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	<title>schwarzsicht &#187; Job</title>
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	<description>Pessimismus ist Realsatire</description>
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		<title>Das Nerd-Dilemma</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 14:38:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nie war es leichter, nie war es sch&#246;ner, ein Computer-Nerd zu sein, als dieser Tage. Nerd-Ismus ist zwischenzeitlich gesellschaftlich akzeptiert und eher hoch angesehen, als ins L&#228;cherliche gezogen. Sollte man meinen. In Wahrheit betreibt aber die IT-Industrie ein noch nie dagewesenes Nerd-Bashing der ganz anderen Art, das endlich einmal ans schmutzig-gelbe Tageslicht gezogen werden muss. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img alt="woz" class="aligncenter size-full wp-image-612" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/02/woz.jpg" title="woz" /></p>
<p><strong>Nie war es leichter, nie war es sch&ouml;ner, ein Computer-Nerd zu sein, als dieser Tage. Nerd-Ismus ist zwischenzeitlich gesellschaftlich akzeptiert und eher hoch angesehen, als ins L&auml;cherliche gezogen. Sollte man meinen. In Wahrheit betreibt aber die IT-Industrie ein noch nie dagewesenes Nerd-Bashing der ganz anderen Art, das endlich einmal ans schmutzig-gelbe Tageslicht gezogen werden muss.<br />
	</strong></p>
<p>Ich war schon immer ein Nerd, irgendwie, auch wenn ich ich es selbst erst sehr sp&auml;t realisierte. Meine f&uuml;r einen Nerd verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig weit ausgepr&auml;gten sozialen Kompetenzen, sowie ein eher sub-akademisches Umfeld taten das Ihrige zu einer erfolgreichen Langzeitverschleierung.&nbsp; Immer schon hatte ich das qu&auml;lende Bed&uuml;rfnis, technischen Zusammenh&auml;ngen auf den Grund zu gehen, sie zu erforschen, auch wenn es ihre Demolierung bedeutete. Immer schon habe ich Dinge auseinandergenommen, wenngleich fr&uuml;her auch selten wieder funktionierend remontiert. Erst als ich mein Hobby zum Beruf machte und fortan in der Softwareentwicklung mein t&auml;glich Brot verdienen durfte, erkannte ich mein wahres Ich.</p>
<p><span id="more-608"></span>Der Defakto-Standardberuf des Nerds, der des Software-Entwickler, hat sich jedoch mit der Industrialisierung der IT signifikant gewandelt. Zuvor waren Softwareentwickler merkw&uuml;rdige Zeitgenossen, die ihre Kreativit&auml;t und ihre &uuml;berbordende Probleml&ouml;sungskompetenz relativ frei ausleben konnten, kamen sie doch in der freien Wildbahn eher selten vor und waren von Arbeitgebern begehrt. Banken, Versicherungen, Softwarefirmen und Universit&auml;ten hielten sich&nbsp; welche abgeschottet in neonbeleuchteten Kellern, gaben ihnen Pizza und Cola und bezahlten sie mit mehr, als sie in aller Regel auszugeben vermochten. Die Nerds dankten ihnen diese Freiheit mit &uuml;bergeb&uuml;hrlichem Arbeitseinsatz und opferten bereitwillig auch noch ihre Freizeit f&uuml;r Firmenbelange, die sie stets als die Eigenen empfanden.</p>
<p>Mit zuhehmendem Bedarf an individualisierter Software stieg auch der Bedarf an Programmierbef&auml;higten. Business-School-Absolventen kreierten sogenannte &quot;Prozesse&quot;, die Softwareentwicklung vereinfachen, beschleunigen und nicht zu letzt verbilligen sollten. Kaum mehr konnte der Bedarf mit Informatikern gedeckt werden, weshalb der Beruf des &quot;Fachinformatikers f&uuml;r Anwendungsentwicklung&quot; ins Leben gerufen wurde. W&auml;hrend als studierte Informatiker zwischenzeitlich fast ausschlie&szlig;lich praxisferne Richi-Ritch-Fantasten mit Bill-Gates-Profilneurose agierten, weil eben im BWL-Studiengang keine Sitzpl&auml;tze mehr frei waren, durfte nun jeder, der schon einmal eine Playstation 3 angeschlossen hatte und die Realschule halbwegs ohne Fr&uuml;hschwanger- /-vaterschaft &uuml;berlebt hatte, eine Praxisausbildung zum Anwendungsentwickler absolvieren.</p>
<p>Eine regelrechte Schwemme an sogenannten Codierern (Programmiersprachenkundige ohne messbare Eigenintelligenz) &uuml;berrannte kurz darauf den Markt und zerst&ouml;rte alle bisher dagewesenen Gehaltsgef&uuml;ge. Selbst Informatikabsolventen verdienen seither, sofern als Entwickler angestellt, nur mehr einen Bruchteil dessen, was fr&uuml;her einmal drin gewesen ist. Aus unternehmerischer Sicht ist es sinnvoller, zum gleichen Geld 5 grottenschlechte Codierer und einen halbwegs begabten Productmanager zu besch&auml;ftigen, als einen kompetenten Entwickler, da sich im ersteren Szenario eine gewisse Ausfallsicherheit ergibt.</p>
