehen m&uuml;ssen. Der normale Internetuser ist reiner Konsument geworden, er &quot;konsumiert&quot; Kommunikation und &quot;konsumiert&quot; die Option, sich selbst Aufmerksamkeit zu verschaffen und seine eigenen &quot;Inhalte&quot; zu transportieren.</p>
<p>Immer weiter trivialisierter &quot;Content&quot; wird via Twitter, Facebook, studiVZ, schuelerVZ und armleuchterVZ in den digitalen &Auml;ther geblasen, Bandbreite und Speicherplatz sind f&uuml;r die Produzenten weder ein Thema, noch Begrifflichkeiten. Die allgegenw&auml;rtige, kommerzfinanzierte &quot;Usability&quot; ist eine grossartige Angelegenheit, erm&ouml;glicht sie tats&auml;chlich der breiten Masse die Vernetzung, allerdings birgt sie auch eine nicht zu untersch&auml;tzende Gefahr:</p>
<p><strong>Der zum Konsum Gedrillte fragt nicht mehr warum und wieso. Er konsumiert schlicht.<br />
	</strong></p>
<p>Und diese These deckt sich bedauerlicherweise mit meinen pers&ouml;nlichen Erfahrungen: Im beruflichen Umfeld habe ich immer wieder mit sehr jungen Menschen zu tun, die mit einer wohlklingenden Fachausbildung absolut nichts anzufangen wissen. Sie beherrschen die absolut obersten Bereiche der High-Level-Technologie, bedienen im Schlaf fertige Produkte, programmieren kleine Widgets und Addons in (Verzeihung!) h&ouml;heren Trottelsprachen wie Java, C# oder Visual Basic, installieren und erweitern PHP oder weiss-der-Henker-was-Webbapplikationen, &quot;komponieren&quot; Funktionalit&auml;t anhand vorgesetzter Frameworks, haben aber keinen blassen Schimmer mehr &uuml;ber die dahinterliegende Technik.</p>
<p>Im Privaten mal einen Teenager gefrag:<em> &quot;Was macht denn f&uuml;r Dich das Internet aus?&quot; &#8211; &quot;Facebook und Youtube!&quot; &#8211; &quot;Sonst nichts? Spielst Du wirklich nur rum?&quot; &#8211; &quot;&Auml;h, naja, manchmal f&uuml;r die Schule noch Google. Aber das ist verwirrend, da kommt immer so viel Schrott.&quot;</em></p>
<p>Der Punkt ist: Die sogenannten &quot;Digital Natives&quot; sehen das Netz nicht mehr als reine Infrastruktur zur Informations&uuml;bermittlung mit faszinierenden M&ouml;glichkeiten zur kreativen Gestaltung, sondern betrachten ein paar wenige, von ihnen und ihrem Umfeld genutze, kommerzielle DIENSTE als &quot;DAS INTERNET&quot;.</p>
<p>Vermutlich klinge ich bereits wie ein Netzgreis, mit dem ewig warnenden Finger vor jedweder Ver&auml;nderung, aber genau hier sehe ich eine Gefahr f&uuml;r k&uuml;nftige Generationen: Wenn nur mehr genutzt wird, ohne zu hinterfragen, ohne zu erforschen, ohne zu verstehen, dann wird irgendwann niemand mehr wissen, wie es funktioniert. Es kann auf diesem Wege auch nur begrenzten Fortschritt geben, indem Vorhandenes neu kombiniert wird. M&ouml;glicherweise reicht das aus, doch ich mag daran nicht glauben.</p>
<p>
	Was man den neuen Netzmenschen lassen muss: Sie haben den Informationsfluss als ebensolchen begriffen, was sehr vielen &quot;Immigranten&quot; noch &uuml;beraus schwer f&auml;llt: Man kann aus ihm sch&ouml;pfen, aber man kann ihn niemals austrinken. Diese Erkenntnis f&uuml;r &quot;oberfl&auml;chlich&quot; zu halten ist dann wohl oberfl&auml;chlich.</p>
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		<title>Das Nerd-Dilemma</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 14:38:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nie war es leichter, nie war es sch&#246;ner, ein Computer-Nerd zu sein, als dieser Tage. Nerd-Ismus ist zwischenzeitlich gesellschaftlich akzeptiert und eher hoch angesehen, als ins L&#228;cherliche gezogen. Sollte man meinen. In Wahrheit betreibt aber die IT-Industrie ein noch nie dagewesenes Nerd-Bashing der ganz anderen Art, das endlich einmal ans schmutzig-gelbe Tageslicht gezogen werden muss. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img alt="woz" class="aligncenter size-full wp-image-612" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/02/woz.jpg" title="woz" /></p>
<p><strong>Nie war es leichter, nie war es sch&ouml;ner, ein Computer-Nerd zu sein, als dieser Tage. Nerd-Ismus ist zwischenzeitlich gesellschaftlich akzeptiert und eher hoch angesehen, als ins L&auml;cherliche gezogen. Sollte man meinen. In Wahrheit betreibt aber die IT-Industrie ein noch nie dagewesenes Nerd-Bashing der ganz anderen Art, das endlich einmal ans schmutzig-gelbe Tageslicht gezogen werden muss.<br />
	</strong></p>
