schwarzsicht auf Twitter

  • Welch erhabene "Krönung der Schöpfung", die sich da windet, gemartert und geknechtet von mikroskopisch kleinen, einzelligen Dösbaddeln. 1 day ago
  • Eltern bekommen heutzutage Briefe, in denen der Lehrer sich bestätigen lässt, dass die Kids allesamt blöd sind und er nichts dafür kann. 1 day ago
  • "Fertige Schabracken aus Deinem Plattenbau warten auf Dein Sozialhilfe-savoir-vivre. Stosse JETZT laut auf!" 2 days ago
  • Nach der Butan-Inhalation erst mal gut ausatmen, Kinder, bevor ihr Euch eine Kippe ansteckt, woll!? 2 days ago
  • Machen wir uns doch nichts vor! Wenn die richtig harten Sachen zu Neige gehen, heisst es eben: Kreativ sein! http://t.co/FksxYkHh 2 days ago

Verkleingärtnerung

am 10. März 2009 unter Foo abgelegt

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Hätte mir noch jemand vor zwei Jahren erzählt, dass ich heute als Kleinpatchworkfamilienvater mein bankfinanziertes Eigenheim bezöge, ich hätte nicht mehr als ein schiefes Grinsen zwischen zwei Bier für ihn übrig gehabt. Doch die Zeiten ändern sich, mit ihnen die Bedürfnisse, Wünsche und Ziele.

Seit rund neun Monaten bin ich nun in Österreich, Nachwuchs ist unterwegs und die bisherige Wohnung war von Anfang an zu klein, für drei praktisch ausgewachsene Menschen und zwei wirklich dumme Hunde. Man tritt sich ständig gegenseitig auf die Füße, niemand hat wirklich die Möglichkeit, sich auch einmal zurück zu ziehen, die Lärmbelastung aus der Kanzlei oben drüber und von der Straße tun ihr übriges.

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Dekarnevalisiert

am 20. Februar 2009 unter Bierecke, Foo abgelegt

Titten, Tüten, Tätarä. Nein, das wird kein karnevalskritischer Beitrag. Im Gegenteil. Schickt den Rheinländer, egal wie abgeklärt, wie proletenfrohsinnsfeindlich und unkonventionell in der Selbstreflektion auch immer, ins Exil, und beobachtet, wie er trotz aller guten Fastelovensemmigrationsabsichten, schlicht zu Grunde geht.

mckarnevalhj3(Rosenmontag, Bolker Straße Düsseldorf, meine Wenigkeit im Kreise meiner ehrfürchtigen Fans. Die, die noch nicht umgehauen waren. Zumindest.)

Echt jetzt, ich hatte nie wirklich was mit Karneval zu tun. Im Gegenteil, ich verurteilte seine augenscheinliche Abhängigkeit von bewusstseinsverändernden Drogen und seiner aufgesetzt aufgeklärten Legitimierung von weiblichem Schlampentum allgemeiner Promiskuität zutiefst.

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Gerontofaschismus

am 19. Februar 2009 unter Foo abgelegt

else_kling

Alte Menschen besitzen Weisheit aus Erfahrung. Sie haben ein langes, oft beschwerliches Leben hinter sich und haben ein Anrecht auf ihnen gezollten Respekt, auch wenn sie mitunter wunderlich erscheinen.

Blödsinn. Alte Menschen sind Menschen, sie haben lediglich ein Anrecht darauf, so behandelt zu werden, wie es ihrem Verhalten gebührt. Ein wenig Rücksicht auf beginnenden Alzheimer, fortschreitende Demenz oder physische Gebrechen seien ihnen gewährt, aber wohl kaum Narrenfreiheit und Vergötterung allein ob des Umstandes, die Zeiten überlebt zu haben.

Kaum einer der heute noch agilen Senioren hat das dritte Reich noch bewusst miterlebt, allenfalls als Kind waren sie dabei. Umso verwunderlicher, dass gerade die Generation 75+ oft eine Mentalität an den Tag legt, mit der sie es im Bund deutscher Mädel, oder der Hitlerjugend weit gebracht hätten.

Erst kürzlich hatte ich eine Begegnung mit einer renitenten Vertreterin dieser Art, die glatt die Reinkarnation Hitlers Blondie in Menschengestalt hätte sein können: Bissig, griesgrämig, obrigkeitshörig, stur und nicht mit sonderlich bemerkenswerter Intelligenz geschlagen:

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Kleingeistterroristen

am 12. Februar 2009 unter Foo abgelegt

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Die wahre Gefahr für die Menschheit geht nicht von einzelnen Terroristen aus, die fundamentalistisch verklärt “Recht” sprechen, indem sie marginale Personenanzahlen terminieren, auch die Umweltverschmutzung wird uns nicht zu vernichten vermögen. Kein Krieg, keine Krankheit, kein menschenfeindliches Kontrollzwangregime.