<p>Wer den Job aus idealistischen Motiven, finanzielle kann es keine geben, dennoch macht, weil er gut darin ist und Spa&szlig; am kreativen Entwickeln hat, wird sich alsbald im typischen Nerd-Dilemma wiederfinden: Sein Arbeitgeber erkennt sein Potenzial und m&ouml;chte dieses betriebswirtschaftlich m&ouml;glich effektiv ausnutzen. Der arme Nerd wird also vom Bildschirm weggelobt und soll k&uuml;nftig Konzepte f&uuml;r die Programmieraffen aus der Berufsschule verfassen. Im allerschlimmsten Falle zwingt man ihn auch noch zu Kundenkontakt, weil er der einzige ist, der auf fachliche Fragen eine halbwegs sinnvolle Antwort geben kann. Kaum zu erw&auml;hnen, das man ihn weiter f&uuml;r das k&auml;rgliche Entwicklergehalt anschaffen l&auml;sst, w&auml;hrend der BWL-ler, der den Job zuvor an die Wand gefahren hatte, noch das Dreifache daf&uuml;r bekam.</p>
<p><strong>Das Nerd-Dillemma auf den Punkt gebracht:</strong> In einem auf Masse statt Klasse gerechneten Businessplan wird ein Nerd zu seinem Leidwesen immer Karriere machen m&uuml;ssen, da er nicht anders kann als gut zu sein, in dem was er tat. Er wird jedoch zunehmend zu Arbeiten gezwungen, die ihm keine Freude bereiten, weshalb die Qualit&auml;t ein Mittelma&szlig; niemals &uuml;bersteigen kann. Mittelm&auml;ssigkeit ist des Nerds Tod. Er stirbt innerlich. Irgendwann.</p>
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		<title>Chronische Unterforderung</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 09:03:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Zeiten der Wissensgesellschaft erwirtschaften viele ihr Brot allein mit der Leistung ihres Hirns. Wie jeder Muskel, will auch ein Hirn trainiert und gefordert sein, sonst b&#252;&#223;t es an Leistungsf&#228;higkeit ein, oder besch&#228;ftigt sich mit unerw&#252;nschten Dingen, die mitunter schwerwiegende Probleme nach sich ziehen k&#246;nnen. Eines der wesentlichen Merkmale echter F&#252;hrungskompetenz lautet, die richtigen Mitarbeiter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Zeiten der Wissensgesellschaft erwirtschaften viele ihr Brot allein mit der Leistung ihres Hirns. Wie jeder Muskel, will auch ein Hirn trainiert und gefordert sein, sonst b&uuml;&szlig;t es an Leistungsf&auml;higkeit ein, oder besch&auml;ftigt sich mit unerw&uuml;nschten Dingen, die mitunter schwerwiegende Probleme nach sich ziehen k&ouml;nnen.</strong></p>
<p>Eines der wesentlichen Merkmale echter F&uuml;hrungskompetenz lautet, die richtigen Mitarbeiter mit den f&uuml;r sie passenden T&auml;tigkeiten zu beauftragen. Echte F&uuml;hrungskompetenz ist jedoch selten. Manch Personalf&uuml;hrungsbeauftragter entscheidet prim&auml;r zum eigenen Wohl, ganz besonders in Unternehmen, die nur noch nach Zahlen geleitet werden. So werden Mitarbeiter als Cash-Cows verheizt, maximaler Profit geht zu Lasten efiizientester Auslastung und Besch&auml;ftigung. Das Mitarbeiterwohl spielt per se keine Rolle.</p>
<p>Viel zu oft finden sich also Menschen in Positionen wieder, die ihren F&auml;higkeiten und Bed&uuml;rfnissen nicht entsprechen. Einzelne Charaktere sind dazu geeignet, sie unterfordernde T&auml;tigke&iacute;ten auszuf&uuml;hren, in dem sie die eigenen Pers&ouml;nlichkeit w&auml;hrend der Verrichtung ausschalten und den Job lediglich als leidliches Mittel zum Zwecke der Existenzsicherung betrachten. Andere zerbrechen.</p>
<p><span id="more-543"></span></p>
<p>Man nehme einen durchschnittlich begabten Studienabbrecher eines geisteswissenschaftlichen Fachgebiets. Seine Interessen liegen in der Literatur, der Musik und der Philosophie. Im Verlauf seines Studiums muss er erkennen, dass ihn seine Studienwahl wohl niemals wird ern&auml;hren k&ouml;nnen. Seine Freundin erwartet ein Kind, Einnahmen m&uuml;ssen her um die junge Familie zu ern&auml;hren. Mit Ende 20 also verl&auml;sst er die Universit&auml;t und beginnt, mangels Fachqualifikation und Ausbildungsberuf, eine Karriere in der &ouml;rtlichen Dosenfabrik. Hier wird er in der Dreierschicht (Fr&uuml;h/Sp&auml;t/Nacht) an einem B&ouml;rdelautomaten eingesetzt, an dem er pro Schicht ca. 8000 mal ein und denselben Handgriff verrichten wird. F&uuml;r &quot;gutes Geld&quot; hat der arme Knopf nun seine Seele verkauft. Die ersten Monate gehen leicht von der Hand, da er durch die Schichtwechsel sowieso niemals mehr richtig wach wird. In seiner Freizeit verbringt er stumnpfe Stunden mit seiner Familie, oder bes&auml;uft sich mit Arbeitskollegen am Tresen. Innerhalb weniger Jahre wird er entweder schwerer Alkoholiker, drogenabh&auml;ngig, oder schlicht tot sein, da ihn die Depressionen mit dem Sch&auml;del in die Hochdruckpresse gezwungen haben, nachdem seine Restkreativit&auml;t ihm das &Uuml;berlisten der Lichtschrankensicherung erm&ouml;glicht hatte.&nbsp;</p>
