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	<title>schwarzsicht &#187; Auswanderung</title>
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	<description>Pessimismus ist Realsatire</description>
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		<title>Austrianische Sprachschule (Teil II)</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 11:09:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kultur muss auch mal sein]]></category>
		<category><![CDATA[austrianisch]]></category>
		<category><![CDATA[Auswanderung]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch im zweiten Teil besch&#228;ftigen wir uns mit den sprachlichen Unterschieden in den beiden panalpinischen Nachbarl&#228;ndern im Sinne einer besseren V&#246;lkerverst&#228;ndigung. Im ersten Schritt soll aber an dieser Stelle etwas&#160; tiefgr&#252;ndiger in die &#246;sterreichische Seele eingedrungen werden, denn gegenseitiges Verst&#228;ndnis ist Grundvoraussetzung jedweder Kommunikation. Die (wenigen) Eigenheiten des Alpenl&#228;nders f&#252;hren bei den einen zu einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img alt="Deutschland-Oesterreich" class="aligncenter size-full wp-image-638" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/02/Deutschland-Oesterreich.jpg" style="width: 327px; height: 260px;" title="Deutschland-Oesterreich" /></p>
<p><strong>Auch im zweiten Teil besch&auml;ftigen wir uns mit den sprachlichen Unterschieden in den beiden panalpinischen Nachbarl&auml;ndern im Sinne einer besseren V&ouml;lkerverst&auml;ndigung.<br />
	</strong></p>
<p>Im ersten Schritt soll aber an dieser Stelle etwas&nbsp; tiefgr&uuml;ndiger in die &ouml;sterreichische Seele eingedrungen werden, denn gegenseitiges Verst&auml;ndnis ist Grundvoraussetzung jedweder Kommunikation. Die (wenigen) Eigenheiten des Alpenl&auml;nders f&uuml;hren bei den einen zu einem leicht exzentrischen Gesamteindruck, der andere bem&uuml;ht den vielzitierten &quot;<a href="http://www.ostarrichi.org/wort-18623-at-Eintrag_ist_mehr_als_schlecht!.html" target="_blank">Morbus austriacus</a>&quot; um seine Ber&uuml;hrungs&auml;ngste zu begr&uuml;nden. Wie man es jedoch auch immer nimmt: Der &Ouml;sterreicher an sich wird oftmals zu Unrecht bel&auml;chelt, auch wenn er es sich oft selbst nicht zuzugeben getraut: Er ist ein vollwertiger Mensch und liebenswert, wenn man ihn erst einmal verstanden hat.</p>
<p>Am ehesten l&auml;sst sich das &ouml;sterreichische Selbstbild als &quot;dialektisch&quot; benennen. Offenkundig unvereinbare Gegens&auml;tze zeichnen es aus, jedoch wird der &Ouml;sterreicher niemals m&uuml;de, diese Dialektik zu negieren: Sich einerseits stets dem gro&szlig;en Bruder Deutschland unterlegen zu f&uuml;hlen, aber dennoch einen beinahe pathologischen Nationalstolz zu zelebrieren, schlie&szlig;t sich nicht aus. Der &Ouml;sterreicher ist halt schlicht weltoffen, bleibt aber gerne unter sich. Der Deutsche ist als Tourist (zu Recht) verhasst, als Einwanderer gef&uuml;rchtet, aber man hat ihn halt lieb. Der &Ouml;sterreicher ist stolz ein &Ouml;sterreicher zu sein, aber er sch&auml;mt sich eben daf&uuml;r.</p>
<p>Wichtig zu begreifen ist noch, dass ein &Ouml;sterreicher niemals die Schuld tr&auml;gt. Diese kann jederzeit einem anderen &Ouml;sterreicher aufgeb&uuml;rdet werden, wo sie jedoch ebenso entr&uuml;stet abprallt. Er tr&auml;gt auch keine Verantwortung, konsequenterweise auch nicht f&uuml;r einen Erfolg. Das Schweigen eines &Ouml;sterreichers l&auml;sst sich am einfachsten als Zustimmung werten, alles andere f&uuml;hrt zu nichts. Wenn ein &Ouml;sterreicher schweigt, sch&auml;mt er sich meist, und wenn er sich sch&auml;mt, dann schweigt er.</p>
<p>Man hat in &Ouml;sterreich ganz sicher die Arbeit nicht erfunden, oftmals steht man sich mit s&uuml;dl&auml;ndischem Phlegma selbst im Weg, ist aber keineswegs faul. Was getan werden muss, das wird getan, ansonsten machts ein anderer. Konflikten ist grunds&auml;tzlich aus dem Weg zu gehen. Ganz wichtig: Ohne Titel ist man als &Ouml;sterreicher GAR NICHTS.</p>
<p>Doch zur&uuml;ck zu den sprachlichen Tricks und Kniffen der berg&uuml;berwindenden V&ouml;lkerverst&auml;ndigung, heute mit einem Fokus auf Redewendungen:</p>
<p><span id="more-681"></span><strong>- &quot;Host die faschiatn Laiberln, die gschimperten, aufn Mist g`haun, Du Wiarschtl, Du gschlamperts?&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Hier zeigt sich deutlich der bajuvarische Sprachstamm: Adjektive werden gerne als Relativsatz zu ihrer Verst&auml;rkung ausgelagert. Der Sprecher m&ouml;chte sich hier bei uns erkundigen, ob wir die schimmligen Frikadellen entsorgt haben, und dass er uns f&uuml;r einen liderlichen, schwer ernstzunehmenden Menschen h&auml;lt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Do konnst ka Leiberl mit reissn!&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Entspricht im Wesentlichen dem deutschen &quot;Da kann man keinen Blumentopf mit gewinnen&quot; und beschreibt ein Vorhaben mit geringen Erfolgsaussichten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Glei sp&uuml;hts Granada!&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Malerische Umschreibe der Tatsache, dass das aktuelle Verhalten alsbald negative Konsequenzen nach sich ziehen wird. Diese Redewendung begr&uuml;ndet sich aus der ebenso begr&uuml;ndeten Angst &ouml;sterreichischer Soldaten vor einem Granatenhagel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Habe die Ehre!&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Mehrfach gebr&auml;uchlich, meist aber in verst&auml;rkender Intension nach einer gewagten Ansprache, oder in Form von &quot;Na, hobe die Ehre!&quot; im Sinne von &quot;Um Gottes Willen!&quot;.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Ned deppert wern!&quot;</strong></p>
