10 Jahre elektronische Datenverunstaltung (I)

am 15. Oktober 2009 unter Foo abgelegt

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Anfang diesen Monates jährte sich meine berufliche Tätigkeit in der IT zum zehnten Male. Zeit für einen Rückblick, vielleicht auch Zeit für ein Resumee…

Meinen ersten Kontakt zur Computern hatte ich etwa mit Zwölf. Mit den Geldgeschenken zu meiner “heiligen Kommunion” bestand ich seinerzeits darauf, einen State-Of-The-Art Heimcomputer aus dem Hause Commodore zu erwerben. Den C64. Mit Farbbildschirm (ein Sharp 13 Zöller), Floppy Disk (die klassischen 1541) und Nadeldrucker (Star LC 10-C) hat das System für damalige Verhältnisse ein kleines Vermögen gekostet. Ich hatte keine Ahnung von gar nichts, war aber unendlich stolz, Besitzer einer so fortschrittlichen Technologie zu sein.

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Zwischen den Welten

am 05. August 2009 unter Foo abgelegt

(Genevieve Wiese – “Wanderer zwischen den Welten”)

Nachdem meine Keimung in der neuen Rolle, nach Metamorphosis zum Grundbesitzer mit Familienvaterambitionen, erfolgreich verlaufen ist und ich erste Wurzeln in meiner Existenz als Kleinbürger geschlagen habe, lässt der abschließende Schritt zur Spießbürgerwerdung im klassischen Sinne aktuell noch auf sich warten.

Vor neun Tagen hätte meine Tochter, nach moderner, medizinischer Berechnung, das Licht der Welt erblicken und mich, in einen emotionalen Rausch der Väterlichkeit einlullend, von jeglichen Existenz- und Zukunftsängsten ablenken sollen. Doch das kleine, ungeborene Menschlein hatte andere Pläne und lässt die verständlicherweise ungeduldige Perle und mich lieber in einem Zustand “zwischen den Welten” schmoren. Zur Persönlichkeitsstärkung, vermutlich. Zu unserer Persönlichkeitsstärkung.

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Gedanken zum Thema "Zeit"

am 10. Juli 2009 unter Foo abgelegt

Die Zeit beschreibt die Abfolge von Ereignissen, hat also im Gegensatz zu anderen physikalischen Größen eine eindeutige Richtung. Die Zeit ist in der menschlichen Wahrnehmung wie in der Physik als Fortschreiten der Gegenwart von der Vergangenheit kommend zur Zukunft hin beschreibbar.” Sagt Wikipedia.

Weiters wurde der Zeit von namhaften Denkern vergangener Äonen auch nachgesagt, sie sei “gekrümmt” und als Dimension des Raumes eng mit diesem verknüpft. Ausgehend von der Erkenntnis, dass ein Individuum gleichzeitig nur an einem Ort zu verweilen vermag, ist dieser Schluss nachvollziehbar.

Empiriker leiden bekanntermaßen unter dem neurotischen Bedürfnis, die Welt in statische Regelwerke zu zerlegen. Der menschliche Geist vermag Abweichungen und Dynamik sowieso nur schwerlich zu erfassen, Unwägbarkeiten lösen bei den meisten ein ungutes Bauchgefühl aus. Also erfanden wir Gerätschaften, mit denen wir glauben, die Zeit messen zu können. In Wahrheiten messen wir jedoch nicht was Zeit ist, oder wie sie vertreicht, wir definieren lediglich frei eine neue Dimension zur Orientierung innerhalb der eigentlichen Zeit, schaffen damit eine künstliche, neue, statische Dimension.

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Erfolg ist…

am 19. Juni 2009 unter Foo abgelegt

Was ist Erfolg? In einer vernetzten Welt liegt der Schlüssel hierzu erwartungsgemäß online, für jeden leicht zu finden. Der erste nicht kommerzielle Treffer Googles führt uns zu Wikipedia, das da sagt:

„Erfolg ist ein als positiv empfundenes Resultat eigenen Handelns. Ursprünglich bezeichnete es lediglich die allgemeine Folge, Konsequenz oder Effekt eines Handelns.“

Davon ausgehend, dass das Erreichen eines zum Ziel gesteckten Resultat eines Handels immer positiv empfunden werden müsste, ist Erfolg hiermit ein überaus dehnbarer Begriff.

So ist die gute Zensur nach eifrigem Lernen eines eigentlich schlechten Schülers als Erfolg zu betrachten. Genauso, wie ein einträglicher Geschäftsabschluss, der Sieg bei einem sportlichen Wettstreit oder der Exitus bei einem Selbstmordversuch.

