Die neuen Coolen
am 23. Februar 2010 unter Foo abgelegt
Sogenannte "Revoluzzer" zeichneten sich früherer Tage im Wesentlichen durch eine gezielt nonkonformistische Attitüde, im Wesentlichen aber durch den Transport einer Aussage aus. Es wurde frontal Kritik am System, der Gesellschaft, oder der Menschheit im Allgemeinen geübt, aber man hielt – zumindest theorethische – Alternativen bereit, nörgelte nicht nonkonstruktiv vor sich hin und stand letztlich mit seiner eigenen Identität für die eigene Meinung ein.
Das Web hat vieles verändert. Zwar nicht den überbordenden Geltungsdrang des menschlichen Individuums selbst, wohl aber die Optionen, diesem ein Ventil zu schaffen. So genügen heute ein Internetanschluss und viel freie Zeit, aus einem arbeitslosen Sozialneurotiker einen Helden, einen Star, eine Gallionsfigur zu kreieren. Einziges Problem: Es gibt derer viele und die Masse trübt den so ersehnten Blick auf den Einzelnen. Alleinstellungsmerkmale sind also gefragt, Wege, aus der Masse an supercoolen Techies herauszustechen. Millionäre bietet das Netz inzwischen zu Milliarden, ein Helfersyndrom ist längst nicht mehr schick, Helden des Alltags transportieren Tag für Tag unseren Wollstandsmüll ab.