schwarzsicht auf Twitter

  • Welch erhabene "Krönung der Schöpfung", die sich da windet, gemartert und geknechtet von mikroskopisch kleinen, einzelligen Dösbaddeln. 23 hours ago
  • Eltern bekommen heutzutage Briefe, in denen der Lehrer sich bestätigen lässt, dass die Kids allesamt blöd sind und er nichts dafür kann. 1 day ago
  • "Fertige Schabracken aus Deinem Plattenbau warten auf Dein Sozialhilfe-savoir-vivre. Stosse JETZT laut auf!" 1 day ago
  • Nach der Butan-Inhalation erst mal gut ausatmen, Kinder, bevor ihr Euch eine Kippe ansteckt, woll!? 1 day ago
  • Machen wir uns doch nichts vor! Wenn die richtig harten Sachen zu Neige gehen, heisst es eben: Kreativ sein! http://t.co/FksxYkHh 1 day ago

Auf der Welle reiten

am 07. Mai 2010 unter Foo abgelegt

Die statische Welt geht ihrem Ende entgegen. Information-Overload ist zum dramatischen Schlagwort geworden, Informationen bedrängen uns geradezu überall.  Wer früher nur mit dem Tageszeitunglesen nicht hinterherkam, hetzt inzwischen Anrufen in Abwesenheit, Facebook-Statusupdates, Terminerinnerungen, unbeantworteten Emails, Twitternachrichten, RSS-Feeds und sonstigen Benachrichtungen welcher Web 2.0 Dienste auch immer hinterher. Gibt es ein Entkommen, aus der Flut?

Ganz klar: Ja.

Das Rezept beinhaltet bereits der Titel dieses Beitrages. Vor einer Welle kann man sich nicht verstecken, auch Untertauchen führt nicht zu ihrem Abebben. Sicherlich ist es wichtig, sich Auszeiten zu nehmen, sich gezielt temporär abzuschotten, um das Leben auch im privaten, familiären Bereich noch bewerkstelligen zu können, nur löst dies nicht das Problem, denn in jeder Auszeit stauen sich neue Informationen an, die für neuen Stress sorgen werden.

Man kann eine Welle nur reiten. Dabei lässt man sich mitreissen, genießt die Fahrt, so lange sie dauert, aber etwas das nie endet kann unmöglich vollumfänglich von außen beobachtet und analysiert werden.

In Zeiten vor dem Internet, vor dem Mobiltelefon haben wir uns unsere Informationen zum Konsum gezielt ausgewählt, in dem wir uns für EINE Zeitung, EINE Fernsehsendung, oder EIN Telefonat zur gleichen Zeit entschieden haben. Man hat sich selbst dazu erzogen, die verfügbaren Informationen so effektiv und vollumfänglich aufzunehmen, wie nur eben möglich. Inzwischen ertrinken wir geradezu in Redundanzen und Trivialitäten, die Selektion ist schwer bis unmöglich geworden. Hier heisst es: Mut zur Lücke beweisen! Man kann und muss nicht alles lesen, betrachten und belauschen, was das allgegenwärtige Medienangebot uns entgegenschleudert.

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Generation “Digital Natives” und die Idiosynkrasie des verkauften Internets

am 06. Mai 2010 unter Foo abgelegt

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Aktuell in aller Munde, treiben sie den "alten Säcken" der IT – Branche wahlweise Bewunderungssschauer über die Innenarme, oder den Angstschweiss ins Gesicht. Kaum jemand weiss allerdings viel mehr über die ins digitale Zeitalter Geborenen, als dass sie mit dem Medium Internet geboren wurden. Wer sind sie? Was machen sie? Was können sie?

Nach 1980 geboren, mit PC, Handy und Spielekonsole aufgewachsen, schon früh im Internet vernetzt und von völlig anderer Gedankenstruktur, das sind die offiziellen Voraussetzungen für einen "Digital Native". Realistisch betrachtet können aber mit dem Internet aufgewachsenen kaum vor 1990 geboren sein, gehen wir also davon aus, das ein waschechter "Native" keinesfalls älter als zwanzig Jahre sein mag, mit Stand heute.

Die Wissenschaft bescheinigt ihnen signifikante, neue Fähigkeiten im Umgang mit Informationen: Sie seien Multitaskingfähig, verfügten über ein deutlich beschleunigtes Auffassungsvermögen, gingen mit technischen Neuerungen wie selbstverständlich um, seien hochgradig vernetzt und vielseitigst interessiert. Im Gegenzug wird ihnen eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, Unkonzentriertheit und Oberflächlichkeit attestiert.