<p>Ich war schon immer ein Nerd, irgendwie, auch wenn ich ich es selbst erst sehr sp&auml;t realisierte. Meine f&uuml;r einen Nerd verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig weit ausgepr&auml;gten sozialen Kompetenzen, sowie ein eher sub-akademisches Umfeld taten das Ihrige zu einer erfolgreichen Langzeitverschleierung.&nbsp; Immer schon hatte ich das qu&auml;lende Bed&uuml;rfnis, technischen Zusammenh&auml;ngen auf den Grund zu gehen, sie zu erforschen, auch wenn es ihre Demolierung bedeutete. Immer schon habe ich Dinge auseinandergenommen, wenngleich fr&uuml;her auch selten wieder funktionierend remontiert. Erst als ich mein Hobby zum Beruf machte und fortan in der Softwareentwicklung mein t&auml;glich Brot verdienen durfte, erkannte ich mein wahres Ich.</p>
<p><span id="more-608"></span>Der Defakto-Standardberuf des Nerds, der des Software-Entwickler, hat sich jedoch mit der Industrialisierung der IT signifikant gewandelt. Zuvor waren Softwareentwickler merkw&uuml;rdige Zeitgenossen, die ihre Kreativit&auml;t und ihre &uuml;berbordende Probleml&ouml;sungskompetenz relativ frei ausleben konnten, kamen sie doch in der freien Wildbahn eher selten vor und waren von Arbeitgebern begehrt. Banken, Versicherungen, Softwarefirmen und Universit&auml;ten hielten sich&nbsp; welche abgeschottet in neonbeleuchteten Kellern, gaben ihnen Pizza und Cola und bezahlten sie mit mehr, als sie in aller Regel auszugeben vermochten. Die Nerds dankten ihnen diese Freiheit mit &uuml;bergeb&uuml;hrlichem Arbeitseinsatz und opferten bereitwillig auch noch ihre Freizeit f&uuml;r Firmenbelange, die sie stets als die Eigenen empfanden.</p>
<p>Mit zuhehmendem Bedarf an individualisierter Software stieg auch der Bedarf an Programmierbef&auml;higten. Business-School-Absolventen kreierten sogenannte &quot;Prozesse&quot;, die Softwareentwicklung vereinfachen, beschleunigen und nicht zu letzt verbilligen sollten. Kaum mehr konnte der Bedarf mit Informatikern gedeckt werden, weshalb der Beruf des &quot;Fachinformatikers f&uuml;r Anwendungsentwicklung&quot; ins Leben gerufen wurde. W&auml;hrend als studierte Informatiker zwischenzeitlich fast ausschlie&szlig;lich praxisferne Richi-Ritch-Fantasten mit Bill-Gates-Profilneurose agierten, weil eben im BWL-Studiengang keine Sitzpl&auml;tze mehr frei waren, durfte nun jeder, der schon einmal eine Playstation 3 angeschlossen hatte und die Realschule halbwegs ohne Fr&uuml;hschwanger- /-vaterschaft &uuml;berlebt hatte, eine Praxisausbildung zum Anwendungsentwickler absolvieren.</p>
<p>Eine regelrechte Schwemme an sogenannten Codierern (Programmiersprachenkundige ohne messbare Eigenintelligenz) &uuml;berrannte kurz darauf den Markt und zerst&ouml;rte alle bisher dagewesenen Gehaltsgef&uuml;ge. Selbst Informatikabsolventen verdienen seither, sofern als Entwickler angestellt, nur mehr einen Bruchteil dessen, was fr&uuml;her einmal drin gewesen ist. Aus unternehmerischer Sicht ist es sinnvoller, zum gleichen Geld 5 grottenschlechte Codierer und einen halbwegs begabten Productmanager zu besch&auml;ftigen, als einen kompetenten Entwickler, da sich im ersteren Szenario eine gewisse Ausfallsicherheit ergibt.</p>
<p>Wer den Job aus idealistischen Motiven, finanzielle kann es keine geben, dennoch macht, weil er gut darin ist und Spa&szlig; am kreativen Entwickeln hat, wird sich alsbald im typischen Nerd-Dilemma wiederfinden: Sein Arbeitgeber erkennt sein Potenzial und m&ouml;chte dieses betriebswirtschaftlich m&ouml;glich effektiv ausnutzen. Der arme Nerd wird also vom Bildschirm weggelobt und soll k&uuml;nftig Konzepte f&uuml;r die Programmieraffen aus der Berufsschule verfassen. Im allerschlimmsten Falle zwingt man ihn auch noch zu Kundenkontakt, weil er der einzige ist, der auf fachliche Fragen eine halbwegs sinnvolle Antwort geben kann. Kaum zu erw&auml;hnen, das man ihn weiter f&uuml;r das k&auml;rgliche Entwicklergehalt anschaffen l&auml;sst, w&auml;hrend der BWL-ler, der den Job zuvor an die Wand gefahren hatte, noch das Dreifache daf&uuml;r bekam.</p>
<p><strong>Das Nerd-Dillemma auf den Punkt gebracht:</strong> In einem auf Masse statt Klasse gerechneten Businessplan wird ein Nerd zu seinem Leidwesen immer Karriere machen m&uuml;ssen, da er nicht anders kann als gut zu sein, in dem was er tat. Er wird jedoch zunehmend zu Arbeiten gezwungen, die ihm keine Freude bereiten, weshalb die Qualit&auml;t ein Mittelma&szlig; niemals &uuml;bersteigen kann. Mittelm&auml;ssigkeit ist des Nerds Tod. Er stirbt innerlich. Irgendwann.</p>
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		<item>
		<title>Der Hände Arbeit &#8211; Ein Auto als Hobby</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2009/11/der-hande-arbeit-ein-auto-als-hobby/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 19:53:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als hoffnungslos frustrierter Brainworker an ausnahmslos Langzeitprojekten vermisst man mitunter etwas, ohne es bewusst zu bemerken: Erfolgserlebnisse. Es kann unglaublich gut tun, an einem erschöpften Abend das Werk der Hände Arbeit zu begutachten und ein Bier drauf zu trinken. Vor rund einem Monat bin ich ja nun minder stolzer Besitzer einer Mercedes E-Klasse T-Modell (Familie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-516" title="mercedess210front200710" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/11/mercedess210front200710-300x154.jpg" alt="mercedess210front200710" width="300" height="154" /></p>
