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	<title>schwarzsicht</title>
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	<description>Pessimismus ist Realsatire</description>
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		<title>Mann kommt ja zu nichts mehr</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 22:29:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foo]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ein paar Wochen habe ich vollmundig einen Wien-Beitrag angek&#252;ndigt. Niemals umgesetzt. Letztes Jahr schon das Projekt &#34;Alter Schuppen zu schickem, komfortablem Einfamilienhaus umbauen&#34; begonnen, auf der Mitte des Weges steckengeblieben. Es kommt halt IMMER anders, als Mann denkt&#8230;
	
Die Sockelleisten in den oberen Wohnr&#228;umen habe ich mit viel Not noch im letzten Jahr geklebt bekommen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor ein paar Wochen habe ich vollmundig einen Wien-Beitrag angek&uuml;ndigt. Niemals umgesetzt. Letztes Jahr schon das Projekt &quot;Alter Schuppen zu schickem, komfortablem Einfamilienhaus umbauen&quot; begonnen, auf der Mitte des Weges steckengeblieben. Es kommt halt IMMER anders, als Mann denkt&#8230;<br />
	</strong></p>
<p>Die Sockelleisten in den oberen Wohnr&auml;umen habe ich mit viel Not noch im letzten Jahr geklebt bekommen. Danach war ich erst einmal dauerm&uuml;de, anschlie&szlig;end daueranderweitigbesch&auml;ftigt. Es ist ein Trauerspiel, ein Jammertal, ein gnadenloser, allgegenw&auml;rtiger Spiegel der eigenen Erb&auml;rmlichkeit.</p>
<p>All die grossartigen Ideen und Projekte, die Mann sich als Single ausdenkt, aber aufschiebt, weil es sich f&uuml;r EINEN nicht lohnt, Mann sowieso vom High-Live zu geschw&auml;cht ist, ersaufen letztendlich im Familienleben.&nbsp; Und wenn einen eben dieses nicht v&ouml;llig verzehrt, ist es der Job. Auch der zufriedenste Low-Budget-Lebensk&uuml;nstler mit geringer Karrieremotivation wird zum Work-a-holic, wenn es darum geht, den Lebensstandard, wenn nicht die Ern&auml;hrungsgrundversorgung seiner Liebsten sicher zu stellen. Echte Not hat nur der erlebt, der sich unter echter Verzichtbereitschaft und -notwendigkeit im DrogerieMarkt f&uuml;r die Alnatura-Babynahrung entschieden hat, obwohl sie ganz und gar nicht ins Budget passte.</p>
<p><span id="more-732"></span>Freizeit als solche existiert nicht mehr. In den wenigen Minuten am Tage, in denen man sich aus den broterwerbsrelevanten T&auml;tigkeiten kurzfristig ausklinken kann, ist stets eine mehr oder minder genervte Mutter zur Stelle, die sehr genau weiss, was mit der freien Zeit anzufangen ist: Mann schleppt erb&auml;rmlich kreischende Babys ergebnislos beruhigend einwirkend durch die Gegend, unterst&uuml;tzt dumpf-unwillige Teenager bei den verhassten Hausaufgaben, oder schraubt der Schwiegermutter die SIM-Karte in das vertragsverl&auml;ngernde Schrott-Touch-Handy. Jeder ergreifbare Zeitrest geht in verzeifelten Bewusstlosigkeitsversuchen unter, oftmals knapp in Stunden, &ouml;fter noch gewaltsam beendet durch gegen die neue Selbstverantwortung des eigenst&auml;ndigen Aufstehens revoltierender Teenager.</p>
<p>Und wenn Mann irgendwann vermessen glaubt, er h&auml;tte einen gangbaren Zeitplan, soweit alles im Griff, gute Chancen auf ein f&uuml;r alle Beteiligten befriedigendes ein Erfolgserlebnis, findet sich unter hoher Wahrscheinlichkeit noch ein anderer Familienteil, der einem einen fetten, roten Stricht durch die Rechnung macht:</p>
<p>Nach zwei bitteren Jahren stillen Ertragens hatte ich mich endlich ausreichend zur Emanzipation entschlossen, beruflich einen Grossangriff zu starten, wohl wissend, dass dies einige Monate verst&auml;rkten Arbeitsanfalls bedeuten w&uuml;rde. Zur grossen Freude fiel dieser &quot;Angriff&quot; auf &uuml;beraus fruchtbaren Boden. Nebenbei wurde noch die Taufe meiner Tochter geplant, Einladungen gedruckt, Arrangements getroffen. Alle freuten sich auf diesen Termin, w&uuml;rden doch zu diesem Anlass auch die Uroma und die Oma v&auml;terlicherseits aus dem weit entfernten Deutschland wieder einmal anreisen. Ich begann eine Feuerstelle im Garten zu graben, um dem zu erwartenden Grillaufkommen gerecht werden zu k&ouml;nnen. Just als ich mich von der ersten Grabeetappe beim Reinigen des heimischen Pools entspannte (Familienv&auml;ter wissen: Es gibt keine Freizeitbesch&auml;ftigung ohne Allgemeinnutzen, bzw. darf es sie nicht geben!), erlangte ich telefonisch Kenntnis von dem Umstand, dass meiner im Prinzip blutjungen Mutter das Hirn explodiert sei. Cerebrale Massenblutung nach angeborener Missbildung, nennt sich das, im &uuml;bersetzten Fachjargon. Also: Ab ins Auto, scheiss auf den 16 Stundentag, bislang, 700 Kilometer abreissen, um wenigstens der im selben Haus lebenden und v&ouml;llig fertigen Urgrossmutter beistehen zu k&ouml;nnen.</p>
<p>Im Fazit: Muttern lag 4 1/2 Wochen auf Intensiv, beatmet, wurde gestern, immer noch beatmet, in eine Reha-Klinik verlegt, eine signifikante Besserung ihres Zustandes ist &uuml;ber all die Wochen nicht feststellbar, sie ist massiv eingetr&uuml;bt, fast vollst&auml;ndig halbseitengel&auml;hmt und kein Mensch weiss, ob sie je wieder ansatzweise ein klares Bewusstsein erlangt. Von den vergangenen vier Wochenenden war ich genau eines zuhause, an Dreien habe ich jeweils 2000 km mit dem Auto abgespult,&nbsp; mich um Urgrossmuttern gek&uuml;mmert, beschwichtigt, getr&ouml;stet, Zuspruch geleistet, chauffiert, organisiert, recherchiert und stand als Auskunft f&uuml;r alle Bekanntschaften Mutterns zur Verf&uuml;gung. Die Woche &uuml;ber habe ich meinen beruflichen Plan mit aller Gewalt weiter verfolgt, einmal angeleiert kann Mann so eine Karriere auch nicht mehr abwenden. Das Ganze unter massiven Verlusten: Ich weiss beim Aufwachen grunds&auml;tzlich nicht mehr, wo ich gerade bin (Reiset&auml;tigkeiten h&auml;uften sich zudem in den letzten Wochen), zuhause geht es drunter und dr&uuml;ber, meine elfmonatige Tochter mag mich nur mehr aus der Distanz, die Hunde kl&auml;ffen mich an, die Tauffeuerstelle liegt noch immer so brach, wie ich sie verlassen habe, vor f&uuml;nf Wochen, das drei Monate alte Leasingauto hat jetzt schon seine Laufleistung f&uuml;rs gesamte erste Jahr hinter sich, ich verliere so allm&auml;hlich aus Ersch&ouml;pfungsgr&uuml;nden jede Leichtigkeit und jeden Humor. Jeden Tag wollen 900 Dinge von mir getan sein, aber ich schaffe h&ouml;chstens 300. Alles kreist, rotiert, immer schneller, die Wirklichkeit f&uuml;hlt sich jeden Tag unwirklicher an, ich muss mich jeden Tag erneut aus dem immer dichter werdenden Schleier der ausstehenden Kapitulation gewaltsam und kr&auml;ftezehrend befreien. Nicht gut, denn meine Kr&auml;fte schwinden proportional zu den steigenden Anforderungen.</p>
<p>Nicht gut.&nbsp;</p>
<p>
	Mann kommt einfach zu nichts mehr.</p>
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		<title>Zwischenbericht</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2010/06/zwischenbericht/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 16:37:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Aufgrund eines famili&#228;ren Notfalls, der gepaart mit aktuell kr&#228;ftezehrenden, aber erforderlichen beruflichen Ver&#228;nderungen einhergeht, fehlte mir in den vergangenen Wochen jede Zeit einer Trivialit&#228;t wie dem Pflegen eines Blogs nachzugehen.
schwarzsicht.org ist dennoch nicht tot, ich bin bem&#252;ht, hier in Zukunft eventuell sogar interessante Schriebwerke anzubieten, sofern dies das verquere Hirn &#252;berhaupt erm&#246;glichen sollte.