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Austrianische Sprachschule (Teil II)

am 29. April 2010 unter Foo, Kultur muss auch mal sein abgelegt

Deutschland-Oesterreich

Auch im zweiten Teil beschäftigen wir uns mit den sprachlichen Unterschieden in den beiden panalpinischen Nachbarländern im Sinne einer besseren Völkerverständigung.

Im ersten Schritt soll aber an dieser Stelle etwas  tiefgründiger in die österreichische Seele eingedrungen werden, denn gegenseitiges Verständnis ist Grundvoraussetzung jedweder Kommunikation. Die (wenigen) Eigenheiten des Alpenländers führen bei den einen zu einem leicht exzentrischen Gesamteindruck, der andere bemüht den vielzitierten "Morbus austriacus" um seine Berührungsängste zu begründen. Wie man es jedoch auch immer nimmt: Der Österreicher an sich wird oftmals zu Unrecht belächelt, auch wenn er es sich oft selbst nicht zuzugeben getraut: Er ist ein vollwertiger Mensch und liebenswert, wenn man ihn erst einmal verstanden hat.

Am ehesten lässt sich das österreichische Selbstbild als "dialektisch" benennen. Offenkundig unvereinbare Gegensätze zeichnen es aus, jedoch wird der Österreicher niemals müde, diese Dialektik zu negieren: Sich einerseits stets dem großen Bruder Deutschland unterlegen zu fühlen, aber dennoch einen beinahe pathologischen Nationalstolz zu zelebrieren, schließt sich nicht aus. Der Österreicher ist halt schlicht weltoffen, bleibt aber gerne unter sich. Der Deutsche ist als Tourist (zu Recht) verhasst, als Einwanderer gefürchtet, aber man hat ihn halt lieb. Der Österreicher ist stolz ein Österreicher zu sein, aber er schämt sich eben dafür.

Wichtig zu begreifen ist noch, dass ein Österreicher niemals die Schuld trägt. Diese kann jederzeit einem anderen Österreicher aufgebürdet werden, wo sie jedoch ebenso entrüstet abprallt. Er trägt auch keine Verantwortung, konsequenterweise auch nicht für einen Erfolg. Das Schweigen eines Österreichers lässt sich am einfachsten als Zustimmung werten, alles andere führt zu nichts. Wenn ein Österreicher schweigt, schämt er sich meist, und wenn er sich schämt, dann schweigt er.

Man hat in Österreich ganz sicher die Arbeit nicht erfunden, oftmals steht man sich mit südländischem Phlegma selbst im Weg, ist aber keineswegs faul. Was getan werden muss, das wird getan, ansonsten machts ein anderer. Konflikten ist grundsätzlich aus dem Weg zu gehen. Ganz wichtig: Ohne Titel ist man als Österreicher GAR NICHTS.

Doch zurück zu den sprachlichen Tricks und Kniffen der bergüberwindenden Völkerverständigung, heute mit einem Fokus auf Redewendungen:

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Das Nerd-Dilemma

am 25. Februar 2010 unter Foo abgelegt

woz

Nie war es leichter, nie war es schöner, ein Computer-Nerd zu sein, als dieser Tage. Nerd-Ismus ist zwischenzeitlich gesellschaftlich akzeptiert und eher hoch angesehen, als ins Lächerliche gezogen. Sollte man meinen. In Wahrheit betreibt aber die IT-Industrie ein noch nie dagewesenes Nerd-Bashing der ganz anderen Art, das endlich einmal ans schmutzig-gelbe Tageslicht gezogen werden muss.

Ich war schon immer ein Nerd, irgendwie, auch wenn ich ich es selbst erst sehr spät realisierte. Meine für einen Nerd verhältnismäßig weit ausgeprägten sozialen Kompetenzen, sowie ein eher sub-akademisches Umfeld taten das Ihrige zu einer erfolgreichen Langzeitverschleierung.  Immer schon hatte ich das quälende Bedürfnis, technischen Zusammenhängen auf den Grund zu gehen, sie zu erforschen, auch wenn es ihre Demolierung bedeutete. Immer schon habe ich Dinge auseinandergenommen, wenngleich früher auch selten wieder funktionierend remontiert. Erst als ich mein Hobby zum Beruf machte und fortan in der Softwareentwicklung mein täglich Brot verdienen durfte, erkannte ich mein wahres Ich.

