10 Jahre elektronische Datenverunstaltung (II)
am 21. Oktober 2009 unter Foo abgelegtViel reden. Immer viel mit den Leuten reden. Besser dreimal gesagt, das man noch kein Ergebnis hat, als den Kunden bis zur Fertigstellung schweben zu lassen. Wenn man viel mit den Leuten redet, fühlen die sich wichtig. Und wichtige Menschen möchten ihren Status behalten, darum machen sie sich nützlich.
Mit diesem Motto gelang es mir, mich von meinen Kunden, die ich eigentlich betreuen sollte, nach und nach in die Materie einarbeiten zu lassen. Mit enormem Zeitaufwand war dann irgendwann auch der ganz normale Geschäftsalltag zu bewältigen. Aus 30 Kunden wurden dann 50, bald 70 und schließlich über hundert. Mein monatelanges Flehen nach Verstärkung wurde irgendwann erhört, es wurde erst ein Team, später eine Abteilung gegründet, deren Leitung mir oblag.
Bald war mein Job nicht mehr die Beantwortung von Kundenanfragen, sondern die Ausbildung und “Überwachung” derer, die Anfragen bearbeiten sollten. Zunehmend beschäftigte ich mich mit Produktmanagement, bildet quasi eine Brücke zwischen Kundenbetreuer (und damit dem Kunden) und Entwicklern, was die Produktqualität signifikant verbesserte. Als ich richtig Ahnung hatte, musste ich zunehmend eigene Projekte umsetzen, Schulungen abhalten und wurde zu guter Letzt als Einmann-Deeskalationstrupp komplett verheizt. Ich arbeitete sieben Tage die Woche, immer noch 18 Stunden am Tag und besaß absolut gar kein Privatleben mehr. Tagsüber Reisetätigkeiten, zwischendurch Fernkoordination meiner Abteilung, abends Terminnach- und -vorbereitungen, Korrespondenz und Konzeptionelles. Am Wochenende dann alles, was meine Schergen über die Woche liegen gelassen hatten.