<p><strong>Als hoffnungslos frustrierter Brainworker an ausnahmslos Langzeitprojekten vermisst man mitunter etwas, ohne es bewusst zu bemerken: Erfolgserlebnisse. Es kann unglaublich gut tun, an einem erschöpften Abend das Werk der Hände Arbeit zu begutachten und ein Bier drauf zu trinken.</strong></p>
<p>Vor rund einem Monat bin ich ja nun minder stolzer Besitzer einer Mercedes E-Klasse T-Modell (Familie und so) geworden. Steinalt und rostbröselig.</p>
<p>Kurzer Überblick über die bisherigen Mängel:</p>
<p><span id="more-511"></span></p>
<p>-<strong> Kotflügel vorne rechts</strong> vor der Tür komplett durch (10 mal 10 Zentimeter grosses Loch), unter den Scheinwerfern Rostblasen, aber noch intakte Lackierung.</p>
<p>- <strong>Klimaanlage und Park-Distance-Control:</strong> Bereits am ersten Tag fiel signifikant auf, das beide ihr Werk nicht verrichten. Die PDC spinnt schlicht und pfeifft unkontrolliert und irr, ob da nun ein Hindernis ist, oder auch nicht. Bei der Klimaautomatik ließ sich die MB-typische &#8220;EC&#8221; &#8211; Leuchte für den Restwärme-/Kältesparmodus nicht deaktivieren. Somit auch keine Kühlfunktion, logisch. Laut kurzem Check bei ATU war der Anlagenfüllstand ok, es wurde auf das Steuergerät getippt.</p>
<p>Beide Mängel habe ich beim Verkäufer reklamiert und wurde, wen wunderts, an Mercedes verwiesen. Ich möge mir eine Fachwerkstatt suchen, denn man habe bei Renault nicht die benötigten Mess- und Kontrollgeräte, die Kosten für eine Reparatur übernähme man dann nach Rücksprache. Gesagt, getan. Mercedes diagnostizierte eine leere Klimaanalage, befüllte diese und stellte abschließend fest, der Klimalüfter samt Regelung und drei der vier PDC-Sensoren seien defekt. Wurde neu bestellt, Ersatzteile habe ich bereits (1800 Euro, aber nicht von mir), einbauen möchte Renault die selbst, Termin steht noch aus.</p>
<p>- <strong>Auspuff</strong> hing hinten rechts plötzlich runter. Zudem hatte ich massive Windzappelgeräusche. Das die vom flatternden Gummihalteband der vom Rost abgerissenen Endtopfaufhängung stammen, ja, darauf muss man auch erst mal kommen. MB hat mir den Pott beim Diagnosetermin kulanterweise ordentlich festgeschweisst.</p>
<p>- <strong>Stossfänger hinten</strong>. Die Perle ist im Dunkeln aus Versehen rückwärts leicht gegen den Hang gefahren. Das kann passieren und stellt üblicherweise kein Problem dar. Ist der Innenkotflügel jedoch derart durchgerostet, das beim leisesten Hauch gleich die Aufhängung für den Stossfänger komplett herausbröselt, sieht das schon ziemlich bescheuert aus. Renault hat mir den Stossfänger dann andernorts mit einer Karosserieschraube notdürftig befestigt, aber so kann das natürlich nicht bleiben. Für mich ein weiterer Gewährleistungsfall, wie Renault das abschließend beurteilt, steht noch aus.</p>
<p>- Arschbacken (hintere Innenkotflügel, innen) komplett durchgerostet, weiträumige Öffnung in den Innenraum. Da kommen natürlich, besonders im Stand oder Rückwärtsfahrt, ordentliche Rauchschwaden nach innen, bei einem alten 3 Liter Diesel. Das habe ich so allerdings gekauft, das ist leider kein Gewährleitungsfall. Stinkt aber.</p>
<p>- <strong>Radioverkabelung ausser Funktion</strong>. Radio rein, ISO-Stecker angeschlossen, Antenne verkabelt: Radio hat Strom, gibt aber keinen Mucks von sich. Auch so gekauft, selbst schuld.</p>
<p>- <strong>Automatikgetriebe schleif</strong>t. Er schaltet eigentlich sauber und immer dann, wann man es braucht, nur zwischen dem 2. und 3. Gang rutscht er fatal, sprich, dreht einmalig richtig hoch, bis er den Gang einlegt. Laut MB ein Verschleissanzeichen. Ich hoffe, das die Automatik noch im Rahmen der Gewährleistung komplett verreckt, ein neues Getriebe kommt locker auf 3 Scheine.</p>
<p>Gestern und heute habe ich mir den Bock dann mal vorgenommen. Als erstes wurde das Loch im vorderen Kotflügel komplett sauber ausgeschnitten (mit dem Dremel, ein Wunderwerkzeug!), grossflächig ausgeschliffen, mit Fertan (Rostumwandler) intensiv behandelt, anschließend Rostschutzbehandlung. In Ermangelung eines Schweissgerätes habe ich Kunststoffscheiben zur Hinterfüllung mittels Pattex-Klebeknete reingeklebt und dann grosszügig mit Alu-Spachtel aus- und aufgefüllt. Schließlich geschliffen (eine Wahnsinnsarbeit, wenn man es ordentlich macht), grundiert, wieder geschliffen und in drei Schichten mit Orginallack aus der Dose besprüht. Bereits vor dem Polieren sieht das aus, wie in der Werkstatt gemacht. Ich bin gutgehend verwundert über die Qualität meiner Arbeit, schließlich hatte ich mir derartigen Tätigkeiten bislang nichts am nicht vorhandenen Hut.</p>