Aktuell befinde ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aufgrund eines famili&auml;ren Notfalls, der gepaart mit aktuell kr&auml;ftezehrenden, aber erforderlichen beruflichen Ver&auml;nderungen einhergeht, fehlte mir in den vergangenen Wochen jede Zeit einer Trivialit&auml;t wie dem Pflegen eines Blogs nachzugehen.</p>
<p>schwarzsicht.org ist dennoch nicht tot, ich bin bem&uuml;ht, hier in Zukunft eventuell sogar interessante Schriebwerke anzubieten, sofern dies das verquere Hirn &uuml;berhaupt erm&ouml;glichen sollte.</p>
<p>Aktuell befinde ich mich f&uuml;r eine komplette Woche beruflich in Wien, Grund genug, dieser Alpenmetropole meine volle Aufmerksamkeit zu widmen. Und die meiner bescheidenen 2 Megapixel iPhonekamera.</p>
<p>Aktuell sieht das so aus:</p>
<p><a href="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/06/Naschmark_Wien_21.06.2010-18-34-22.jpg"><img alt="" class="aligncenter size-medium wp-image-729" height="225" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/06/Naschmark_Wien_21.06.2010-18-34-22-300x225.jpg" title="Naschmark_Wien_21.06.2010 18 34 22" width="300" /></a></p>
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		<title>Auf der Welle reiten</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2010/05/auf-der-welle-reiten/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 09:10:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foo]]></category>
		<category><![CDATA[Informationoverload]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
		<category><![CDATA[Nerdcontent]]></category>
		<category><![CDATA[Web]]></category>

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		<description><![CDATA[
Die statische Welt geht ihrem Ende entgegen. Information-Overload ist zum dramatischen Schlagwort geworden, Informationen bedr&#228;ngen uns geradezu &#252;berall.&#160; Wer fr&#252;her nur mit dem Tageszeitunglesen nicht hinterherkam, hetzt inzwischen Anrufen in Abwesenheit, Facebook-Statusupdates, Terminerinnerungen, unbeantworteten Emails, Twitternachrichten, RSS-Feeds und sonstigen Benachrichtungen welcher Web 2.0 Dienste auch immer hinterher. Gibt es ein Entkommen, aus der Flut?
Ganz klar: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/05/information-overload.jpg"><img alt="" class="aligncenter size-medium wp-image-724" height="179" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/05/information-overload-300x179.jpg" title="information overload" width="300" /></a></p>
<p><strong>Die statische Welt geht ihrem Ende entgegen. Information-Overload ist zum dramatischen Schlagwort geworden, Informationen bedr&auml;ngen uns geradezu &uuml;berall.&nbsp; Wer fr&uuml;her nur mit dem Tageszeitunglesen nicht hinterherkam, hetzt inzwischen Anrufen in Abwesenheit, Facebook-Statusupdates, Terminerinnerungen, unbeantworteten Emails, Twitternachrichten, RSS-Feeds und sonstigen Benachrichtungen welcher Web 2.0 Dienste auch immer hinterher. Gibt es ein Entkommen, aus der Flut?</strong></p>
<p>Ganz klar: Ja.</p>
<p>Das Rezept beinhaltet bereits der Titel dieses Beitrages. Vor einer Welle kann man sich nicht verstecken, auch Untertauchen f&uuml;hrt nicht zu ihrem Abebben. Sicherlich ist es wichtig, sich Auszeiten zu nehmen, sich gezielt tempor&auml;r abzuschotten, um das Leben auch im privaten, famili&auml;ren Bereich noch bewerkstelligen zu k&ouml;nnen, nur l&ouml;st dies nicht das Problem, denn in jeder Auszeit stauen sich neue Informationen an, die f&uuml;r neuen Stress sorgen werden.</p>
<p>Man kann eine Welle nur reiten. Dabei l&auml;sst man sich mitreissen, genie&szlig;t die Fahrt, so lange sie dauert, aber etwas das nie endet kann unm&ouml;glich vollumf&auml;nglich von au&szlig;en beobachtet und analysiert werden.</p>
<p>In Zeiten vor dem Internet, vor dem Mobiltelefon haben wir uns unsere Informationen zum Konsum gezielt ausgew&auml;hlt, in dem wir uns f&uuml;r EINE Zeitung, EINE Fernsehsendung, oder EIN Telefonat zur gleichen Zeit entschieden haben. Man hat sich selbst dazu erzogen, die verf&uuml;gbaren Informationen so effektiv und vollumf&auml;nglich aufzunehmen, wie nur eben m&ouml;glich. Inzwischen ertrinken wir geradezu in Redundanzen und Trivialit&auml;ten, die Selektion ist schwer bis unm&ouml;glich geworden. Hier heisst es: Mut zur L&uuml;cke beweisen! Man kann und muss nicht alles lesen, betrachten und belauschen, was das allgegenw&auml;rtige Medienangebot uns entgegenschleudert.</p>
<p><span id="more-722"></span>Das grossartige an Masseninformationen ist, dass sie sich selbst filtern. Triviales geht unter im Strom, der Einzelne darf jedoch fest darauf vertrauen, dass die Redundanz des Nontrivialen die f&uuml;r ihn wichtigen Informationen sicher zu ihm tr&auml;gt. Man merke sich schlicht:&nbsp; Wenn etwas wichtig ist, wird es von jemandem wiederholt werden, dem man sowieso zuh&ouml;rt. Die Information organisiert sich somit selbst, wenn man die Gelassenheit aufbringt, sich auch zu gestatten, einmal etwas zu verpassen und auf &quot;seine Information&quot; zu warten. Sie wird sich ihren Weg bahnen!</p>
<p>Ein Beispiel: Seit ich mehr als 50 Personen auf Twitter folge, ist es mir unm&ouml;glich geworden, alles, was in meine Timeline geschrieben wird, auch zu lesen. Mir fehlt definitiv die Zeit! Auch Nachholen ist nicht mehr m&ouml;glich, wenn man am Ende des Tages tausende von Nachrichten verpasst hat, von denen gewiss 90 % in jeder Hinsicht irrelevant f&uuml;r einen sind. Ich nehme mir also bewusst gelegentlich Zeit, in den &quot;Stream&quot; einzutauchen und erfasse Momentaufnahmen. Sofern es relevante oder interessante&nbsp; Informationen gegeben hat, finden sie sich in aller Regel in dieser Momentaufnahme wieder, oder aber mein soziales Umfeld tr&auml;gt sie mir bewusst mittels einer @-Reply zu. Auf diese Weise kann ich ganz entspannt auch mal ein komplettes Wochenende weg vom Rechner, ich habe inzwischen nicht mehr die Sorge, mir entginge etwas.</p>
<p>Diese Wellen-Metapher l&auml;sst sich nicht nur auf Twitter, sondern auf die gesamte Informationsflut anwenden. Vorsicht nur im Berufsleben, manchmal kommt es eben doch drauf an, ALLES mitzubekommen &#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Generation &#8220;Digital Natives&#8221; und die Idiosynkrasie des verkauften Internets</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2010/05/generation-digital-natives-und-die-idiosynkrasie-des-verkauften-internets/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 12:37:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foo]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[-
Aktuell in aller Munde, treiben sie den &#34;alten S&#228;cken&#34; der IT &#8211; Branche wahlweise Bewunderungssschauer &#252;ber die Innenarme, oder den Angstschweiss ins Gesicht. Kaum jemand weiss allerdings viel mehr &#252;ber die ins digitale Zeitalter Geborenen, als dass sie mit dem Medium Internet geboren wurden. Wer sind sie? Was machen sie? Was k&#246;nnen sie?