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Nüchternheit

am 15. Juni 2009 unter Bierecke, Projekt Trockendock abgelegt

Während Frauen sich Ihre Sorgen und Nöte von der Seele zu quatschen pflegen, gehen Männer mit seelischen Druck meist stillschweigend um. Sie reagieren sich ab, beim Sport, im Gesicht eines Dahergelaufenen oder der eigenen Ehefrau, im Puff oder auch im Job. Oder sie saufen.

Stress beispielsweise ist eine kumulative Emotion. Sprich: Sie häuft sich an. Stressfaktoren multiplizieren sich, statt sich schnöde zu addieren, weshalb es in aller Regel auch viel länger dauert, Stress abzubauen, als ihn zu bekommen. Wer nicht über geeignete Strategien zur Verarbeitung verfügt, wird seinem Stress früher oder später erliegen, sofern er welchen hat.

Ich, in meiner Eigenschaft als stinkendfauler Workaholic (diese Ambivalenz ist das Pulver im Fass, auf dem ich sitze…), habe mich Freitagsabends schon immer sehr gerne bei Bier und Schnapps anästhesiert. Der Vorteil einer Trunkenheit ist beispielsweise auch, das man als ehrgeiziger Spinner gerade einmal nicht vom schlechten Gewissen heimgesucht wird, wenn man sich erdreistet, sich einmal beim Nichtstun zu entspannen. Alltagsängste fallen von einem ab, die Gedanken werden leicht und beflügelt vom Schwachsinn eines vergifteten Gehirns.

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Die unerträgliche Langsamkeit des austrianischen Bergvolks

am 11. Mai 2009 unter Foo abgelegt

Kulturelle Unterschiede sind die Würze des globalen Dorfs, die Essenz sozialer Langstreckenvernetzung und vermutlich die letzte Rettung für den Genpool der Menschheit. Meist jedoch vermutet man sie zwischen Kulturen mit einer gewissen räumlichen und religiösen Distanz, selten im Innersten des deutschsprachigen Raumes. Doch auch dort existieren sie, sorgen, wie überall, für Lust, wie auch für Frust.

Als “Piefke” in Österreich hat man seinen Ruf bereits mit Bekanntwerden seiner Herkunft, also mit dem ersten gesprochenen Wort, weg: Arrogant, fordernd, anmaßend, überkorrekt, schulmeisterhaft, schlicht und ergreifend: Ein Arschloch!

Es ist einem als Deutscher definitiv nicht möglich, einen Österreicher über seine Herkunft zu täuschen. Der Österreicher kann überlicherweise deutsche Dialekte und Akzente zielsicherer geographisch zuordnen, als jeder Deutsche selbst, was vornehmlich daran liegen dürfte, das man in Österreich bereits seit Jahrzehnten den Horden preussisch-proletischer Urlaubsbesatzer aus den verschiedensten Gegenden exponiert ist, was überdies auch das im Durchschnitt ganz sicher nicht positive Menschenbild des Österreichers über den Deutschen maßgeblich geprägt haben dürfte.

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Mobilitätsarmageddon

am 28. April 2009 unter Foo abgelegt

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Der Mensch neigt dazu, neuen Errungenschaften ausschließlich das Positive abzugewinnen. Unkenrufe, die von einzelnen Gestörten auf eventuell unangenehme Folgen des zivilisatorischen Fortschritts hinweisen, werden beinnah unbewusst überhört. Doch die Realität holt die Phantastereien kleiner Geister immer ein. Diesmal in Form einer weltweiten Seuche, die gerade noch heruntergespielt, schon bald zu weit dramatischeren Folgen führen wird, als sich der zwanghafte Optimist vorzustellen gestattet.

Mit massentauglicher Einführung des Verbrennungsmotors, verloren zumindest kontinentale Entfernungen an Bedeutung. Völker wurden zusammengeführt, Gesellschaften gingen ineinander über, es wurde über die eigenen Landesgrenzen hinaus reger Handel betrieben, der mit der Zeit für die individuellen Staaten lebenswichtig wurde. Als Flugreisen und -transporte erschwinglich wurden, weitete sich die kurzfristige Erreichbarkeit ferner Orte auf den ganzen Globus aus.

Selbstverständlich stellt dies für die Menscheit eine primär grossartige Entwicklung, geradezu ein Quantensprung in ihrer Evolution dar, ist doch damit der geistige Austausch um ein vielfaches ergiebiger und bietet sich die Möglichkeit, den eigenen Genpool aus einer massiv erweiterten Vielfalt zu mischen.