<p>Heute habe ich dann sämtliche Kabelbäume freigelegt, die Türverkleidungen demontiert, Lautsprecher überprüft (mit ner kleinen Batterie kurzgeschlossen, wenns brummt, ist alles ok &#8211; Tip aus dem Internetz), zwei Kurzschlüsse aufgefunden und beseitigt, ein neues Radio eingebaut&#8230; Und siehe da: Sound! Und tatsächlich nicht mal schlecht! Das neue Radio versteht sich auch via Bluetooth und/oder wahlweise Kabel mit meinem iPhone, spielt dessen Musik und fungiert als Freisprechanalage. Grossartig, so wollte ich das schon immer.</p>
<p>Letztlich habe ich noch die drei Löcher (eines wurde noch zusätzlich aufgefunden) in den Arschbacken grosszügig mit dem Dremel ausgeschnitten, abgeschliffen, die kompletten Arschbackeninnenräume mit Fertan und schließlich Rostschutzgrundierung ausgekleistert und abschließend dreilagig Glasfasermatten mit Epoxydharz und Härter zur Abdichtung angebracht.</p>
<p>Das Ende vom Lied: Alle dramatischen Rostlöcher sind beseitigt, das Teil spielt Musik, telefoniert und fühlt sich gleich viel besser an. Ich bin sozusagen rechtzeitig vor der grossen Fahrt mit allem dringlichen fertig geworden.</p>
<p>Für die in zwei Tagen erledigten Arbeiten hätte ich bei ATU rund 2000 Euro bezahlt. Hatte ich zum Spass mal schätzen lassen.</p>
<p><strong>FAZIT</strong>: Auch heute noch lässt sich, sogar als Laie, richtig Geld sparen, wenn man sich nur mal traut, Werkzeug in die Hand zu nehmen und ein bisschen Freizeit zu opfern bereit ist.</p>
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		<title>Nostalgie: Eine Dekade mobile Computing</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 15:25:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dem nerdigen Geek sein Steckenpferd sind und blieben die mobilen Gadgets. Ich habe mich mit zahlreichsten Exemplaren nutzloser bis blödsinniger Spielzeuge beschäftigt, über die Jahre, hier meine ganz persönliche (und zum größten Teil nicht mehr existente) Sammlung. Im Folgenden werden nur die Geräte aufgeführt, die in irgendeinerweise für mich hervorstachen, an die ich mich noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dem nerdigen Geek sein Steckenpferd sind und blieben die mobilen Gadgets. Ich habe mich mit zahlreichsten Exemplaren nutzloser bis blödsinniger Spielzeuge beschäftigt, über die Jahre, hier meine ganz persönliche (und zum größten Teil nicht mehr existente) Sammlung.</strong></p>
<p>Im Folgenden werden nur die Geräte aufgeführt, die in irgendeinerweise für mich hervorstachen, an die ich mich noch lebhaft erinnere. Ich habe teure Stunden meiner Lebenszeit damit zugebracht, auf entsprechende Bestellungen zu warten und bin dabei um Jahrzehnte gealtert, vor Stress. Von den Ausgaben für das ganze Spielzeug hätte man vermutlich ein Eigenheim kaufen können. Aber das hat ja auch so geklappt.</p>
<p><strong>1994: Mein allererstes Handy: <em>Das Motorola MicroTac  7500</em></strong></p>
<p><strong><em><img class="aligncenter size-medium wp-image-481" title="motorola_7500_2" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/10/motorola_7500_2-300x184.jpg" alt="motorola_7500_2" width="300" height="184" /><br />
</em></strong></p>
<p>Ein wunderschönes Gerät, steinschwer, von gigantischen Ausmaßen, 2 Stunden Sprechzeit, 50 Stunden Standby. Oder so. Die Antenne musste noch manuell ausgezogen werden, SMS gab es damals in Deutschland noch nicht, bzw. wusste niemand davon. Ich war der absolut allererste, der in meinem gesamten Bekanntenkreis ein mobiles Telefon besaß und die Gebühren waren noch derart hoch, das ich es, soweit ich mich erinnere, niemals benutzt habe. Als ich einst jedoch von einer sehr haftenden kasachischen Verehrerin massiv telefonisch belästigt wurde, schmiss ich das gute Stück kurzerhand in den alten Vater Rhein und zahlte die restlichen anderthalb Jahre für nichts meine Telekom-Vertragsgebühren.</p>
<p><span id="more-478"></span></p>
<p><strong>1999: Mein zweites Handy: D<em>as Nokia 5110</em></strong></p>
<p><strong><em><img class="aligncenter size-medium wp-image-483" title="nokia_5110" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/10/nokia_5110-300x222.gif" alt="nokia_5110" width="300" height="222" /><br />
</em></strong></p>