	
Nach 1980 geboren, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/05/digitalnatives.jpg"><img alt="" class="aligncenter size-full wp-image-714" height="298" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/05/digitalnatives.jpg" title="digitalnatives" width="300" />-</a></p>
<p><strong>Aktuell in aller Munde, treiben sie den &quot;alten S&auml;cken&quot; der IT &#8211; Branche wahlweise Bewunderungssschauer &uuml;ber die Innenarme, oder den Angstschweiss ins Gesicht. Kaum jemand weiss allerdings viel mehr &uuml;ber die ins digitale Zeitalter Geborenen, als dass sie mit dem Medium Internet geboren wurden. Wer sind sie? Was machen sie? Was k&ouml;nnen sie?<br />
	</strong></p>
<p>Nach 1980 geboren, mit PC, Handy und Spielekonsole aufgewachsen, schon fr&uuml;h im Internet vernetzt und von v&ouml;llig anderer Gedankenstruktur, das sind die offiziellen Voraussetzungen f&uuml;r einen &quot;Digital Native&quot;. Realistisch betrachtet k&ouml;nnen aber mit dem Internet aufgewachsenen kaum vor 1990 geboren sein, gehen wir also davon aus, das ein waschechter &quot;Native&quot; keinesfalls &auml;lter als zwanzig Jahre sein mag, mit Stand heute.</p>
<p>Die Wissenschaft bescheinigt ihnen signifikante, neue F&auml;higkeiten im Umgang mit Informationen: Sie seien Multitaskingf&auml;hig, verf&uuml;gten &uuml;ber ein deutlich beschleunigtes Auffassungsverm&ouml;gen, gingen mit technischen Neuerungen wie selbstverst&auml;ndlich um, seien hochgradig vernetzt und vielseitigst interessiert. Im Gegenzug wird ihnen eine verk&uuml;rzte Aufmerksamkeitsspanne, Unkonzentriertheit und Oberfl&auml;chlichkeit attestiert.</p>
<p><span id="more-707"></span>Ich f&uuml;r meinen Teil begann mich im biblischen Alter von etwa 22 Jahren mit dem Internet zu besch&auml;ftigen. Viel fr&uuml;her war es jedoch auch f&uuml;r den allgemeinen P&ouml;bel gar nicht zug&auml;nglich. Die Anfangszeit des Netzes war von grosser Verwirrung bei den Nutzern und &quot;geht nicht&quot; bei den technischen Gegebenheiten gepr&auml;gt. Die Verbindungsgeschwindigkeiten waren katastrophal langsam, an die &Uuml;bertragung eines Videos war nicht einmal zu denken. Es handelte sich um Neuland, es machte grossen Spass, seine Unvollkommenheit zu ergr&uuml;nden, seine M&ouml;glichkeiten auszubauen und die eigenen Visionen zu leben. Ein Nerdt&uuml;mpel voller <em>Porn und Tech</em>, wenn man so will. Wer damals im Netz kommunizierte, tat dies mit Gleichgesinnten und wurde von der au&szlig;enstehenden Mehrheit als &quot;Freak&quot; verlacht.</p>
<p>So um das Jahr 2000 zog das Internet schlie&szlig;lich auch in die weniger freakigen Haushalte ein, Breitabandanschl&uuml;sse wurden allm&auml;hlich finanzierbar, die Masse begab sich ins Netz, mailte, chattete und downloadete, was die Leitungen hergaben. Immer mehr und mehr kommerzielle Interessen wurden ins Netz transportiert, das Netz selbst wuchs explosionsartig, wurde immer un&uuml;bersichtlicher und immer verm&uuml;llter. In den postmillenischen Jahren wurde es f&uuml;r den Normalverbraucher immer schwieriger, sich den Weg zu Informationen selbst zu bahnen, Google und Co verdienten Milliarden mit dieser Hilflosigkeit, indem sie den Suchenden mit Werbung beschossen.</p>
<p>Heutzutage ist ein Netz ohne Kommerz, ohne Werbung und ohne &quot;Premium-Content&quot; f&uuml;r den zahlenden Kunden kaum mehr vorstellbar. Alles ist bunt, supereinfach zu bedienen, jeder kann alles, &uuml;berall. Auch die Zugangsger&auml;te haben sich immer mehr zu massentauglichen Konsumger&auml;ten gewandelt, zu bl&ouml;d f&uuml;r das Internet kann heute tats&auml;chlich niemand mehr sein. So bewegen sich also die Netzkiddies wie selbstverst&auml;ndlich in dem sie umgebenden &quot;Netz&quot;, das sie jedoch in seinen Grundlagen nicht mehr verstehen, nicht mehr verstehen m&uuml;ssen. Der normale Internetuser ist reiner Konsument geworden, er &quot;konsumiert&quot; Kommunikation und &quot;konsumiert&quot; die Option, sich selbst Aufmerksamkeit zu verschaffen und seine eigenen &quot;Inhalte&quot; zu transportieren.</p>
<p>Immer weiter trivialisierter &quot;Content&quot; wird via Twitter, Facebook, studiVZ, schuelerVZ und armleuchterVZ in den digitalen &Auml;ther geblasen, Bandbreite und Speicherplatz sind f&uuml;r die Produzenten weder ein Thema, noch Begrifflichkeiten. Die allgegenw&auml;rtige, kommerzfinanzierte &quot;Usability&quot; ist eine grossartige Angelegenheit, erm&ouml;glicht sie tats&auml;chlich der breiten Masse die Vernetzung, allerdings birgt sie auch eine nicht zu untersch&auml;tzende Gefahr:</p>
<p><strong>Der zum Konsum Gedrillte fragt nicht mehr warum und wieso. Er konsumiert schlicht.<br />
	</strong></p>
<p>Und diese These deckt sich bedauerlicherweise mit meinen pers&ouml;nlichen Erfahrungen: Im beruflichen Umfeld habe ich immer wieder mit sehr jungen Menschen zu tun, die mit einer wohlklingenden Fachausbildung absolut nichts anzufangen wissen. Sie beherrschen die absolut obersten Bereiche der High-Level-Technologie, bedienen im Schlaf fertige Produkte, programmieren kleine Widgets und Addons in (Verzeihung!) h&ouml;heren Trottelsprachen wie Java, C# oder Visual Basic, installieren und erweitern PHP oder weiss-der-Henker-was-Webbapplikationen, &quot;komponieren&quot; Funktionalit&auml;t anhand vorgesetzter Frameworks, haben aber keinen blassen Schimmer mehr &uuml;ber die dahinterliegende Technik.</p>
<p>Im Privaten mal einen Teenager gefrag:<em> &quot;Was macht denn f&uuml;r Dich das Internet aus?&quot; &#8211; &quot;Facebook und Youtube!&quot; &#8211; &quot;Sonst nichts? Spielst Du wirklich nur rum?&quot; &#8211; &quot;&Auml;h, naja, manchmal f&uuml;r die Schule noch Google. Aber das ist verwirrend, da kommt immer so viel Schrott.&quot;</em></p>
<p>Der Punkt ist: Die sogenannten &quot;Digital Natives&quot; sehen das Netz nicht mehr als reine Infrastruktur zur Informations&uuml;bermittlung mit faszinierenden M&ouml;glichkeiten zur kreativen Gestaltung, sondern betrachten ein paar wenige, von ihnen und ihrem Umfeld genutze, kommerzielle DIENSTE als &quot;DAS INTERNET&quot;.</p>
<p>Vermutlich klinge ich bereits wie ein Netzgreis, mit dem ewig warnenden Finger vor jedweder Ver&auml;nderung, aber genau hier sehe ich eine Gefahr f&uuml;r k&uuml;nftige Generationen: Wenn nur mehr genutzt wird, ohne zu hinterfragen, ohne zu erforschen, ohne zu verstehen, dann wird irgendwann niemand mehr wissen, wie es funktioniert. Es kann auf diesem Wege auch nur begrenzten Fortschritt geben, indem Vorhandenes neu kombiniert wird. M&ouml;glicherweise reicht das aus, doch ich mag daran nicht glauben.</p>
<p>
	Was man den neuen Netzmenschen lassen muss: Sie haben den Informationsfluss als ebensolchen begriffen, was sehr vielen &quot;Immigranten&quot; noch &uuml;beraus schwer f&auml;llt: Man kann aus ihm sch&ouml;pfen, aber man kann ihn niemals austrinken. Diese Erkenntnis f&uuml;r &quot;oberfl&auml;chlich&quot; zu halten ist dann wohl oberfl&auml;chlich.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Austrianische Sprachschule (Teil II)</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2010/04/austrianische-sprachschule-teil-ii/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 11:09:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foo]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur muss auch mal sein]]></category>
		<category><![CDATA[austrianisch]]></category>
		<category><![CDATA[Auswanderung]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[
Auch im zweiten Teil besch&#228;ftigen wir uns mit den sprachlichen Unterschieden in den beiden panalpinischen Nachbarl&#228;ndern im Sinne einer besseren V&#246;lkerverst&#228;ndigung.
