<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>schwarzsicht &#187; Fremdsprachen</title>
	<atom:link href="http://www.schwarzsicht.org/tag/fremdsprachen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.schwarzsicht.org</link>
	<description>Pessimismus ist Realsatire</description>
	<lastBuildDate>Thu, 26 Jan 2012 06:53:04 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Austrianische Sprachschule (Teil I)</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2010/02/austrianische-sprachschule-teil-i/</link>
		<comments>http://www.schwarzsicht.org/2010/02/austrianische-sprachschule-teil-i/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 10:47:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur muss auch mal sein]]></category>
		<category><![CDATA[austrianisch]]></category>
		<category><![CDATA[Auswanderung]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdsprachen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.schwarzsicht.at/?p=630</guid>
		<description><![CDATA[Heisst zwar auch in &#214;sterreich die Amtssprache &#34;Deutsch&#34;, st&#246;&#223;t jedoch der preussische Einwanderer in der sch&#246;nen Alpenrepublik schnell auf Sprachschwierigkeiten, die sich nicht allein in der oftmals sehr exotischen Terminologie begr&#252;nden lassen, sondern vielmals auch in einer v&#246;llig unterschiedlichen Mentalit&#228;t der beiden Volksst&#228;mme ihre Ursachen haben. W&#228;hrend auf syntaktischer Ebene Werke wie Ostarichi exzellente Dienste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img alt="Deutschland-Oesterreich" class="aligncenter size-full wp-image-638" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/02/Deutschland-Oesterreich.jpg" style="width: 327px; height: 260px;" title="Deutschland-Oesterreich" /></p>
<p><strong>Heisst zwar auch in &Ouml;sterreich die Amtssprache &quot;Deutsch&quot;, st&ouml;&szlig;t jedoch der preussische Einwanderer in der sch&ouml;nen Alpenrepublik schnell auf Sprachschwierigkeiten, die sich nicht allein in der oftmals sehr exotischen Terminologie begr&uuml;nden lassen, sondern vielmals auch in einer v&ouml;llig unterschiedlichen Mentalit&auml;t der beiden Volksst&auml;mme ihre Ursachen haben.<br />
	</strong></p>
<p>W&auml;hrend auf syntaktischer Ebene Werke wie <a href="http://www.ostarrichi.org/" target="_blank">Ostarichi</a> exzellente Dienste erweisen, stiftet die Semantik vielmals unbemerkt unn&ouml;tige Verwirrung. Diese lose Artikelserie soll Licht ins Dunkle der &ouml;sterreichischen Sprachpsychologie bringen und damit ihren Beitrag zur V&ouml;lkerverst&auml;ndigung leisten. Ich mag mich in vielen Interpretationen irren und dem ein, oder auch anderen damit Unrecht tun, ich versichere jedoch in meiner inzwischen eindreiviertelj&auml;hrigen Erfahrung nach bestem Wissen und Gewissen vorzugehen.</p>
<p><strong>- &quot;eh kloar!&quot; &#8211; <br />
	</strong></p>
<p>Eine Floskel des &Ouml;sterreichers, wenn ein Sachverhalt klar ist, er aber dennoch seichte Zustimmung signalisieren m&ouml;chte. Kann in einer angeregteren Diskussion allerdings auch aggressiv eingesetzt werden um ein den Adressaten langweilendes Thema zu unterbrechen, oder aber um zu implizieren, dass Gegen&uuml;ber halte einen selbst offensichtlich f&uuml;r &quot;deppat&quot;.</p>
<p><span id="more-630"></span><strong>- &quot;Bassd!&quot; &#8211; <br />
	</strong></p>
<p>Zustimmung bei Einverst&auml;ndnis zu einer Absprache, einer Gegebenheit, aber auch gegenst&auml;ndlich in Bezug auf das Passverhalten. Beispiele:</p>
<p>- &quot;Gummst om Obend ummi?&quot; &#8211; &quot;Bassd!&quot; &#8211; &quot;Bringsd a Bier mit, Du Wirschdel?&quot; &#8211; &quot;Bassd!&quot; (&quot;Kommst Du heute Abend vorbeI?&quot; &#8211; &quot;Sehr gerne!&quot; &#8211; &quot;Bringst Du Bier mit, bitte?&quot; &#8211; &quot;Kann ich gerne tun!&quot;)</p>
<p>- &quot;Mei Oide hod no a gonze H&uuml;ddn foi Kraud, mogst a Fassl?!&quot; &#8211; &quot;Bassd!&quot; (&quot;Meine Gattin hat noch das ganze Haus voller Krautsalat, soll sie Dir etwas abf&uuml;llen?&quot; &#8211; &quot;Aber gerne!&quot;)</p>