<p>Beruflich inzwischen gesattelt und weit weg von zuhaus, musste erneut ein Handy her und diesmal ernsthaft. Das Nokia erwies mir gute Dienste, war schier unkaputtbar und bot mir sogar beim Kacken Unterhaltung in Form des Kultspiels  Snake. Später fungierte es sogar als Mobilfunkmodem an meinem ersten Notebook. Ich besitze das Gerät heute noch, es telefoniert nach wie vor einwandfrei.</p>
<p><strong>2000: Mein erstes Firmennotebook: <em>Das Compaq Armada</em></strong></p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-485" title="compaqarmada" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/10/compaqarmada-225x300.jpg" alt="compaqarmada" width="225" height="300" /></p>
<p>Abgelegt von einer höherrangigen Kollegin war ich dennoch stolz. Trotz 128 MB Hauptspeicher, 4 GB Festplatte und einem 233er Pentium II. Bis Windows 2000 kam der kleine Kerl problemlos mit, ab Windows XP hakelt er schon gewaltig. Seit einem Sturz aus 1,5 Metern Höhe setzt das Display mitunter aus, was jedoch durch einen beherzten Rempler jederzeit zu beheben ist.</p>
<p><strong>2001: Mein erster Palm: <em>Der Palm M500</em></strong></p>
<p style="text-align: center;">
<p style="text-align: center;"><strong><em><img class="aligncenter" src="http://img32.imageshack.us/img32/7307/lightoff.jpg" alt="" width="199" height="320" /></em></strong></p>
<p>Einsam auf Reisen, war der Palm wieder eine meiner Schnappsideen. Irgendwo in Ostberlin gekauft, taugte er, mich exakt zwei Nächte lang in einem Hotelbett wach zu halten, dann war er ausgespielt. Ich brauchte damals keinen Organizer, schon gar keinen offlineigen. Einmal war ich unter Verwendung des alten Nokias mit ihm online, was aber eine heillose Frickelei darstellte, ganz sicher nicht alltagstauglich.  Hatte ihn dann sehr gelegentlich als ebook-Reader in Verwendung, bis er den Weg fast all meiner Gadgets ging: Unter Verlust nach ebay. Nicht ohne mich geärgert zu haben, nicht das nur wenig teurere, aber deutlich wertstabiliere Farbmodell, den M505, erworben zu haben&#8230;</p>
<p><strong>2002: Mein erster Pocket-PC: <em>Der HP Journada 568:</em></strong></p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-487" title="jornada568" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/10/jornada568-151x300.jpg" alt="jornada568" width="151" height="300" />Ich fand das Teil ultracool, zumal es mit seiner optional abnehmbaren Hartplastikschale über der Front original wie ein Kommunikator aus Star Trek rüberkam. Nur ohne Kommunikation, eben. Das damals installierte Windows Pocket PC 2002 war eine katastrophale Bugwüste und überdies erbärmlichst langsam. Mit einer faltbaren Tatstatur machte sich der Kleine aber als Schreibmaschine für unterwegs überaus nützlich, Pocketword lief gerade noch so flüssig. Via IrDa konnte man dann mittels Nokia 5110 auch ins Internet. Auf diesem Gerät habe ich irgendwann angefangen, kleine mobile Anwendung mit Visual Studio zu schreiben. Ein Meilenstein.</p>
<p><strong>2002: Mein drittes Handy: <em>Das Siemens S45</em></strong></p>
<p><strong><em><img class="aligncenter size-full wp-image-488" title="siemens-s45" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2009/10/siemens-s45.jpg" alt="siemens-s45" width="300" height="300" /><span style="font-weight: normal; font-style: normal;">Das vermutlich beste Handy, das ich je besaß. Klein, leicht, schick, robust,  ewige Ausdauer und alle Funktionen, die man sich nur wünschen konnte. Leider wurde das klein/leicht/schick zu seinem Verhängnis: Einmal Waschmaschine überstand es noch (ausgeschaltet), einmal Bad in der Toilette (angeschaltet) nicht.</span></em></strong></p>
<p><em><span style="font-weight: normal; font-style: normal;"><strong>2003: Mein zweiter Windowsorganizer: <em>Der Toshiba e740</em></strong></span></em></p>
<p><strong><em><span style="font-weight: normal; font-style: normal;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-490" title="ppc_e740" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/10/ppc_e330-222x300.jpg" alt="ppc_e740" width="222" height="300" />Ein bildschönes Gerät. Machte zuhause nun auch so langsam Sinn, da es sich via eingebautem WiFi-Modul problemlos ins WLAN integrieren lies und unter Pocket PC 2003 mit seinen 400 Mhz ganz flott unterwegs war. Leider ist es mir nach zwei Wochen aus der Hemdtasche gesegelt und hat sich einen verunstaltenden Kratzer auf der Front geholt, weshalb ich es (unter Verlust) bei ebay verramschte. </span></em></strong></p>
<p><em><span style="font-weight: normal; font-style: normal;"><strong>2004: Mein zweiter Palm: <em>Der Tungsten T5</em></strong></span></em></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-491" title="Tungsten T5" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2009/10/01425i9086500.jpg" alt="Tungsten T5" width="275" height="275" />Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, wozu ich den gekauft habe, noch, was ich je damit angestellt hätte. Ich weiss nur noch, dass ich ihn bei ebay verkauft habe (unter Verlust).</p>