<p>Beruhigende Floskel im Eifer des Gefechts im Sinne von &quot;Nur die Ruhe bewahren!&quot;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Da Hearst is scho gschduabm&quot;</strong></p>
<p>Der &Ouml;sterreicher fordert gerne anonym adressiert zum Zuh&ouml;ren auf, in dem er beherzt &quot;HEAST!?&quot; (&quot;H&ouml;rst Du!?&quot;) br&uuml;llt. Die ad&auml;quate Antwort darauf lautet, der &quot;H&ouml;rst Du&quot; sei zwischenzeitlich verstorben, was den Sprecher auf seine Unh&ouml;flichkeit aufmerksam machen soll.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Ka G&ouml;d, ka Musi!</strong>&quot;</p>
<p>Die alpine Entsprechung von &quot;Ohne Moos, nichts los&quot;. Der &Ouml;sterreicher weist den Bittsteller hiermit h&ouml;flich darauf hin, dass er seine Leistungen und Waren nicht unentgeltlich feilzubieten gedenkt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Do kummst ins Schwitzn wie a Fiamg&ouml;d&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Der &quot;G&ouml;d&quot; bezeichnet den Onkel, hier ist also der Firmpate gemeint, der ob der zu erwartenden Kosten des zu leistenden Firmgeschenks in Bedr&auml;ngnis ger&auml;t.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Wer lang sudert, wird ned pudert&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Wer zu viel Zeit zum Beklagen seines Schicksals aufw&auml;ndet, darf nicht davon ausgehen, alsbald Geschlechtsverkehr zu haben. Will meinen: Wer nur jammert, kommt zu nichts.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Glick is a Vogerl&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Gl&uuml;ck ist fl&uuml;chtig und wandert stets leichtf&uuml;ssig vom einem zum andern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Bessa a wocklada Staumdisch, ois a feste Hockn&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Besser ein wackliger Stammtisch, als ein fester Arbeitsplatz. Hier wird die Grundmentalit&auml;t des &Ouml;sterreichers trefflichst beschrieben, verst&auml;rkt nur noch durch</p>
<p><strong>- &quot;Liaba an Bauch vom Saufn, ois a Buckl vom hockln&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Beide geben klar Richtung auf die beliebteste Freizeitt&auml;tigkeit des m&auml;nnlichen &Ouml;sterreichers: Das Saufen.</p>
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		<item>
		<title>Austrianische Sprachschule (Teil I)</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2010/02/austrianische-sprachschule-teil-i/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 10:47:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur muss auch mal sein]]></category>
		<category><![CDATA[austrianisch]]></category>
		<category><![CDATA[Auswanderung]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdsprachen]]></category>

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		<description><![CDATA[Heisst zwar auch in &#214;sterreich die Amtssprache &#34;Deutsch&#34;, st&#246;&#223;t jedoch der preussische Einwanderer in der sch&#246;nen Alpenrepublik schnell auf Sprachschwierigkeiten, die sich nicht allein in der oftmals sehr exotischen Terminologie begr&#252;nden lassen, sondern vielmals auch in einer v&#246;llig unterschiedlichen Mentalit&#228;t der beiden Volksst&#228;mme ihre Ursachen haben. W&#228;hrend auf syntaktischer Ebene Werke wie Ostarichi exzellente Dienste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img alt="Deutschland-Oesterreich" class="aligncenter size-full wp-image-638" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/02/Deutschland-Oesterreich.jpg" style="width: 327px; height: 260px;" title="Deutschland-Oesterreich" /></p>
<p><strong>Heisst zwar auch in &Ouml;sterreich die Amtssprache &quot;Deutsch&quot;, st&ouml;&szlig;t jedoch der preussische Einwanderer in der sch&ouml;nen Alpenrepublik schnell auf Sprachschwierigkeiten, die sich nicht allein in der oftmals sehr exotischen Terminologie begr&uuml;nden lassen, sondern vielmals auch in einer v&ouml;llig unterschiedlichen Mentalit&auml;t der beiden Volksst&auml;mme ihre Ursachen haben.<br />
	</strong></p>
<p>W&auml;hrend auf syntaktischer Ebene Werke wie <a href="http://www.ostarrichi.org/" target="_blank">Ostarichi</a> exzellente Dienste erweisen, stiftet die Semantik vielmals unbemerkt unn&ouml;tige Verwirrung. Diese lose Artikelserie soll Licht ins Dunkle der &ouml;sterreichischen Sprachpsychologie bringen und damit ihren Beitrag zur V&ouml;lkerverst&auml;ndigung leisten. Ich mag mich in vielen Interpretationen irren und dem ein, oder auch anderen damit Unrecht tun, ich versichere jedoch in meiner inzwischen eindreiviertelj&auml;hrigen Erfahrung nach bestem Wissen und Gewissen vorzugehen.</p>
<p><strong>- &quot;eh kloar!&quot; &#8211; <br />
	</strong></p>
<p>Eine Floskel des &Ouml;sterreichers, wenn ein Sachverhalt klar ist, er aber dennoch seichte Zustimmung signalisieren m&ouml;chte. Kann in einer angeregteren Diskussion allerdings auch aggressiv eingesetzt werden um ein den Adressaten langweilendes Thema zu unterbrechen, oder aber um zu implizieren, dass Gegen&uuml;ber halte einen selbst offensichtlich f&uuml;r &quot;deppat&quot;.</p>
<p><span id="more-630"></span><strong>- &quot;Bassd!&quot; &#8211; <br />
	</strong></p>
<p>Zustimmung bei Einverst&auml;ndnis zu einer Absprache, einer Gegebenheit, aber auch gegenst&auml;ndlich in Bezug auf das Passverhalten. Beispiele:</p>
<p>- &quot;Gummst om Obend ummi?&quot; &#8211; &quot;Bassd!&quot; &#8211; &quot;Bringsd a Bier mit, Du Wirschdel?&quot; &#8211; &quot;Bassd!&quot; (&quot;Kommst Du heute Abend vorbeI?&quot; &#8211; &quot;Sehr gerne!&quot; &#8211; &quot;Bringst Du Bier mit, bitte?&quot; &#8211; &quot;Kann ich gerne tun!&quot;)</p>