<p>Geistige Unterforderung ist eine Unterschlagung von Erfolgserlebnissen. Ohne Erfolgserlebnisse kr&auml;nkelt erst das Ego, sp&auml;ter der ganze Mensch. Unz&auml;hlige psychosomatische Erkrankungen, S&uuml;chte, Depressionen und aggressive &Uuml;bergriffe gehen auf das Konto der geistigen Unterforderung. Ein meiner Meinung nach zentrales Thema unserer Gesellschaft, &uuml;ber das jedoch niemand spricht.&nbsp;</p>
<p>Ein gl&uuml;ckliches, gesundes Leben setzt immer auch ein gewisses Ma&szlig; an Selbstverwirklichung voraus. Der unbeg&uuml;terte Durchschnittsmensch verbringt den Gro&szlig;teil seiner Lebenszeit mit der Erwirtschaftung von Kapital f&uuml;r andere (was an sich bereits ein Hohn ist!), so ist er geradewegs gezwungen, sich im Job selbst zu verwirklichen. Ist ihm diese M&ouml;glichkeit genommen, wird er &uuml;ber kurz oder lang zu Grunde gehen. Oder aber er war schon immer ein nicht zu unterfordernder Trottel. Solche gibts auch.</p>
<p>Es kann nur jedem angeraten sein, der sich in seinem Job nicht allzu wohl f&uuml;hlt, intensiv in sich hinein zu horchen, auf die Stimmen, die da sagen, ob er das richtige tut. Aus Angst oder Bequemlichkeit keinen Wechsel anzustreben, sondern im geistigen Verlies der Verdummung zu verharren wird auf lange Sicht einem Selbstmord auf Raten gleichkommen. Der Mensch kann sich auch in Besch&auml;ftigung langweilen, wenn die Besch&auml;ftigung ihn zwar blockiert, aber nicht auslastet.</p>
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		<title>10 Jahre elektronische Datenverunstaltung (II)</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2009/10/10-jahre-elektronische-datenverunstaltung-ii/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Oct 2009 07:59:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Viel reden. Immer viel mit den Leuten reden. Besser dreimal gesagt, das man noch kein Ergebnis hat, als den Kunden bis zur Fertigstellung schweben zu lassen. Wenn man viel mit den Leuten redet, fühlen die sich wichtig. Und wichtige Menschen möchten ihren Status behalten, darum machen sie sich nützlich. Mit diesem Motto gelang es mir, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Viel reden. Immer viel mit den Leuten reden. Besser dreimal gesagt, das man noch kein Ergebnis hat, als den Kunden bis zur Fertigstellung schweben zu lassen. Wenn man viel mit den Leuten redet, fühlen die sich wichtig. Und wichtige Menschen möchten ihren Status behalten, darum machen sie sich nützlich.</strong></p>
<p>Mit diesem Motto gelang es mir, mich von meinen Kunden, die ich eigentlich betreuen sollte, nach und nach in die Materie einarbeiten zu lassen. Mit enormem Zeitaufwand war dann irgendwann auch der ganz normale Geschäftsalltag zu bewältigen. Aus 30 Kunden wurden dann 50, bald 70 und schließlich über hundert. Mein monatelanges Flehen nach Verstärkung wurde irgendwann erhört, es wurde erst ein Team, später eine Abteilung gegründet, deren Leitung mir oblag.</p>
<p>Bald war mein Job nicht mehr die Beantwortung von Kundenanfragen, sondern die Ausbildung und &#8220;Überwachung&#8221; derer, die Anfragen bearbeiten sollten. Zunehmend beschäftigte ich mich mit Produktmanagement, bildet quasi eine Brücke zwischen Kundenbetreuer (und damit dem Kunden) und Entwicklern, was die Produktqualität signifikant verbesserte. Als ich richtig Ahnung hatte, musste ich zunehmend eigene Projekte umsetzen, Schulungen abhalten und wurde zu guter Letzt als Einmann-Deeskalationstrupp komplett verheizt. Ich arbeitete sieben Tage die Woche, immer noch 18 Stunden am Tag und besaß absolut gar kein Privatleben mehr. Tagsüber Reisetätigkeiten, zwischendurch Fernkoordination meiner Abteilung, abends Terminnach- und -vorbereitungen, Korrespondenz und Konzeptionelles. Am Wochenende dann alles, was meine Schergen über die Woche liegen gelassen hatten.</p>
<p><span id="more-472"></span></p>