Die Dummheit ist es, die uns final auslöschen wird. Die Dank neuer Medien immer schneller, immer weiter um sich greifende, erbärmliche Verblödung. Mir kann doch niemand mehr erzählen, das die nicht progredient verläuft. Noch vor zehn Jahren musste ich mich deutlich weniger über die Blödkörper in meinem Umfeld aufregen, obwohl mein Umfeld deutlich größer, meine Toleranzschwelle deutlich niedriger und mein Intellekt von diversen Exzessen deutlich weniger in Mitleidenschaft gezogen war, als dies heute der Fall ist. Es ist einfach so: Es wütet eine Seuche namens Verblödung in unseren Reihen, die miunter selbst Individuuen befällt, die früher einmal ein funktionierendes Gehirn besaßen.

Immer mehr Mitmenschen erscheinen mir im privaten, wie beruflichen Umfeld schon mit Ende vierzig, Anfang fünfzig der geriatrischen Demenz anheim zu fallen. Das ist zu früh!

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Projekt Trockendock: Tag Null

am 25. Januar 2009 unter Projekt Trockendock abgelegt

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Wie in einem vorangegangenen Beitrag angekündigt, werde ich alkoholfrei werden. Aktuell verfüge ich noch über beruhigende ca. 2 Promille, aber die Zeit spielt gegen diesen Zustand.

Projektinhalt soll sein: Kein Alkohol mehr in 2009. Ab sofort. Knochenhart, ohne Kompromisse. Ausnahmen: Kochalkohol. Sprich: Ich werde mich keiner weinhaltigen Sauce verwehren, noch ein flambiertes Dessert ablehnen. Aber ich werde keine alkoholischen Getränke in der Intension mich zu beruhigen, zu berauschen, oder mir den Alltag erträglicher zu gestalten mehr konsumieren. Bis mindestens zum Ende dieses Jahres. So mir die Götter wohl gewogen sein mögen.

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Generation "Handaufhalter"

am 23. Dezember 2008 unter Foo abgelegt

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Soziale Sicherheiten sind ein Geschenk unserer Gesellschaft an sich selbst.  Solidarität und Füreinander da zu sein sind zwar überlebenssichernde, menschliche Grundeigenschaften, aber keineswegs Selbstverständlichkeiten. Westliche Zivilisationen leisten sich den Luxus, sich über das Evolutionsprinzip „survival of the fittest“ hinwegzusetzen, verlieren dabei aber gerne die Grenzen des Machbaren aus den Augen.

Wir alle, die wir im deutschsprachigen Europa geboren wurden, sind in Wohlfahrtsstaaten aufgewachsen. Echte Armut ist fast nicht zu erreichen, Mensch muss sich schon ernsthaft bemühen, durch das allgegenwärtige, soziale Netz zu rutschen und in Armut und Elend zu versinken. Jahrzehntelang haben sich unsere Väter und Mütter gar die Dekadenz gegönnt, allgemeinheitsfinanzierte Almosen an Unbedürftige zu verschenken.

Doch mitlerweise ist des Fasses Boden allerortens erreicht, die verfügbaren Mittel gehen zu Neige, die Grundsicherung gerät in Gefahr. Die heute fehlende Finanzpotenz wurde zu weiten Teilen für medizinisch nicht induzierte Luxuskurlaube für unsere Vorväter und deren wohlstandskranke Gespielinnen, nutzlose Medikamente für scheintote Faltenzombies, die Rentenabsicherung der bundesdeutschen Osterweiterung und krankengymnastische Abspeckungsexperimente schweinsbäuchiger Saufhelden verschossen. Und jeder hat es gewusst.

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Idealismus vs. Pragmatismus

am 21. November 2008 unter Foo abgelegt

Hinsichtlich ihrer beruflichen Motivation können im Groben drei Kategorien von Menschen verschubladet werden: Die, die da ohne Rücksicht auf persönliche, negative Rahmenbedingungen das Ding durchziehen, was sie selbst für sich und die Welt als am Wichtigsten definiert haben, jene, denen der persönliche Komfort, ihr Status und ihre Kaufkraft am wichtigsten sind und dafür auch zu Handlungen bereit sind, die sich nicht immer vollständig mit eventuellen Moralvorstellungen ihrerselbst decken müssen. Und letztlich jene, die sich evidenzbegründet zum zweiteren Typ ändern. Die vom “Saulus zum Pauls”-Geschichte kann mangels Realitätsbezug getrost vernachlässigt werden.

Zu den sich ändernden gehöre ich. Meine frühere Karriere im Sozialwesen habe ich einer Schulabschlussdepression mit damit verbundener Orientierungslosigkeit zu verdanken, sowie dem Umstand, dass ich nicht mehr länger mit meiner Mutter zusammenwohnen wollte, da wir seinerzeit grundlegend voneinander abweichende Auffassungen hinsichtlich der Begriffsdefinition “Wohngemeinschaft” aufwiesen. Ich schmiss also die Schule hin und erwog, mich lebenslänglich bei der deutschen Bundeswehr zu verpflichten. Irgenwann musste ich allerdings doch mal zu feste an einer Purple-Haze-Tüte gezogen haben, denn mir wurde plötzlich klar, dass ich nicht fürs Töten, vielmehr für den Kampf gegen den Tod und das Leiden geboren war. Also machte ich erst mal meinen Zivildienst in der individuellen Schwerstbehindertenbetreuung.

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