Die unerträgliche Langsamkeit des austrianischen Bergvolks

am 11. Mai 2009 unter Foo abgelegt

Kulturelle Unterschiede sind die Würze des globalen Dorfs, die Essenz sozialer Langstreckenvernetzung und vermutlich die letzte Rettung für den Genpool der Menschheit. Meist jedoch vermutet man sie zwischen Kulturen mit einer gewissen räumlichen und religiösen Distanz, selten im Innersten des deutschsprachigen Raumes. Doch auch dort existieren sie, sorgen, wie überall, für Lust, wie auch für Frust.

Als “Piefke” in Österreich hat man seinen Ruf bereits mit Bekanntwerden seiner Herkunft, also mit dem ersten gesprochenen Wort, weg: Arrogant, fordernd, anmaßend, überkorrekt, schulmeisterhaft, schlicht und ergreifend: Ein Arschloch!

Es ist einem als Deutscher definitiv nicht möglich, einen Österreicher über seine Herkunft zu täuschen. Der Österreicher kann überlicherweise deutsche Dialekte und Akzente zielsicherer geographisch zuordnen, als jeder Deutsche selbst, was vornehmlich daran liegen dürfte, das man in Österreich bereits seit Jahrzehnten den Horden preussisch-proletischer Urlaubsbesatzer aus den verschiedensten Gegenden exponiert ist, was überdies auch das im Durchschnitt ganz sicher nicht positive Menschenbild des Österreichers über den Deutschen maßgeblich geprägt haben dürfte.

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Mobilitätsarmageddon

am 28. April 2009 unter Foo abgelegt

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Der Mensch neigt dazu, neuen Errungenschaften ausschließlich das Positive abzugewinnen. Unkenrufe, die von einzelnen Gestörten auf eventuell unangenehme Folgen des zivilisatorischen Fortschritts hinweisen, werden beinnah unbewusst überhört. Doch die Realität holt die Phantastereien kleiner Geister immer ein. Diesmal in Form einer weltweiten Seuche, die gerade noch heruntergespielt, schon bald zu weit dramatischeren Folgen führen wird, als sich der zwanghafte Optimist vorzustellen gestattet.

Mit massentauglicher Einführung des Verbrennungsmotors, verloren zumindest kontinentale Entfernungen an Bedeutung. Völker wurden zusammengeführt, Gesellschaften gingen ineinander über, es wurde über die eigenen Landesgrenzen hinaus reger Handel betrieben, der mit der Zeit für die individuellen Staaten lebenswichtig wurde. Als Flugreisen und -transporte erschwinglich wurden, weitete sich die kurzfristige Erreichbarkeit ferner Orte auf den ganzen Globus aus.

Selbstverständlich stellt dies für die Menscheit eine primär grossartige Entwicklung, geradezu ein Quantensprung in ihrer Evolution dar, ist doch damit der geistige Austausch um ein vielfaches ergiebiger und bietet sich die Möglichkeit, den eigenen Genpool aus einer massiv erweiterten Vielfalt zu mischen.

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Verreck 2.0

am 23. April 2009 unter Foo abgelegt

Den Sinn eines Blogs meine ich inzwischen verstanden zu haben. Das gehört ja nun auch zu Web 2.0, wenn ich mich nicht irre, weil man da mit seinen Lesern “interaktiv” werden kann (was sich beinahe schon ein wenig schmutzig anhört – kackdrauf, ists ja auch!). Aber bis heute vermag ich nicht zu begreifen, für was ich nicht themengebundene “Social Networks” benötige. Ich begreife es einfach nicht!

Wikis hingegen habe ich wieder begriffen, Fotocommunities nicht, Videoportale wieder schon. Hinsichtlich des Twitterns befinde ich mich noch immer in einer experimentellen Phase, sofern ich mich dazu überwinden kann, meinen Stumpfsinn dergestalt komprimiert von mir zu geben.

Letztlich, und so offen sollte man schon sein, geht es doch nur um eines: Aufmerksamkeit. Ein wenig aus der Masse hervorstechen, sich der Mitwelt als der Hecht (oder genderistisch: “Die Forelle”) zu präsentieren, der (“die”!) man gerne wäre. Wieso sonst sollte man sein Privatleben derartig obszön vor einer riesigen Masse unbekannter und zu 99 % völlig blödsinniger Artgenossen ausbreiten wollen? Ist es die Einsamkeit im Privatleben, in welche das Individuum durch die vorherrschende Leistungsgesellschaft gezwungen wird?