<p>Unser Geschäftsführer mischte sich im Zuge der angestrebten ISO-Zertifizierung immer mehr in meinen Verantwortungsbereich ein, bald gab es jeden Morgen und jeden Abend eine &#8220;Andacht&#8221; zu der harte Worte wahrlich nicht gelassen laut ausgesprochen wurden. Als mir dann auch noch die privaten Klüngeleien meiner Untergebenen den letzten Nerv raubten (&#8220;Mit dem arbeite ich nicht mehr zusammen, entweder der geht, oder ich&#8221; &#8211; &#8220;OK, ihr geht beide. Penner&#8221;), riss mir irgendwann der Geduldsfaden und ich kündigte. Unser Entwicklungsleiter kam mir noch auf der Strasse hintergerannt und ging erst mal nen Schnapps mit mir trinken. Am nächsten Tag stellte er mich bei gleichen Bezügen als Entwickler wieder ein.</p>
<p>Eine deutlich ruhigere und viel interessantere Zeit brach an. Ich arbeitete mich, völlig frei in meinem Tagesablauf, in drei bis fünf Entwicklungsplattformen ein und erhielt schließlich den Auftrag, zusammen mit einem Referenzkunden ein elektronisches Archiv mit Dokumentenmanagementsystem komplett neu zu erarbeiten. Ich hatte drei Jahre Zeit und war in jeder Hinsicht frei in meinen Entscheidungen und Anforderungen. Das waren, beruflich gesehen, die drei wundervollsten Jahre, die ich je hatte. Von allem etwas: Planung, Kundentermine, Konzepte, Entwicklung, Tests, Präsentationen.</p>
<p>Nach erfolgreichem Projektabschluss verließ uns unser Entwicklungsleiter und ich wurde in die Reihen der anderen Entwickler reintegriert. Geringfügig ob der verlorenen Freiheit demotiviert, programmierte ich noch zwei Jahre vor mich hin, bis das Unternehmen von einem größeren Fisch geschluckt wurde und absehbar war, das die Entwicklung eingestellt werden würde. Mit einem guten Deal verließ ich den Laden und versuchte mich primär auf eigene Beine zu stellen.</p>
<p>Ich entwickelte ein paar Ablese- und Meldesysteme für kommunale Energieversorger, ein paar Tools für die kommunalen Verwaltungen und traf hier und da Leute, um über meine Ideen zu sprechen. Es ließ sich alles sehr gut an, sollte man meinen, doch ich hatte meine Rechnung ohne die Zahlungsmoral öffentlicher Auftraggeber gemacht: Trotz Fertigstellung und Abnahme zahlten die einfach nicht. KEINER von denen. Nicht einen Cent.</p>
<p>Alsbald ausgehungert, suchte ich mir wieder einen Job. Es verschlug mich von Düsseldorf ins Ruhrgebiet, dort als C# Entwickler für einen Hersteller arbeitsmedizinischer Industrielösungen. Alsbald übernahm ich die Stelle &#8220;Forschung&#8221;, wo Machbarkeitsanalysen und Plattformtests meine Hauptaufgabe wurden. Insgesamt kein langweiliger Job, aber das merkwürdige, mehr als distanzierte Betriebsklima machte krank. Es zeigte sich auch recht bald, dass das Hauptprojekt des Kleinunternehmens zum Scheitern verurteilt und der Fortbestand der Firma damit mehr als zweifelhaft war. Also machte ich die Ratte und verließ das sinkende Schiff gen Österreich, was mir hinsichtlich der Beziehung zur Perle mehr als Recht sein konnte.</p>
<p>Hier angekommen, stellte ich enttäuscht fest, das Dynamics AX Coding in X++ nicht mehr wirklich viel mit Programmierung zu tun hat. Ein viel zu enges Framework, deutlich zu spezialisiert, für meinen Geschmack. Aufgrund der knappen Auftragslage hat man mir dann die Verantwortlichkeit für die zugekaufte Business Intelligence Lösung übertragen. Kaum erwähnenswert, das ich mit BI bislang absolut nichts am Hut hatte&#8230; Dies bedeutete nun Support, Implementierung und Consulting. Und weils sonst langweilig wäre, entwickle ich paralell in AX weiter.</p>
<p>Aktuell betrachte ich mich jobmässig als ausgebrannt. Es wäre dringend Zeit für eine signifikante Veränderung, aber der Schub fehlt. Ich bin müde, gelangweilt, kraftlos und desinteressiert. Das Gefühl, alles schon einmal gesehen und/oder gemacht zu haben dominiert.</p>
<p>Ich habe Support für zahllose, unterschiedlichste Software geleistet, habe Schrott auf Messeständen bei der cebit und sonstigen Brachnestammtischen präsentiert, Kunden analysiert, beplant, geschult, große Unixnetzwerke administriert, Windows-Serverfarmen verwaltet, in 5 Sprachen programmiert, zu jeden noch so bescheuerten IT-Problem eine Lösung gefunden und nicht zu Letzt eine gottverdammte Menge Kaffee gekocht. Vielleicht sollte ich tatsächlich eine C<a href="http://www.schwarzsicht.at/2009/02/currywurstfrei/" target="_blank">urrywurstbude in Österreich aufmachen</a>, wenn nur das Investitionsrisiko nicht wäre&#8230;</p>