<p><strong>2004: Mein erstes Smartphone: <em>Der T-Mobile MDA II</em></strong></p>
<p><strong><em><img class="aligncenter size-medium wp-image-493" title="mdadock" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/10/mdadock-232x300.jpg" alt="mdadock" width="232" height="300" /></em></strong></p>
<p><strong><em><span style="font-style: normal;"><span style="font-weight: normal;">Endlich machte es einen Sinn, derartige Backsteine mit sich herumzuschleppen. Nebst seltenst genutzten Organizerfunktionen, einer hakeligen Bildschirmtatstur und der Möglichkeit, mit viel Glück ein paar MP3s abzuspielen, konnte man mit diesem Elektrobrikett nämlich auch noch telefonieren und fotographieren. Leider kannte er noch kein WiFi, aber man wusste sich mit einer entsprechenden SD-Card zu behelfen. Für den MDA habe ich viele kleine Anwendungen unter .NET geschrieben, allesamt nutzlos und für niemanden interessant. Mit ganz viel Aufwand konnte man sich kleine Filmchen (Pornos) auf das Teil konvertieren, die aber immer nur dann halbwegs ruckelfrei liefen, wenn man frisch gebootet hatte.</span></span></em></strong></p>
<p><em><span style="font-style: normal;"><strong>2005: Meine zweites Smartphone: <em>Der T-Mobile MDA III</em></strong></span></em></p>
<p><em><span style="font-style: normal;"><strong><em><img class="aligncenter size-medium wp-image-494" title="mda3" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/10/mda3-126x300.jpg" alt="mda3" width="126" height="300" /><span style="font-weight: normal;"><span style="font-style: normal;">Jetzt also auch mit völlig unbrauchbarer Tastatur, dafür aber geringfügig schneller und mit eingebautem WLAN. Hatte meinen MDA II gegen geringen Verlust in einen solchen getauscht. Bei ebay. Er war halt deutlich schicker&#8230;</span></span></em></strong></span></em></p>
<p><em><span style="font-style: normal;"><em><span style="font-style: normal;"><strong>2007: Mein drittes Smartphone: <em>Der T-Mobile MDA Vario II</em></strong></span></em></span></em></p>
<p><em><span style="font-style: normal;"><em><span style="font-style: normal;"><strong><em><img class="aligncenter size-medium wp-image-495" title="t-mobile_mda_vario_ii_links" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/10/t-mobile_mda_vario_ii_links-300x220.jpg" alt="t-mobile_mda_vario_ii_links" width="300" height="220" /><span style="font-style: normal;"><span style="font-weight: normal;">Mit der Länge der Produktbezeichnung wächst auch die Featureliste der MDAs aus dem Hause HTC. Dieser hier hatte erstmals eine als hervorragend zu bezeichnende Tastatur, eine gute Kamera, UMTS und eine halbwegs bedienbare Oberfläche (Windows Mobile 6 Professional). Dies war und wird auch für immer mein letztes Windows Smartphone bleiben, wenn sich nicht das Unmögliche ereignen wird (Microsoft baut eine bedienbare, mobile Oberfläche). Es ist und bleibt eine verdammte Frickelei mit dem Stift. </span></span></em></strong></span></em></span></em></p>
<p><em><span style="font-style: normal;"><em><span style="font-style: normal;"><em><span style="font-style: normal;"><strong>2008: Mein erstes i<em>Phone: Das 3G 16GB</em></strong></span></em></span></em></span></em></p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-497" title="iphone_white" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/10/iphone_white-300x250.gif" alt="iphone_white" width="300" height="250" />Für mich der Anfang einer Ära jenseits der Windows-Dose. Mein erster Apple-Kontakt und gleich so fulminant! Das Gerät vereint alles, was ich immer schon dabei haben wollte: Einen MP3-Player mit Videofunktion, eine Kamera, einen Organizer, ein Webpad, eine mobile Spieleplattform und ein Telefon. Exzellent gelöst mit einem bahnbrechenden Bedienkonzept. Mein bislang mit Abstand bestes Gadget, so lange hatte ich noch mit keinem Spaß. Zwischenzeitlich ist es der Perle an der Hand festgewachsen, die es, wenig technik- und webaffin, nicht mehr missen möchte.</p>
<p><strong>2008: Mein erster Mac: <em>Das Macbook Air</em></strong></p>
<p><strong><em><img class="aligncenter size-medium wp-image-498" title="macbook-air1" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/10/macbook-air1-300x199.jpg" alt="macbook-air1" width="300" height="199" /></em></strong></p>
