schwarzsicht auf Twitter

  • Welch erhabene "Krönung der Schöpfung", die sich da windet, gemartert und geknechtet von mikroskopisch kleinen, einzelligen Dösbaddeln. 22 hours ago
  • Eltern bekommen heutzutage Briefe, in denen der Lehrer sich bestätigen lässt, dass die Kids allesamt blöd sind und er nichts dafür kann. 1 day ago
  • "Fertige Schabracken aus Deinem Plattenbau warten auf Dein Sozialhilfe-savoir-vivre. Stosse JETZT laut auf!" 1 day ago
  • Nach der Butan-Inhalation erst mal gut ausatmen, Kinder, bevor ihr Euch eine Kippe ansteckt, woll!? 1 day ago
  • Machen wir uns doch nichts vor! Wenn die richtig harten Sachen zu Neige gehen, heisst es eben: Kreativ sein! http://t.co/FksxYkHh 1 day ago

Das Nerd-Dilemma

am 25. Februar 2010 unter Foo abgelegt

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Nie war es leichter, nie war es schöner, ein Computer-Nerd zu sein, als dieser Tage. Nerd-Ismus ist zwischenzeitlich gesellschaftlich akzeptiert und eher hoch angesehen, als ins Lächerliche gezogen. Sollte man meinen. In Wahrheit betreibt aber die IT-Industrie ein noch nie dagewesenes Nerd-Bashing der ganz anderen Art, das endlich einmal ans schmutzig-gelbe Tageslicht gezogen werden muss.

Ich war schon immer ein Nerd, irgendwie, auch wenn ich ich es selbst erst sehr spät realisierte. Meine für einen Nerd verhältnismäßig weit ausgeprägten sozialen Kompetenzen, sowie ein eher sub-akademisches Umfeld taten das Ihrige zu einer erfolgreichen Langzeitverschleierung.  Immer schon hatte ich das quälende Bedürfnis, technischen Zusammenhängen auf den Grund zu gehen, sie zu erforschen, auch wenn es ihre Demolierung bedeutete. Immer schon habe ich Dinge auseinandergenommen, wenngleich früher auch selten wieder funktionierend remontiert. Erst als ich mein Hobby zum Beruf machte und fortan in der Softwareentwicklung mein täglich Brot verdienen durfte, erkannte ich mein wahres Ich.

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Chronische Unterforderung

am 11. Dezember 2009 unter Foo abgelegt

In Zeiten der Wissensgesellschaft erwirtschaften viele ihr Brot allein mit der Leistung ihres Hirns. Wie jeder Muskel, will auch ein Hirn trainiert und gefordert sein, sonst büßt es an Leistungsfähigkeit ein, oder beschäftigt sich mit unerwünschten Dingen, die mitunter schwerwiegende Probleme nach sich ziehen können.

Eines der wesentlichen Merkmale echter Führungskompetenz lautet, die richtigen Mitarbeiter mit den für sie passenden Tätigkeiten zu beauftragen. Echte Führungskompetenz ist jedoch selten. Manch Personalführungsbeauftragter entscheidet primär zum eigenen Wohl, ganz besonders in Unternehmen, die nur noch nach Zahlen geleitet werden. So werden Mitarbeiter als Cash-Cows verheizt, maximaler Profit geht zu Lasten efiizientester Auslastung und Beschäftigung. Das Mitarbeiterwohl spielt per se keine Rolle.

Viel zu oft finden sich also Menschen in Positionen wieder, die ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen nicht entsprechen. Einzelne Charaktere sind dazu geeignet, sie unterfordernde Tätigkeíten auszuführen, in dem sie die eigenen Persönlichkeit während der Verrichtung ausschalten und den Job lediglich als leidliches Mittel zum Zwecke der Existenzsicherung betrachten. Andere zerbrechen.

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10 Jahre elektronische Datenverunstaltung (II)

am 21. Oktober 2009 unter Foo abgelegt

Viel reden. Immer viel mit den Leuten reden. Besser dreimal gesagt, das man noch kein Ergebnis hat, als den Kunden bis zur Fertigstellung schweben zu lassen. Wenn man viel mit den Leuten redet, fühlen die sich wichtig. Und wichtige Menschen möchten ihren Status behalten, darum machen sie sich nützlich.

Mit diesem Motto gelang es mir, mich von meinen Kunden, die ich eigentlich betreuen sollte, nach und nach in die Materie einarbeiten zu lassen. Mit enormem Zeitaufwand war dann irgendwann auch der ganz normale Geschäftsalltag zu bewältigen. Aus 30 Kunden wurden dann 50, bald 70 und schließlich über hundert. Mein monatelanges Flehen nach Verstärkung wurde irgendwann erhört, es wurde erst ein Team, später eine Abteilung gegründet, deren Leitung mir oblag.

Bald war mein Job nicht mehr die Beantwortung von Kundenanfragen, sondern die Ausbildung und “Überwachung” derer, die Anfragen bearbeiten sollten. Zunehmend beschäftigte ich mich mit Produktmanagement, bildet quasi eine Brücke zwischen Kundenbetreuer (und damit dem Kunden) und Entwicklern, was die Produktqualität signifikant verbesserte. Als ich richtig Ahnung hatte, musste ich zunehmend eigene Projekte umsetzen, Schulungen abhalten und wurde zu guter Letzt als Einmann-Deeskalationstrupp komplett verheizt. Ich arbeitete sieben Tage die Woche, immer noch 18 Stunden am Tag und besaß absolut gar kein Privatleben mehr. Tagsüber Reisetätigkeiten, zwischendurch Fernkoordination meiner Abteilung, abends Terminnach- und -vorbereitungen, Korrespondenz und Konzeptionelles. Am Wochenende dann alles, was meine Schergen über die Woche liegen gelassen hatten.

