Austrianische Sprachschule (Teil II)
am 29. April 2010 unter Foo, Kultur muss auch mal sein abgelegt
Auch im zweiten Teil beschäftigen wir uns mit den sprachlichen Unterschieden in den beiden panalpinischen Nachbarländern im Sinne einer besseren Völkerverständigung.
Im ersten Schritt soll aber an dieser Stelle etwas tiefgründiger in die österreichische Seele eingedrungen werden, denn gegenseitiges Verständnis ist Grundvoraussetzung jedweder Kommunikation. Die (wenigen) Eigenheiten des Alpenländers führen bei den einen zu einem leicht exzentrischen Gesamteindruck, der andere bemüht den vielzitierten "Morbus austriacus" um seine Berührungsängste zu begründen. Wie man es jedoch auch immer nimmt: Der Österreicher an sich wird oftmals zu Unrecht belächelt, auch wenn er es sich oft selbst nicht zuzugeben getraut: Er ist ein vollwertiger Mensch und liebenswert, wenn man ihn erst einmal verstanden hat.
Am ehesten lässt sich das österreichische Selbstbild als "dialektisch" benennen. Offenkundig unvereinbare Gegensätze zeichnen es aus, jedoch wird der Österreicher niemals müde, diese Dialektik zu negieren: Sich einerseits stets dem großen Bruder Deutschland unterlegen zu fühlen, aber dennoch einen beinahe pathologischen Nationalstolz zu zelebrieren, schließt sich nicht aus. Der Österreicher ist halt schlicht weltoffen, bleibt aber gerne unter sich. Der Deutsche ist als Tourist (zu Recht) verhasst, als Einwanderer gefürchtet, aber man hat ihn halt lieb. Der Österreicher ist stolz ein Österreicher zu sein, aber er schämt sich eben dafür.
Wichtig zu begreifen ist noch, dass ein Österreicher niemals die Schuld trägt. Diese kann jederzeit einem anderen Österreicher aufgebürdet werden, wo sie jedoch ebenso entrüstet abprallt. Er trägt auch keine Verantwortung, konsequenterweise auch nicht für einen Erfolg. Das Schweigen eines Österreichers lässt sich am einfachsten als Zustimmung werten, alles andere führt zu nichts. Wenn ein Österreicher schweigt, schämt er sich meist, und wenn er sich schämt, dann schweigt er.
Man hat in Österreich ganz sicher die Arbeit nicht erfunden, oftmals steht man sich mit südländischem Phlegma selbst im Weg, ist aber keineswegs faul. Was getan werden muss, das wird getan, ansonsten machts ein anderer. Konflikten ist grundsätzlich aus dem Weg zu gehen. Ganz wichtig: Ohne Titel ist man als Österreicher GAR NICHTS.
Doch zurück zu den sprachlichen Tricks und Kniffen der bergüberwindenden Völkerverständigung, heute mit einem Fokus auf Redewendungen:



(Rosenmontag, Bolker Straße Düsseldorf, meine Wenigkeit im Kreise meiner ehrfürchtigen Fans. Die, die noch nicht umgehauen waren. Zumindest.)
Jahresrückblicke sind derweil allgegenwärtig und mir schon von daher unsympathisch. Mein persönliches Jahr 2008 war jedoch derart bewegt und von tiefschürfenden Änderungen geprägt, dass ich fast selbst befürchte, beizeiten den Überblick zu verlieren.