<p>- &quot;Mei Oide hod no a gonze H&uuml;ddn foi Kraud, mogst a Fassl?!&quot; &#8211; &quot;Bassd!&quot; (&quot;Meine Gattin hat noch das ganze Haus voller Krautsalat, soll sie Dir etwas abf&uuml;llen?&quot; &#8211; &quot;Aber gerne!&quot;)</p>
<p>- &quot;Wie duast in da neichen Krochdnledarnan?&quot; &#8211; &quot;Basst!&quot; (&quot;Wie passt denn die neue Lederhose?&quot; &#8211; &quot;Sehr gut, Danke!&quot;)</p>
<p><strong>Anmerkung:</strong> Genetisch bedingt ist es den Austrianern nicht m&ouml;glich, harte Konsonanten als solche auszusprechen. So wird das &quot;T&quot; zum &quot;D&quot;, das &quot;P&quot; zum &quot;B&quot; und so weiter. Man sollte sich hier&uuml;ber nicht geh&auml;ssig erheitern und den &Ouml;sterreicher wiederhold &quot;Boargblods&quot; rezitieren lassen, er sch&auml;mt sich schnell, was nicht zu einem positiven Miteinander beitr&auml;gt!</p>
<p><strong>- &quot;Sofoad!&quot; -<br />
	</strong></p>
<p>Geht der n&ouml;rdliche Deutsche bei der zeitlichen Angabe &quot;sofort&quot; von einem unmittelbaren Beginn ohne zeitlichen Verzug aus, ist der austrianische Interpretationsspielraum hier ein deutlich weiterer. Es ist in keinem Falle gesagt, dass die mit &quot;sofoad&quot; angek&uuml;ndigte T&auml;tigkeit &uuml;berhaupt jemals ausgef&uuml;hrt wird, in der Regel wird diese Angabe nur verwendet, um einen l&auml;stigen Bittsteller abzufr&uuml;hst&uuml;cken und ruhig zu stellen, auf das man seine volle Konzentration zur&uuml;ck zur &quot;Jause&quot; lenken kann.</p>
<p><strong>- &quot;Gemma ummi auf a Seital?&quot; -<br />
	</strong></p>
<p>W&ouml;rtlich bedeutet dies die Einladung in einen nahegelegenen gastronomischen Betrieb um ein 0,3 Liter bemessendes Bier zu trinken. In der Praxis wird man die Kneipe erst wieder verlassen, wenn man des Stehens und Sprechens nicht mehr m&auml;chtig ist. Der &Ouml;sterreicher an sich geht NIEMALS auf nur EIN Bier.</p>
<p><strong>Anmerkung:</strong> Das harte &quot;T&quot; in &quot;Seital&quot; ist das einzige, das tats&auml;chlich jeder &Ouml;sterreicher aussprechen kann. Die Ursache dieser Anomalie ist bislang ungekl&auml;rt.</p>
<p><strong>- &quot;Hob i eh!&quot; &#8211; <br />
	</strong></p>
<p>Meist als Antwort auf eine mit &quot;Hast Du&#8230;?&quot; gestellte Nachfrage bez&uuml;glich der Erledigung einer wichtigen Angelegenheit. Letztlich soll sie den Eindruck vermitteln, die Angelegenheit sei bereits erledigt worden, was sie aber nicht ist und auch nie wird, da der Beauftragte den Sinn nicht erkennt und sich protestfrei verweigert.</p>
<p><strong>- &quot;Wie duast in da Hockn?&quot; -<br />
	</strong></p>
<p>Zumeist aufrichtig gemeinte Erkundigung &uuml;ber die berufliche Befindlichkeit, w&ouml;rtlich &uuml;bersetzt &quot;Wie tust Du in der Arbeit?&quot;. Oftmals als Aufforderung zu wortreichen Detailerl&auml;uterungen der eigenen Arbeitsweise missverstanden, in diesem Falle aber gerne mit einem beherzten &quot;iss eh gloar!&quot; abgew&uuml;rgt.</p>
<p><strong>- &quot;Da wiasd zum Schwammerl!&quot;<br />
	</strong></p>
<p>W&ouml;rtlich: &quot;Da wirst Du zum Pilz!&quot;. Wird im Sinne von &quot;da wirst Du verr&uuml;ckt&quot; gebraucht, meist im Zusammenhang mit Sisyphos-Arbeiten oder geistig sehr anstrengenden T&auml;tigkeiten. Dr&uuml;ckt die tiefe Verbundenheit des &Ouml;sterreichers f&uuml;r seine zahlreichen, heimischen Speisepilze aus, die regelrecht kultisch veehrt und dennoch in gro&szlig;er St&uuml;ckzahl verzehrt werden.</p>
<p><strong>- &quot;Des gahd si nie aus!&quot;<br />
	</strong></p>
<p>F&uuml;r den Hochdeutschen unverst&auml;ndlich, bezeichnet dieser Ausspruch im &Ouml;sterreichischen den Umstand, dass etwas zeitlich oder r&auml;umlich nicht in die Vorgabe passt. Beispiele:</p>
<p>- &quot;Du w&uuml;sd moagn easd odln? Des gahd si miam Weda nie aus!&quot; (Du willst morgen erst die Jauche ausbringen? Es wird schon vorher geregnet haben!)</p>
<p>- &quot;Mei Garohschn is ahnsochzge bis zua Deckn. Des gahd si miam neichen Wogn nie aus!&quot; (Meine Garagenh&ouml;he betr&auml;gt einen Meter achtzig. Das neue Auto wird nicht hineinpassen!)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum es in Österreich keine echte Lakritze gibt</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2009/07/warum-es-in-osterreich-keine-echte-lakritze-gibt/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Jul 2009 08:55:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Männerküche]]></category>
		<category><![CDATA[austrianisch]]></category>
		<category><![CDATA[Auswanderung]]></category>
		<category><![CDATA[Genuß]]></category>
		<category><![CDATA[Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Lakritze]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Süßes]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus Süßholzsaft hergestellt, ist Lakritze eine köstliche Leckerei, der zudem auch noch erwiesenermaßen gesundheitsförderliche Eigenschaften nachgesagt werden. Sie wirkt beruhigend und ausgleichend auf Magen und Darm und hilft in Erkältungszeiten durch ihren schleimlösenden Effekt wieder besser Luft zu bekommen. Dennoch schmäht der Österreicher sie. Es ist in ganz Österreich praktisch nirgendwo an gute Lakritze zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter" src="http://img15.imageshack.us/img15/1296/737pxlakridsubtb.jpg" alt="" width="320" height="260" /></p>
<p><strong>Aus Süßholzsaft hergestellt, ist Lakritze eine köstliche Leckerei, der zudem auch noch erwiesenermaßen gesundheitsförderliche Eigenschaften nachgesagt werden. Sie wirkt beruhigend und ausgleichend auf Magen und Darm und hilft in Erkältungszeiten durch ihren schleimlösenden Effekt wieder besser Luft zu bekommen.</strong></p>
