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	<title>schwarzsicht &#187; Textblech</title>
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	<description>Pessimismus ist Realsatire</description>
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		<title>Retro &#8211; Spectat 2011</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 20:28:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foo]]></category>
		<category><![CDATA[Textblech]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Wunden, die heilen nicht in ein paar Wochen, wie ein gebrochenes Bein, auch nicht in ein paar Monaten, wie ein gebrochenes Herz. Nach einem wirklich besonders harten 2010&#160;waren die Anspr&#252;che und Hoffnungen an 2011 entsprechend bescheiden bemessen. Nicht ganz zu Recht. Bis Mitte Januar verblieb meine Grossmutter nach dem tragischen Verlust ihrer Tochter, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es gibt Wunden, die heilen nicht in ein paar Wochen, wie ein gebrochenes Bein, auch nicht in ein paar Monaten, wie ein gebrochenes Herz. Nach einem wirklich besonders harten <a href="http://www.schwarzsicht.org/2010/12/retro-spectat-2010/">2010</a>&nbsp;waren die Anspr&uuml;che und Hoffnungen an 2011 entsprechend bescheiden bemessen. Nicht ganz zu Recht.</strong></p>
<p>Bis Mitte Januar verblieb meine Grossmutter nach dem tragischen Verlust ihrer Tochter, meiner Mutter, noch bei uns in &Ouml;sterreich. Keine einfache Aufgabe, einem vollends gebrochenen Menschen jeden Tag aufs neue in empfundener Pflicht aufmunternd gegen&uuml;ber zu treten. Letztich wollte sie nachhause. Zur&uuml;ck in den Ort, in das Haus, in dem sie ihr komplettes Leben verbracht hatte. Ich blieb vier, beileibe keine erquicklichen Tage bei ihr, musste dann aber famili&auml;r und jobbedingt auch mal wieder zur&uuml;ck. Die ersten paar Tage allein hielt sie sich erstaunlich gut, war auch von Nachbarschaft und befreundeten Menschen erstaunlich herzlich und intensiv &quot;aufgefangen&quot; worden.</p>
<p>Erst nach ein paar Wochen verfiel sie endg&uuml;ltig in eine tiefe Depression mit allen Konsequenzen, ich verblieb unf&auml;hig ihr zu helfen. Zuhause einen inzwischen locker 70 Wochenstundenjob, eine schwangere Frau, die Teenagerin und die Kleine, die sich so pr&auml;chtig entwickelte. Mann muss Priorit&auml;ten setzten, wenngleich das auch nicht immer leicht f&auml;llt.&nbsp;</p>
<p><span id="more-864"></span></p>
<p>Grossmuttern &uuml;berstand ihr prim&auml;res Tief, wenn auch mit externer Hilfe und ohne sich dessen selbst bewusst zu sein. Eine unglaublich starke Frau, die sich nach all den unfassbaren Seelenqualen, die ihr Leben f&uuml;r sie bereithielt, noch immer ihre W&uuml;rde und ihren Lebensmut erhalten hat. F&uuml;r mich dennoch erneut eine ohnm&auml;chtige, zerm&uuml;rbende Situation, sie leiden zu sehen, ohne wirklich helfen zu k&ouml;nnen. Auf die Distanz.</p>
<p>Bin schon im Fr&uuml;hjahr mit der Kleinen f&uuml;r ein Wochenende zu ihr gefahren. Wundersch&ouml;n (die Zeit mit meiner Tochter), aber auch extrem anstrengend (jeder, der schon einmal 800 km am St&uuml;ck alleine mit einer Anderthalbj&auml;hrigen im Auto zur&uuml;ckgelegt hat, versteht wohl, was ich meine).</p>
<p>In &Ouml;sterreich dominierte zwischenzeitlich die Schwangerschaft. Die Perle litt physische H&ouml;llenqualen, monatelange, massive &Uuml;belkeit. Wir freuten uns aufrichtig auf unseren &quot;Unfall&quot;, nichts desto trotz &uuml;berschattete das vergangene Jahr nach wie vor alles.&nbsp;</p>
<p>Beruflich ver&auml;nderte sich wieder einmal alles. Das allm&auml;chtige Management erkannte endlich das Potenzial meines Einsatzgebiets und kaufte kurzerhand 3 Kollegen aus einem anderen Unternehmen ein. Zwei von diesen wurden mir vor die Nase gesetzt, was mir letztlich anbetrachts der mitgekauften Kunden und der vorherigen Position der Kollegen einleuchtete, aber meine Karrierehoffnungen mit einem Schlag zerschmetterte. Prinzipiell h&auml;tte dieser Schritt meine sofortige K&uuml;ndigung bedeuten m&uuml;ssen, aber mit wachsender Kinderzahl bei steigenden Hauskreditzinsen und bodenloser Inflation sinkt die Risikobereitschaft signifikant. Immerhin: Ich verlor nichts, ausser meinem Stolz, den ich klar dem Wohlergehen meiner Familie opferte.&nbsp;</p>