<p><em>Wenn da also jemand einen Job als repräsentativer Geschäftsführer einer Firma für was auch immer für mich hätte, ich sähe mir das dankbar an. Wichtig wäre mir nur, dass man mir keinerlei Verantwortung überträgt, man mich in Ruhe lässt und keinen Stress macht und die repräsentativen Termine sich in Grenzen halten und nach Möglichkeit was mit Saufen zu tun haben. Für 150 K/pA und ner E-Klasse T-Modell als Firmenwagen bin ich dabei und verzichte auf jedwede Boni. Könnte sich rechnen&#8230; Dafür biete ich Grundkenntnisse in allen denkbaren Wissensgebieten und ein Labermaul, das mich in all diesen als Experte erscheinen lässt. Außerdem stehen mir Anzüge. Angebote bitte an licht@schwarzsicht.at Danke.</em></p>
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		<title>IT &#8211; Alchemie</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Feb 2009 15:08:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[IT]]></category>
		<category><![CDATA[Job]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon in grauer Vorzeit versuchten unsere Ahnen, auf einfachem Wege schellen Reibach zu generieren: Sie nahmen Materialien minderen Wertes zur Hand und versuchten diese in unterschiedlich aufwändigen Verfahren zu Gold zu verwandeln. Dabei waren sie äußerst selten erfolgreich, meist sprengten sie sich mangels hinreichendem Fachwissen selbst in die Luft. Dergleichen passiert heutigen Alchemisten nur noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><img class="size-full wp-image-141 aligncenter" title="alchemie" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2009/02/alchemie.jpg" alt="alchemie" width="208" height="300" /></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Schon in grauer Vorzeit versuchten unsere Ahnen, auf einfachem Wege schellen Reibach zu generieren: Sie nahmen Materialien minderen Wertes zur Hand und versuchten diese in unterschiedlich aufwändigen Verfahren zu Gold zu verwandeln. Dabei waren sie äußerst selten erfolgreich, meist sprengten sie sich mangels hinreichendem Fachwissen selbst in die Luft. Dergleichen passiert heutigen Alchemisten nur noch in Drogenküchen für aufputschende Chemiepülverchen, im IT-Sektor ist die Alchemie zum wahrgewordenen Goldesel gereift.</strong></p>
<p style="text-align: left;">Chemisch und physikalisch gilt es längst als erwiesen,<strong> </strong>Gold lässt sich nicht wirtschaftlich aus Fremdmaterialien herstellen. Der Enegieaufwand und der Wert der verwendeten Grundstoffe würde synthetisches Gold um ein Vielfaches teurer machen, als konventionell Abgebautes. Gerade im Geschäftsfeld der Bits und Bytes aber stieß man in den letzten Jahrzehnten auf einen bislang kaum bekannten Katalysator, der praktisch jede physikalische, mathematische und rationale Gesetzmäßigkeit schlicht aufzuheben vermag:</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-139"></span><strong>Das Marketing</strong></p>
<p style="text-align: left;"><img class="size-full wp-image-142 alignnone" title="goldpoop" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2009/02/goldpoop.jpg" alt="goldpoop" width="275" height="287" /></p>
<p style="text-align: left;">Die Fähigkeit, ein schlechtes Produkt in gutes Licht zu setzten, Bedarf zu wecken, wo keiner ist und den addressierten Käufer unterschwellig derart zu manipulieren, das er von einer rationalen Kaufentscheidung Abstand nimmt, um allein seinen Trieben, Gelüsten und implizierten Eingebungen zu folgen, ist mehr gefragt denn je. Wurden in früheren Zeiten Produkte für gewöhnlich erst dann auf den Markt gebracht, wenn der Entwicklungsprozess abgeschlossen war, ist dafür heute allermeist keine Zeit mehr. Der Kunde finanziert bereits die Produktentwicklung, somit sind Investitionsrisiken überschaubarer und ein Produktlebenszyklus früher in der Gewinnphase angekommen.</p>
<p style="text-align: left;">Ein wirklich gutes Produkt braucht kein Marketing, es spricht für sich selbst.</p>
<p style="text-align: left;">Nirgendwo sonst wird mehr Schindluder mit dem &#8220;Opfer&#8221; Kunde getrieben, wie bei der Softwareentwicklung. Auch in zehn Jahren Berufserfahrung durfte ich noch nicht ein einziges Mal erleben, das ein Produkt auch nur ansatzweise fertig war, bevor es ausgeliefert wurde. Die Regel ist sogar, dass ein Produkt zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht einmal existiert.</p>
<p style="text-align: left;">Überall sonst wird, wenn man vier verschiedene Sorten Scheiße in unterschiedlichen Mengenverhältnissen miteinander vermengt, nicht als Scheiße dabei herauskommen. Anders in der Softwareentwicklung:</p>
