Nespresso – Wenn der Kunde zum Feind wird
am 17. Juni 2009 unter Foo, Männerküche abgelegt
Kaffee ist Genuss, Lifestyle und Lebensfreude. Nespresso hat ein System geschaffen, das exakt auf die Bedürfnisse eines Genießers eingeht: Exklusivität, Ästhetik, Qualität und Individualität. Doch der Mensch wurde dabei vergessen.
Bereits 1976 von Nestlé patentiert, wurde das Kapselsystem erst ab 1986 vermarktet. Erst als Flop abgeschrieben, gewann Nespresso in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung. Heute überzeugen Hochglanzwerbespots mit Frauenschwarm George Clooney imageorientierte Hausfrauen von der Notwendigkeit der Aluminiumkapsel. Mit enormem Erfolg.
Nespresso verkauft den Kaffee exklusiv, er kann also nur in den durchgestylten Nespresso-Stores nennenswerter Grossstädte, oder aber im Internet erworben werden. Die erforderlichen Brühmaschinen werden in Lizenz von nahmhaften Haushaltsgeräteherstellern angeboten. Nicht unter 100 Euro, pro technisch sehr unaufwändigem Gerät.
Der Espresso schmeckt vorzüglich, keine Frage, was für viele wohl den sagenhaften Preis von mindestens 30 Cent pro Tasse rechtfertigt. Bei meinem Verbrauch von 10 bis 12 Kapseln am Tage (4 morgens zum Aufwachen, den rest abends, damit ich es überhaupt noch ins Bett schaffe.. – Tagsüber bin ich im Büro mit Kaffee versorgt) geht das nicht unwesentlich ins Geld. Aber man gönnt sich ja sonst kaum etwas.