Auf der Welle reiten

am 07. Mai 2010 unter Foo abgelegt

Die statische Welt geht ihrem Ende entgegen. Information-Overload ist zum dramatischen Schlagwort geworden, Informationen bedrängen uns geradezu überall.  Wer früher nur mit dem Tageszeitunglesen nicht hinterherkam, hetzt inzwischen Anrufen in Abwesenheit, Facebook-Statusupdates, Terminerinnerungen, unbeantworteten Emails, Twitternachrichten, RSS-Feeds und sonstigen Benachrichtungen welcher Web 2.0 Dienste auch immer hinterher. Gibt es ein Entkommen, aus der Flut?

Ganz klar: Ja.

Das Rezept beinhaltet bereits der Titel dieses Beitrages. Vor einer Welle kann man sich nicht verstecken, auch Untertauchen führt nicht zu ihrem Abebben. Sicherlich ist es wichtig, sich Auszeiten zu nehmen, sich gezielt temporär abzuschotten, um das Leben auch im privaten, familiären Bereich noch bewerkstelligen zu können, nur löst dies nicht das Problem, denn in jeder Auszeit stauen sich neue Informationen an, die für neuen Stress sorgen werden.

Man kann eine Welle nur reiten. Dabei lässt man sich mitreissen, genießt die Fahrt, so lange sie dauert, aber etwas das nie endet kann unmöglich vollumfänglich von außen beobachtet und analysiert werden.

In Zeiten vor dem Internet, vor dem Mobiltelefon haben wir uns unsere Informationen zum Konsum gezielt ausgewählt, in dem wir uns für EINE Zeitung, EINE Fernsehsendung, oder EIN Telefonat zur gleichen Zeit entschieden haben. Man hat sich selbst dazu erzogen, die verfügbaren Informationen so effektiv und vollumfänglich aufzunehmen, wie nur eben möglich. Inzwischen ertrinken wir geradezu in Redundanzen und Trivialitäten, die Selektion ist schwer bis unmöglich geworden. Hier heisst es: Mut zur Lücke beweisen! Man kann und muss nicht alles lesen, betrachten und belauschen, was das allgegenwärtige Medienangebot uns entgegenschleudert.

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Generation “Digital Natives” und die Idiosynkrasie des verkauften Internets

am 06. Mai 2010 unter Foo abgelegt

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Aktuell in aller Munde, treiben sie den "alten Säcken" der IT – Branche wahlweise Bewunderungssschauer über die Innenarme, oder den Angstschweiss ins Gesicht. Kaum jemand weiss allerdings viel mehr über die ins digitale Zeitalter Geborenen, als dass sie mit dem Medium Internet geboren wurden. Wer sind sie? Was machen sie? Was können sie?

Nach 1980 geboren, mit PC, Handy und Spielekonsole aufgewachsen, schon früh im Internet vernetzt und von völlig anderer Gedankenstruktur, das sind die offiziellen Voraussetzungen für einen "Digital Native". Realistisch betrachtet können aber mit dem Internet aufgewachsenen kaum vor 1990 geboren sein, gehen wir also davon aus, das ein waschechter "Native" keinesfalls älter als zwanzig Jahre sein mag, mit Stand heute.

Die Wissenschaft bescheinigt ihnen signifikante, neue Fähigkeiten im Umgang mit Informationen: Sie seien Multitaskingfähig, verfügten über ein deutlich beschleunigtes Auffassungsvermögen, gingen mit technischen Neuerungen wie selbstverständlich um, seien hochgradig vernetzt und vielseitigst interessiert. Im Gegenzug wird ihnen eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, Unkonzentriertheit und Oberflächlichkeit attestiert.

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Das Nerd-Dilemma

am 25. Februar 2010 unter Foo abgelegt

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Nie war es leichter, nie war es schöner, ein Computer-Nerd zu sein, als dieser Tage. Nerd-Ismus ist zwischenzeitlich gesellschaftlich akzeptiert und eher hoch angesehen, als ins Lächerliche gezogen. Sollte man meinen. In Wahrheit betreibt aber die IT-Industrie ein noch nie dagewesenes Nerd-Bashing der ganz anderen Art, das endlich einmal ans schmutzig-gelbe Tageslicht gezogen werden muss.