<p style="text-align: left;">Man nehme ein Windowsbetriebssystem, einen Microsoft Datenbankserver, eine abgegriffene, gestohlene Idee und setzte diese mit dem Microsoft .NET Framework in kurzer Zeit um. Im Ergebnis erhält man ein absolut unbrauchbares, nutzloses Produkt mit unzähligen Fehlern, grottenschlechter Performance und mystischen Seiteneffekten, kann dies aber verkaufen wie warme Semmeln zur Winterszeit. Zu einer Hungersnot.</p>
<p style="text-align: left;">Bislang war ich an vier sehr unterschiedlichen, aber recht umfangreichen .NET-Projekten als Entwickler beteiligt. Aus keinem einzigen ist aus technischer Sicht wirklich etwas geworden: Anfangs funktionsarm, später furchtbar langsam, letztlich unbrauchbar dank Spaghetticode, den .NET provoziert wie ein rotes Tuch den Bullen. Alle vier Produkte waren jedoch wirtschaftlich mehr als erfolgreich.</p>
<p style="text-align: left;">Ich begreife bis heute nicht, wie die Marketingleute das machen: Oft genug gelingt es ihnen sogar, den Kunden glauben zu lassen, etwas funktioniere, was es nie tat. Er glaubt es und hinterfragt nie wieder!</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Generation &quot;Handaufhalter&quot;</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2008/12/57/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Dec 2008 08:07:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Studenten]]></category>

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		<description><![CDATA[Soziale Sicherheiten sind ein Geschenk unserer Gesellschaft an sich selbst.  Solidarität und Füreinander da zu sein sind zwar überlebenssichernde, menschliche Grundeigenschaften, aber keineswegs Selbstverständlichkeiten. Westliche Zivilisationen leisten sich den Luxus, sich über das Evolutionsprinzip „survival of the fittest“ hinwegzusetzen, verlieren dabei aber gerne die Grenzen des Machbaren aus den Augen. Wir alle, die wir im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--><img class="aligncenter size-medium wp-image-58" title="istock_000002899908xsmall" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2008/12/istock_000002899908xsmall-300x198.jpg" alt="istock_000002899908xsmall" width="300" height="198" /><br />
<strong>Soziale Sicherheiten sind ein Geschenk unserer Gesellschaft an sich selbst. <span> </span>Solidarität und Füreinander da zu sein sind zwar überlebenssichernde, menschliche Grundeigenschaften, aber keineswegs Selbstverständlichkeiten. Westliche Zivilisationen leisten sich den Luxus, sich über das Evolutionsprinzip „survival of the fittest“ hinwegzusetzen, verlieren dabei aber gerne die Grenzen des Machbaren aus den Augen.</strong></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE-AT">Wir alle, die wir im deutschsprachigen Europa geboren wurden, sind in Wohlfahrtsstaaten aufgewachsen. Echte Armut ist fast nicht zu erreichen, Mensch muss sich schon ernsthaft bemühen, durch das allgegenwärtige, soziale Netz zu rutschen und in Armut und Elend zu versinken. Jahrzehntelang haben sich unsere Väter und Mütter gar die Dekadenz gegönnt, allgemeinheitsfinanzierte Almosen an Unbedürftige zu verschenken. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE-AT">Doch mitlerweise ist des Fasses Boden allerortens erreicht, die verfügbaren Mittel gehen zu Neige, die Grundsicherung gerät in Gefahr. Die heute fehlende Finanzpotenz wurde zu weiten Teilen für medizinisch nicht induzierte Luxuskurlaube für unsere Vorväter und deren wohlstandskranke Gespielinnen, nutzlose Medikamente für scheintote Faltenzombies, die Rentenabsicherung der bundesdeutschen Osterweiterung und krankengymnastische Abspeckungsexperimente schweinsbäuchiger Saufhelden verschossen. Und jeder hat es gewusst.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE-AT"><span id="more-57"></span><br />