<p>Dennoch schmäht der Österreicher sie. Es ist in ganz Österreich praktisch nirgendwo an gute Lakritze zu kommen, lediglich Lakritzschnecken findet man in ausgesuchten Lebensmittelgeschäften. Rund ein Dreivierteljahr habe ich fast nicht mehr an Lakritz gedacht, die ich früher kiloweise verschlungen habe, doch dann begann der Jeeper. Bislang ungestillt.</p>
<p>Fragt man den Austrianier, wieso es in seinem Heimatland eine derartige Köstlichkeit nicht gibt, lautet die Antwort allermeist: &#8220;Weils scheiße schmeckt&#8221;. Selbstredend ist dies sachlich wie fachlich falsch, nichts desto trotz aber lässt diese Aussage einen tiefen Blick in die obrigkeitshörige, Neuem stets abgeneigte Volksseele der noch immer in einer &#8220;inneren Monarchie&#8221; lebenden Bergbewohner zu:</p>
<p><span id="more-380"></span></p>
<p>Es ist nicht nur so, dass es Lakritze in Österreich nicht gibt, es ist sogar so, dass der Handel mit dieser verboten ist. Im Rahmen seiner kurzen Amtszeit hatte nämlich der letzte ungarisch-österreichische Kaiser Karl im sogenannten &#8220;Wiener Lakritzedikt&#8221; die Einfuhr und den Verzehr von Süßigkeiten mit mehr als 5 % Lakritzanteil verboten. So wenig dieser Umstand allgemein bekannt ist, so wenig ist auch über die Ursachen bekannt. Damals wusste man noch nicht, dass übermäßiger Verzehr zu Schwächeanfällen und Bluthochdruck führen kann, weshalb man von wirtschaftlichen Motivationsfaktoren ausgehen muss.</p>
<p>Bis heute wurde das Edikt aufrechterhalten, allerdings darf Lakritze zwischenzeitlich wieder eingeführt und auch verzehrt werden, wenngleich der Handel weiterhin untersagt bleibt.</p>
<p>Aus diesem Grunde habe ich mir heute 10 Kilo feinstes Lakritz bei einem deutschen Online-Versandhändler bestellt und warte schon freudig auf das Eintreffen meiner nachtschwarzen Köstlichkeiten.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die unerträgliche Langsamkeit des austrianischen Bergvolks</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2009/05/die-unertragliche-langsamkeit-des-austrianischen-bergvolks/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2009 14:23:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foo]]></category>
		<category><![CDATA[austrianisch]]></category>
		<category><![CDATA[Auswanderung]]></category>
		<category><![CDATA[Entschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[ImGehenSchuhBesohler]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur muss auch mal sein]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Umzug]]></category>
		<category><![CDATA[unbeliebt machen]]></category>
		<category><![CDATA[Unterschiede]]></category>

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		<description><![CDATA[Kulturelle Unterschiede sind die Würze des globalen Dorfs, die Essenz sozialer Langstreckenvernetzung und vermutlich die letzte Rettung für den Genpool der Menschheit. Meist jedoch vermutet man sie zwischen Kulturen mit einer gewissen räumlichen und religiösen Distanz, selten im Innersten des deutschsprachigen Raumes. Doch auch dort existieren sie, sorgen, wie überall, für Lust, wie auch für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter" title="Stoppuhr" src="http://img530.imageshack.us/img530/8675/stoppuhr.png" alt="" width="242" height="320" /></p>
<p><strong>Kulturelle Unterschiede sind die Würze des globalen Dorfs, die Essenz sozialer Langstreckenvernetzung und vermutlich die letzte Rettung für den Genpool der Menschheit. Meist jedoch vermutet man sie zwischen Kulturen mit einer gewissen räumlichen und religiösen Distanz, selten im Innersten des deutschsprachigen Raumes. Doch auch dort existieren sie, sorgen, wie überall, für Lust, wie auch für Frust.</strong></p>
<p>Als &#8220;Piefke&#8221; in Österreich hat man seinen Ruf bereits mit Bekanntwerden seiner Herkunft, also mit dem ersten gesprochenen Wort, weg: Arrogant, fordernd, anmaßend, überkorrekt, schulmeisterhaft, schlicht und ergreifend: Ein Arschloch!</p>
<p>Es ist einem als Deutscher definitiv nicht möglich, einen Österreicher über seine Herkunft zu täuschen. Der Österreicher kann überlicherweise deutsche Dialekte und Akzente zielsicherer geographisch zuordnen, als jeder Deutsche selbst, was vornehmlich daran liegen dürfte, das man in Österreich bereits seit Jahrzehnten den Horden preussisch-proletischer Urlaubsbesatzer aus den verschiedensten Gegenden exponiert ist, was überdies auch das im Durchschnitt ganz sicher nicht positive Menschenbild des Österreichers über den Deutschen maßgeblich geprägt haben dürfte.</p>
<p><span id="more-287"></span></p>
<p>Als &#8220;Piefke&#8221; hat man so direkt kein Bild des typischen Österreichers vor sich. Werden die Bayern von Restdeutschland noch ein wenig liebevoll belächelt, verbindet man mit Österreich allenfalls den Wiener &#8220;Schmäh&#8221;, ist jedoch ganz allgemein äußerst offen eingestellt. Nach meiner Erfahrung.</p>
<p>Nach nunmehr zehn Monaten Leben und Arbeiten in Österreich steht mir das Urteil zu: In Österreich gehen die Uhren noch anders! Langsamer. Auch wenn dies mich beruflich nicht betrifft, denn dieser Business ist weltweit überall schon aus Prinzip immer über alle Maßen gehetzt.</p>
<p>Aber außerhalb des Software- Medien- und Projektgeschäfts ist der Österreicher an sich ein gemütlicher Lebemann, beziehungsweise eine gemütliche Lebefrau. Das beginnt an der Kasse im Supermarkt, wo sich auch im Aldi-Pendant Hofer die Kassierinnen zwischen den einzelnen Handstreichen der Artikel am Scanner vorbei immer gerne mal eine Verschaufpause gönnen, geht weiter über die Bäckereifachverläuferin, die für eine halbe Wurschtsemmel auch schon mal eine Viertelstunde beschäftigt ist, bishin zum KFZ-Mechaniker bei ATU, der für den Wechsel eines einzelnen Reifens exakt so lange benötigt, wie der in Düsseldorf für immerhin vier. Selbst die türkischen Einwanderer der Dönerbude passen sich nur zu gerne der landestypischen Arbeitsgeschwindigkeit an, brauchen somit auch schon mal 20 Minuten für zwei Döner und ein <a title="Lahmacun" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Lahmacun.jpg&amp;filetimestamp=20060423200612" target="_blank">Lahmacun</a>. Schnellrestaurants heißen in Österreich nur deshalb SCHNELLrestaurant, weil die Mitarbeiter systembedingt geringfügig schneller müde werden, dergleichen Titel wirkt sich jedoch keineswegs auf die Arbeitsgeschwindigigkeit, bzw. die Wartezeiten aus.</p>