	
Im ersten Schritt soll aber an dieser Stelle etwas&#160; tiefgr&#252;ndiger in die &#246;sterreichische Seele eingedrungen werden, denn gegenseitiges Verst&#228;ndnis ist Grundvoraussetzung jedweder Kommunikation. Die (wenigen) Eigenheiten des Alpenl&#228;nders f&#252;hren bei den einen zu einem leicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img alt="Deutschland-Oesterreich" class="aligncenter size-full wp-image-638" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/02/Deutschland-Oesterreich.jpg" style="width: 327px; height: 260px;" title="Deutschland-Oesterreich" /></p>
<p><strong>Auch im zweiten Teil besch&auml;ftigen wir uns mit den sprachlichen Unterschieden in den beiden panalpinischen Nachbarl&auml;ndern im Sinne einer besseren V&ouml;lkerverst&auml;ndigung.<br />
	</strong></p>
<p>Im ersten Schritt soll aber an dieser Stelle etwas&nbsp; tiefgr&uuml;ndiger in die &ouml;sterreichische Seele eingedrungen werden, denn gegenseitiges Verst&auml;ndnis ist Grundvoraussetzung jedweder Kommunikation. Die (wenigen) Eigenheiten des Alpenl&auml;nders f&uuml;hren bei den einen zu einem leicht exzentrischen Gesamteindruck, der andere bem&uuml;ht den vielzitierten &quot;<a href="http://www.ostarrichi.org/wort-18623-at-Eintrag_ist_mehr_als_schlecht!.html" target="_blank">Morbus austriacus</a>&quot; um seine Ber&uuml;hrungs&auml;ngste zu begr&uuml;nden. Wie man es jedoch auch immer nimmt: Der &Ouml;sterreicher an sich wird oftmals zu Unrecht bel&auml;chelt, auch wenn er es sich oft selbst nicht zuzugeben getraut: Er ist ein vollwertiger Mensch und liebenswert, wenn man ihn erst einmal verstanden hat.</p>
<p>Am ehesten l&auml;sst sich das &ouml;sterreichische Selbstbild als &quot;dialektisch&quot; benennen. Offenkundig unvereinbare Gegens&auml;tze zeichnen es aus, jedoch wird der &Ouml;sterreicher niemals m&uuml;de, diese Dialektik zu negieren: Sich einerseits stets dem gro&szlig;en Bruder Deutschland unterlegen zu f&uuml;hlen, aber dennoch einen beinahe pathologischen Nationalstolz zu zelebrieren, schlie&szlig;t sich nicht aus. Der &Ouml;sterreicher ist halt schlicht weltoffen, bleibt aber gerne unter sich. Der Deutsche ist als Tourist (zu Recht) verhasst, als Einwanderer gef&uuml;rchtet, aber man hat ihn halt lieb. Der &Ouml;sterreicher ist stolz ein &Ouml;sterreicher zu sein, aber er sch&auml;mt sich eben daf&uuml;r.</p>
<p>Wichtig zu begreifen ist noch, dass ein &Ouml;sterreicher niemals die Schuld tr&auml;gt. Diese kann jederzeit einem anderen &Ouml;sterreicher aufgeb&uuml;rdet werden, wo sie jedoch ebenso entr&uuml;stet abprallt. Er tr&auml;gt auch keine Verantwortung, konsequenterweise auch nicht f&uuml;r einen Erfolg. Das Schweigen eines &Ouml;sterreichers l&auml;sst sich am einfachsten als Zustimmung werten, alles andere f&uuml;hrt zu nichts. Wenn ein &Ouml;sterreicher schweigt, sch&auml;mt er sich meist, und wenn er sich sch&auml;mt, dann schweigt er.</p>
<p>Man hat in &Ouml;sterreich ganz sicher die Arbeit nicht erfunden, oftmals steht man sich mit s&uuml;dl&auml;ndischem Phlegma selbst im Weg, ist aber keineswegs faul. Was getan werden muss, das wird getan, ansonsten machts ein anderer. Konflikten ist grunds&auml;tzlich aus dem Weg zu gehen. Ganz wichtig: Ohne Titel ist man als &Ouml;sterreicher GAR NICHTS.</p>
<p>Doch zur&uuml;ck zu den sprachlichen Tricks und Kniffen der berg&uuml;berwindenden V&ouml;lkerverst&auml;ndigung, heute mit einem Fokus auf Redewendungen:</p>
<p><span id="more-681"></span><strong>- &quot;Host die faschiatn Laiberln, die gschimperten, aufn Mist g`haun, Du Wiarschtl, Du gschlamperts?&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Hier zeigt sich deutlich der bajuvarische Sprachstamm: Adjektive werden gerne als Relativsatz zu ihrer Verst&auml;rkung ausgelagert. Der Sprecher m&ouml;chte sich hier bei uns erkundigen, ob wir die schimmligen Frikadellen entsorgt haben, und dass er uns f&uuml;r einen liderlichen, schwer ernstzunehmenden Menschen h&auml;lt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Do konnst ka Leiberl mit reissn!&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Entspricht im Wesentlichen dem deutschen &quot;Da kann man keinen Blumentopf mit gewinnen&quot; und beschreibt ein Vorhaben mit geringen Erfolgsaussichten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Glei sp&uuml;hts Granada!&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Malerische Umschreibe der Tatsache, dass das aktuelle Verhalten alsbald negative Konsequenzen nach sich ziehen wird. Diese Redewendung begr&uuml;ndet sich aus der ebenso begr&uuml;ndeten Angst &ouml;sterreichischer Soldaten vor einem Granatenhagel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Habe die Ehre!&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Mehrfach gebr&auml;uchlich, meist aber in verst&auml;rkender Intension nach einer gewagten Ansprache, oder in Form von &quot;Na, hobe die Ehre!&quot; im Sinne von &quot;Um Gottes Willen!&quot;.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Ned deppert wern!&quot;</strong></p>
<p>Beruhigende Floskel im Eifer des Gefechts im Sinne von &quot;Nur die Ruhe bewahren!&quot;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Da Hearst is scho gschduabm&quot;</strong></p>
<p>Der &Ouml;sterreicher fordert gerne anonym adressiert zum Zuh&ouml;ren auf, in dem er beherzt &quot;HEAST!?&quot; (&quot;H&ouml;rst Du!?&quot;) br&uuml;llt. Die ad&auml;quate Antwort darauf lautet, der &quot;H&ouml;rst Du&quot; sei zwischenzeitlich verstorben, was den Sprecher auf seine Unh&ouml;flichkeit aufmerksam machen soll.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Ka G&ouml;d, ka Musi!</strong>&quot;</p>
<p>Die alpine Entsprechung von &quot;Ohne Moos, nichts los&quot;. Der &Ouml;sterreicher weist den Bittsteller hiermit h&ouml;flich darauf hin, dass er seine Leistungen und Waren nicht unentgeltlich feilzubieten gedenkt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Do kummst ins Schwitzn wie a Fiamg&ouml;d&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Der &quot;G&ouml;d&quot; bezeichnet den Onkel, hier ist also der Firmpate gemeint, der ob der zu erwartenden Kosten des zu leistenden Firmgeschenks in Bedr&auml;ngnis ger&auml;t.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Wer lang sudert, wird ned pudert&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Wer zu viel Zeit zum Beklagen seines Schicksals aufw&auml;ndet, darf nicht davon ausgehen, alsbald Geschlechtsverkehr zu haben. Will meinen: Wer nur jammert, kommt zu nichts.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Glick is a Vogerl&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Gl&uuml;ck ist fl&uuml;chtig und wandert stets leichtf&uuml;ssig vom einem zum andern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>- &quot;Bessa a wocklada Staumdisch, ois a feste Hockn&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Besser ein wackliger Stammtisch, als ein fester Arbeitsplatz. Hier wird die Grundmentalit&auml;t des &Ouml;sterreichers trefflichst beschrieben, verst&auml;rkt nur noch durch</p>
<p><strong>- &quot;Liaba an Bauch vom Saufn, ois a Buckl vom hockln&quot;<br />
	</strong></p>
<p>Beide geben klar Richtung auf die beliebteste Freizeitt&auml;tigkeit des m&auml;nnlichen &Ouml;sterreichers: Das Saufen.</p>
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		<title>Willkommmen zurück!</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 15:03:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foo]]></category>
		<category><![CDATA[blog]]></category>
		<category><![CDATA[Umleitung]]></category>
		<category><![CDATA[Umzug]]></category>

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		<description><![CDATA[
Herzlichen Dank, dass Sie meiner Umleitung gefolgt sind, Sie haben Ihr Ziel erreicht Sollten sie dies nicht und neu hierher gefunden haben: Ignorieren Sie alles, was Sie nicht verstehen. 
	
Leider brachen auf dem alten Blog immer mehr und mehr Funktionen ohne erkennbaren Grund weg, die Erreichbarkeit war eine Katastrophe und der Support des Hosters nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/04/ausfahrt.jpg"><img alt="" class="alignnone size-medium wp-image-668" height="195" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/04/ausfahrt-300x195.jpg" title="ausfahrt" width="300" /></a></p>
<p><strong>Herzlichen Dank, dass Sie meiner Umleitung gefolgt sind, Sie haben Ihr Ziel erreicht Sollten sie dies nicht und neu hierher gefunden haben: Ignorieren Sie alles, was Sie nicht verstehen. <br />
	</strong></p>
<p>Leider brachen auf dem alten Blog immer mehr und mehr Funktionen ohne erkennbaren Grund weg, die Erreichbarkeit war eine Katastrophe und der Support des Hosters nicht unbedingt der Willigste. Mich nerven Fehler, die ich nicht selbst beheben kann, mich nervt, wenn ich Ideen nicht spontan umsetzen kann. Also lag nur ein Schluss nahe: Auf einen selbstadministrierten Webspace umziehen!</p>
<p>Seit einigen Wochen habe ich wieder einen Rootserver angemietet, der urspr&uuml;nglich eher f&uuml;r andere Aufgaben gedacht war, als dumpfer Werbserver zu sein. Jetzt &uuml;bernimmt er diese Aufgabe eben auch noch. Und was mir vermutlich kaum einer glauben mag: </p>
<p><em><strong>schwarzsicht.org l&auml;uft jetzt auf Windows. <br />
	</strong></em></p>
<p>
	Ja, mir ist auch noch &uuml;beraus mulmig, aber man wird sehen, wie es sich schl&auml;gt.</p>
<p>Als kleines Umzugsschmankerl <strong>habe ich dem Blog nun ein iPhone-Theme spendiert,</strong> welches das Blog auf mobilen Endger&auml;ten optimiert darstellt.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Herr Schulz und ich&#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 23:43:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foo]]></category>

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		<description><![CDATA[
Es ist eine lange Geschichte, inzwischen, die wir miteinander teilen, &#252;ber jede Artgrenze hinaus. Ich bin beileibe kein Menschenfreund, noch weniger Tierfreund, von meinen Essgewohnheiten abgesehen. Es ist &#228;usserst selten, dass ich eine Wesenheit &#34;Freund&#34; nenne, doch Herr Schulz muss sich das zwischenzeitlich fast t&#228;glich anh&#246;ren. 