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<p class="MsoNormal"><span lang="DE-AT">Nichts desto trotz sind jene, die schon mit ungewisser Rentenversorgung geboren wurden, in der Dekadenz aufgewachsen und in ihr aufgegangen. Trotz alledem existieren wir jedoch in einer Leistungsgesellschaft, ohne Leistung, kein Gewinn. Wird nun allerdings die Motivation zur Leistung durch eine zu wohlmeinende Grundsicherung erstickt, geht eine Gesellschaft unweigerlich zu Grunde. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE-AT">In den vergangenen Jahren häufen sich die Zahlen derjenigen, die ihren 30igsten Geburtstag feierten, ohne je einer geregelten Arbeit nachgegangen zu sein. Nicht, dass es an Gelegenheiten gemangelt hätte, nur die „Guten“ waren nicht dabei. Augenscheinlich vermittelt diese Gesellschaft weiten Teilen seiner Mitglieder das Gefühl, dass man sich auch in beruflichen Dingen strikt selbstverwirklichen sollte, die Annahme einer Arbeit, die nicht zu 100% den kindlich-naiven Vorstellungen hinsichtlich Arbeitsumfeld, gesellschaftlichem Ansehen und Entlohnung entspricht, gehört offenbar nicht dazu. Die feistgefressene Wohlstandsmade wartet nach wie vor auf den richtigen Job, auf das er ihr wie eine gebratene Taube ins Schandmaul flöge, und verdingt sich derweil in Systemkritik und Sudereien, was den menschenunwürdigen Umfang der Stütze betrifft. Die, die wirklich jammern, sind selten die alleinerziehenden Mütter oder Schwerkranken, für die die Stütze eigentlich gedacht sein sollte. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE-AT">In einer leistungsorientierten Wissensgesellschaft ist es dem Bildungsproletariat nicht einfach gemacht, den Anschluss zu finden, zugegeben. Meist über Generationen ins Asoziale degeneriert, sind es die, die sich auf ihrer Herkunft ausruhen und mit der Zwecklüge „ich hatte nie eine Chance“ ihre trägheitsbedingte Untätigkeit rechtfertigen. Nun verhält es sich aber so, dass ja gerade die Asozialen die einzigen sind, die heutzutage noch populationserhaltende Nachkommenschaft produzieren, der Mensch mit Gehirn denkt drei mal zu lange nach, bevor er einem Kind diese Gesellschaft antut. Wo also kommen wir hin, wenn eine leistungsbereite Minderheit künftig dem Pöbel den Müssiggang zu finanzieren hat?</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE-AT">Doch auch diejenigen, denen alle Chancen gegeben, bekleckern sind in erschreckender Mehrheit nicht gerade mit Ruhm. Langzeitstudenten, die Ihre Ausbildung lieber damit zubringen, gegen Studiengebühren zu demonstrieren, steuerfreien, aufwandsarmen Nebenjobs nachzugehen und sich ihr so teuer gebildetes Gehirn zu Schanden zu saufen, kosten den Steuerzahler Jahr für Jahr Milliarden.<span>  </span>Dabei sind es nicht allein die Kosten für die Bikldungseinrichtungen, die fast ausschließlich aus öffentlichen Gelder finanziert werden, es sind auch Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge, die der Studierende selbst seinen Mitmenschen, ohne mit der elität-arroganten Wimper zu zucken, auferlegt, oft noch ohne jemals einen Gedanken daran zu verschwenden. Sollte tatsächlich einmal ein Studierender der „schönen Wissenschaften“ zu einem Abschluss gekommen sein, werden weitere Gelder mit sinnlosen, staatlich subentionierten Forschungsspielereien verschossen. Forschungen ehemals arbeitsscheuer Studenten über die Gründe für die Arbeitscheu unter Studenten sollten doch nun wirklich keinen normaldenkenden Menschen auch nur im Ansatz interessieren. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE-AT">Allgegenwärtig ist das Gejammer derer, denen alles geschenkt wird. Möglich gemacht wird dies noch von selbst arbeitsvermeidenden Politikern, die sich als Spitzengruppe unter den Schmarotzern den Wanst an des kleinen Mannes Hab und Gut nähren.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE-AT">Der Bürger, der im Schweisse seines Angesichts seinen Lebensunterhalt und den seiner Parasiten zu erwirtschaften hat, ist ein Trottel, wenn er nicht aufsteht, aufbegehrt und von jenen, die ihn schröpfen, endlich die Leistung einfordert, die er selbst zu erbringen gezwungen ist. Meist aus humanitären, hochmoralischen Gründen. Doch der Werteverfall grassiert schneller, als Kinder ethisch erzogen werden können. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE-AT">In einigen Jahrzehnten wird die Arbeitscheu unsere Gesellschaft endgültig zerfressen haben, Bürgerkriege die ehemalige Zivilisation weiter schädigen und wir alle werden im ewigen Chaos, Hunger, Leid und Schmerz ersaufen. Aber nicht, dass ich es Euch nicht gesagt hätte!</span></p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>Idealismus vs. Pragmatismus</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Nov 2008 15:27:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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<p><img class="alignnone" src="http://img515.imageshack.us/img515/1740/nurse02bf7.jpg" alt="" width="149" height="224" /><img class="alignnone" src="http://img99.imageshack.us/img99/2295/businessman20leaning20oxf9.jpg" alt="" width="144" height="225" /></p>