<p><strong><em><span style="font-style: normal; font-weight: normal;">Inspiriert vom iPhone beschloss ich, auch hinsichtlich meines privaten Notebooks von einem 6 Jahre alten Dell Inspirion auf Apple umzusteigen. Ich habe es nie bereut. MacOSX ist DAS Betriebssystem schlechthin für alle, die arbeiten müssen und keine Zeit zum Basteln haben. Zum Rumspielen habe ich immer eine VM mit Windows und eine mit Linux dabei, falls mal Langeweile aufkommt. Meinen Plan, mit der Entwicklung von iPhone-Apps reich zu werden, habe ich noch immer nicht umgesetzt, aber das Air hat sich dennoch mehr als gelohnt. Mobiler kann ein Rechner einfach nicht mehr sein. Irgendwann steht dementsprechend auch ein Standgerät für zuhause an. 27 Zoll. Versteht sich.</span></em></strong></p>
<p><em><span style="font-style: normal;"><strong>2009: Mein zweites iPhone: <em>Das 3GS 32GB</em></strong></span></em></p>
<p>Es sieht aus wie das Alte, es fühlt sich an, wie das Alte, nur ist es schwarz, doppelt so schnell und bietet den doppelten Speicherplatz. Und es kann Video aufnehmen. Hier wurde Gutes schlicht noch besser gemacht.</p>
<p>Damit bin ich erst mal satt, was Gadgets angeht. Mann wird älter&#8230;</p>
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		<title>10 Jahre elektronische Datenverunstaltung (I)</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2009/10/10-jahre-elektronische-datenverunstaltung-i/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 08:56:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Entscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Frust]]></category>
		<category><![CDATA[Gadgets]]></category>
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		<description><![CDATA[Anfang diesen Monates jährte sich meine berufliche Tätigkeit in der IT zum zehnten Male. Zeit für einen Rückblick, vielleicht auch Zeit für ein Resumee&#8230; Meinen ersten Kontakt zur Computern hatte ich etwa mit Zwölf. Mit den Geldgeschenken zu meiner &#8220;heiligen Kommunion&#8221; bestand ich seinerzeits darauf, einen State-Of-The-Art Heimcomputer aus dem Hause Commodore zu erwerben. Den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-465" title="venus200610-years-anniversaryfrei" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/10/venus200610-years-anniversaryfrei-300x247.png" alt="venus200610-years-anniversaryfrei" width="300" height="247" /></p>
<p><strong>Anfang diesen Monates jährte sich meine berufliche Tätigkeit in der IT zum zehnten Male. Zeit für einen Rückblick, vielleicht auch Zeit für ein Resumee&#8230;</strong></p>
<p>Meinen ersten Kontakt zur Computern hatte ich etwa mit Zwölf. Mit den Geldgeschenken zu meiner &#8220;heiligen Kommunion&#8221; bestand ich seinerzeits darauf, einen State-Of-The-Art Heimcomputer aus dem Hause Commodore zu erwerben. Den C64. Mit Farbbildschirm (ein Sharp 13 Zöller), Floppy Disk (die klassischen 1541) und Nadeldrucker (Star LC 10-C) hat das System für damalige Verhältnisse ein kleines Vermögen gekostet. Ich hatte keine Ahnung von gar nichts, war aber unendlich stolz, Besitzer einer so fortschrittlichen Technologie zu sein.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-466" title="c64combo" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2009/10/c64combo.jpg" alt="c64combo" width="300" height="258" /></p>
<p><span id="more-462"></span>Mit meinem damaligen Kumpel Matthias überwarf ich mich zu diesem Zwecke zum ersten Mal, da ich darauf bestand, in unserer gemeinsamen &#8220;Detektei&#8221; die elektronische Datenverarbeitung einzuführen, was sich jedoch seiner Kontrolle entzogen hätte und er war immer schon ein ausgewachsener Kontrollfreak.</p>
<p>Auch damals kosteteten Originalspiele ein Heidengeld. Also begnügte ich mich anfangs mit dem Abtippen von Assemblerlistings aus den gängigen Computermagazinen, um meinem Spieltrieb Genüge zu tun.  Irgendwann musste es aber dann doch &#8220;Commando&#8221;, &#8220;Giana Sisters&#8221; und &#8220;Pit Stop 2&#8243; sein, mangels Budget wurde also ein Tauschring für Raubkopien ins Leben gerufen, der sich bald über die gesamte, alte Bundesrepublik erstreckte. Wir tauschten ausschließlich via Disketten, die wir uns damals gegenseitig auf sogenannte Postlagerkarten schickten, die in den naiven alten Zeiten auch für Kinder erhältlich waren.</p>
<p>Auch für einen Akkustikkoppler war kein Geld da, also wurde unter der Hand ein gemeinsamer im Freundeskreis angeschafft, welchen wir aber ausschließlich nachts bei einem Kumpel verwenden konnten, so uns unsere Eltern die Fremdübernachtungen gestatteten. Nachdem ich mich rudimentär in Basic, noch rudimentärer in Assembler und ein bisschen intensiver in das BTX-Protokoll eingearbeitet hatte, war ich bald für das Eindringen in fremde BTX-Mailboxen zuständig, wo wir oft genug noch nicht veröffentlichte Games als sogenannte 0-Day Versionen stahlen, die dann auf einfachste Weise &#8220;gecrackt&#8221; und mit unserem Group-Logo veröffentlicht wurden. Nebenbei sorgte ich mit ein paar selbstgeschriebenen Striptease-Sprites in der Schule für Unruhe.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-467" title="232913989197b5ff26d5ot" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/10/232913989197b5ff26d5ot-300x187.jpg" alt="232913989197b5ff26d5ot" width="300" height="187" /></p>