<p>Im Juli dann das Wunder des Lebens: Meine zweite Tochter wurde geboren. P&uuml;nktlich und unproblematisch.</p>
<p>Mir fiel das nicht ganz entwickelte Ohr rechts wohl als Erstem auf, aber ich ma&szlig; dem, bei ansonsten bester Gesundheit, nur geringe Bedeutung bei. Es bedurfte einer monatelangen Odyssee von Facharzt zu Facharzt, um endlich Gewissheit zu erlangen: Sie h&ouml;rt rechts nichts. Aber mittels Knochenleitungsh&ouml;rger&auml;t kann ihr geholfen werden und eine verh&auml;ltnism&auml;ssig einfache OP vermag, sofern sie selbst einmal so entscheidet, das volle H&ouml;rverm&ouml;gen auch auf diesem Ohr zu verschaffen. Die arme, gebeutelte Perle litt seelische H&ouml;llenqualen, w&auml;hrend mir erneut die Rolle des n&uuml;chternen Realisten zufiel. Eigentlich litt ich auch, an Sorge, an Ungewissheit, aber ich neige dazu zu agieren, statt zu reagieren, so wurde ich wohl das, was ich hoffe das als &quot;ruhender Pol&quot; wahrgenommen wurde.&nbsp;</p>
<p>Zum Jahresende spitze sich die Jobbelastung wieder unmenschlich zu, die letzten vier Monate habe ich rund 90 Stunden die Woche gearbeitet, w&auml;hrend mein Arbeitgeber versucht, mir geringf&uuml;gige Betr&auml;ge an Urlaubserstattung und Pr&auml;mienauszahlung zu unterschlagen. Unbefriedigend bis ankotzend.&nbsp;</p>
<p>Der Teenager spinnt leider immer noch. Dieses Jahr habe ich sie oftmals zu &quot;Events&quot; begleitet, die ihr ob ihres Alters eigentlich verwehrt geblieben w&auml;ren. Sie hat also ausreichend &quot;den Coolen&quot; machen k&ouml;nnen, aber Dankbarkeit setzt wohl so etwas wie innere Reife voraus. &nbsp;</p>
<p>Letztlich lebe ich von der Grossartigkeit meiner beiden kleinen T&ouml;chter, die gegens&auml;tzlicher nicht sein k&ouml;nnten, aber dennoch jede auf ihre Weise Grossartigkeit f&uuml;r mich neu definieren. W&auml;hrend die &Auml;ltere unglaublich wehrhaft, grunds&auml;tzlich DAGEGEN und immer h&ouml;chst individuell unterwegs ist, hat die Kleinere wohl noch nie nicht gel&auml;chelt, ist ein Ausbund an Freundlichkeit und Zufriedenheit und ihrer Zeit augenscheinlich weit voraus.</p>
<p>Kontraste sind die W&uuml;rze des Lebens. </p>
<p>F&uuml;r das kommende 2012 steht, ausser dem Umzug meiner Grossmutter nach &Ouml;sterreich zu ihren Urenkelinnen und dem Verkauf des m&uuml;tterlichen Hauses nichts aussergew&ouml;hnliches an, welches ich nicht selbst initiieren w&uuml;rde. Das wird sicherlich Kraft genug kosten, aber letztlich erlaubt mir die zu erwartende, private &quot;Workload&quot; erstmals wieder an so etwas wie &quot;Luftschnappen&quot; &uuml;berhaupt zu denken. </p>
<p>Wenn ich mir etwas w&uuml;nschen d&uuml;rfte, dann im Jahr 2012 gen&uuml;gend Kraft tanken zu k&ouml;nnen, um 2013 meinen einzigen, weiteren Lebenstraum anzugehen: Meine mich und meine Familie ern&auml;hrende Selbstst&auml;ndigkeit.&nbsp;</p>
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		<title>Bonsai-Parenting</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 19:40:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foo]]></category>
		<category><![CDATA[Textblech]]></category>

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		<description><![CDATA[Unsere Gesellschaft neigt dazu, ihre Kinder wie japanische Bonsais zu kultivieren, statt sie wachsen und wuchern zu lassen. Wir pflanzen sie in &#252;berschaubare Schalen, sorgen uns um ein buschiges und gef&#228;lliges Wachstum, wozu wir, aus unserem Ermessen, unsinnige Triebe zu kappen gezwungen sind. Auf diese Weise soll ein Individuum entstehen, welches sich, auf h&#246;chstm&#246;glich gef&#228;llige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center; "><span style="color:#a9a9a9;"><img alt="" height="238" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cf/Bonsai1.jpg" width="300" /></span></p>
<p><span style="color:#a9a9a9;"><strong>Unsere Gesellschaft neigt dazu, ihre Kinder wie japanische Bonsais zu kultivieren, statt sie wachsen und wuchern zu lassen.</strong></span></p>
