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	<title>schwarzsicht &#187; Asoziale Netzwerke</title>
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	<description>Pessimismus ist Realsatire</description>
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		<title>Die neuen Coolen</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 07:27:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Asoziale Netzwerke]]></category>
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Sogenannte &#34;Revoluzzer&#34; zeichneten sich fr&#252;herer Tage im Wesentlichen durch eine gezielt nonkonformistische Attit&#252;de, im Wesentlichen aber durch den Transport einer Aussage aus. Es wurde frontal Kritik am System, der Gesellschaft, oder der Menschheit im Allgemeinen ge&#252;bt, aber man hielt &#8211; zumindest theorethische &#8211; Alternativen bereit, n&#246;rgelte nicht nonkonstruktiv vor sich hin und stand letztlich mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img alt="a_bud_hur" class="aligncenter size-medium wp-image-623" height="199" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2010/02/a_bud_hur-300x199.jpg" title="a_bud_hur" width="300" /></p>
<p><strong>Sogenannte &quot;Revoluzzer&quot; zeichneten sich fr&uuml;herer Tage im Wesentlichen durch eine gezielt nonkonformistische Attit&uuml;de, im Wesentlichen aber durch den Transport einer Aussage aus. Es wurde frontal Kritik am System, der Gesellschaft, oder der Menschheit im Allgemeinen ge&uuml;bt, aber </strong><strong>man </strong><strong>hielt &#8211; zumindest theorethische &#8211; Alternativen bereit, n&ouml;rgelte nicht nonkonstruktiv vor sich hin und stand letztlich mit seiner eigenen Identit&auml;t f&uuml;r die eigene Meinung ein. <br />
	</strong></p>
<p>Das Web hat vieles ver&auml;ndert. Zwar nicht den &uuml;berbordenden Geltungsdrang des menschlichen Individuums selbst, wohl aber die Optionen, diesem ein Ventil zu schaffen. So gen&uuml;gen heute ein Internetanschluss und viel freie Zeit, aus einem arbeitslosen Sozialneurotiker einen Helden, einen Star, eine Gallionsfigur zu kreieren. Einziges Problem: Es gibt derer viele und die Masse tr&uuml;bt den so ersehnten Blick auf den Einzelnen. Alleinstellungsmerkmale sind also gefragt, Wege, aus der Masse an supercoolen Techies herauszustechen. Million&auml;re bietet das Netz inzwischen zu Milliarden, ein Helfersyndrom ist l&auml;ngst nicht mehr schick, Helden des Alltags transportieren Tag f&uuml;r Tag unseren Wollstandsm&uuml;ll ab.</p>
<p><span id="more-617"></span>Eine erstaunliche Tendenz geht also in Richtung asozialen Verhaltens in sozialen Netzwerken. Was auf den ersten Blick paradox erscheinen mag, ist letztlich zivilisatorisch eine logische Konsequenz: Wohlstand und das Fehlen existenzieller Sorgen f&ouml;rdern Individualismus, w&auml;hrend Not und &Auml;ngste die Menschen kollektivbereiter macher. W&auml;hrend Individualismus grunds&auml;tzlich ein positiv zu bewertendes Streben darstellt, l&auml;sst sich dieser jedoch auch krankhaft &uuml;bersteigern. Wer ist der asozialste Underdog? Wem gelingt es, durch menschenverachtende &Auml;u&szlig;erungen, seine Mitmenschen am st&auml;rksten zu schockieren?</p>
<p>In einer gesunden Gesellschaft wird asoziales und dissoziales Verhalten prim&auml;r durch F&uuml;rsorge zu korrigieren versucht, im Falle des Misserfolgs schlie&szlig;lich mit Ignoranz und Ausgrenzung gestraft. Wir hingegen beginnen jedoch, die Dissozialen zu heroisieren, ihnen ein am&uuml;siertes Publikum zu bieten, wenn sie den Konsum harter Drogen bagatellisieren, R&uuml;cksichtslosigkeit als Lebensmodell euphemisieren und sinnlose Morde phantasieren, &uuml;ber die wir uns lachend am Boden w&auml;lzen.</p>
<p>Ich muss gestehen, mich ebenfalls bereits erheitert zu haben, wenn namenlose Twitteruser peinlichste F&auml;kalanekdoten zum Besten geben, die sie auf immensen Dosierungen chemischer Drogen erlebt zu haben behaupten, wenn sie in einem Medium, in dem auch zahlreiche Jugendliche kommunizieren, das &quot;Klinken von E&#39;s&quot; zur normalen Wochenendbesch&auml;ftigung der coolen Partypeople stilisieren, Sexismus, Rassismus und Menschenverachtung als Lebensmotto anbieten, oder den Genuss einer Line Koks zum Statussymbol erheben.</p>
<p>Letztlich ist es die Gedankenlosigkeit im st&auml;ndigen gedanklichen Kreisen um uns selbst, die uns asoziale Verhaltensweisen an den Tag legen l&auml;sst, ohne sie als solche zu empfinden. Manchmal sollten wir alle einmal innehalten, den eigenen Egoismus und den Geltungsdrang zur Seite legen und ehrlich uns selbst und unser Tun reflektieren. Sofern wir noch dazu in der Lage sind.<br />
	<span style="font-weight: bold;"><br />
	</span></p>
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