<p>- &quot;Wie duast in da neichen Krochdnledarnan?&quot; &#8211; &quot;Basst!&quot; (&quot;Wie passt denn die neue Lederhose?&quot; &#8211; &quot;Sehr gut, Danke!&quot;)</p>
<p><strong>Anmerkung:</strong> Genetisch bedingt ist es den Austrianern nicht m&ouml;glich, harte Konsonanten als solche auszusprechen. So wird das &quot;T&quot; zum &quot;D&quot;, das &quot;P&quot; zum &quot;B&quot; und so weiter. Man sollte sich hier&uuml;ber nicht geh&auml;ssig erheitern und den &Ouml;sterreicher wiederhold &quot;Boargblods&quot; rezitieren lassen, er sch&auml;mt sich schnell, was nicht zu einem positiven Miteinander beitr&auml;gt!</p>
<p><strong>- &quot;Sofoad!&quot; -<br />
	</strong></p>
<p>Geht der n&ouml;rdliche Deutsche bei der zeitlichen Angabe &quot;sofort&quot; von einem unmittelbaren Beginn ohne zeitlichen Verzug aus, ist der austrianische Interpretationsspielraum hier ein deutlich weiterer. Es ist in keinem Falle gesagt, dass die mit &quot;sofoad&quot; angek&uuml;ndigte T&auml;tigkeit &uuml;berhaupt jemals ausgef&uuml;hrt wird, in der Regel wird diese Angabe nur verwendet, um einen l&auml;stigen Bittsteller abzufr&uuml;hst&uuml;cken und ruhig zu stellen, auf das man seine volle Konzentration zur&uuml;ck zur &quot;Jause&quot; lenken kann.</p>
<p><strong>- &quot;Gemma ummi auf a Seital?&quot; -<br />
	</strong></p>
<p>W&ouml;rtlich bedeutet dies die Einladung in einen nahegelegenen gastronomischen Betrieb um ein 0,3 Liter bemessendes Bier zu trinken. In der Praxis wird man die Kneipe erst wieder verlassen, wenn man des Stehens und Sprechens nicht mehr m&auml;chtig ist. Der &Ouml;sterreicher an sich geht NIEMALS auf nur EIN Bier.</p>
<p><strong>Anmerkung:</strong> Das harte &quot;T&quot; in &quot;Seital&quot; ist das einzige, das tats&auml;chlich jeder &Ouml;sterreicher aussprechen kann. Die Ursache dieser Anomalie ist bislang ungekl&auml;rt.</p>
<p><strong>- &quot;Hob i eh!&quot; &#8211; <br />
	</strong></p>
<p>Meist als Antwort auf eine mit &quot;Hast Du&#8230;?&quot; gestellte Nachfrage bez&uuml;glich der Erledigung einer wichtigen Angelegenheit. Letztlich soll sie den Eindruck vermitteln, die Angelegenheit sei bereits erledigt worden, was sie aber nicht ist und auch nie wird, da der Beauftragte den Sinn nicht erkennt und sich protestfrei verweigert.</p>
<p><strong>- &quot;Wie duast in da Hockn?&quot; -<br />
	</strong></p>
<p>Zumeist aufrichtig gemeinte Erkundigung &uuml;ber die berufliche Befindlichkeit, w&ouml;rtlich &uuml;bersetzt &quot;Wie tust Du in der Arbeit?&quot;. Oftmals als Aufforderung zu wortreichen Detailerl&auml;uterungen der eigenen Arbeitsweise missverstanden, in diesem Falle aber gerne mit einem beherzten &quot;iss eh gloar!&quot; abgew&uuml;rgt.</p>
<p><strong>- &quot;Da wiasd zum Schwammerl!&quot;<br />
	</strong></p>
<p>W&ouml;rtlich: &quot;Da wirst Du zum Pilz!&quot;. Wird im Sinne von &quot;da wirst Du verr&uuml;ckt&quot; gebraucht, meist im Zusammenhang mit Sisyphos-Arbeiten oder geistig sehr anstrengenden T&auml;tigkeiten. Dr&uuml;ckt die tiefe Verbundenheit des &Ouml;sterreichers f&uuml;r seine zahlreichen, heimischen Speisepilze aus, die regelrecht kultisch veehrt und dennoch in gro&szlig;er St&uuml;ckzahl verzehrt werden.</p>
<p><strong>- &quot;Des gahd si nie aus!&quot;<br />
	</strong></p>
<p>F&uuml;r den Hochdeutschen unverst&auml;ndlich, bezeichnet dieser Ausspruch im &Ouml;sterreichischen den Umstand, dass etwas zeitlich oder r&auml;umlich nicht in die Vorgabe passt. Beispiele:</p>
<p>- &quot;Du w&uuml;sd moagn easd odln? Des gahd si miam Weda nie aus!&quot; (Du willst morgen erst die Jauche ausbringen? Es wird schon vorher geregnet haben!)</p>
<p>- &quot;Mei Garohschn is ahnsochzge bis zua Deckn. Des gahd si miam neichen Wogn nie aus!&quot; (Meine Garagenh&ouml;he betr&auml;gt einen Meter achtzig. Das neue Auto wird nicht hineinpassen!)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.schwarzsicht.org/2010/02/austrianische-sprachschule-teil-i/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