Er ist etwas Besonderes, unbestritten. F&#252;r mich ist er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/03/schulz_titel.jpg"><img alt="" class="aligncenter size-full wp-image-652" height="300" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/03/schulz_titel.jpg" title="schulz_titel" width="238" /></a></p>
<p><strong>Es ist eine lange Geschichte, inzwischen, die wir miteinander teilen, &uuml;ber jede Artgrenze hinaus. Ich bin beileibe kein Menschenfreund, noch weniger Tierfreund, von meinen Essgewohnheiten abgesehen. Es ist &auml;usserst selten, dass ich eine Wesenheit &quot;Freund&quot; nenne, doch Herr Schulz muss sich das zwischenzeitlich fast t&auml;glich anh&ouml;ren. </strong></p>
<p>Er ist etwas Besonderes, unbestritten. F&uuml;r mich ist er lange Zeit der triftigste Grund gewesen, am Leben zu bleiben. Heute verdanke ich ihm schlicht, mein Gl&uuml;ck noch erleben zu d&uuml;rfen.</p>
<p>Wir sind im Jahre 2003. Dezember. Ich befinde mich in einer etwas beschwerlichen Lebensphase, meine Ehe ist gerade gescheitert, meine Gattin aus der gemeinsam gegr&uuml;ndeten WG gerade ausgezogen. Ich f&uuml;hle mich frei und erleichtert, doch ist ein Mangel bereits sp&uuml;rbar: Ich kann mich nur schlecht um mich selbst k&uuml;mmern, umso besser um andere. Aber da ist gerade niemand. Meine WG Mitbewohner sind aktuell alle gut drauf, an meiner F&uuml;rsorge besteht kein Bedarf.</p>
<p>An einem grauen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, nicht sonderlich kalt, aber feucht und niederdr&uuml;ckend, verlasse ich mein Bett, zum ersten Mal seit Tagen, um einen Spaziergang zu machen. Ich war niemals der Spazierg&auml;nger, aber die besondere Situation trug besondere Fr&uuml;chte. So begab es sich, das ich mich in meinem neu erworbenen, finanziell v&ouml;llig unhaltbaren, Sportwagen von Dormagen, meinem damaligen Wohnort, zuf&auml;llig nach Rommerskirchen begab, um dort meinem irrationalen Bewegungstrieb freien Lauf zu lassen. Ich war etwa eine Viertelstunde strammen Schrittes unterwegs, bereits am Ende meiner beschr&auml;nkten Kr&auml;fte (ich hatte sehr schnell 40 Kilo abgenommen, was meine Kondition seinerzeit sp&uuml;rbar schw&auml;chte), als aus dem knirschenden Geb&uuml;sch pl&ouml;tzlich ein b&ouml;sartiger Wolf mir entgegensprang und mich missg&uuml;nstig musterte. Ich musterte um einiges missg&uuml;nstiger zur&uuml;ck, was mein fletschendes Gegen&uuml;ber jedoch kaum beeindruckte. Sicherheitshalber mit den H&auml;nden in der Hosentasche setzte ich meinen Weg, die Zaghaftigkeit schlecht &uuml;berspielend, schnittig fort. Das Untier dicht an meinen Fesseln.</p>
<p><span id="more-641"></span>In Gedanken eine Weile verloren, verlangte der handels&uuml;bliche Jungesellenkater schlie&szlig;lich seinen Zoll: Die Situation mit dem r&auml;udigen Getier im Schlepptau ging mir auf den Sack. Ich hielt also inne und stellte mich der Situation, in dem ich in die Hocke ging und das Monster lockte. Dieses stieg spontan auf meine Finte ein, n&auml;herte sich, und sank schlie&szlig;lich unter meinen kraulenden Hand zu Boden. Irgendetwas muss zu just diesem Zeitpunkt in mir passiert sein, ich erinnere mich nicht, aber ich konnte diese stinkende T&ouml;le ab diesem Zeitpunkt nicht wieder vergessen. Alsbald gesellte sich ein reckenhafter, blonder J&uuml;ngling zu uns, der, sehr besorgt um meinen Gesundheitszustand, mich und das mir nachtrottende Tier dar&uuml;ber aufkl&auml;rte, dass es sich bei Letzterem um einen entlaufenen Tierheimsstr&auml;fling handelte, der als &quot;gef&auml;hrlich&quot; eingestuft den Zwinger eigentlich nicht h&auml;tte verlassen d&uuml;rfen. Ich begleitete die beiden noch zur&uuml;ck bis zum Tierheim und lauschte ehrf&uuml;rchtig den blutigen Lebensl&auml;ufen der Vorbesitzer und zog dann alleine meines Weges.</p>
<p>In der folgenden Nacht tr&auml;umte ich das Erlebnis wieder und wieder. Auch in der darauf Folgenden. Es lie&szlig; mich faktisch nicht mehr los. Also besuchte ich alsbald das genannte Tierheim und den dort zum Einschl&auml;fern verknasteten R&auml;udigen. Mit etwas argumentatorischer &Uuml;berlegenheit &uuml;berzeugte ich die verantwortliche Tierheimleiterin, mich unter Leinenzwang mit dem seinerzeit auf den Namen &quot;Rambo&quot; keineswegs h&ouml;renden Sch&auml;ferhund/Rottweilermischling ausgehen zu lassen. Schon nach dem ersten Ausgang war irgendwie klar, das wir auf eine ganz besonders abstruse Weise irgendwie zusammen geh&ouml;rten. In unseren Psychosen waren wir damals sicherlich gleich gef&auml;hrlich. Nur hatte er l&auml;ngere Z&auml;hne.</p>
<p>Es dauerte rund eine Woche, das Tierheim davon zu &uuml;berzeugen, dass der Hund nicht eingeschl&auml;fert, sondern freigelassen werden muss. Und nur zwei Wochen, bis ich die WG von der Tatsache &uuml;berzeugt hatte, dass entweder der Hund bei uns einzieht, oder alle einen f&uuml;rchterlichen, qualvollen Tod zu sterben im Begriff sind. Die ersten drei Wochen waren anstrengend. &quot;Herr Schulz&quot;, ehemals &quot;Rambo&quot; (Der sich den neuen, geringf&uuml;gig weniger asozialen Namen &uuml;brigens selbst gab, als er beim ersten Probespaziergang mit unserem canophobischen WG-Mitglied sich just bei dessen kapitalen R&uuml;lpser die Pfote an der Stirn rieb) war deutlich scheuer, als gedacht und vermied jeden Kontakt zu uns, seinen Mitmenschen. Er hatte eine sehr unerfreuliche Vorgeschichte mit Menschen, seine Vorbesitzer hatten ihn beide brutalst misshandelt, wovon seine vielf&auml;ltigen Narben bis heute zeugen. Nach drei Wochen wurde seitens des Tierheims letztmalig seine Unterkunft &uuml;berpr&uuml;ft. Wir bestanden anstandslos.</p>
<p>Bis dahin hatte sich Herr Schulz immer in gesundem Abstand zu uns aufgehalten, mit leichter Tendenz zu wachsender Vertraulichkeit. Exakt einen Tag nach meiner Unterzeichnung des endg&uuml;ltigen &Uuml;bernahmevertrags biss er mich erstmals bis auf den Knochen in die Hand. In die WG f&uuml;gte er sich ansonsten recht problemlos ein, nur mich biss er immer wieder. Ich habe weit &uuml;ber ein Jahr gebraucht, um sein Problem zu erkennen: Angstbeisser. Menschliche H&auml;nde, Pantoffeln, TV-Zeitschriften, glimmende Zigaretten und Bierflaschen machten ihm echte Probleme. Darauf konnte ich mich im Laufe der Zeit einstellen. Zwar habe ich oft dar&uuml;ber nachgedacht, ihn wieder abzugeben, aber ein Wort ist ein Wort. Auch einem verr&uuml;ckten Hund gegen&uuml;ber, wie ich finde.</p>