<p>Es gibt tatsächlich kaum Schöneres, als die austrianische Gemütlichkeit an Leib und Seele zu erfahren: Bei einer urigen Jause, einer Hüttengaudi oder dem köstlichen Holzofenschweinsbraten beim Bauernwirt. Überall weiss der Alpenländer mit seiner ihm eigenen Liebenswürdigkeit, seinem dezenten Humor und seiner entwaffnenden Ehrlichkeit eine lustvolle Athmosphäre sonntäglichen Müßigganges zu verströmen.</p>
<p>Ich genieße das allermeist wirklich sehr und vermutlich war eine gewisse Entschleunigung im Alltag bei mir wirklich allerhöchste Zeit, doch mitunter, nach einem langen , nervenaufreibenden Arbeitstag, in einem gehetzten Rennen gegen die hier noch sehr restriktiven Ladenöffnungszeiten, könnte man als ehemaliger Bewohner einer deutschen Grossstadt schlicht den Verstand verlieren. Wie oft erwische ich mich, wenn die ultraslowcruisenden Viehstallchecker in gepimpten Reisschüsseln und Skodas mir auf der Straße fast stehend den Weg versperren, oder wenn sämtliche Supermarktbesucher in eine Art regungslose Stasis gefallen zu sein scheinen, mit <strong>&#8220;Zeit isse BAGSCHISCH, ANDALEEE!!!!!!&#8221;</strong>- Rufen und Reitgertenhieben das lahmende Gebirgsvolk nach Art eines südafrikanischen Massas auf Touren bringen zu wollen&#8230;</p>
<p>Doch es nützt ja nichts. Ich bin hierher gekommen, aus freien Stücken, und fühle mich sauwohl. Also ist es an mir, mein inneres Tempo der hier realen Außenwelt anzupassen, keinesfalls umgekehrte Erwartungen zu stellen. AUCH WENN ICH MANCHMAL NUR NOCH SCHREIEN KÖNNTE!!!!</p>
<p>Aber das Prinzip entbehrt nicht einer gewissen Logik: Langsamer sein, bedeutet weniger Stress. Weniger Stress bedeutet länger zu leben. Also hat man eh viel länger Zeit zum Trödeln&#8230;</p>
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		<title>Verkleingärtnerung</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Mar 2009 11:42:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hätte mir noch jemand vor zwei Jahren erzählt, dass ich heute als Kleinpatchworkfamilienvater mein bankfinanziertes Eigenheim bezöge, ich hätte nicht mehr als ein schiefes Grinsen zwischen zwei Bier für ihn übrig gehabt. Doch die Zeiten ändern sich, mit ihnen die Bedürfnisse, Wünsche und Ziele. Seit rund neun Monaten bin ich nun in Österreich, Nachwuchs ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-150" title="am_hang_01" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/03/am_hang_01-300x225.jpg" alt="am_hang_01" width="300" height="225" /></p>
<p><strong>Hätte mir noch jemand vor zwei Jahren erzählt, dass ich heute als Kleinpatchworkfamilienvater mein bankfinanziertes Eigenheim bezöge, ich hätte nicht mehr als ein schiefes Grinsen zwischen zwei Bier für ihn übrig gehabt. Doch die Zeiten ändern sich, mit ihnen die Bedürfnisse, Wünsche und Ziele</strong>.</p>
<p>Seit rund neun Monaten bin ich nun in Österreich, Nachwuchs ist unterwegs und die bisherige Wohnung war von Anfang an zu klein, für drei praktisch ausgewachsene Menschen und zwei wirklich dumme Hunde. Man tritt sich ständig gegenseitig auf die Füße, niemand hat wirklich die Möglichkeit, sich auch einmal zurück zu ziehen, die Lärmbelastung aus der Kanzlei oben drüber und von der Straße tun ihr übriges.</p>
<p><span id="more-149"></span>Im vergangenen Jahr bin ich bereits zwei Mal umgezogen, habe zwei neue Jobs begonnen und mich drei Mal in komplett neue Tätigkeiten eingearbeitet. Als ehemals eingefleischter Eremit bin ich nun fast ununterbrochen von zwei überaus lebhaften, jungen Damen umgeben, die ihr Recht auf meine volle Aufmerksamkeit auch regelmäßig einfordern</p>
<p>Das Wort &#8220;Burn Out&#8221; ist zu einem erschreckend realen Terminus in meiner persönlichen Denkssphäre geworden. Oft genug sehe ich mich einem bislang nicht gekannten Ausmaß an geistiger Erschöpfung gegenüber, das mir nicht mal mehr das Fassen auch nur eines klaren Gedankens erlaubt. Meine Hobbies und Interessen sind fast vollständig dem chronischen, allesüberschattenden Zeitmangel zum Opfer gefallen, Ausgleich zu Job und dem räumlich stark komprimierten Familienleben schlicht nicht realisierbar.</p>
<p>Doch nun ist es vollbracht. Nach rund acht Monaten Suche, fünf davon intensiv, haben wir am vergangenen Freitag den Vorvertrag zum Kauf obigen Anwesens unterzeichnet. Mit seiner Hanglage in einem kleinen Kaff bietet die &#8220;Liegenschaft&#8221; einen grandiosen Ausblick über das Tal und die Ruhe, derer ich aktuell so nötig bedarf. Im Untergeschoss besteht die Möglichkeit, mir ein Büro einzurichten, in dem ich ungestört arbeiten und mich auch einmal zurückziehen kann. Ich habe beim besten Willen keine Ahnung, wie intensiv ich davon Gebrauch machen werde, allerdings ist die reine Möglichkeit dazu schon überaus wohltuend und beruhigend.</p>
<p>Nach nur kleineren Renovierungsarbeiten ist das im Obergeschoß ganz frisch sanierte Gebäude bezugsbereit, nach einem letzten Umzug dann also im April wird Lebensqualität ganz neu definiert: Grillexzesse im eigenen Garten, unproblematischere Hundehalterei, eine Traumküche und ein königliches Bad, &#8220;sein eigener Herr sein&#8221;, entspannen am Wochenende, Basteln, Jähten und Heimwerken, Feste veranstalten, wann, wielange und wie laut man will, Nachbarschaftstratsch, ein gesundes und sicheres Umfeld für den Nachwuchs, eben alles genau so, wie man sich die Realisierung einer Wunschliste eines ausgemachten Spießers vorstellt&#8230;</p>