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IT – Alchemie

am 26. Februar 2009 unter Foo abgelegt

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Schon in grauer Vorzeit versuchten unsere Ahnen, auf einfachem Wege schellen Reibach zu generieren: Sie nahmen Materialien minderen Wertes zur Hand und versuchten diese in unterschiedlich aufwändigen Verfahren zu Gold zu verwandeln. Dabei waren sie äußerst selten erfolgreich, meist sprengten sie sich mangels hinreichendem Fachwissen selbst in die Luft. Dergleichen passiert heutigen Alchemisten nur noch in Drogenküchen für aufputschende Chemiepülverchen, im IT-Sektor ist die Alchemie zum wahrgewordenen Goldesel gereift.

Chemisch und physikalisch gilt es längst als erwiesen, Gold lässt sich nicht wirtschaftlich aus Fremdmaterialien herstellen. Der Enegieaufwand und der Wert der verwendeten Grundstoffe würde synthetisches Gold um ein Vielfaches teurer machen, als konventionell Abgebautes. Gerade im Geschäftsfeld der Bits und Bytes aber stieß man in den letzten Jahrzehnten auf einen bislang kaum bekannten Katalysator, der praktisch jede physikalische, mathematische und rationale Gesetzmäßigkeit schlicht aufzuheben vermag:

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Generation "Handaufhalter"

am 23. Dezember 2008 unter Foo abgelegt

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Soziale Sicherheiten sind ein Geschenk unserer Gesellschaft an sich selbst.  Solidarität und Füreinander da zu sein sind zwar überlebenssichernde, menschliche Grundeigenschaften, aber keineswegs Selbstverständlichkeiten. Westliche Zivilisationen leisten sich den Luxus, sich über das Evolutionsprinzip „survival of the fittest“ hinwegzusetzen, verlieren dabei aber gerne die Grenzen des Machbaren aus den Augen.

Wir alle, die wir im deutschsprachigen Europa geboren wurden, sind in Wohlfahrtsstaaten aufgewachsen. Echte Armut ist fast nicht zu erreichen, Mensch muss sich schon ernsthaft bemühen, durch das allgegenwärtige, soziale Netz zu rutschen und in Armut und Elend zu versinken. Jahrzehntelang haben sich unsere Väter und Mütter gar die Dekadenz gegönnt, allgemeinheitsfinanzierte Almosen an Unbedürftige zu verschenken.

Doch mitlerweise ist des Fasses Boden allerortens erreicht, die verfügbaren Mittel gehen zu Neige, die Grundsicherung gerät in Gefahr. Die heute fehlende Finanzpotenz wurde zu weiten Teilen für medizinisch nicht induzierte Luxuskurlaube für unsere Vorväter und deren wohlstandskranke Gespielinnen, nutzlose Medikamente für scheintote Faltenzombies, die Rentenabsicherung der bundesdeutschen Osterweiterung und krankengymnastische Abspeckungsexperimente schweinsbäuchiger Saufhelden verschossen. Und jeder hat es gewusst.

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Idealismus vs. Pragmatismus

am 21. November 2008 unter Foo abgelegt

Hinsichtlich ihrer beruflichen Motivation können im Groben drei Kategorien von Menschen verschubladet werden: Die, die da ohne Rücksicht auf persönliche, negative Rahmenbedingungen das Ding durchziehen, was sie selbst für sich und die Welt als am Wichtigsten definiert haben, jene, denen der persönliche Komfort, ihr Status und ihre Kaufkraft am wichtigsten sind und dafür auch zu Handlungen bereit sind, die sich nicht immer vollständig mit eventuellen Moralvorstellungen ihrerselbst decken müssen. Und letztlich jene, die sich evidenzbegründet zum zweiteren Typ ändern. Die vom “Saulus zum Pauls”-Geschichte kann mangels Realitätsbezug getrost vernachlässigt werden.

Zu den sich ändernden gehöre ich. Meine frühere Karriere im Sozialwesen habe ich einer Schulabschlussdepression mit damit verbundener Orientierungslosigkeit zu verdanken, sowie dem Umstand, dass ich nicht mehr länger mit meiner Mutter zusammenwohnen wollte, da wir seinerzeit grundlegend voneinander abweichende Auffassungen hinsichtlich der Begriffsdefinition “Wohngemeinschaft” aufwiesen. Ich schmiss also die Schule hin und erwog, mich lebenslänglich bei der deutschen Bundeswehr zu verpflichten. Irgenwann musste ich allerdings doch mal zu feste an einer Purple-Haze-Tüte gezogen haben, denn mir wurde plötzlich klar, dass ich nicht fürs Töten, vielmehr für den Kampf gegen den Tod und das Leiden geboren war. Also machte ich erst mal meinen Zivildienst in der individuellen Schwerstbehindertenbetreuung.

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