<p><span style="color:#a9a9a9;"><strong>Wir pflanzen sie in &uuml;berschaubare Schalen, sorgen uns um ein buschiges und gef&auml;lliges Wachstum, wozu wir, aus unserem Ermessen, unsinnige Triebe zu kappen gezwungen sind. Auf diese Weise soll ein Individuum entstehen, welches sich, auf h&ouml;chstm&ouml;glich gef&auml;llige Weise in ein konstruiertes Ideal einf&uuml;gen m&ouml;ge.</strong></span></p>
<p><span style="color:#a9a9a9;">Eine harte Welt, in der wir leben, die t&auml;glich h&auml;rter wird. Konkurrenz bedroht den Status eines jeden einzelnen von uns, eine Ende der Leistungsspirale ist nicht absehbar. Das Wunder der Wirtschaft l&auml;sst uns alle leben, aber eben nur die Fitesten nach unseren Ma&szlig;st&auml;ben angemessen &quot;gut&quot;. Niemand w&uuml;nscht die Fehler seiner Eltern zu wiederholen, eine bestm&ouml;gliche Vorbereitung auf diese Welt, die aber aktuell schlicht allein die unsrige ist, ist heilige Aufgabe am goldenen Kalb.</span></p>
<p><span style="color:#a9a9a9;">Als Vater zweier noch sehr kleiner T&ouml;chter und als Patchwork-Dad-Kumpel eines Teenagers mache ich mir verachtenswert wenig Gedanken um p&auml;dagogisch korrekte Lehrbucherziehung. Mir widerstrebt die Lekt&uuml;re &quot;p&auml;dagogisch wertvoller&quot; Erziehungsratgeber, ich lehne die Mitgliedschaft in einschl&auml;gigen Elternforen, wie zahlreich im Internet angeboten, kategorisch ab. Dahinter stecken, soviel teilt meine Reflektion mir mit, nicht etwa Desinteresse und Gleichg&uuml;ltigkeit, sonder der tiefe Glaube an die Individualit&auml;t des Einzelnen, woraus sich f&uuml;r mich logisch ableitet, dass es kein Patentrezept zum Thema &quot;Kindeserziehung&quot; geben kann.</span></p>
<p><span style="color:#a9a9a9;"><span id="more-853"></span></span></p>
<p><span style="color:#a9a9a9;">Nichts w&uuml;nsche ich mir mehr, als das aus meinen drei M&auml;dels gl&uuml;ckliche, zufriedene und damit erfolgreiche Menschen werden. Ich bin bereit, alles f&uuml;r diesen Wunsch zu tun, nicht aber, sie in Formen zu pressen, ihnen Arme abzuschneiden und sie ihrer Individualit&auml;t zu berauben. Wir alle sind, nat&uuml;rlich, schamlose Egoisten, aber wenigstens bei dem, was uns am Liebsten ist, sollten wir diesen Egoismus des &quot;Formenwollens&quot; einmal zustellen k&ouml;nnen.</span></p>
<p><span style="color:#a9a9a9;">Alternative p&auml;dagogische Konzepte wie Anthroposophie und&nbsp;<span class="Apple-style-span" style="font-family: sans-serif; font-size: 13px; line-height: 19px; ">Montessori sind mir wiederum zu eng, zu begrenzend. W&auml;hrend erstere Str&ouml;mung sektenhaft und abgehoben erscheint, halte ich&nbsp;</span><span class="Apple-style-span" style="font-family: sans-serif; font-size: 13px; line-height: 19px; ">Montessori f&uuml;r lebensfern. Das Leben bestraft und belohnt gleicherma&szlig;en, eine Erziehung ohne diese beiden Komponenten kann schwerlich auf ein wie auch immer erfahrenes Leben vorbereiten.&nbsp;</span>Die existierenden Bildungskonzepte unseres Kulturkreises sind mit absoluter Sicherheit &uuml;berholt, dem Menschsein widernat&uuml;rlich und letztlich zu Gunsten eines abartigen Wirtschaftskonzeptes gleichschaltungsbasiert, aber leider nach wie vor state of the art und bedauernswerterweise dogmatisch. Zum Zeitpunkt &quot;jetzt&quot; wird ein Kind dieses System aus meiner Sicht eben durchlaufen m&uuml;ssen, um keine Benachteiligung gegen&uuml;ber der Mehrheit zu erfahren. Die wesentliche Aufgabe als Eltern kann also sinnvollerweise nur bedeuten, einem Kind hier durch zu helfen, es zu best&auml;rken, auch Dogmen zu hinterfragen und trotz auf es angewandter Gleichschaltungsprozesse Eigenverantwortung und freies Denken zu ERM&Ouml;GLICHEN. &quot;F&ouml;rderung&quot; ist hier mit Sicherheit ein falscher Begriff, bedeutet F&ouml;rderung doch auch immer das gewaltsame &quot;Schubsen&quot; in eine Richtung.</span></p>