<p>Licht am Ende des Tunnels. Zwar eine Viertelmillion ärmer, aber glücklich.</p>
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		<title>Dekarnevalisiert</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 22:11:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Titten, Tüten, Tätarä. Nein, das wird kein karnevalskritischer Beitrag. Im Gegenteil. Schickt den Rheinländer, egal wie abgeklärt, wie proletenfrohsinnsfeindlich und unkonventionell in der Selbstreflektion auch immer, ins Exil, und beobachtet, wie er trotz aller guten Fastelovensemmigrationsabsichten, schlicht zu Grunde geht. (Rosenmontag, Bolker Straße Düsseldorf, meine Wenigkeit im Kreise meiner ehrfürchtigen Fans. Die, die noch nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Titten, Tüten, Tätarä. Nein, das wird kein karnevalskritischer Beitrag. Im Gegenteil. Schickt den Rheinländer, egal wie abgeklärt, wie proletenfrohsinnsfeindlich und unkonventionell in der Selbstreflektion auch immer, ins Exil, und beobachtet, wie er trotz aller guten Fastelovensemmigrationsabsichten, schlicht zu Grunde geht.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><img class="aligncenter size-medium wp-image-125" title="mckarnevalhj3" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/02/mckarnevalhj3-300x225.jpg" alt="mckarnevalhj3" width="300" height="225" /></strong>(<em>Rosenmontag, Bolker Straße Düsseldorf, meine Wenigkeit im Kreise meiner ehrfürchtigen Fans.</em> Die, die noch nicht umgehauen waren. Zumindest.)<strong><br />
</strong></p>
<p>Echt jetzt, ich hatte nie wirklich was mit Karneval zu tun. Im Gegenteil, ich verurteilte seine augenscheinliche Abhängigkeit von bewusstseinsverändernden Drogen und seiner aufgesetzt aufgeklärten Legitimierung von <span style="text-decoration: line-through;">weiblichem Schlampentum</span> allgemeiner Promiskuität zutiefst.</p>
<p><span id="more-121"></span></p>
<p>Und dennoch war ich Zeit meines Lebens immer mitten im Trubel. Da waren Jahre, da habe ich locker mein Leben riskiert, um meinen Ruf vom Partyletzten aufrechtzuerhalten&#8230; Arbeite mal einer Doppelschichten in der Notaufnahme und ersetzte den zwischen zwei ebensolchen zwingend notwendigen Schlaf durch Koks und Nutten, sowie der zum nächsten Dienstantritt obligatorischen Ringerlösung-Vomex-INTRAVENÖS-Kur. Spätestens Sonntag haut es einen um. Bei mir war es in der Regel Samstag. Aber ich habe auch im Dienst weitergefeiert. Ohne Koks, nur mit Nutten. Verantwortungsbewusstsein, und so&#8230;</p>
<p>Dieses Jahr ist mein Zweites, so ganz ohne Karneval. Letztes Jahr um diese Zeit beschäftigte ich mich mit der Verlagerung meines Wohnsitzes. Sprich: Morgens um sechs raus, Kisten ins Auto schleppen, anderthalb Stunden zum künftigen Wohnort fahren, dort zwölf Stunden arbeiten, dann Kisten ausladen, noch etwa fünf Stunden Tapeten kratzen, kleben und bemalen, dann noch anderthalb Stunden Rückweg nachhause und kurz aufs Weckerklingeln warten.</p>
<p>Und doch war Karneval. Ich sah in Düsseldorf immer wieder Maskierte, vor allem aber Besoffene, die mich an vergangene Karnevalsexzesse erinnerten und mir ein hämisch bis neidisches Grinsen auf die abgehalfterten Umzugsleftzen gossen. Es war ja nur ein Jahr, das ich verpasste, umso cooler, das ich märtyrerhaft meinen Umzug scheissallein durchgezogen habe. Wer hat das schon mal?</p>
<p>Dieses Jahr ist alles anders. Zwar bin ich nochmal alleine umgezogen, aber es ist schon fertig. Und hier gibt es keinen Karneval. Wem das ebenso abstrus vorkommen mag: Es stimmt wirklich! Bald ist schon Samstag, ich habe noch keine spontane Party auf der Strasse beobachtet, geschweige denn auch nur einen maskierten Menschen.</p>
<p>Gott sei Dank. Ich fand Karneval ja schon immer saublöd, aufgesetzt und affektiert.</p>
<p>Aber Scheisse, ich könnte heulen. Irgendwas fehlt mir doch. Die temporär legitimierte Zügellosigkeit, die mir sonst das ganze runde Jahr nur verstörte Blicke einbringt, wurde früher einmal im Jahr zu meinem Potenzial. Jetzt sitz ich hier. Und schäme mich fast vor mir selbst, wenn schon nicht vor Anderen, und Andere nicht für mich. Ein Verzweiflungsschämen, sozusagen!</p>
<p>Ich bin ein reumütiger Karnevalsflüchtling. Und ich bedaure bitter.</p>
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		<title>Currywurstfrei</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Feb 2009 10:17:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fast alles kann man in der Alpenrepubik Österreich haben, worüber auch andere Zivilisationen verfügen, will man uns glauben machen. Doch habe ich bis zum heutigen Tage im Würstelland noch nicht eine einzige, vernünftige Currywurst entdecken können. Offensichtlich verweigert sich der Österreicher einer der besten, großdeutschen Errungenschaften nach dem 2. Weltkrieg: Der Currywurst. So sehr ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-103" title="currywurst" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/02/currywurst-300x225.jpg" alt="currywurst" width="300" height="225" /></p>
<p><strong>Fast alles kann man in der Alpenrepubik Österreich haben, worüber auch andere Zivilisationen verfügen, will man uns glauben machen. Doch habe ich bis zum heutigen Tage im Würstelland noch nicht eine einzige, vernünftige Currywurst entdecken können.</strong></p>
<p>Offensichtlich verweigert sich der Österreicher einer der besten, großdeutschen Errungenschaften nach dem 2. Weltkrieg: Der Currywurst. So sehr ich persönlichen Individualismus, gerne auch national, meinetwegen auch zwanghaft, schätze und unterstütze, bedeutet dies noch lange nicht, dass man sich auch den positiven Kulturgütern als Konkurrenz empfundener Nachbarländern erwehren muss. Ich höre ja auch nicht einfach auf zu atmen, nur weil das die Deutschen tun.</p>