<p><strong>Hinsichtlich ihrer beruflichen Motivation können im Groben drei Kategorien von Menschen verschubladet werden: Die, die da ohne Rücksicht auf persönliche, negative Rahmenbedingungen das Ding durchziehen, was sie selbst für sich und die Welt als am Wichtigsten definiert haben, jene, denen der persönliche Komfort, ihr Status und ihre Kaufkraft am wichtigsten sind und dafür auch zu Handlungen bereit sind, die sich nicht immer vollständig mit eventuellen Moralvorstellungen ihrerselbst decken müssen. Und letztlich jene, die sich evidenzbegründet zum zweiteren Typ ändern. Die vom &#8220;Saulus zum Pauls&#8221;-Geschichte kann mangels Realitätsbezug getrost vernachlässigt werden.<br />
</strong></p>
<p>Zu den sich ändernden gehöre ich. Meine frühere Karriere im Sozialwesen habe ich einer Schulabschlussdepression mit damit verbundener Orientierungslosigkeit zu verdanken, sowie dem Umstand, dass ich nicht mehr länger mit meiner Mutter zusammenwohnen wollte, da wir seinerzeit grundlegend voneinander abweichende Auffassungen hinsichtlich der Begriffsdefinition &#8220;Wohngemeinschaft&#8221; aufwiesen. Ich schmiss also die Schule hin und erwog, mich lebenslänglich bei der deutschen Bundeswehr zu verpflichten. Irgenwann musste ich allerdings doch mal zu feste an einer Purple-Haze-Tüte gezogen haben, denn mir wurde plötzlich klar, dass ich nicht fürs Töten, vielmehr für den Kampf gegen den Tod und das Leiden geboren war. Also machte ich erst mal meinen Zivildienst in der individuellen Schwerstbehindertenbetreuung.</p>
<p><span id="more-38"></span></p>
<p>Tiefer und tiefer verstrickte ich mich in dieses Idealismusding, weshalb ich beschloss, eine Ausbildung zum Krankenpfleger zu machen. Diese verlief, bis auf den Umstand, das meine männlichen  Kollegen fast ausnahmslos meinen Arsch wollten, recht spaßig und erfreulich. Bis ich ein halbes Jahr auf einer Onkologie jungen Menschen beim Sterben zusehen durfte. Ich war irgendwann, meist nach 10 oder 15 doppelten Diensten a 16 Stunden am Stück nicht mehr in der Lage, die dort erlebten Qualen und das Leid in der Klinik zu lassen und trug es nachhause. Meine Misanthropie zeigte sich erstmals, als ich beschloss, dass mir die Arbeit am Wohlergehen anderer für lächerliches Salär das beileibe nicht Wert  sei.</p>
<p>Nach Abschluss der Ausbildung kümmerte ich mich also ausschließlich nur noch um das Wohlbefinden unbeseelter Maschinen und das war verdammt gut so. Selten spreche ich heute noch mit alten Kollegen, allesamt psychisch am Ende, drogensüchtig, verratzt, im Arsch. Für ihr verdammtes Gutmenschentum, das sie in gerade mal zehn Jahren zu Grunde gerichtet hat, können sie sich heute nicht einmal eine Flasche anständigen Whiskeys leisten. Traurige Idioten.</p>
<p>Am Anfang meiner IT-Laufbahn besaß ich auch in diesem Feld einen gewissen Idealismus, so wäre ich zu früheren Zeiten bereit gewesen, einen Job abzulehen, wenn er mich von Microsoftwerkzeugen abhängig gemacht hätte, ich besaß so etwas wie &#8220;Programmiererehre&#8221;. Heutzutage ists mir doch scheißegal, woran ich in der Zeit, in der ich mich prostituiere, nicht anderes ist Erwerbstätigket nämlich, herumklicke, Hauptsache es hört irgendwann auf und die Kohle stimmt.</p>
<p>Wahrscheinlich geht es vielen früheren &#8220;Idealisten&#8221; so, nur wenige halten die freiwillige Selbstaufgabe zu Gunsten übelriechender, dummschwatzender Fremdmenschen ein Leben lang durch. Und ich zweifle offen an ihrem Geisteszustand. Dies ist meines Erachtens auch einer der Punkte, an denen das Gesundheitswesen kollabieren wird, stellt sich nicht bald ein Umdenken bei den Verantwortlichen ein: Es kann nicht auf Dauer funktionieren, idealistische Vollidioten nach alter Schule auszupressen bis sie nicht mehr laufen können, gleichzeit aber das Sozialwesen dergestalt zu kommerzialisieren, dass eben jene, die die Deppen pressen, sich eine güldene Nase daran verdienen. Irgendwann muss doch auch der letzte Trottel einmal aufwachen?</p>
<p>Ich habe kein Gewissensproblem mehr damit, nach einem Tag sinnloser Spielerei grinsend nachhause zu gehen, weil ich weiss, dass ich mehr als das Doppelte einer Krankenschwester an diesem Tag verdient habe, ohne mich in den Fäkalien somnolenter Alkoholiker gewälzt zu haben. Ich bin nur mir und den Meinen verpflichtet und fühle mich wohl damit. <strong>Und das regelrecht idealistisch!</strong></p>
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