<p><span style="color:#a9a9a9;">Als grosses Gl&uuml;ck sollten Eltern empfinden, dass die staatliche Bonsai-Schere erst im sechsten Lebensjahr erstmals zuschnappen kann. Sicherlich deutlich zu fr&uuml;h, nichts desto trotz bleiben uns sechs Jahre, unseren Kleinen Raum und Material f&uuml;r die Auspr&auml;gung einer Pers&ouml;nlichkeit zu gew&auml;hren, die auch das europ&auml;ische Schulsystem zu &uuml;berstehen in der Lage ist.</span></p>
<p><span style="color:#a9a9a9;">Sechs Jahre, in denen gespielt, erfahren und erlebt werden sollte. Nicht gelernt.</span></p>
<p><span style="color:#a9a9a9;">So nachvollziehbar der Versuch einer optimale Vorbereitung auf die Einschulung mit bereits vorhandenen &quot;Vorteilen&quot; auch sein mag, so vernichtend destruktiv vermag sie sich auszuwirken. Wer seinem Kind &quot;spielerisch&quot; bereits vor der Einschulung Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt, sorgt keinesfalls f&uuml;r einen Vorteil, aber zuverl&auml;ssig f&uuml;r g&auml;hnende Langeweile in den ersten beiden Schuljahren. Und diese k&ouml;nnen bereits pr&auml;gend f&uuml;r alle Folgenden sein. Wer sich in der Schule zwei Jahre qualvoll langweilte, findet nur schwer zur&uuml;ck zu einem positiven Zugang zu all den M&ouml;glichkeiten, die schulisch vermitteltes Wissen sicherlich bietet.</span></p>
<p><span style="color:#a9a9a9;">Sechs Jahre haben unsere Kinder Zeit Kind zu sein. Nur SECHS Jahre. W&auml;re es nicht angemessen, ihnen wenigstens diese zu lassen, trotz allem falsch verstandenen F&ouml;rderungswillen?&nbsp;</span></p>
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		<title>Warum ich kein Blogger bin</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 20:03:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foo]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur muss auch mal sein]]></category>
		<category><![CDATA[Textblech]]></category>

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		<description><![CDATA[Prim&#228;r? Ganz ehrlich? Mir fehlt die Zeit. Und die Energie.&#160; Mir fehlt die Zeit, mich geradewegs manisch mit mir selbst und meinen Interessen zu besch&#228;ftigen. Mir fehlt die Energie, regelm&#228;ssig Tasten zu dr&#252;cken, nach all denen, die ich bereits zu dr&#252;cken gezwungen war.&#160; Ich teile mich unglaublich gerne mit, bevorzugt in schriftlicher Form. Die Persistenz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Prim&auml;r? Ganz ehrlich? Mir fehlt die Zeit. Und die Energie.&nbsp;</strong></p>
<p>Mir fehlt die Zeit, mich geradewegs manisch mit mir selbst und meinen Interessen zu besch&auml;ftigen. Mir fehlt die Energie, regelm&auml;ssig Tasten zu dr&uuml;cken, nach all denen, die ich bereits zu dr&uuml;cken gezwungen war.&nbsp;</p>
<p>Ich teile mich unglaublich gerne mit, bevorzugt in schriftlicher Form. Die Persistenz des geschriebenen Wortes macht mich an. Aber ich habe absolut keine Zeit mehr, mich von IRGENDETWAS anmachen zu lassen. Ich bin Lohnsklave im IT-Sektor. Und ich bin &quot;Familienvater&quot;. Das schr&auml;nkt auch den w&uuml;stesten Freigeist gewisserma&szlig;en ein. Zeitlich. Und energetisch. Bevor mich drei wundervolle T&ouml;chter und eine grossartige Frau in einen &uuml;beraus angebrachten Zustand st&auml;ndiger Besch&auml;ftigung versetzten, sah ich mich in der Tat als &quot;Blogger&quot;. Als early-adopter einer sehr lange Zeit neuen Technologie, einem grandios egozentrischen Weltbild. Jeder kann jedem alles mitteilen, jederzeit. Faszinierend!</p>
<p>Grossartig auch das soziale Potenzial der Bloggerei. Man wird geradewegs auf ad&auml;quate Gespr&auml;chspartner gest&uuml;rzt, man kann sich kaum verfehlen. Aber man ben&ouml;tigt ein in meinem Dasein &uuml;beraus rar gewordenes Gut: Zeit. Schreibt man ein gerade &quot;aufschwingendes&quot; Blog, muss man dran bleiben. Der hungrigen, f&uuml;r sich gewonnenen Meute Futter bieten. Ansonsten ist man deutlich schneller wieder raus aus dem &quot;Gesch&auml;ft&quot; als man reinkam. </p>
<p>Ich muss, leider, f&uuml;r die Existenz meiner Familie und meinerselbst arbeiten bis zum Umfallen. Sechszigstundenwochen sind praktisch wie Urlaub, es existieren keine halben Stunden am Tage, an denen ich konzentriert an einer komplexen Sache arbeiten k&ouml;nnte. </p>
