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	<title>schwarzsicht &#187; Kind</title>
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	<description>Pessimismus ist Realsatire</description>
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		<title>Zwischen den Welten</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Aug 2009 07:08:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
(Genevieve Wiese &#8211; &#8220;Wanderer zwischen den Welten&#8221;)
Nachdem meine Keimung in der neuen Rolle, nach Metamorphosis zum Grundbesitzer mit Familienvaterambitionen, erfolgreich verlaufen ist und ich erste Wurzeln in meiner Existenz als Kleinbürger geschlagen habe, lässt der abschließende Schritt zur Spießbürgerwerdung im klassischen Sinne aktuell noch auf sich warten.
Vor neun Tagen hätte meine Tochter, nach moderner, medizinischer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter" src="http://img13.imageshack.us/img13/8726/20061116geno0304.jpg" alt="" width="320" height="240" /></p>
<p style="text-align: center; ">(Genevieve Wiese &#8211; &#8220;Wanderer zwischen den Welten&#8221;)</p>
<p><strong>Nachdem meine Keimung in der neuen Rolle, nach Metamorphosis zum Grundbesitzer mit Familienvaterambitionen, erfolgreich verlaufen ist und ich erste Wurzeln in meiner Existenz als Kleinbürger geschlagen habe, lässt der abschließende Schritt zur Spießbürgerwerdung im klassischen Sinne aktuell noch auf sich warten</strong>.</p>
<p>Vor neun Tagen hätte meine Tochter, nach moderner, medizinischer Berechnung, das Licht der Welt erblicken und mich, in einen emotionalen Rausch der Väterlichkeit einlullend, von jeglichen Existenz- und Zukunftsängsten ablenken sollen. Doch das kleine, ungeborene Menschlein hatte andere Pläne und lässt die verständlicherweise ungeduldige Perle und mich lieber in einem Zustand &#8220;zwischen den Welten&#8221; schmoren. Zur Persönlichkeitsstärkung, vermutlich. Zu unserer Persönlichkeitsstärkung.</p>
<p><span id="more-398"></span></p>
<p>Meinen aktuellen Gefühlszustand zu beschreiben, fällt nicht gerade leicht, am ehesten vergleichbar ist der Zustand mit dem, wenn man mitten im Umzug, zwischen zwei Jobs, auf gepackten Kisten sitzend und zur Untätigkeit verdammt, auf den LKW wartet. Das Anstrengenste noch vor einem, hier nicht mehr zuhause und dort noch nicht angekommen. In einem Zeitloch gefangen, das keine Heimat bietet, sozusagen. Da ist keine Ungeduld, da ist durchaus Vorfreude, aber alles überwiegend ist der Wunsch nach Fortschritt, auf das es einfach weitergehe.</p>
<p>Arbeitstechnisch bereits im Urlaubsmodus, der ebenfalls vor neun Tagen hätte beginnen sollen, bietet das demotivierte Werkeln an frustrierend langweiligen Arbeiten keine echte Zerstreuung. Private Projekte sind auf Eis gelegt, da jederzeit das alles verändernde Ereignis einzutreten vermag. Ich habe mir über neun Monate lang keine Sorgen über meine Eignung zum Vater gemacht, doch jetzt ist da der Raum und die Zeit, ins Grübeln zu geraten und Versagensängste aufzubauen. Zwischenzeitlich weiss ich nicht einmal mehr, ob ich die Geburt ertragen kann, obwohl ich doch schon Hunderten beiwohnte, aber da habe ich eben nicht die Perle schreien, toben und bluten gesehen. Und nicht um mein eigen Fleisch und Blut gebangt.</p>
<p>Mein Nestbautrieb ist versiegt, ich vermag mich nicht einmal mehr zum Fliesenlegen zu motivieren, alles ist ein einziger, großer, kaltbeleuchteter, steriler Wartesaal. Nur die Perle wartet mit mir, doch auch sie ist müde.</p>
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