Retro – Spectat 2009

am 22. Dezember 2009 unter Foo abgelegt

Das Jahr kann als gegessen betrachtet und damit auch schon analytisch betrachtet werden. War das Jahr 2008 noch von vielen Veränderungen geprägt, sind es in 2009 nur noch zwei. Zwei verdammt Grosse.

Januar, Februar und März standen ganz im Zeichen der dauerwürgenden, schwangeren Perle und unserer Suche nach einer geeigneten Unterkunft. Die Hausbaupläne wurden von nicht eingehaltenen Zusagen zerschlagen, die Suche nach einem Haus zum Kaufen gestaltete sich schwierig. Geeignete Objekte waren entweder zu teuer, zu verfallen oder zu weit aus unserem räumlichen Raster. Als die Hoffnung fast erloschen war, fanden wir das Objekt, das exakt zu uns passte. Und man schnappte es uns vor der Nase weg.

Ende März war dann eine Alternative aufgetan. Endlose Planungen, Unterredungen, Amtschimmelritte und Vertragsunterzeichnungen später erhielten wir am 01.04.2009 die Schlüssel zu unserem 30 Jahre alten Domizil.

Während die Schwangerschaft immer problemloser verlief, plagte ich mich durch Frühjahr und Frühsommer mit einem diabolisch unbefriedigenden Job, der Pubertät (nicht meiner) und mannigfachen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten. Freitägliche Herrenabende, in denen ich allein biersaufend am Grillfeuer döste, stellten die einzige Zerstreuung dar.

Die Zeit raste und alsbald wurde im August unsere Tochter geboren. Seither rast die Zeit noch mehr, ein bislang nicht unspannendes Leben gerät anpassungsbedingt zum Thriller.

Im Fazit: Viel zu viel langweilige Arbeit, viel zu wenig Zeit für die wirklich wesentlichen Dinge, viel zu wenig Geld für die erbrachte Leistung und im Wesentlichen: Viel zu viel Selbstmitleid. Viel zu viele Infekte.

Meine guten Vorsätze für 2010: Die persönlichen Bedürfnisse der Einfachheit halber komplett abschaffen, Selbstmitleid nur noch bei schwerer Erkrankung (Schnupfen) aufkeimen lassen und möglichst nicht mehr nachdenken. So zur Abwechslung. Und das Immunsystem stärken, oder wahlweise komplett zerstören.

Chronische Unterforderung

am 11. Dezember 2009 unter Foo abgelegt

In Zeiten der Wissensgesellschaft erwirtschaften viele ihr Brot allein mit der Leistung ihres Hirns. Wie jeder Muskel, will auch ein Hirn trainiert und gefordert sein, sonst büßt es an Leistungsfähigkeit ein, oder beschäftigt sich mit unerwünschten Dingen, die mitunter schwerwiegende Probleme nach sich ziehen können.

Eines der wesentlichen Merkmale echter Führungskompetenz lautet, die richtigen Mitarbeiter mit den für sie passenden Tätigkeiten zu beauftragen. Echte Führungskompetenz ist jedoch selten. Manch Personalführungsbeauftragter entscheidet primär zum eigenen Wohl, ganz besonders in Unternehmen, die nur noch nach Zahlen geleitet werden. So werden Mitarbeiter als Cash-Cows verheizt, maximaler Profit geht zu Lasten efiizientester Auslastung und Beschäftigung. Das Mitarbeiterwohl spielt per se keine Rolle.

Viel zu oft finden sich also Menschen in Positionen wieder, die ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen nicht entsprechen. Einzelne Charaktere sind dazu geeignet, sie unterfordernde Tätigkeíten auszuführen, in dem sie die eigenen Persönlichkeit während der Verrichtung ausschalten und den Job lediglich als leidliches Mittel zum Zwecke der Existenzsicherung betrachten. Andere zerbrechen.

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10 Jahre elektronische Datenverunstaltung (I)

am 15. Oktober 2009 unter Foo abgelegt

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Anfang diesen Monates jährte sich meine berufliche Tätigkeit in der IT zum zehnten Male. Zeit für einen Rückblick, vielleicht auch Zeit für ein Resumee…

Meinen ersten Kontakt zur Computern hatte ich etwa mit Zwölf. Mit den Geldgeschenken zu meiner “heiligen Kommunion” bestand ich seinerzeits darauf, einen State-Of-The-Art Heimcomputer aus dem Hause Commodore zu erwerben. Den C64. Mit Farbbildschirm (ein Sharp 13 Zöller), Floppy Disk (die klassischen 1541) und Nadeldrucker (Star LC 10-C) hat das System für damalige Verhältnisse ein kleines Vermögen gekostet. Ich hatte keine Ahnung von gar nichts, war aber unendlich stolz, Besitzer einer so fortschrittlichen Technologie zu sein.