<p>Ich liebe es, mich nicht zu langweilen, aber ganz ehrlich, zum Betreiben eines privaten, nicht-kommerziellen Blogs bedarf einer ganzen Menge Langeweile. </p>
<p>Ich m&ouml;chte hier gerne weiterschreiben, aber zuk&uuml;nftig ohne den mir selbstauferlegten Druck. Einfach wann es mir passt, ungeachtet irgendwelcher Leserzahlen. Ich bin inzwischen stark genug daf&uuml;r, ich kann mich im Kleinen definieren, ich ben&ouml;tige keine Aufmerksamkeit mir eigentlich Fremder mehr zum Selbstbewusstsein.</p>
<p>Danke f&uuml;rs Zuh&ouml;ren! &nbsp;&nbsp;</p>
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		<title>Wir schreiben das Jahr 2011&#8230;</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2011/05/wir-schreiben-das-jahr-2011/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 May 2011 18:31:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Textblech]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; und noch immer plagt sich die Menschheit mit Problemen, die bei einer intelligenten Lebensform l&#228;ngst h&#228;tten gel&#246;st sein sollen: &#160; - Man versucht sich, wenn man sich nicht gerade einmal wieder in die Luft sprengt, nach wie vor mit Kernspaltungsreaktoren, weil man betreffs der Fusion seit Jahrzehnten kaum einen Schritt weiter gekommen ist. - [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8230; und noch immer plagt sich die Menschheit mit Problemen, die bei einer intelligenten Lebensform l&auml;ngst h&auml;tten gel&ouml;st sein sollen:</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>- Man versucht sich, wenn man sich nicht gerade einmal wieder in die Luft sprengt, nach wie vor mit Kernspaltungsreaktoren, weil man betreffs der Fusion seit Jahrzehnten kaum einen Schritt weiter gekommen ist.</p>
<p>- Wir rauben uns mit Verbrennungsmotoren den Atem, weil wir Lobbyisten gestattet haben, die Forschung auf dem Gebiet der Elektromobilit&auml;t aktiv und offenkundig zu bremsen.</p>
<p>- Cannabinole und Opiate sind nach wie vor als Genussmittel verboten. Weiterhin berauschen wir uns legal ausschlie&szlig;lich mit dem sch&auml;dlichst m&ouml;glichen Nervengift &quot;Alkohol&quot;.</p>
<p>- Noch immer f&uuml;hren wir Kriege aufgrund religi&ouml;ser und/oder kultureller Diskurse.</p>
<p>- Physische wie psychische Gewalt gegen&uuml;ber Artgenossen, motiviert aus Nationalstolz, wird nach wie vor in JEDEM Land der Erde toleriert.</p>
<p>- Die Gier nach Materiellem, Macht und Anerkennung ist nach wie vor faktisch einziger Motor jeder sogenannten Demokratie.</p>
<p>- Ein Jeder ist nach wie vor sich selbst der N&auml;chste.&nbsp;</p>
<p>- Noch immer existiert keine brauchbare M&ouml;glichkeit, den Datenbestand auf zwei Macs synchron zu halten.</p>
<p>- Weiterhin bloggen angetrunkene Pseudoliteraten gutmenschelnden Bl&ouml;dsinn vor sich hin.&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Frühjahrsmüdigkeit</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2011/04/fruhjahrsmudigkeit/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Apr 2011 10:31:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foo]]></category>
		<category><![CDATA[Textblech]]></category>

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		<description><![CDATA[In ihren Ursachen unbekannt, in ihrer Existenz angezweifelt, geistert die Begrifflichkeit wie jedes Jahr um diese Zeit wieder durch aller Munde und Medien. Auch ich bin betroffen. Allerdings durchgehend seit April 2008. Trotz unversch&#228;mter Schlafdauer und mitunter be&#228;ngstigender -tiefe bleibt &#34;Vigilanz&#34; ein vollends unverst&#228;ndliches Fremdwort, morgendliche, famili&#228;re Kommunikation ohne Beinahetotschl&#228;ge sind ausgeschlossen, Arbeitsmotivation als solche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center; "><a href="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2011/04/fruehling01.jpg"><img alt="" class="aligncenter size-medium wp-image-820" height="209" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/2011/04/fruehling01-300x209.jpg" style="cursor: default; " title="fruehling01" width="300" /></a></p>