<p>Die WG l&ouml;ste sich irgendwann auf, ich zog mit Herrn Schulz in eine Zweizimmerwohnung ins Zentrum von D&uuml;sseldorf. Ich soff, verliebte mich schlie&szlig;lich, bis sie starb, bekam Krebs mit der Prognose: Keine, lebte dennoch weiter, war jahrelang in einem Sumpf aus Alkohol, Weibern und Drogen gefangen, wurde depressiv, sah kein Licht mehr am Ende eines nicht mal erkannten Tunnels, aber Herr Schulz war immer bei mir. Dankbar f&uuml;r jeden Kilometer, den ich mit ihm den Wald durchstriff, letztlich dankbar f&uuml;r jede streichelnde Ber&uuml;hrung, f&uuml;r jede wohlmeinende Zuwendung. Schlie&szlig;lich fing ich mich wieder, &uuml;berlebt hatte ich oft nur wegen des mehr als starken Verantwortungsgef&uuml;hls diesem Tier gegen&uuml;ber, der von Woche zu Woche, von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr immer mehr Vertrauen in mich setzten konnte. Es gab Zeiten da schliefen wir zusammen in einem Bett. Wasserbett, Hunde hassen so etwas Schwankendes, f&uuml;r gew&ouml;hnlich. Wir hatten Jahre, da waren wir wirklich arm. Er frass die trockenen Nudeln, die ich mit ihm teilte, weil f&uuml;r mehr mitunter kein Geld mehr da war. Irgendwann hat er dann gelernt, wieder zu l&auml;cheln. Klingt bescheuert, aber so ein Hundsl&auml;cheln ist schon etwas Besonderes, wenn ein Wesen so lange und &uuml;bel gelitten hat. Zwischenduch lernten wir dann eine kleine Familie kennen, in die wir uns zu integrieren bereit waren. Als die Beziehung kriselte, verlor wohl auch er das Vertrauen und kniff die beiden kleinen M&auml;dels jeweils einmal in die Hand. Furchtbare Situation, ich war kurzzeitig derart entt&auml;uscht und geschockt von ihm, das ich ernsthaft entschieden hatte, ihn einschl&auml;fern zu lassen, weil ich nicht bereit war, mein zuk&uuml;nftiges Gl&uuml;ck restlos f&uuml;r ihn aufzugeben. Ich habe es letzendlich doch nicht getan und f&uuml;hlte mich monatelang wie das letzte St&uuml;ck Dreck, diesen Gedanken &uuml;berhaupt erst erwogen zu haben. Manchmal war ich sicher, er hatte verstanden, was ich im Begriff war zu tun. Aber nachgetragen hat er es mir zumindest nie.</p>
<p>Auch diese Irrfahrt ging vor&uuml;ber, ich st&uuml;rzte erneut kurz ab, in Suff und Party, aber Herr Schulz war nach wie vor bei mir. So sehr ich mich auch immer bem&uuml;ht habe, ihm und seinen h&uuml;ndischen Bed&uuml;rfnissen gerecht zu werden, so denke ich jedoch auch, dass der arme Kerl oftmals hat zur&uuml;ckstecken m&uuml;ssen. Vor etwa vier Jahren versprach ich ihm, sicherlich nicht nur alkoholeuphorisiert, dass er seinen Lebensabend in einer Familie, einem Haus mit eingenem Garten verbringen werde. Er ist ein Hund, ich bin ein Mensch, dennoch sind mir meine Versprechen, in welcher Beziehung auch immer, heilig. Ich habe wirklich gelitten, unter dem Bewusstsein der Unerf&uuml;llbarkeit dieses Versprechens. Immerhin war ich damals zwar unter knappem Lohn und Brot, aber hochverschuldet und finanziell weit unter Armutsgrenze angesiedelt. In so einigen Monaten hatte ich kaum mehr als 100 Euro, um den K&ouml;ter und mich durchzubringen. Und h&uuml;bsch war ich ja, im Gegensatz zum Hund, noch nie.</p>
<p>So abstrus es mir damals auch erschienen sein mag, drei Jahre sp&auml;ter habe ich dieses Versprechen gehalten. Was mich schon sehr stolz und gl&uuml;cklich macht. Herr Schulz lebt inzwischen in einer kleinb&uuml;rgerlichen Familie mit bescheidenem Eigenheim, zwei Kindern, zwei ihn liebenden &quot;Haltern&quot; und ja, er macht sich richtig gut dabei. In der Vergangenheit hat er mich sicherlich 50 mal blutig gebissen, zahllose Fremde gezwickt und auch mir zu dem Zeitpunkt wichtige Menschen ernsthaft verletzt. Aber, wobei ein &quot;Aber&quot; bei der Vorgeschichte nicht ganz leicht f&auml;llt, er war immer da, hat mir immer genau das abverlangt, was mir zu dem jeweiligen Zeitpunkt abverlangt werden konnte und wichtig war, mir abzuverlangen, und er hat sich echt zu einem Sonnenschein gemausert.</p>
<p>Nat&uuml;rlich werde ich ihm niemals, insbesonder im Hinblick auf ein Kleinkind, vollst&auml;ndig &uuml;ber den Weg trauen, aber das muss auch niemand. Wir haben uns pr&auml;chtig mit ihm arrangiert, auch wenn er bellt, mitunter stinkt und Haare verliert, er ist und bleibt Teil unserer Familie und das hat er sich auch mehr als verdient. Genaugenommen h&auml;tte es DIESE Familie ohne ihn nie gegeben.</p>
<p>Gerade habe ich ihn beim Schlafen auf der Couch erwischt. Er weiss, dass er das nicht darf und ich f&uuml;r gew&ouml;hnlich auch konsequent reagiere. Aber ich konnte einfach nicht mehr, als ich ihm im Gesicht habe ablesen k&ouml;nnen, wie er gerade dar&uuml;ber nachdachte, herunterzuspringen und so zu tun, als ob nichts gewesen sei, aber die Hoffnungslosigkeit seiner Situation einsah und mit schuldbewusstem Blick einfach liegen blieb, weil sowieso nichts mehr zu retten war&hellip; Ich kann nicht anders, ich liebe diesen Hund. Und ich weiss, dass es denen, die ich liebe, nicht anders geht. Im Juli wird er neun Jahre alt werden, alt f&uuml;r so einen grossen Hund. Ich w&uuml;nsche uns allen, dass es dem Kerl noch lange gut gehen wird, er ein lebenswertes Leben f&uuml;hren kann, mit allem und allen, die ihm wichtig sind, denn ich weiss, mit ihm wird ein nicht unwesentlicher Teil meinerselbst sterben. Coole Socke. Nicht einfach, wie ich selbst. Aber der beste Freund den man sich &uuml;berhaupt nur w&uuml;nschen kann. Wenn es darauf ankommt.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Austrianische Sprachschule (Teil I)</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2010/02/austrianische-sprachschule-teil-i/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 10:47:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur muss auch mal sein]]></category>
		<category><![CDATA[austrianisch]]></category>
		<category><![CDATA[Auswanderung]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdsprachen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Heisst zwar auch in &#214;sterreich die Amtssprache &#34;Deutsch&#34;, st&#246;&#223;t jedoch der preussische Einwanderer in der sch&#246;nen Alpenrepublik schnell auf Sprachschwierigkeiten, die sich nicht allein in der oftmals sehr exotischen Terminologie begr&#252;nden lassen, sondern vielmals auch in einer v&#246;llig unterschiedlichen Mentalit&#228;t der beiden Volksst&#228;mme ihre Ursachen haben.