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Unmotorisiert

am 21. September 2009 unter Foo abgelegt

Nach drei Wochen fruchtloser Reparaturen seitens der Werkstatt VOR der Auslieferung, unzähligen zugesagten, aber nie erfolgten Rückrufen habe ich das Projekt MB s124 300T turbodiesel letzten Donnerstag erfolglos abgebrochen.

Zugunsten eines 5 Jahre jüngeren S210 290 TDI:

Natürlich fürs doppelte Geld. Dafür aber mit ein paar Ausstattungsextras, die das Reisen angenehmer machen: Klimaautomatik, orthopädische, elektrisch verstellbare Memorysitze mit Heizung, Xenons, usw.

Bin gespannt, ob es dieses Mal hinhaut, Termin ist kommender Mittwoch. Sollte es erneut zu Verzögerungen kommen, erwäge ich ein Bomenattentat den Rechtsweg einzuzschlagen.

Bei einem Verbrauch von 7 Liter Diesel auf 100 km ein überaus sparsamer Pampersbomber.

Latente Grippe, Unmengen an Arbeit und Heimwerkereien haben in den letzten Wochen für Sendepause an dieser Stelle gesorgt, ich gehe aber davon aus, das sich nun wieder mehr tun wird. Vielleicht. Sehen wir mal.

Vater werden ist nicht schwer…

am 14. August 2009 unter Foo abgelegt

.. zu sein eigentlich auch nicht. Aber man lernt mehr, als man sich selbst mitunter zugetraut hätte. Vor allem so einiges über die eigene Selbsteinschätzung.

Es ist, wie man gesagt bekommt, man aber nicht zu glauben in der Lage ist: Es ändert sich alles, wenn Mann Vater wird. Ich, der ich “alles gesehen zu haben” glaubte, hatte einen Dreck. Ich mag dutzende Geburten fremder Frauen aufmerksam audiovisuell verfolgt haben, die der eigenen Tochter ist etwas vollumfänglich anderes. Die eigene Herzdame leiden zu sehen, schreien zu hören, um sie zu bangen, das hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Gefühl zu tun, diesem Vorgang bei einer Dahergelaufenen beizuwohnen.

Es waren definitiv die ergreifendsten, emotional labilsten, trotz Untätigkeit anstrengendsten fünf Stunden meines Lebens. Und die mit dem besten Ende je.

Sein eigenes Kind als Vater nach der Entbindung erstmals zu sehen, auf den Arm zu nehmen, zu riechen, zu schmecken, in den Schlaf zu wiegen, nachhause zu geleiten, zu wickeln, zu kuscheln und einfach zu fühlen ist an Eigenartigkeit kaum zu überbieten. Die warmen Oxitocinwallungen sind von Anfang an da, aber mit jeder Sekunde des Zusammensein wächst da ein Gefühl des unbedingten Verbundenseins immer wieder über sich hinaus.

Marie kam am 09.08.2009 um 20:37 Uhr auf die Welt. Seither ist die meine eine gänzlich andere. So neu sich all das anfühlt, der Stress, der aus dem simplen Anliegen, einkaufen zu gehen entsteht, die Anstrengungen, so ein kleines, schutzloses und absolut auf einen angewiesenes Wesen zu umsorgen und bei Wohlbefinden zu halten, so endgültig sinndefinierend wird Mann belohnt.

Wenn ich Mutter und Kind nur ansehe, weiss ich, wo mein Platz ist. Und was meine Aufgabe. Und ich bin unendlich dankbar dafür.

Mehr Worte habe ich an dieser Stelle nicht. Aber sie sollten ausdrücken, was ausgedrückt werden muss.

Zwischen den Welten

am 05. August 2009 unter Foo abgelegt

(Genevieve Wiese – “Wanderer zwischen den Welten”)

Nachdem meine Keimung in der neuen Rolle, nach Metamorphosis zum Grundbesitzer mit Familienvaterambitionen, erfolgreich verlaufen ist und ich erste Wurzeln in meiner Existenz als Kleinbürger geschlagen habe, lässt der abschließende Schritt zur Spießbürgerwerdung im klassischen Sinne aktuell noch auf sich warten.

Vor neun Tagen hätte meine Tochter, nach moderner, medizinischer Berechnung, das Licht der Welt erblicken und mich, in einen emotionalen Rausch der Väterlichkeit einlullend, von jeglichen Existenz- und Zukunftsängsten ablenken sollen. Doch das kleine, ungeborene Menschlein hatte andere Pläne und lässt die verständlicherweise ungeduldige Perle und mich lieber in einem Zustand “zwischen den Welten” schmoren. Zur Persönlichkeitsstärkung, vermutlich. Zu unserer Persönlichkeitsstärkung.