<p><strong>In ihren Ursachen unbekannt, in ihrer Existenz angezweifelt, geistert die Begrifflichkeit wie jedes Jahr um diese Zeit wieder durch aller Munde und Medien. Auch ich bin betroffen. Allerdings durchgehend seit April 2008.</strong></p>
<p>Trotz unversch&auml;mter Schlafdauer und mitunter be&auml;ngstigender -tiefe bleibt &quot;Vigilanz&quot; ein vollends unverst&auml;ndliches Fremdwort, morgendliche, famili&auml;re Kommunikation ohne Beinahetotschl&auml;ge sind ausgeschlossen, Arbeitsmotivation als solche existiert nicht und bereits am Nachmittag setzt die komplette Erschlaffung aller Neuroganglien, der sich der Ohnmacht n&auml;hernde, zum Taumel verpflichtende Schwindel und der jegliche Resteuphorie vernichtende Welthass ein. Willkommen in der sch&ouml;nsten Zeit des Jahres.&nbsp;</p>
<p>Die Temperaturen steigen, womit sich die Kaltschweissigkeit zumindest den Desinteressierteren verkl&auml;ren l&auml;sst, die R&ouml;cke schrumpfen, gleicherma&szlig;en aber auch das Gesichtsfeld, das lediglich verzweifelt nach haltgebenden Griffstellen sondiert. So mach einer ward schon als Stelzbock verschrien, hatte er sich doch nur vor einem Sturze zu bewahren versucht.</p>
<p>Bei so manch einem h&ouml;rt diese zerm&uuml;rbende Umnachtung bereits Ende April wieder auf, die Sinne kl&auml;ren sich und das Leben wird wieder lebenswert. Nicht aber bei mir, ich befinde mich augenscheinlich seit M&auml;rz 2008 in einer Art innerem Dauerfr&uuml;hling, der nichts desto trotz im kalendarischen &Auml;quvalent Jahr f&uuml;r Jahr noch einmal seine Klimax findet. Nichts los hier, nichts mit mir. Keine Lust, keine Kraft. Ach, w&auml;re doch nur Winter. F&uuml;r ein bis zwei Jahre&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Los der Väter (IV): Laktationsintoleranz</title>
		<link>http://www.schwarzsicht.org/2011/02/das-los-der-vater-iv-laktationsintoleranz/</link>
		<comments>http://www.schwarzsicht.org/2011/02/das-los-der-vater-iv-laktationsintoleranz/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Feb 2011 20:50:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Foo]]></category>
		<category><![CDATA[Textblech]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Ern&#228;hrung eines Neugeborenen mittels Muttermilch gleich aus der Dr&#252;se ist unstrittig die nat&#252;rlichste und ges&#252;ndeste Form. Unter nicht zu vernachl&#228;ssigender Kostenersparnis wird die Brut auf diese Weise optimal ern&#228;hrt, das Urvertrauen gest&#228;rkt, die Mutter-Kind-Bindung optimiert und Allergien vorgebeugt. Nicht zu letzt sinkt auch das Risiko der Stillenden, an Brustkrebs zu erkranken. Dennoch sollte sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img alt="" height="300" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/stillen.jpg" width="300" /></p>
<p><strong>Die Ern&auml;hrung eines Neugeborenen mittels Muttermilch gleich aus der Dr&uuml;se ist unstrittig die nat&uuml;rlichste und ges&uuml;ndeste Form. Unter nicht zu vernachl&auml;ssigender Kostenersparnis wird die Brut auf diese Weise optimal ern&auml;hrt, das Urvertrauen gest&auml;rkt, die Mutter-Kind-Bindung optimiert und Allergien vorgebeugt. Nicht zu letzt sinkt auch das Risiko der Stillenden, an Brustkrebs zu erkranken. <br />
	</strong></p>
<p>Dennoch sollte sich der Kindsvater bewusst sein, was da auf Ihn zukommt, um ein b&ouml;ses Erwachen und ernste Beziehungskrisen zu vermeiden.</p>
<p>Die Sexualit&auml;t des Mannes ist, unter anderem, stark brustzentriert. Er entwickelt in aller Regel ein sehr inniges und besitzergreifendes Verh&auml;ltnis zu den Br&uuml;sten seiner Partnerin. Diese d&uuml;rfen indes meist ausschlie&szlig;lich von ihm ber&uuml;hrt, liebkost, gek&uuml;sst und bestenfalls auch betrachtet werden.</p>
<p>Damit ist bei einer stillenden Mutter vorerst Schluss. Beide Br&uuml;ste geh&ouml;ren ausschlie&szlig;lich dem Kind, Liebkosungen f&uuml;hren grunds&auml;tzlich zu mitunter befremdlichem Milchfluss und betrachtet werden die ehemaligen &quot;Lusth&uuml;gel&quot; von so ziemlich jedermann, denn &ouml;ffentliches Stillen ist bei einem halbwegs aktiven Lebenstil kaum zu vermeiden. So ist dem Manne nicht nur sein Liebstes genommen, nein, er teilt den Anblick auch noch mit der gesamten Umwelt. Nebst dem Verlustgef&uuml;hl stellt sich gerne also auch noch Eifersucht ein.</p>