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Verreck 2.0

am 23. April 2009 unter Foo abgelegt

Den Sinn eines Blogs meine ich inzwischen verstanden zu haben. Das gehört ja nun auch zu Web 2.0, wenn ich mich nicht irre, weil man da mit seinen Lesern “interaktiv” werden kann (was sich beinahe schon ein wenig schmutzig anhört – kackdrauf, ists ja auch!). Aber bis heute vermag ich nicht zu begreifen, für was ich nicht themengebundene “Social Networks” benötige. Ich begreife es einfach nicht!

Wikis hingegen habe ich wieder begriffen, Fotocommunities nicht, Videoportale wieder schon. Hinsichtlich des Twitterns befinde ich mich noch immer in einer experimentellen Phase, sofern ich mich dazu überwinden kann, meinen Stumpfsinn dergestalt komprimiert von mir zu geben.

Letztlich, und so offen sollte man schon sein, geht es doch nur um eines: Aufmerksamkeit. Ein wenig aus der Masse hervorstechen, sich der Mitwelt als der Hecht (oder genderistisch: “Die Forelle”) zu präsentieren, der (“die”!) man gerne wäre. Wieso sonst sollte man sein Privatleben derartig obszön vor einer riesigen Masse unbekannter und zu 99 % völlig blödsinniger Artgenossen ausbreiten wollen? Ist es die Einsamkeit im Privatleben, in welche das Individuum durch die vorherrschende Leistungsgesellschaft gezwungen wird?

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ToolTime: Projekt Eigenheim

am 03. April 2009 unter Tool Time abgelegt

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Ab heute ist es so weit: Die Perle und ich sind nicht länger HausbesEtzer, wir sind HausbesItzer. Da unser Neuerwerb jedoch immerhin 29 Jahre auf dem Buckel hat und ich mich als Brainworker nun endlich den Freuden der wahren körperlichen Arbeiten zuwenden möchte, erhält dieses Blog eine neue Kategorie namens ToolTime.

Ich plane nämlich ernsthaft, mich zum neuen Stern am Heimwerkerhimmel aufzuschwingen. Eine Ahnung habe ich primär erst einmal von gar nichts. Aber immerhin zwei gesunde Hände, einen Internetanschluss und viel zu viel Kreativität, die geradezu nach Kanalisierung schreit.

Außerdem suche ich dringend nach einer Thematik, die diesem Blog zumindest zu ein wenig Leben verhilft. Immerhin ist die Domain bezahlt.

Nach der heutigen, offiziellen Hausübergabe geht es umgehend los: Ein Elektrokabel für den Rolladen im Prinzessinnen-Salon will verlegt werden. UNTER PUTZ, versteht sich. Und angeschlossen.

Die 230 mm Makita-Flex liegt schon im Kofferaum. Ich weiss bislang nur, dass es stauben wird. Verdammt, wird das stauben!

Totalitäre Humanismuseinsparung

am 02. April 2009 unter Foo abgelegt

Das “Sparen” ist nicht erst seit gestern Bürgerpflicht Nummer eins. Unmittelbar gefolgt von Produktivität im Sinne von Steuerpflicht und aktiver Bekämpfung des internationalen Terrorismusses im Sinne von Nachbardenunziationen. Doch so ganz allmählich rückt man die Sparpflicht bewusst derart ins Zentrum des völkischen Denkens, das es erstmals dem mittelständischen Individuum Schmerzen bereitet.

Wenn das mal gut geht. Immerhin ist es der Mittelstand, von dem diese Gesellschaft, laut vollmundiger Beteuerung der Führerungsebene, lebt und den es nach bestem Wissen und Gewissen zu pflegen gilt. Nichts desto trotz ist aber auch gerade der Mittelstand die wehrfaulste Kaste unserer Zivilisation. Während die wirklich Betuchten längst einer unstillbarer Gier unterlegen sind, die wirkungsvoll die Akzeptanz des Nichtakzeptierbaren unterbindet, müssen die staatsgeschaffenen Hartzler nur einmal nüchtern werden, um auf die Barrikaden zu gehen. Was ganz gewiss kein Spaziergang werden wird. Doch der Mittelstand verharrt. Geduldig ertragend, in der ständigen Angst, die nächste Fälligkeit fürs kleine und bescheidene Eigenheim nicht fristgerecht abliefern zu können.

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