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Das Prinzip Volksverarsche (Teil II)

am 26. Januar 2010 unter Foo abgelegt

Nachdem im ersten Teil die theoretischen Grundlagen eines kapitalbasierenden Gesellschaftssystems umrissen wurden, soll heute die praktische Seite ein wenig genauer beleuchtet werden. 

Man nehme exemplarisch einen Industriearbeiter, der in einer Endmontagehalle beispielsweise höherwertige Mikrowellenherde zusammenbaut. Pro Mikrowellengerät benötigt er, wiederum äußerst exemplarisch, eine Stunde Arbeit. Diese bringt ihm persönlich 11 Euro netto ein. Seinen Arbeitgeber kostet diese Stunde Arbeitszeit, inklusive flexibler Kosten wie Strom, Heizung, Fehler, die der Arbeiter macht, Verwaltung und Logistik und allen sonstigen  Nebenkosten rund 50 Euro. Für das Basismaterial, das samt und sonders im aussereuropäischen Ausland fremdgefertigt wird, zahlt er inklusive Anlieferung 33 Euro. Die Gesamtproduktionskosten inklusive Verpackung belaufen sich somit auf, sagen wir einmal, 90 Euro.

Für 140 Euro wird das Gerät nun an den Handel weitergegeben, der es schließlich für 169 Euro an den Endkunden weitergibt. Macht einen Reinerlös für den Hersteller von 50 Euro, der Händler erwirtschaftet nach Abzug seiner Auslagen noch einmal ca. 19 Euro.

Anderes Beispiel, gleiches Thema:

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Das Prinzip Volksverarsche (Teil I)

am 22. Januar 2010 unter Foo abgelegt

investment

Die Erkenntnis, das ein Volk geradewegs verarscht werden muss, stammt nicht originär von Politikern, denen man nur zu gerne die Schuld für alles Schlechte zuschiebt, nein, diese Erkenntnis ist bedeutend älter und eine logische Konsequenz der menschlichen Natur und den Wirtschaftsinteressen einzelner, weniger humanistisch ausgelegter Persönlichkeiten.

Doch man beginne am Anfang.Wir, die "Mitglieder einer modernen Zivilisation" klopfen uns gegenseitig die Schultern blau, ob der Überwindung der Sklaverei, der Befreiung von der Lehensknechtschaft und unserer "aufgeklärten", "humanen" Umgangsformen untereinander. Nur zu gerne lassen wir dabei die Realität aus dem Sinn, denn frei sind wir alle nicht, die wir nicht freier Unternehmer sind und selbst zu Knechten in der Lage.

Existenzängste begründen sich in westlichen Zivilisationen heutiger Tage nicht mehr auf den Verlust des Lebens selbst, sondern auf die Einbuße von Lebensqualität. Mach einer ist eher bereit zu sterben, als in Armut leben zu müssen. Wir werden nicht mehr von Diktatoren unterdrückt, die uns androhen uns zu ermorden, unsere Unterdrückung geht einzig vom Kapital aus. Unsere "Strafe" für zivilen Ungehorsam ist nicht Folter im physischen Sinne, uns nimmt man einfach den Flachbildfernseher, den C-Klasse Mercedes und den Rinderbraten am Wochenende.

So kommt es dann auch, dass die offiziellen Führer unserer Gesellschaft zu Marionetten verkommen sind, ihre Menschlichkeit sich einzig dem Kapital unterordnet und eben die Lenker und Leiter der Geldflüsse über die Schicksale des Pöbels bestimmen.

Das Prinzip ist sehr einfach: Wer bereits über Mittel verfügt, vermag diese zu ihrer Mehrung einzusetzen. Wer nicht, nicht.

Wir unterscheiden dabei zwischenzeitlich eine Vier-Klassengesellschaft:

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Virales (?)

am 19. Januar 2010 unter Foo abgelegt

questionsp

Im Gedankenkreislauf eines jeden Individuums zirkulieren physiologischer Weise immer ein paar Warums und Hinterfragungen. Manch einer mag so beschäftigt sein, oder alternativ intellektuell derart unterbelichtet, das ihm dies nie auffallen wird, die meisten Artgenossen sind sich ihrer Warums jedoch bewusst und ignorieren sie meist aus gutem Grunde.

Latent stellt sich die Frage nach dem "Warum" bei praktisch allem, was wir tun, sei es nun aktiv, oder passiv, in Reaktion auf eine Aktion Dritter. Zur Ratifizierung, zur Optimierung und zur allgemeinen Steuerung unseres Lebens sind diese Rückfragen unabdingbar. Wer sie sich nicht stellt, oder verharrt, dümpelt fremdbestimmt durch sein Sein und wird sich diese Frage spätestens final in dramatischer Drastizität stellen.