<p><span id="more-102"></span>Man verstehe mich nicht falsch, ich bin ein großer Freund der Debreziner, Frankfurter, &#8220;Eitrigen&#8221; und der Burenwurst, ich liebe Tiroler- und Grammelknödel, Schweinsbraten und Bosna. Backhendlsalat mit Kernöl, Fleckerlspeis, Schnitzel&#8230; Alles grossartig! Aber ich sehne mich nach sieben Monaten Österreich endlich einmal wieder nach einer wirklich guten, ruhrpöttlerischen Currywurst. Mit Pommes Schranke.</p>
<p>Dieser Tage ist die Currywurst 50 Jahre alt geworden. Was muss das in Deutschland für ein Festtag gewesen sein! Selbst meine rohkostfixierte Bio-Mutter berichtete von einem Besuch auf einem Currywurstfest. <strong>Ein Currywurstfest, wie grossartig!</strong></p>
<p>Zwischenzeitlich hat ja sogar der Meika Curry King in den Kühlregalen deutschstämmiger Lebensmitteldiscounter Einzug gefunden. Aber mal ehrlich: Wenn man den Österreichern DAS als Currywurst verkauft, dann ist es kein Wunder, dass sie diese hierzulande als Werk Satans verschreien und mit zehn Rosenkränzen im Kopfstand, weihwassergurgelnd, unter Strafe stellen.</p>
<p>Dabei wäre alles so einfach: Man miete sich als Deutscher Currywurstspezialist ein kleines Standl in guter Lage, richte sich dies mit entsprechendem Grill- und Frittiergerät ein, besorge sich ein paar Hausfrauen zum Kartoffelschnippeln und biete als erste Würstlbude Österreichs eine original Ruhrgebiets Currywurst mit frisch geschnittenen Pommes an.</p>
<p><a title="Currywurstrezept" href="http://www.kerls.org/forum/viewtopic.php?f=23&amp;t=113&amp;p=464&amp;hilit=currywurst#p464" target="_blank">Hier</a> findet sich übrigens ein ganz hervorragendes Rezept zur Herstelung einer vorzüglichen Currywurst, ganz ohne Convenience-Produkte.</p>
<p>Damit die Alpenländer nicht unmittelbar am Kulturschock verenden, kann man ja die landesüblichen Würstl zusätzlich anbieten. Gerne auch Kraut- und Kartoffelsalat.</p>
<p>Ich wittere ein Bombengeschäft, bald müsste sich eine regelrechte Currywurst-Standl-Kette aufbauen lassen, die von Tirol bis Vorarlberg das austrianische Fastfoodleben revolutioniert. Aber ich traue mich nicht so recht. Mein aktueller Computerklimperjob nervt schon abartig, aber den ganzen Tag Würste grillen?</p>
<p>Eine Currywurst in Österreich würde auch der Völkerverständigung dienen. Ist doch die Currywurst letztlich Ausdruck der Lebensart der schwerarbeitenden Bevölkerung, die Ikone des Proletariats, und ist doch gerade der Deutsche in Österreich als versnobbt und arrogant verschrieen. Mit der Currywurst könnte das Bild der &#8220;Deitschen&#8221; hierzulande wieder in ein besseres Licht gerückt werden, denn der Currywurstfreund ist nicht versnobbt, schon gar nicht arrogant. Er ist Mensch, durch und durch und dabei immer symptahisch geblieben.</p>
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		<title>Retro &#8211; Spectat 2008</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jan 2009 05:53:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[Auswanderung]]></category>
		<category><![CDATA[Rückblick]]></category>
		<category><![CDATA[Umzug]]></category>

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		<description><![CDATA[Rückblick 2008 Umzug Auswanderung]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="aligncenter size-medium wp-image-65" title="changes" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2009/01/changes-300x236.png" alt="changes" width="300" height="236" />Jahresrückblicke sind derweil allgegenwärtig und mir schon von daher unsympathisch. Mein persönliches Jahr 2008 war jedoch derart bewegt und von tiefschürfenden Änderungen geprägt, dass ich fast selbst befürchte, beizeiten den Überblick zu verlieren.</strong></p>
<p>Wow. Es ist eine Menge geschehen. Das meiste davon wird signifikante Auswirkungen auf den Rest meines Lebens haben. Um ein Fazit jedoch gleich vorwegzunehmen: Es waren fast ausschließlich positive Änderungen. Kräftezehrend, aber überaus positiv.</p>
<p><span id="more-62"></span></p>
<p>Nachdem ein Zerwürfnis mit meinem damaligen Arbeitgeber mir bereits im Septempber 2007 die dortige Weiterbeschäftigung unmöglich gemacht hatte, verbrachte ich die ersten beiden Januarwochen als die letzten eines fast fünfmonatigen Experiments beruflicher Selbstständigkeit, dass jedoch im Wesentlichen an der praktisch nicht mehr existenten Zahlungsmoral deutscher Mittelstandsbetriebe und Behörden gescheitert war. Es ist auf Dauer einfach nicht leistbar, 14 bis 18 Stunden am Tag in Projekte zu investieren, die trotzt fristgerechter Lieferung nicht entlohnt werden.</p>
<p>Den Neujahrstag und die erste Januarwoche verbrachte ich bei der Perle in Österreich, mich noch wie im Urlaub fühlend, nicht ahnend, wie bald und wie dauerhaft ich zurückkehren würde. Die zweite Januarwoche stand ganz im Zeichen der mentalen und intellektuellen Vorbereitung auf den neuen Job, den ich am 15.01.2008 im Ruhrgebiet antrat. Zwar handelte es sich wieder um eine Tätigkeit als .NET &#8211; Entwickler, doch technisch deutlich anspruchsvoller als zuvor.</p>