<p><span id="more-799"></span>Leider kann diese Eifersucht auch das eigene Kind betreffen. Es ist kein sch&ouml;nes Gef&uuml;hl, wenn das Tier in einem selbst im &uuml;bertragenen Sinne Futterneid der eigenen Nachkommenschaft gegen&uuml;ber entwickelt. Aber seien Sie versichert: So lange es nicht zu Versuchen kommt, ihren Spr&ouml;ssling von der m&uuml;tterlichen Brust knurrend wegzubeissen, bewegen Sie sich im normalen Rahmen m&auml;nnlicher Gef&uuml;hle, in dieser Phase. Manchmal muss Mann sich einfach im Griff haben.</p>
<p>Doch nicht nur die Beziehung, das gesamte Leben &auml;ndern sich, auch die Partnerin wird w&auml;hrend der Stillzeit ein komplett anderer Mensch. In zahlreichen Belangen. Hormonell komplett &uuml;berflutet, anscheinen bedr&ouml;hnt, zur&uuml;ckentwickelt, &auml;ndert sich ihr Verhalten in den allermeisten Lebenslagen signifikant. Prim&auml;r: Die Ursache der fehlenden Libido ihrer Liebsten m&uuml;ssen Sie nicht bei sich selbst suchen. Beim Stillen wird kontinuierlich Oxitocin ausgesch&uuml;ttet. Wie auch beim Orgasmus. Ihre Herzdame f&uuml;hlt sich also praktisch st&auml;ndig wie gerade frisch gekommen, man sehe Ihr den fehlenden Anreiz gn&auml;dig nach. M&auml;nner leiden still, &uuml;brigens!</p>
<p>F&uuml;r diejenigen unter uns, die in der Lage sind, emotionale Beziehungen zu unbhelebten, fahrbaren Gegenst&auml;nden aufzubauen sei vielleicht die Anschaffung eines &Uuml;bergangsautos, m&ouml;glichst alt, m&ouml;glichst billig und m&ouml;glichst scheissegal angeraten, denn Ihre Partnerin, auch wenn sie vorher eine sichere Fahrerin war, wird das Autofahren verlernen und ist in der Lage erhebliche Sch&auml;den an Ihren Sch&auml;tzen anzurichten. &quot;Das war ich nicht&quot; wird die regul&auml;re Rechtfertigung sein, die man Ihnen gegen&uuml;ber verlauten l&auml;sst. Stillende M&uuml;tter sehen nicht, sie h&ouml;ren nicht, sie sp&uuml;ren nichts und sie wissen auch oft genug nicht, wo sie sind. Beugen Sie vor, leben Sie damit!</p>
<p>Gespr&auml;che sollten prinzipiell grunds&auml;tzlich vermieden werden, d&uuml;rfen es aber nat&uuml;rlich auf keinen Fall. In dem Moment, wo das milchige Weibchen den Eindruck gewinnt, Sie n&auml;hmen es nicht mehr ernst, achteten nicht auf sie, oder gingen nicht ausreichend auf sie ein, wird Ihr Leben zur endg&uuml;ltigen H&ouml;lle. Die Devise kann also nur heissen: Durchhalten, Interesse und Ernst bei der Sache glaubhaft vermitteln, aber um Gottes Willen nichts wirklich ernst nehmen!</p>
<p>Normalerweise ist der Spuk nach sp&auml;testens sechs Monaten vorbei. So lange sollte sich jeder Mann zusammenreissen k&ouml;nnen. Verf&uuml;gen Sie allerdings &uuml;ber ein ganz miserables Karma, kommt Ihre Frau entweder selbst auf die Idee des Langzeitstillens, oder ger&auml;t w&auml;hrend der Stillzeit in Kontakt mit &quot;<a href="http://la leche liga">la leche liga</a>&quot;, so einer Art fundamentalistischer, feministisch-faschistischer Muttermilchmafia. In ersterem Falle seien Sie beruhigt, sp&auml;testens nach 18 Jahren, also zumindest bis zur F&uuml;hrerscheinpr&uuml;fung wird das Stillen der Dame selbst l&auml;stig, und sie gibt es auf. In zweiterem Falle kann ich Ihnen leider zu nichts mehr raten, sie sind verloren. Diese &quot;Frauen&quot; sind bereit, mittels explodierender Milchbr&uuml;ste Selbstmordattentate zu ver&uuml;ben. Aber ich werde f&uuml;r Sie beten!</p>
<p><strong>Im Fazit</strong>: Als Mann haben Sie in der Stillzeit eigentlich nichts verloren. Nutzen Sie die Chance, finden Sie Hobbies, Freunde, Dinge die Ihnen Freude bereiten. Sie werden auf Ihrem k&uuml;nftigen Lebenswege dankbar daf&uuml;r sein. Nur eines d&uuml;rfen Sie nicht: Den Anschein erweecken, genau dieses zu tun.</p>