Was aber, wenn sich die Frage nicht dediziert beantworten lässt, die Ursache der Frage eine Unabänderlichkeit darstellt? Fragen, die sich ausschließlich mit "Weil es eben so muss" beantworten lassen? Für diese zahlreichen Fälle hat uns unsere Natur mit einer heilsspendenden Dumpfheit ausgestattet: Derartige Fragen stellen wir uns im Alltag nicht. Wir quälen uns allmorgentlich durch den Berufsverkehr, weil die Evaluierung der öffentlichen Verkehrsmittel kein Optimierungspotenzial auswies, wir ertragen unseren staubtrockenen, zermürbenden Job, weil Existenzängste und unser Sicherheitsbedürfnis uns dazu zwingen, wir zwingen uns wieder und wieder, diesen bescheuerten Salat zu fressen, weil das eben gesund ist und wir ansonsten des Skorbuts verstürben. Bei all diesen Tätigkeiten würden wir die ständige Frage nach dem Warum in unserem Bewusstsein gar nicht ertragen, für eine derartige Folter ist die menschliche Psyche im Regelfall schlicht nicht ausgelegt. Dauerhaftes, emotionales Erbrechen wäre die Folge, und genau dieses macht endgültig handlungsunfähig. So haben wir gelernt, vielfach die Frage nach dem Warum entweder zu ignorieren, oder in einem bewussten, mentalen Akt im Keime zu ersticken.

Mitunter aber gelingt es extrinisischen Faktoren, unser cognitives Immunsystem derart zu schwächen, das eben diese Mechanismen versagen. Wir sind so intensiv damit beschäftigt, uns andere, größere Umstände schönzureden, oder aber sie daran zu hindern, uns zu vernichten, dass keine Kapazität für das Niederkämpfen der vielen, kleinen, sonst kaum störenden Warums mehr übrig bleibt. Der Alltag wird schier unerträglich, wenn all die sinnlosen, zum Teil schmerzhaften und praktisch immer belastenden Aktionen und Reaktionen gnadenlos hinterfragt werden müssen. Nicht genug damit, das sie an die Oberfläche dringen, sie vermehren sich auch. Fehlt der gesunde Selbstschutz, reproduzieren sich die bösartigen Biester ungebremst. Kaum ein Umstand, kaum ein Zustand, kaum ein Ereignis, welches nicht im schmerzhaften Sinne hinterfragbar wäre. Der Erkrankte wird regelrecht überschwämmt von Fragen, deren Antworten er sich nicht ohne seelisches Husten, Schnupfen und Herzfieber zu geben vermag.

Wohl dem, der einen großen, umfassenden Grund zur Niederschlagung seiner Warums zu finden vermag, denn dies sind Situationen, die bestenfalls signifikante Änderungen hervorbringen, aber durchaus geeignet sind, einen Menschen zu brechen.

Doch der Gebrochene wird immun sein. Mit der Selbstaufgabe verstummen auch die Fragen. Nur mehr zu funktionieren; leichter kann ein Leben nicht sein.

Retro – Spectat 2009

am 22. Dezember 2009 unter Foo abgelegt

Das Jahr kann als gegessen betrachtet und damit auch schon analytisch betrachtet werden. War das Jahr 2008 noch von vielen Veränderungen geprägt, sind es in 2009 nur noch zwei. Zwei verdammt Grosse.

Januar, Februar und März standen ganz im Zeichen der dauerwürgenden, schwangeren Perle und unserer Suche nach einer geeigneten Unterkunft. Die Hausbaupläne wurden von nicht eingehaltenen Zusagen zerschlagen, die Suche nach einem Haus zum Kaufen gestaltete sich schwierig. Geeignete Objekte waren entweder zu teuer, zu verfallen oder zu weit aus unserem räumlichen Raster. Als die Hoffnung fast erloschen war, fanden wir das Objekt, das exakt zu uns passte. Und man schnappte es uns vor der Nase weg.

Ende März war dann eine Alternative aufgetan. Endlose Planungen, Unterredungen, Amtschimmelritte und Vertragsunterzeichnungen später erhielten wir am 01.04.2009 die Schlüssel zu unserem 30 Jahre alten Domizil.

Während die Schwangerschaft immer problemloser verlief, plagte ich mich durch Frühjahr und Frühsommer mit einem diabolisch unbefriedigenden Job, der Pubertät (nicht meiner) und mannigfachen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten. Freitägliche Herrenabende, in denen ich allein biersaufend am Grillfeuer döste, stellten die einzige Zerstreuung dar.