<p>Irgendwann stand ein Plattformwechsel an, den ich jedoch nicht mitvollziehen konnte, da mir niemand einen Amiga oder einen Atari ST zu finanzieren bereit war. Vom aktiven Group-Member wurde ich also zum offenmäulig staunenden Beisitzer ohne technische Kompetenz. Eine ziemliche Schmach. Ich spielte noch eine Weile mit dem C64 herum, expermimentierte mit dem Final-Cartridge III und lötete immer mal wieder unsinnig auf der Platine herum. Bis ich irgendwann mit einem etwas zu heissen Kolben die CPU in die ewigen Jagdgründe schickte. Das traurige Ende meiner &#8220;Hackerkarriere&#8221; für sehr lange Zeit.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-468" title="commodore-c64-c1280-n-173687-13" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/10/commodore-c64-c1280-n-173687-13-300x271.jpg" alt="commodore-c64-c1280-n-173687-13" width="300" height="271" /></p>
<p>Erst zur Markeinführung von Windows 95 auf dem Pentium I stieg ich wieder ins &#8220;Geschäft&#8221; ein, inzwischen Anfang 20, verheiratet  und bereits in Berufsausbildung zum Krankenpfleger. Allerdings auf dem abgelegten 486 DX meines damaligen Schwiegervaters unter Windows 3.11. Nichts desto trotz war ich der zweite, mir persönlich bekannte Mensch mit einem Internetzugang zuhause. Modem, versteht sich, ein 33.600er. Ich bastelte, tunte und werkelte so lange an dem DX herum, bis ich Windows 95 ans Laufen bekam, das 3.11er war aus meinem ermessen nicht zu ertragen, da war seinerzeit das GeOS auf dem C64 schon weiter. Ich entdeckte Webforen und -Chats für mich, saß nächtelang an der Kiste, rüstete auf, installierte schließlich Windows 98, flog mehrfach konsequenzlos mit halbherzigen Bruteforces auf interessante Ziele auf und entwickelte nach und ein Gefühl dafür, wie ich meine Spuren auf fremden Systemen zu verwischen hatte. Die Linuxzeit war angebrochen, selbstredend noch ohne graphische Oberfläche.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-469" title="zoom_s_p_22759_1ashx" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/10/zoom_s_p_22759_1ashx-300x225.jpg" alt="zoom_s_p_22759_1ashx" width="300" height="225" /></p>
<p>1999 beendete ich meine Ausbildung mit exzellentem Abschluss, fand jedoch keinen Job in meinem Beruf, weil meine Pflegedienstleiterin, ihr durch aufmüpfige und aufsässige Art aufgefallen, alle Krankenhäuser im Umkreis vor mir gewarnt hatte.</p>
<p>An einem bierseeligen Abend bewarb ich mich schließlich via Email beim deutschen Herzzentrum in München als Chefarzt der Neurologie, beim Stern in Stuttgart als Chefredakteur und bei der Softwarefirma, die Lohn- und Gehalt sowieso Personaleinsatzplanung in meinem Ex-Krankenhaus machte, als Geschäftsführer. Das Herzzentrum bot mir schließlich ein Vorstellungsgespräch als Krankenpfleger an, der Stern stellte nach persönlicher Vorstellung ein Volontariat in Aussicht. Die Softwarefirma fragte schlicht, ob ich am nächsten Sonntagmorgen zu einem Vorstellungsgespräch bereit sei. Das gefiel mir, da fuhr ich hin. Nach einem Nachtdienst in Koblenz bis 06:30 h eilte ich nach Neuss und wurde fragentechnisch fürchterlich auf die Probe gestellt. Ich hatte absolut null Ahnung von professioneller Datenverarbeitung, Projektmanagement, Kundenbetreuuung oder sonst einem sinnvollen Einsatzgebiet. Zudem konnte ich mir partout den Namen des Geschäftsführers nicht merken.</p>
<p>Nichts desto trotz bat man mich kurz darauf, erneut zu erscheinen. Diesmals war ich vorbereitet und konnte punkten. Arbeitsbeginn als Kundenbetreuer zum nächsten Ersten.</p>
<p>Der Anfang war mehr als hart. Man setzte mich als verantwortlichen Kundenbetreuer für die Bereiche Zeiterfassung und Personaleinsatzplanung ein, zur Einarbeitung wurde ich zehn Tage neben einen Entwickler gesetzt, der nicht mit mir redete, mich anderen gegenüber jedoch als seinen Hund vorstellte. Für die Woche über hatte ich in Düsseldorf ein kleines Einzimmerappartement, in dem zuvor ein Junkie gehaust hatte, so dass ich im Schnitt meine 18 Stunden am Tag arbeitete und lernte.</p>
<p>Nach 10 Tagen stellte man mir eine Schubkarre mit Rechnerteilen hin und meinte, dies sei mein Arbeitsplatzrechner. Ich bastelte eine Weile und übernahm dann, völlig ahnungslos, den Support von rund 30 Kunden, die allesamt wegen eines grottenschlechten Programms und bis dato null Service mehr als entnervt waren&#8230;</p>
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