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Tussi-Ness

am 11. März 2009 unter Foo abgelegt

wellness

Wellness ist die kostspielige Entspannung wohlstandsbekloppter Berufstussen von der Entspannung. Wenn Trägheit im persönlichen Luxus-Domizil zu langweilig wird, ist die fremdernährte Frau von heute gezwungen, es sich gegen des Gatten Bares in einem Wellness-Hotel fremdbesorgen zu lassen. Während sie der Trägheit frönt. Versteht sich.

Regelmäßige Wellnessreisen sind ein MUSS für die wohlständige Arbeitslose von heute, die im bemitleidenswerten Stress, stets das aktuellste Manolo Blahnic Modell an den unbenutzen Füßen zu tragen, schier zu vergehen droht. Wenn die Aufregung über das minderbemittelte, aber hochbezahlte Kinderbetreuungspersonal wieder einmal überhand nimmt und sich der seelenlose Gatte vorzugsweise bei Sechzehnstundenbürotagen entspannt, ist der Wellness-Kurzurlaub mit den gleichermaßen “betroffenen” Silikontittenfreundinnen ganz klar zum Zwang geworden.

Wohin auch mit der Kohle?

Wellness ist für reiche Mädchen, denen die Ideen ausgehen, die zugefallene Kohle sinnvoller zu verprassen. Männer, die Wellnessurlaube antreten, sind entweder schwul, homosexuell, oder aber vom anderen Ufer.

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Verkleingärtnerung

am 10. März 2009 unter Foo abgelegt

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Hätte mir noch jemand vor zwei Jahren erzählt, dass ich heute als Kleinpatchworkfamilienvater mein bankfinanziertes Eigenheim bezöge, ich hätte nicht mehr als ein schiefes Grinsen zwischen zwei Bier für ihn übrig gehabt. Doch die Zeiten ändern sich, mit ihnen die Bedürfnisse, Wünsche und Ziele.

Seit rund neun Monaten bin ich nun in Österreich, Nachwuchs ist unterwegs und die bisherige Wohnung war von Anfang an zu klein, für drei praktisch ausgewachsene Menschen und zwei wirklich dumme Hunde. Man tritt sich ständig gegenseitig auf die Füße, niemand hat wirklich die Möglichkeit, sich auch einmal zurück zu ziehen, die Lärmbelastung aus der Kanzlei oben drüber und von der Straße tun ihr übriges.

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Kleingeistterroristen

am 12. Februar 2009 unter Foo abgelegt

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Die wahre Gefahr für die Menschheit geht nicht von einzelnen Terroristen aus, die fundamentalistisch verklärt “Recht” sprechen, indem sie marginale Personenanzahlen terminieren, auch die Umweltverschmutzung wird uns nicht zu vernichten vermögen. Kein Krieg, keine Krankheit, kein menschenfeindliches Kontrollzwangregime.

Die Dummheit ist es, die uns final auslöschen wird. Die Dank neuer Medien immer schneller, immer weiter um sich greifende, erbärmliche Verblödung. Mir kann doch niemand mehr erzählen, das die nicht progredient verläuft. Noch vor zehn Jahren musste ich mich deutlich weniger über die Blödkörper in meinem Umfeld aufregen, obwohl mein Umfeld deutlich größer, meine Toleranzschwelle deutlich niedriger und mein Intellekt von diversen Exzessen deutlich weniger in Mitleidenschaft gezogen war, als dies heute der Fall ist. Es ist einfach so: Es wütet eine Seuche namens Verblödung in unseren Reihen, die miunter selbst Individuuen befällt, die früher einmal ein funktionierendes Gehirn besaßen.

Immer mehr Mitmenschen erscheinen mir im privaten, wie beruflichen Umfeld schon mit Ende vierzig, Anfang fünfzig der geriatrischen Demenz anheim zu fallen. Das ist zu früh!

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Currywurstfrei

am 03. Februar 2009 unter Foo abgelegt

currywurst

Fast alles kann man in der Alpenrepubik Österreich haben, worüber auch andere Zivilisationen verfügen, will man uns glauben machen. Doch habe ich bis zum heutigen Tage im Würstelland noch nicht eine einzige, vernünftige Currywurst entdecken können.

Offensichtlich verweigert sich der Österreicher einer der besten, großdeutschen Errungenschaften nach dem 2. Weltkrieg: Der Currywurst. So sehr ich persönlichen Individualismus, gerne auch national, meinetwegen auch zwanghaft, schätze und unterstütze, bedeutet dies noch lange nicht, dass man sich auch den positiven Kulturgütern als Konkurrenz empfundener Nachbarländern erwehren muss. Ich höre ja auch nicht einfach auf zu atmen, nur weil das die Deutschen tun.

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