Die Zeit raste und alsbald wurde im August unsere Tochter geboren. Seither rast die Zeit noch mehr, ein bislang nicht unspannendes Leben gerät anpassungsbedingt zum Thriller.

Im Fazit: Viel zu viel langweilige Arbeit, viel zu wenig Zeit für die wirklich wesentlichen Dinge, viel zu wenig Geld für die erbrachte Leistung und im Wesentlichen: Viel zu viel Selbstmitleid. Viel zu viele Infekte.

Meine guten Vorsätze für 2010: Die persönlichen Bedürfnisse der Einfachheit halber komplett abschaffen, Selbstmitleid nur noch bei schwerer Erkrankung (Schnupfen) aufkeimen lassen und möglichst nicht mehr nachdenken. So zur Abwechslung. Und das Immunsystem stärken, oder wahlweise komplett zerstören.

Chronische Unterforderung

am 11. Dezember 2009 unter Foo abgelegt

In Zeiten der Wissensgesellschaft erwirtschaften viele ihr Brot allein mit der Leistung ihres Hirns. Wie jeder Muskel, will auch ein Hirn trainiert und gefordert sein, sonst büßt es an Leistungsfähigkeit ein, oder beschäftigt sich mit unerwünschten Dingen, die mitunter schwerwiegende Probleme nach sich ziehen können.

Eines der wesentlichen Merkmale echter Führungskompetenz lautet, die richtigen Mitarbeiter mit den für sie passenden Tätigkeiten zu beauftragen. Echte Führungskompetenz ist jedoch selten. Manch Personalführungsbeauftragter entscheidet primär zum eigenen Wohl, ganz besonders in Unternehmen, die nur noch nach Zahlen geleitet werden. So werden Mitarbeiter als Cash-Cows verheizt, maximaler Profit geht zu Lasten efiizientester Auslastung und Beschäftigung. Das Mitarbeiterwohl spielt per se keine Rolle.

Viel zu oft finden sich also Menschen in Positionen wieder, die ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen nicht entsprechen. Einzelne Charaktere sind dazu geeignet, sie unterfordernde Tätigkeíten auszuführen, in dem sie die eigenen Persönlichkeit während der Verrichtung ausschalten und den Job lediglich als leidliches Mittel zum Zwecke der Existenzsicherung betrachten. Andere zerbrechen.

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10 Jahre elektronische Datenverunstaltung (II)

am 21. Oktober 2009 unter Foo abgelegt

Viel reden. Immer viel mit den Leuten reden. Besser dreimal gesagt, das man noch kein Ergebnis hat, als den Kunden bis zur Fertigstellung schweben zu lassen. Wenn man viel mit den Leuten redet, fühlen die sich wichtig. Und wichtige Menschen möchten ihren Status behalten, darum machen sie sich nützlich.

Mit diesem Motto gelang es mir, mich von meinen Kunden, die ich eigentlich betreuen sollte, nach und nach in die Materie einarbeiten zu lassen. Mit enormem Zeitaufwand war dann irgendwann auch der ganz normale Geschäftsalltag zu bewältigen. Aus 30 Kunden wurden dann 50, bald 70 und schließlich über hundert. Mein monatelanges Flehen nach Verstärkung wurde irgendwann erhört, es wurde erst ein Team, später eine Abteilung gegründet, deren Leitung mir oblag.

Bald war mein Job nicht mehr die Beantwortung von Kundenanfragen, sondern die Ausbildung und “Überwachung” derer, die Anfragen bearbeiten sollten. Zunehmend beschäftigte ich mich mit Produktmanagement, bildet quasi eine Brücke zwischen Kundenbetreuer (und damit dem Kunden) und Entwicklern, was die Produktqualität signifikant verbesserte. Als ich richtig Ahnung hatte, musste ich zunehmend eigene Projekte umsetzen, Schulungen abhalten und wurde zu guter Letzt als Einmann-Deeskalationstrupp komplett verheizt. Ich arbeitete sieben Tage die Woche, immer noch 18 Stunden am Tag und besaß absolut gar kein Privatleben mehr. Tagsüber Reisetätigkeiten, zwischendurch Fernkoordination meiner Abteilung, abends Terminnach- und -vorbereitungen, Korrespondenz und Konzeptionelles. Am Wochenende dann alles, was meine Schergen über die Woche liegen gelassen hatten.

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