Ich war schon immer ein Nerd, irgendwie, auch wenn ich ich es selbst erst sehr spät realisierte. Meine für einen Nerd verhältnismäßig weit ausgeprägten sozialen Kompetenzen, sowie ein eher sub-akademisches Umfeld taten das Ihrige zu einer erfolgreichen Langzeitverschleierung.  Immer schon hatte ich das quälende Bedürfnis, technischen Zusammenhängen auf den Grund zu gehen, sie zu erforschen, auch wenn es ihre Demolierung bedeutete. Immer schon habe ich Dinge auseinandergenommen, wenngleich früher auch selten wieder funktionierend remontiert. Erst als ich mein Hobby zum Beruf machte und fortan in der Softwareentwicklung mein täglich Brot verdienen durfte, erkannte ich mein wahres Ich.

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Der Hände Arbeit – Ein Auto als Hobby

am 02. November 2009 unter Foo, Tool Time, verMALEdeit abgelegt

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Als hoffnungslos frustrierter Brainworker an ausnahmslos Langzeitprojekten vermisst man mitunter etwas, ohne es bewusst zu bemerken: Erfolgserlebnisse. Es kann unglaublich gut tun, an einem erschöpften Abend das Werk der Hände Arbeit zu begutachten und ein Bier drauf zu trinken.

Vor rund einem Monat bin ich ja nun minder stolzer Besitzer einer Mercedes E-Klasse T-Modell (Familie und so) geworden. Steinalt und rostbröselig.

Kurzer Überblick über die bisherigen Mängel:

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Nostalgie: Eine Dekade mobile Computing

am 27. Oktober 2009 unter verMALEdeit abgelegt

Dem nerdigen Geek sein Steckenpferd sind und blieben die mobilen Gadgets. Ich habe mich mit zahlreichsten Exemplaren nutzloser bis blödsinniger Spielzeuge beschäftigt, über die Jahre, hier meine ganz persönliche (und zum größten Teil nicht mehr existente) Sammlung.

Im Folgenden werden nur die Geräte aufgeführt, die in irgendeinerweise für mich hervorstachen, an die ich mich noch lebhaft erinnere. Ich habe teure Stunden meiner Lebenszeit damit zugebracht, auf entsprechende Bestellungen zu warten und bin dabei um Jahrzehnte gealtert, vor Stress. Von den Ausgaben für das ganze Spielzeug hätte man vermutlich ein Eigenheim kaufen können. Aber das hat ja auch so geklappt.

1994: Mein allererstes Handy: Das Motorola MicroTac  7500

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Ein wunderschönes Gerät, steinschwer, von gigantischen Ausmaßen, 2 Stunden Sprechzeit, 50 Stunden Standby. Oder so. Die Antenne musste noch manuell ausgezogen werden, SMS gab es damals in Deutschland noch nicht, bzw. wusste niemand davon. Ich war der absolut allererste, der in meinem gesamten Bekanntenkreis ein mobiles Telefon besaß und die Gebühren waren noch derart hoch, das ich es, soweit ich mich erinnere, niemals benutzt habe. Als ich einst jedoch von einer sehr haftenden kasachischen Verehrerin massiv telefonisch belästigt wurde, schmiss ich das gute Stück kurzerhand in den alten Vater Rhein und zahlte die restlichen anderthalb Jahre für nichts meine Telekom-Vertragsgebühren.

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10 Jahre elektronische Datenverunstaltung (I)

am 15. Oktober 2009 unter Foo abgelegt

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Anfang diesen Monates jährte sich meine berufliche Tätigkeit in der IT zum zehnten Male. Zeit für einen Rückblick, vielleicht auch Zeit für ein Resumee…

Meinen ersten Kontakt zur Computern hatte ich etwa mit Zwölf. Mit den Geldgeschenken zu meiner “heiligen Kommunion” bestand ich seinerzeits darauf, einen State-Of-The-Art Heimcomputer aus dem Hause Commodore zu erwerben. Den C64. Mit Farbbildschirm (ein Sharp 13 Zöller), Floppy Disk (die klassischen 1541) und Nadeldrucker (Star LC 10-C) hat das System für damalige Verhältnisse ein kleines Vermögen gekostet. Ich hatte keine Ahnung von gar nichts, war aber unendlich stolz, Besitzer einer so fortschrittlichen Technologie zu sein.

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