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Erfolg ist…

am 19. Juni 2009 unter Foo abgelegt

Was ist Erfolg? In einer vernetzten Welt liegt der Schlüssel hierzu erwartungsgemäß online, für jeden leicht zu finden. Der erste nicht kommerzielle Treffer Googles führt uns zu Wikipedia, das da sagt:

„Erfolg ist ein als positiv empfundenes Resultat eigenen Handelns. Ursprünglich bezeichnete es lediglich die allgemeine Folge, Konsequenz oder Effekt eines Handelns.“

Davon ausgehend, dass das Erreichen eines zum Ziel gesteckten Resultat eines Handels immer positiv empfunden werden müsste, ist Erfolg hiermit ein überaus dehnbarer Begriff.

So ist die gute Zensur nach eifrigem Lernen eines eigentlich schlechten Schülers als Erfolg zu betrachten. Genauso, wie ein einträglicher Geschäftsabschluss, der Sieg bei einem sportlichen Wettstreit oder der Exitus bei einem Selbstmordversuch.

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Nüchternheit

am 15. Juni 2009 unter Bierecke, Projekt Trockendock abgelegt

Während Frauen sich Ihre Sorgen und Nöte von der Seele zu quatschen pflegen, gehen Männer mit seelischen Druck meist stillschweigend um. Sie reagieren sich ab, beim Sport, im Gesicht eines Dahergelaufenen oder der eigenen Ehefrau, im Puff oder auch im Job. Oder sie saufen.

Stress beispielsweise ist eine kumulative Emotion. Sprich: Sie häuft sich an. Stressfaktoren multiplizieren sich, statt sich schnöde zu addieren, weshalb es in aller Regel auch viel länger dauert, Stress abzubauen, als ihn zu bekommen. Wer nicht über geeignete Strategien zur Verarbeitung verfügt, wird seinem Stress früher oder später erliegen, sofern er welchen hat.

Ich, in meiner Eigenschaft als stinkendfauler Workaholic (diese Ambivalenz ist das Pulver im Fass, auf dem ich sitze…), habe mich Freitagsabends schon immer sehr gerne bei Bier und Schnapps anästhesiert. Der Vorteil einer Trunkenheit ist beispielsweise auch, das man als ehrgeiziger Spinner gerade einmal nicht vom schlechten Gewissen heimgesucht wird, wenn man sich erdreistet, sich einmal beim Nichtstun zu entspannen. Alltagsängste fallen von einem ab, die Gedanken werden leicht und beflügelt vom Schwachsinn eines vergifteten Gehirns.

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Abschiede

am 04. Mai 2009 unter Foo abgelegt

Manchmal im Leben geraten wir an Wendepunkte, an denen eine Entscheidung getroffen werden muss. Meist haben wir die Wahl, ob wir weiter wie bisher gegen Wände rennen, unsere Beulen pflegen um nur wieder von vorne zu beginnen, oder ob wir abkehren und in einer ganz anderen Richtung weitergehen.

Ein Richtungwechsel, ein Zurücklassen des Altbekannten, des lieb gewonnenen, dessen was einem in seiner Vertrautheit ans Herz gewachsen ist, erfordert immer ein gerüttelt Maß an Bereitschaft zum Schmerz, einen gewissen Mut und es ist fast immer mit Wehmut verbunden. Aber das Leben ist einfach zu kurz, aus reiner Bequemlichkeit und Verlustangst an Postionsmarkern der eigenen Lebenslinie zu verharren, statt weiter zu ziehen und Neues zu entdecken.

Für mich begann der 01. Mai diesen Jahres mit einer solchen Entscheidung. Schweren Herzens habe ich mich von einem Projekt getrennt, welches lange Jahre für mich viel Arbeit, viel Idealismus, viel Freude und viel Leid bedeutet hat.

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ToolTime(04): Durchbruchsverschalung

am 20. April 2009 unter Tool Time abgelegt

Der Vorbesitzer unserer Hütte war ein grosser Freund von Seefischen. Was man bei einem Österreicher mangels Meeranschluss auch noch verstehen mag. Wieso es dann aber gleich ein 4000 Liter Seewasseraquarium im Wohnzimmer sein musste, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Es resultierte also ein recht häßlicher Wanddurchbruch zwischen Ess- und Wohnzimmer, mit einem kapitalen Betonblock als Aquariumsfundament…

Den Betonblock rauszuhauen, fehlte mir jedwede Motivation. Also entschlossen wir uns, das bestehende so gut es geht zu nutzen und eine Art kombiniertes “Büffet – Durchreiche” zu belassen.

Leider habe ich wieder einmal vor lauter Motivation vergessen, ein Vorher-Foto zu machen, bevor ich mich ans Werk machte. Hier ist also schon die abgesenkte Deckenverschalung mit auf dem Bild:

img-0041.jpg

Hierzu habe ich mit aus einer Bauholzplanke mit der Sticksäge vier 15 cm lange Stücke geschnitten, die ich dann mit Winkeln und Spaxschrauben an zwei bestende Holzleisten in der Decke montierte. Auf diese wurde dann eine auf 225 mal 80 cm zugeschnittene Leimholzplatte mit Aussparung für den Wandvorsprung “gespaxt”.

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