	
W&#228;hrend auf syntaktischer Ebene Werke wie Ostarichi exzellente Dienste erweisen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img alt="Deutschland-Oesterreich" class="aligncenter size-full wp-image-638" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/02/Deutschland-Oesterreich.jpg" style="width: 327px; height: 260px;" title="Deutschland-Oesterreich" /></p>
<p><strong>Heisst zwar auch in &Ouml;sterreich die Amtssprache &quot;Deutsch&quot;, st&ouml;&szlig;t jedoch der preussische Einwanderer in der sch&ouml;nen Alpenrepublik schnell auf Sprachschwierigkeiten, die sich nicht allein in der oftmals sehr exotischen Terminologie begr&uuml;nden lassen, sondern vielmals auch in einer v&ouml;llig unterschiedlichen Mentalit&auml;t der beiden Volksst&auml;mme ihre Ursachen haben.<br />
	</strong></p>
<p>W&auml;hrend auf syntaktischer Ebene Werke wie <a href="http://www.ostarrichi.org/" target="_blank">Ostarichi</a> exzellente Dienste erweisen, stiftet die Semantik vielmals unbemerkt unn&ouml;tige Verwirrung. Diese lose Artikelserie soll Licht ins Dunkle der &ouml;sterreichischen Sprachpsychologie bringen und damit ihren Beitrag zur V&ouml;lkerverst&auml;ndigung leisten. Ich mag mich in vielen Interpretationen irren und dem ein, oder auch anderen damit Unrecht tun, ich versichere jedoch in meiner inzwischen eindreiviertelj&auml;hrigen Erfahrung nach bestem Wissen und Gewissen vorzugehen.</p>
<p><strong>- &quot;eh kloar!&quot; &#8211; <br />
	</strong></p>
<p>Eine Floskel des &Ouml;sterreichers, wenn ein Sachverhalt klar ist, er aber dennoch seichte Zustimmung signalisieren m&ouml;chte. Kann in einer angeregteren Diskussion allerdings auch aggressiv eingesetzt werden um ein den Adressaten langweilendes Thema zu unterbrechen, oder aber um zu implizieren, dass Gegen&uuml;ber halte einen selbst offensichtlich f&uuml;r &quot;deppat&quot;.</p>
<p><span id="more-630"></span><strong>- &quot;Bassd!&quot; &#8211; <br />
	</strong></p>
<p>Zustimmung bei Einverst&auml;ndnis zu einer Absprache, einer Gegebenheit, aber auch gegenst&auml;ndlich in Bezug auf das Passverhalten. Beispiele:</p>
<p>- &quot;Gummst om Obend ummi?&quot; &#8211; &quot;Bassd!&quot; &#8211; &quot;Bringsd a Bier mit, Du Wirschdel?&quot; &#8211; &quot;Bassd!&quot; (&quot;Kommst Du heute Abend vorbeI?&quot; &#8211; &quot;Sehr gerne!&quot; &#8211; &quot;Bringst Du Bier mit, bitte?&quot; &#8211; &quot;Kann ich gerne tun!&quot;)</p>
<p>- &quot;Mei Oide hod no a gonze H&uuml;ddn foi Kraud, mogst a Fassl?!&quot; &#8211; &quot;Bassd!&quot; (&quot;Meine Gattin hat noch das ganze Haus voller Krautsalat, soll sie Dir etwas abf&uuml;llen?&quot; &#8211; &quot;Aber gerne!&quot;)</p>
<p>- &quot;Wie duast in da neichen Krochdnledarnan?&quot; &#8211; &quot;Basst!&quot; (&quot;Wie passt denn die neue Lederhose?&quot; &#8211; &quot;Sehr gut, Danke!&quot;)</p>
<p><strong>Anmerkung:</strong> Genetisch bedingt ist es den Austrianern nicht m&ouml;glich, harte Konsonanten als solche auszusprechen. So wird das &quot;T&quot; zum &quot;D&quot;, das &quot;P&quot; zum &quot;B&quot; und so weiter. Man sollte sich hier&uuml;ber nicht geh&auml;ssig erheitern und den &Ouml;sterreicher wiederhold &quot;Boargblods&quot; rezitieren lassen, er sch&auml;mt sich schnell, was nicht zu einem positiven Miteinander beitr&auml;gt!</p>
<p><strong>- &quot;Sofoad!&quot; -<br />
	</strong></p>
<p>Geht der n&ouml;rdliche Deutsche bei der zeitlichen Angabe &quot;sofort&quot; von einem unmittelbaren Beginn ohne zeitlichen Verzug aus, ist der austrianische Interpretationsspielraum hier ein deutlich weiterer. Es ist in keinem Falle gesagt, dass die mit &quot;sofoad&quot; angek&uuml;ndigte T&auml;tigkeit &uuml;berhaupt jemals ausgef&uuml;hrt wird, in der Regel wird diese Angabe nur verwendet, um einen l&auml;stigen Bittsteller abzufr&uuml;hst&uuml;cken und ruhig zu stellen, auf das man seine volle Konzentration zur&uuml;ck zur &quot;Jause&quot; lenken kann.</p>
<p><strong>- &quot;Gemma ummi auf a Seital?&quot; -<br />
	</strong></p>
<p>W&ouml;rtlich bedeutet dies die Einladung in einen nahegelegenen gastronomischen Betrieb um ein 0,3 Liter bemessendes Bier zu trinken. In der Praxis wird man die Kneipe erst wieder verlassen, wenn man des Stehens und Sprechens nicht mehr m&auml;chtig ist. Der &Ouml;sterreicher an sich geht NIEMALS auf nur EIN Bier.</p>
<p><strong>Anmerkung:</strong> Das harte &quot;T&quot; in &quot;Seital&quot; ist das einzige, das tats&auml;chlich jeder &Ouml;sterreicher aussprechen kann. Die Ursache dieser Anomalie ist bislang ungekl&auml;rt.</p>
<p><strong>- &quot;Hob i eh!&quot; &#8211; <br />
	</strong></p>
<p>Meist als Antwort auf eine mit &quot;Hast Du&#8230;?&quot; gestellte Nachfrage bez&uuml;glich der Erledigung einer wichtigen Angelegenheit. Letztlich soll sie den Eindruck vermitteln, die Angelegenheit sei bereits erledigt worden, was sie aber nicht ist und auch nie wird, da der Beauftragte den Sinn nicht erkennt und sich protestfrei verweigert.</p>
<p><strong>- &quot;Wie duast in da Hockn?&quot; -<br />
	</strong></p>
<p>Zumeist aufrichtig gemeinte Erkundigung &uuml;ber die berufliche Befindlichkeit, w&ouml;rtlich &uuml;bersetzt &quot;Wie tust Du in der Arbeit?&quot;. Oftmals als Aufforderung zu wortreichen Detailerl&auml;uterungen der eigenen Arbeitsweise missverstanden, in diesem Falle aber gerne mit einem beherzten &quot;iss eh gloar!&quot; abgew&uuml;rgt.</p>
<p><strong>- &quot;Da wiasd zum Schwammerl!&quot;<br />
	</strong></p>
<p>W&ouml;rtlich: &quot;Da wirst Du zum Pilz!&quot;. Wird im Sinne von &quot;da wirst Du verr&uuml;ckt&quot; gebraucht, meist im Zusammenhang mit Sisyphos-Arbeiten oder geistig sehr anstrengenden T&auml;tigkeiten. Dr&uuml;ckt die tiefe Verbundenheit des &Ouml;sterreichers f&uuml;r seine zahlreichen, heimischen Speisepilze aus, die regelrecht kultisch veehrt und dennoch in gro&szlig;er St&uuml;ckzahl verzehrt werden.</p>
<p><strong>- &quot;Des gahd si nie aus!&quot;<br />
	</strong></p>
<p>F&uuml;r den Hochdeutschen unverst&auml;ndlich, bezeichnet dieser Ausspruch im &Ouml;sterreichischen den Umstand, dass etwas zeitlich oder r&auml;umlich nicht in die Vorgabe passt. Beispiele:</p>
<p>- &quot;Du w&uuml;sd moagn easd odln? Des gahd si miam Weda nie aus!&quot; (Du willst morgen erst die Jauche ausbringen? Es wird schon vorher geregnet haben!)</p>
<p>- &quot;Mei Garohschn is ahnsochzge bis zua Deckn. Des gahd si miam neichen Wogn nie aus!&quot; (Meine Garagenh&ouml;he betr&auml;gt einen Meter achtzig. Das neue Auto wird nicht hineinpassen!)</p>
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		<title>Das Nerd-Dilemma</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 14:38:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Frust]]></category>
		<category><![CDATA[Job]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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		<description><![CDATA[
Nie war es leichter, nie war es sch&#246;ner, ein Computer-Nerd zu sein, als dieser Tage. Nerd-Ismus ist zwischenzeitlich gesellschaftlich akzeptiert und eher hoch angesehen, als ins L&#228;cherliche gezogen. Sollte man meinen. In Wahrheit betreibt aber die IT-Industrie ein noch nie dagewesenes Nerd-Bashing der ganz anderen Art, das endlich einmal ans schmutzig-gelbe Tageslicht gezogen werden muss.
