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	<title>schwarzsicht &#187; Kapital</title>
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	<description>Pessimismus ist Realsatire</description>
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		<title>Das Prinzip Volksverarsche (Teil II)</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 08:35:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ausbeutung]]></category>
		<category><![CDATA[Dumm&Dümmer]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nachdem im ersten Teil die theoretischen Grundlagen eines kapitalbasierenden Gesellschaftssystems umrissen wurden, soll heute die praktische Seite ein wenig genauer beleuchtet werden.&nbsp;</strong></p>
<p>Man nehme exemplarisch einen Industriearbeiter, der in einer Endmontagehalle beispielsweise h&ouml;herwertige Mikrowellenherde zusammenbaut. Pro Mikrowellenger&auml;t ben&ouml;tigt er, wiederum &auml;u&szlig;erst exemplarisch, eine Stunde Arbeit. Diese bringt ihm pers&ouml;nlich 11 Euro netto ein. Seinen Arbeitgeber kostet diese Stunde Arbeitszeit, inklusive flexibler Kosten wie Strom, Heizung, Fehler, die der Arbeiter macht, Verwaltung und Logistik und allen sonstigen &nbsp;Nebenkosten rund 50 Euro. F&uuml;r das Basismaterial, das samt und sonders im aussereurop&auml;ischen Ausland fremdgefertigt wird, zahlt er inklusive Anlieferung 33 Euro. Die Gesamtproduktionskosten inklusive Verpackung belaufen sich somit auf, sagen wir einmal, 90 Euro.</p>
<p>F&uuml;r 140 Euro wird das Ger&auml;t nun an den Handel weitergegeben, der es schlie&szlig;lich f&uuml;r 169 Euro an den Endkunden weitergibt. Macht einen Reinerl&ouml;s f&uuml;r den Hersteller von 50 Euro, der H&auml;ndler erwirtschaftet nach Abzug seiner Auslagen noch einmal ca. 19 Euro.</p>
<p><strong>Anderes Beispiel, gleiches Thema</strong>:</p>
<p><span id="more-598"></span></p>
<p>Ein festangestellter IT-Experte ber&auml;t f&uuml;r seinen Arbeitgeber Kunden in seinem Fachgebiet. Er arbeitet nicht auf Provisonsbasis, sondern f&uuml;r ein Fixgehalt, &Uuml;berstunden werden anteilig ausbezahlt. Pro Stunde berechnet sein Arbeitgeber dem Kunden 175 Euro. Pro gefahrenem Kilometer mit dem eigenen Fahrzeug erh&auml;lt der Berater 55 Cent, dem Kunden werden 60 Cent in Rechnung gestellt. Weitere Nebenkosten fallen f&uuml;r den Arbeitgeber nicht an. Alles in allem fallen aber pro bezahlter Stunde beim Kunden ingesamt zwei Stunden Arbeitszeit f&uuml;r den Mitarbeiter und/oder Verwaltungsangestellte und Vertriebler an, die vom Kunden nicht verg&uuml;tet werden. Bei gro&szlig;z&uuml;gig veranschlagten Arbeitszeitkosten von 80 Euro bleiben dem Arbeitgeber also pro verkaufter Arbeitsstunde noch 95 Euro Reingewinn. Dem Arbeitnehmer bestenfalls 20.&nbsp;</p>
<p><strong>Im Fazit:</strong>&nbsp;Egal ob produzierendes, oder dienstleistendes Gewerbe, im Schnitt verdient der Kapitalgeber an der Leistung seines Leistungserbringers rund das F&uuml;nffache dessen, was er diesem als Lohn zugesteht, wobei die Leistung fast ausschlie&szlig;lich vom Leistungserbringer erbracht worden ist.</p>
<p><strong>Und warum?</strong> Weil er es kann!&nbsp;</p>
<p>Nur mit Kapital ist es m&ouml;glich, die f&uuml;r die Aufnahme einer Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit erforderlichen Investitionen zu erbringen. Der Fabrikarbeiter w&auml;re also gar nicht in der Lage, die f&uuml;r eine wirtschaftlich sinnvolle Gr&ouml;&szlig;enordnung erforderliche Menge an Bauteilen einzukaufen, geschweige denn Fertigungsanlagen zur Verf&uuml;gung zu stellen. Dem IT-Berater w&uuml;rden, ohne namhaftes Unternehmen im Hintergrund, niemals Beratungsvertr&auml;ge angeboten.&nbsp;</p>
<p>Letztlich ist es also das Kapital, welches seinen Eigent&uuml;mer dazu bef&auml;higt, diejenigen, deren Arbeit Fr&uuml;chte er sich einverleibt, zu knechten und knapp zu halten. In einer sogenannten sozialen Marktwirtschaft ist dieses Vorgehen legitim, der Reingewinn eines Unternehmers im Verh&auml;ltnis zur Entlohnung des Produzierenden ist nicht geregelt. Sozial bleibt hier allein, das man auch einen Arbeitslosen noch nicht unmittelbar auf der Strasse verhungern und erfrieren l&auml;sst, sondern ihn notd&uuml;rftig am Leben erh&auml;lt. Sonst nichts.</p>
<p>Es liegt mir fern, den Kapitalsimus und die Marktwirtschaft zu verteufeln, hat sie doch auch den nicht mit Kapital gesegneten Mittelst&auml;ndlern vielfach ein angenehmes Leben erm&ouml;glicht. Es sei aber dennoch gestattet zu hinterfragen, ob der reine Besitz finanzieller Mittel es rechtfertigt, Millionen von Arbeitnehmern auf diese Weise auszubeuten.&nbsp;</p>
<p><em><strong>- Leistung muss da entlohnt werden, wo sie passiert -&nbsp;</strong></em></p>
<p>Mit einem solchen Slogan lie&szlig;en sich neue Wege finden, Kapital weiterhin gewinnbringend einzusetzen, aber auch die reine Leistungserbringung attraktiver zu gestalten. Wir besitzen heute die technischen Mittel, die Produktionskosten eines einzelnen Artikels bis auf den Cent hinunter unter Ber&uuml;cksichtigung aller Faktoren voraus zu berechnen. Ebenso abbildbar sind die Kosten und Zeitaufw&auml;nde aller Nebenproduktionsprozesse. Wieso hier nicht die Reingewinne nach einem fairen Schl&uuml;ssel gem&auml;&szlig; den geleisteten Aufw&auml;nden pro Produkt verteilen? Gerne kann dem Kapitalgeber hierbei auch ein Risikobonus anerkannt werden, ein Produkt, oder eine Dienstleistung m&uuml;ssen sich&nbsp;ja nicht zwingend verkaufen und nicht immer kann dem Kapitalgeber eine Managementfehlentscheidung vorgeworfen werden.</p>
<p>Warum ein derartiges Prinzip niemals Einzug halten wird? Weil kein Kapitalgeber jemals bereit sein wird, freiwillig seine Gewinne mit seinen Angestellten zu teilen. Und weil kein Politiker jemals ein Interesse daran haben k&ouml;nnen wird, es sich mit den Kapitalgebern zur verscherzen.</p>
<p><em>Aber fragen wird wohl noch erlaubt sein.</em></p>
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