<p>Bis Mitte Februar fuhr ich also jeden Tag von Düsseldorf nach hinter Dortmund, dabei den armen Hund oft 12 Stunden alleinelassend, mit entsprechend schlechtem Gewissen und auf dringlichster Wohnungssuche. Schon zum 15.02.2008 begann ich meinen Umzug in ein zweieinhalb tausend Seelenkaff am Rande des Sauerlandes. Wie immer alleine und neben einem zeitlich sehr aufwändigen Job. Schon während der Renovierung meiner wunderhübschen Dachgeschosswohnung in einem alten Bauernhaus am Ackerrand mit Ruhrnähe schlief ich die meiste Zeit dort auf einer Luftmatratze, da mir die Fahrerei zu viel Zeit wegfrass. Ich lernte zu Tapezieren, meine illustren Hausmitbewohner kennen und wie man mit 3 bis 4 Stunden Schlaf pro Nacht mehr schlecht als recht überlebt. Erst Ende März hatte ich die letzte Fuhre aus Düsseldorf mittels Minivan transportiert und meine alte City-Wohnung im Streit an meine frühere Vermieterin übergeben. Diese war der Ansicht, eine Endrenovierung schlösse auch die Neuverfliesung eines Bads und die Erneuerung sämtlicher Bodenbeläge mit ein, mein Angebot, doch einmal gustatorisch Bekanntschaft mit meinem haarigen Arsch zu machen, lehnte sie jedoch überraschend ab.</p>
<p>Mein neues Domizil lag nur zwei Kilometer von meinem neuen Arbeitsplatz, der mich trotz technischen Anspruchs aufgrund verschrobenster Kollegen und eines stocksteifen, schwerstspießigen Betriebsklimas in höchstem Maße frustrierte. Nebst mir wohnte die verbittert-aggressive Vermieterwitwe, die mir jedoch schon bald aus der Hand fraß, ihr geistig sicher nicht überbelichteter Sohn mit unbrechbarem Rede- und Geltungsdrang, seine psychotische Freundin, deren Kuckuckskind, eine spleenigen und zu Depressionen neigende Kioksbetreiberin aus Dortmund und deren dem Alkohol lauthals zusprechenden Lebensabschnittspartner unter dem gleichen, baufälligen Dach. Die Abende verbrachte ich bier- und schnappstrinkend im unfreiwilligen Belauschen dörflich-proletenhafter Streitigkeiten, in langen Telefonaten mit der Perle und mit dem dauerschwadronierenden Sohn der Hausherrin, oder aber der hysterisch heulenden Kioskdame auf meiner Couch. An den Wochenenden, wenn nicht perlenbesucht, vereinsamte ich zusehends, mein Umfeld vermochte mich keineswegs zu stimulieren, so wie mich der Job praktisch nicht motivieren konnte.</p>
<p>Bei einem Besuch in Österreich Ende Mai eröffnete sich plötzlich eine ungeahnte Alternative: Eine Freundin der Perle hatte hier ein verhältnismäßig ansprechendes Jobangebot für mich, ein eilends an einem Samstagnachmittag abgehaltenes Vorstellungsgespräch verwandelte dies in eine feste, arbeitgeberseitige Zusage. Als abzusehen war, dass ein für den aktuellen Arbeitgeber lebenswichtiges Projekt zu scheitern drohte, war die Entscheidung pro Auswanderung bereits getroffen, zumal die Fernbeziehung und die damit verbundenen Reieseaktionen (vor allem für die Perle) uns bereits mürbe zu machen begannen.</p>
<p>In einer eiligen Aktion unterschrieb ich also einen Arbeitsvertrag, kündigte sämtliche Verbindlichkeiten in Deutschland, schleppte all mein Hab und Gut temporär in eine Garage und machte mich Ende Juni mit nur dem Notwendigsten und dem Hund im Minivan auf den Weg gen Südosten. Bis Köln sollte ich kommen, dort blieb ich mit einem Motorschaden auf der Autobahn liegen. Der freundliche und absolut empfehlenswerte ADAC rettete mich aber aus meiner Notlage, schleppte mein Auto zurück nach Menden und stellte mir einen Mietvan zur Verfügung. Nach dem Umladen begann ich also, mit sechs Stunden Verspätung, meinen Umzug erneut.</p>
<p>Meine restliche Habe, die dem Sperrmüll entgangen war, holten die Perle und ich Ende Juli in einer abenteuerlichen Aktion mit einem mehr als klapprigen Malerfahrzeug, mein zwischenzeitlich mit einem Austauschmotor versehener Minivan folgte im Oktober.</p>
<p>In Österreich angekommen, zog ich ohne Umwege gleich mit Perle und Anhang in die kleine 3 ZKB Wohnung, gegenüber deren Lage die 5th Avenue wie ein lauschiges Dorfsträßchen anmuten muss. Lärm und Hektik allerorten, doch Rettung naht in Form eines für 2009 geplanten Hausbaus. Die meiste Zeit verbinge ich sowieso in einem Job, der sich deutlich langweiliger, wenn auch fordernder gestaltet, als gedacht. Zum 2. Mal in einem Jahr musste ich alles neu lernen, nur um nach drei Monaten in ein komplett neues Tätigkeitsfeld zu wechseln, dessen Einarbeitungsphase noch immer anhält. Microsoftsches Mausgeschubse ist mein Geschäft, es quält, doch es ernährt mich.</p>
<p>Seit Anfang November erwarten wir nunmehr ein Kind, was wir seit Ende November gesichert wissen. Damit sind die Karten auf unglaublich ergreifende Weise neu gemischt, Bedeutungshierarchien zerschmettert und der Fokus ganz neu justiert. Passenderweise habe ich, ebenfalls im November, in Unkenntnis auch endlich meine seit fünf Jahren fällige Scheidung in die Wege geleitet.</p>
<p>Experimente, Riskiken und halsbrecherische Spontanaktionen sind bis auf weiteres gestrichen, der böse Onkel wird nun braver, treusorgender, zuverlässiger Familienvater. Und er lernt, seine pathologischen Ruhe- und Rückzugsbedürfnisse zu ignorieren und muss bald auch seinen sich immer wieder verbal entladenden Jähzorn unter Kontrolle bekommen.</p>
<p>In 2008 habe ich vermutlich so wenig gesoffen und gefeiert, wie seit vielen Jahren nicht mehr, obwohl sich das Jahr ersteinmal heftig angelassen hatte. Zwischenzeitlich bin ich froh, wenn ich es nach drei oder vier Bier noch bis ins Bett schaffe und nicht ohnmächtig am Rechner zusammenbreche. Aber das ist gut so. Sagt meine Leber und meine neu erwachte Vernunft.</p>
<p>Viele Opfer foderte das letzte Jahr: Mit einigen Menschen habe ich für immer gebrochen, vier von fünf Webprojekten aufgegeben und nur zwei Neue gestartet. Meine &#8220;Heimat&#8221; endgültig verlassen und alle Brücken hinter mir eingerissen.</p>
<p>Alles in allem plane ich, diesen Weg in 2009 konsequent weiterzugehen: Nutzlosen Ballast abwerfen, keinen neuen mehr aufnehmen. Konzentration auf wenige, mir wichtige Dinge, die Zerstreutheit meiner Interessen bewusst kontrollierend. Raum und Zeit schaffen für Familie, Geld scheffeln und mich endlich ernsthaft diesem Blog widmen. Ein Hobby braucht schließlich der Mann. Und ein Sprachrohr brauche ich.</p>
<p>Frohes Neues!</p>
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