	
Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img alt="woz" class="aligncenter size-full wp-image-612" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2010/02/woz.jpg" title="woz" /></p>
<p><strong>Nie war es leichter, nie war es sch&ouml;ner, ein Computer-Nerd zu sein, als dieser Tage. Nerd-Ismus ist zwischenzeitlich gesellschaftlich akzeptiert und eher hoch angesehen, als ins L&auml;cherliche gezogen. Sollte man meinen. In Wahrheit betreibt aber die IT-Industrie ein noch nie dagewesenes Nerd-Bashing der ganz anderen Art, das endlich einmal ans schmutzig-gelbe Tageslicht gezogen werden muss.<br />
	</strong></p>
<p>Ich war schon immer ein Nerd, irgendwie, auch wenn ich ich es selbst erst sehr sp&auml;t realisierte. Meine f&uuml;r einen Nerd verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig weit ausgepr&auml;gten sozialen Kompetenzen, sowie ein eher sub-akademisches Umfeld taten das Ihrige zu einer erfolgreichen Langzeitverschleierung.&nbsp; Immer schon hatte ich das qu&auml;lende Bed&uuml;rfnis, technischen Zusammenh&auml;ngen auf den Grund zu gehen, sie zu erforschen, auch wenn es ihre Demolierung bedeutete. Immer schon habe ich Dinge auseinandergenommen, wenngleich fr&uuml;her auch selten wieder funktionierend remontiert. Erst als ich mein Hobby zum Beruf machte und fortan in der Softwareentwicklung mein t&auml;glich Brot verdienen durfte, erkannte ich mein wahres Ich.</p>
<p><span id="more-608"></span>Der Defakto-Standardberuf des Nerds, der des Software-Entwickler, hat sich jedoch mit der Industrialisierung der IT signifikant gewandelt. Zuvor waren Softwareentwickler merkw&uuml;rdige Zeitgenossen, die ihre Kreativit&auml;t und ihre &uuml;berbordende Probleml&ouml;sungskompetenz relativ frei ausleben konnten, kamen sie doch in der freien Wildbahn eher selten vor und waren von Arbeitgebern begehrt. Banken, Versicherungen, Softwarefirmen und Universit&auml;ten hielten sich&nbsp; welche abgeschottet in neonbeleuchteten Kellern, gaben ihnen Pizza und Cola und bezahlten sie mit mehr, als sie in aller Regel auszugeben vermochten. Die Nerds dankten ihnen diese Freiheit mit &uuml;bergeb&uuml;hrlichem Arbeitseinsatz und opferten bereitwillig auch noch ihre Freizeit f&uuml;r Firmenbelange, die sie stets als die Eigenen empfanden.</p>
<p>Mit zuhehmendem Bedarf an individualisierter Software stieg auch der Bedarf an Programmierbef&auml;higten. Business-School-Absolventen kreierten sogenannte &quot;Prozesse&quot;, die Softwareentwicklung vereinfachen, beschleunigen und nicht zu letzt verbilligen sollten. Kaum mehr konnte der Bedarf mit Informatikern gedeckt werden, weshalb der Beruf des &quot;Fachinformatikers f&uuml;r Anwendungsentwicklung&quot; ins Leben gerufen wurde. W&auml;hrend als studierte Informatiker zwischenzeitlich fast ausschlie&szlig;lich praxisferne Richi-Ritch-Fantasten mit Bill-Gates-Profilneurose agierten, weil eben im BWL-Studiengang keine Sitzpl&auml;tze mehr frei waren, durfte nun jeder, der schon einmal eine Playstation 3 angeschlossen hatte und die Realschule halbwegs ohne Fr&uuml;hschwanger- /-vaterschaft &uuml;berlebt hatte, eine Praxisausbildung zum Anwendungsentwickler absolvieren.</p>
<p>Eine regelrechte Schwemme an sogenannten Codierern (Programmiersprachenkundige ohne messbare Eigenintelligenz) &uuml;berrannte kurz darauf den Markt und zerst&ouml;rte alle bisher dagewesenen Gehaltsgef&uuml;ge. Selbst Informatikabsolventen verdienen seither, sofern als Entwickler angestellt, nur mehr einen Bruchteil dessen, was fr&uuml;her einmal drin gewesen ist. Aus unternehmerischer Sicht ist es sinnvoller, zum gleichen Geld 5 grottenschlechte Codierer und einen halbwegs begabten Productmanager zu besch&auml;ftigen, als einen kompetenten Entwickler, da sich im ersteren Szenario eine gewisse Ausfallsicherheit ergibt.</p>
<p>Wer den Job aus idealistischen Motiven, finanzielle kann es keine geben, dennoch macht, weil er gut darin ist und Spa&szlig; am kreativen Entwickeln hat, wird sich alsbald im typischen Nerd-Dilemma wiederfinden: Sein Arbeitgeber erkennt sein Potenzial und m&ouml;chte dieses betriebswirtschaftlich m&ouml;glich effektiv ausnutzen. Der arme Nerd wird also vom Bildschirm weggelobt und soll k&uuml;nftig Konzepte f&uuml;r die Programmieraffen aus der Berufsschule verfassen. Im allerschlimmsten Falle zwingt man ihn auch noch zu Kundenkontakt, weil er der einzige ist, der auf fachliche Fragen eine halbwegs sinnvolle Antwort geben kann. Kaum zu erw&auml;hnen, das man ihn weiter f&uuml;r das k&auml;rgliche Entwicklergehalt anschaffen l&auml;sst, w&auml;hrend der BWL-ler, der den Job zuvor an die Wand gefahren hatte, noch das Dreifache daf&uuml;r bekam.</p>
<p><strong>Das Nerd-Dillemma auf den Punkt gebracht:</strong> In einem auf Masse statt Klasse gerechneten Businessplan wird ein Nerd zu seinem Leidwesen immer Karriere machen m&uuml;ssen, da er nicht anders kann als gut zu sein, in dem was er tat. Er wird jedoch zunehmend zu Arbeiten gezwungen, die ihm keine Freude bereiten, weshalb die Qualit&auml;t ein Mittelma&szlig; niemals &uuml;bersteigen kann. Mittelm&auml;ssigkeit ist des Nerds Tod. Er stirbt innerlich. Irgendwann.</p>
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		<title>Die neuen Coolen</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 07:27:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foo]]></category>
		<category><![CDATA[Asoziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Selbsterkenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Vorsätze]]></category>

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		<description><![CDATA[
Sogenannte &#34;Revoluzzer&#34; zeichneten sich fr&#252;herer Tage im Wesentlichen durch eine gezielt nonkonformistische Attit&#252;de, im Wesentlichen aber durch den Transport einer Aussage aus. Es wurde frontal Kritik am System, der Gesellschaft, oder der Menschheit im Allgemeinen ge&#252;bt, aber man hielt &#8211; zumindest theorethische &#8211; Alternativen bereit, n&#246;rgelte nicht nonkonstruktiv vor sich hin und stand letztlich mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img alt="a_bud_hur" class="aligncenter size-medium wp-image-623" height="199" src="http://www.schwarzsicht.at/wp-content/uploads/2010/02/a_bud_hur-300x199.jpg" title="a_bud_hur" width="300" /></p>
<p><strong>Sogenannte &quot;Revoluzzer&quot; zeichneten sich fr&uuml;herer Tage im Wesentlichen durch eine gezielt nonkonformistische Attit&uuml;de, im Wesentlichen aber durch den Transport einer Aussage aus. Es wurde frontal Kritik am System, der Gesellschaft, oder der Menschheit im Allgemeinen ge&uuml;bt, aber </strong><strong>man </strong><strong>hielt &#8211; zumindest theorethische &#8211; Alternativen bereit, n&ouml;rgelte nicht nonkonstruktiv vor sich hin und stand letztlich mit seiner eigenen Identit&auml;t f&uuml;r die eigene Meinung ein. <br />
	</strong></p>
<p>Das Web hat vieles ver&auml;ndert. Zwar nicht den &uuml;berbordenden Geltungsdrang des menschlichen Individuums selbst, wohl aber die Optionen, diesem ein Ventil zu schaffen. So gen&uuml;gen heute ein Internetanschluss und viel freie Zeit, aus einem arbeitslosen Sozialneurotiker einen Helden, einen Star, eine Gallionsfigur zu kreieren. Einziges Problem: Es gibt derer viele und die Masse tr&uuml;bt den so ersehnten Blick auf den Einzelnen. Alleinstellungsmerkmale sind also gefragt, Wege, aus der Masse an supercoolen Techies herauszustechen. Million&auml;re bietet das Netz inzwischen zu Milliarden, ein Helfersyndrom ist l&auml;ngst nicht mehr schick, Helden des Alltags transportieren Tag f&uuml;r Tag unseren Wollstandsm&uuml;ll ab.</p>
<p><span id="more-617"></span>Eine erstaunliche Tendenz geht also in Richtung asozialen Verhaltens in sozialen Netzwerken. Was auf den ersten Blick paradox erscheinen mag, ist letztlich zivilisatorisch eine logische Konsequenz: Wohlstand und das Fehlen existenzieller Sorgen f&ouml;rdern Individualismus, w&auml;hrend Not und &Auml;ngste die Menschen kollektivbereiter macher. W&auml;hrend Individualismus grunds&auml;tzlich ein positiv zu bewertendes Streben darstellt, l&auml;sst sich dieser jedoch auch krankhaft &uuml;bersteigern. Wer ist der asozialste Underdog? Wem gelingt es, durch menschenverachtende &Auml;u&szlig;erungen, seine Mitmenschen am st&auml;rksten zu schockieren?</p>
<p>In einer gesunden Gesellschaft wird asoziales und dissoziales Verhalten prim&auml;r durch F&uuml;rsorge zu korrigieren versucht, im Falle des Misserfolgs schlie&szlig;lich mit Ignoranz und Ausgrenzung gestraft. Wir hingegen beginnen jedoch, die Dissozialen zu heroisieren, ihnen ein am&uuml;siertes Publikum zu bieten, wenn sie den Konsum harter Drogen bagatellisieren, R&uuml;cksichtslosigkeit als Lebensmodell euphemisieren und sinnlose Morde phantasieren, &uuml;ber die wir uns lachend am Boden w&auml;lzen.</p>
<p>Ich muss gestehen, mich ebenfalls bereits erheitert zu haben, wenn namenlose Twitteruser peinlichste F&auml;kalanekdoten zum Besten geben, die sie auf immensen Dosierungen chemischer Drogen erlebt zu haben behaupten, wenn sie in einem Medium, in dem auch zahlreiche Jugendliche kommunizieren, das &quot;Klinken von E&#39;s&quot; zur normalen Wochenendbesch&auml;ftigung der coolen Partypeople stilisieren, Sexismus, Rassismus und Menschenverachtung als Lebensmotto anbieten, oder den Genuss einer Line Koks zum Statussymbol erheben.</p>
<p>Letztlich ist es die Gedankenlosigkeit im st&auml;ndigen gedanklichen Kreisen um uns selbst, die uns asoziale Verhaltensweisen an den Tag legen l&auml;sst, ohne sie als solche zu empfinden. Manchmal sollten wir alle einmal innehalten, den eigenen Egoismus und den Geltungsdrang zur Seite legen und ehrlich uns selbst und unser Tun reflektieren. Sofern wir noch dazu in der Lage sind.<br />
	<span style="font-weight: bold;"><br />
	</span></p>
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