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		<title>Das Los der Väter (III): Postnatal</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 14:58:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die ersten Tage sind die Sch&#246;nsten, sagt man. Da sind Frau und Kind im besten Falle n&#228;mlich noch im Krankenhaus. Eine unvergleichliche Mischung aus Neugierde, vorsichtiger Vorfreude und nackter Panik ist es, die gewordenen V&#228;tern den Weg zur Abholung ins Krankenhaus unvergesslich macht. Und im Normalfall das flaue Gef&#252;hl des Katers, den man sich in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img alt="" height="181" src="http://www.schwarzsicht.org/wp-content/uploads/kuh_kalb.jpg" width="248" /></p>
<p><strong>Die ersten Tage sind die Sch&ouml;nsten, sagt man. Da sind Frau und Kind im besten Falle n&auml;mlich noch im Krankenhaus.<br />
	</strong></p>
<p>Eine unvergleichliche Mischung aus Neugierde, vorsichtiger Vorfreude und nackter Panik ist es, die gewordenen V&auml;tern den Weg zur Abholung ins Krankenhaus unvergesslich macht. Und im Normalfall das flaue Gef&uuml;hl des Katers, den man sich in den vergangenen Tagen mit dem nicht abebbenden Strom an Nachbarn, Verwandten und Bekannten rechtschaffend angesoffen hat. Jetzt, mit dem erstmals fest montierten Kindersitz ist selbst Autofahren kein Vergn&uuml;gen mehr, sondern purer Stress. Selbst wenn der Sitz noch leer ist.</p>
<p>Den meisten M&auml;nnern wird dann, im Krankenhaus angekommen, erstmals in vollem Umfang bewusst, welche Rolle ihnen das weibliche Umfeld f&uuml;r die n&auml;chsten Monate zugedacht hat: Am Rand, als Vorhut, oder als nachgelagerter Lastesel, niemals jedoch DABEI. Unsere Aufgabe ist nun nurmehr zu unterst&uuml;tzen. Das Frauchen ist schlie&szlig;lich noch geschw&auml;cht, zudem noch von der theresienhaften Aura der Geburt eingeh&uuml;llt, und das kleine Wesen doch so schutzbed&uuml;rftig. Mein Rat an dieser Stelle: Putzen Sie, kochen Sie, kaufen Sie ein, h&ouml;ren Sie zu und halten Sie um Gottes Willen die Schnautze. Der angewandte Brutschutzreflex der eigenen Gef&auml;hrtin ist ein Erlebnis, das kein Mann ernsthaft erfahren will.</p>
<p><span id="more-793"></span>Es ist normal, dass die nun exkorporal vereinigte Mutter-Kind-Symbiose Sie ausgrenzt. Es ist auch normal, dass Sie sich ausgegrenzt f&uuml;hlen. Gew&ouml;hnen Sie sich daran, es wird sich f&uuml;r viele Monate nicht &auml;ndern. Sollten Sie zur neuen Art der Rasse &quot;Mann&quot; geh&ouml;ren: Sprechen Sie trotzdem nicht &uuml;ber diese Gef&uuml;hle. Sp&auml;testens wenn Sie sich selbst sagen h&ouml;ren &quot;Aber Schatz, ich f&uuml;hle mich so ausgegrenzt, als sei ich gar kein Teil mehr von Euch&#8230;&quot; wird Ihnen ansonsten bewusst, wie l&auml;cherlich Sie sich gerade gemacht haben. Fr&uuml;her oder sp&auml;ter finden Sie Ihre Rolle im Familienbund wieder, als KohlenausdemFeuerHoler, Ern&auml;hrer, Ackergaul, Besch&uuml;tzer, Alleinunterhalter und als&nbsp; Vater. Und irgendwann wird es Ihnen auch gefallen. Wahrscheinlich.</p>
<p>Die ersten Tage mit dem Baby f&uuml;hlen sich komisch an, auch f&uuml;r die Mutter. Vorsicht ist also oberste Pr&auml;misse: Leichteste Anzeichen von Besorgnis auf auch nur eine der der zigtausend Fragen am Tage, ob dies, oder eben jenes so normal sei, oder ob man nicht doch besser mal zum Arzt f&uuml;hre, reichen vollends aus, eine famili&auml;re Massenhysterie auszul&ouml;sen. Also: Cool bleiben, Pokerface aufsetzen, beruhigen und nach sachlicher Inaugenscheinnahme der praktisch immer harmlosen Situation die richtige Entscheidung treffen.</p>
<p>Bestehen Sie auf Rituale nur f&uuml;r Sie und das Kind! Nat&uuml;rlich eignet sich ein Neugeborenes noch nicht f&uuml;r den freit&auml;glichen Kneipenbesuch, aber nehmen Sie das Kleine doch einfach am Samstag mit zum Einkaufen, die l&uuml;sternen Blicke Ihrer Mitmenschinnen werden Ihr Dank sein. Oder baden sie ihr Kind, am besten sich selbst auch noch (frisch gebackene V&auml;ter neigen zur physischen Verwahrlosung, was ihnen jedoch bei Fehlen jedweden K&ouml;rperkontakts kaum zu verdenken ist). Sp&auml;testens, wenn man Sie das erste Mal einen &quot;guten Vater&quot; nennt, wissen Sie um den Sinn Ihrer Anstrengungen. Es gibt keine h&ouml;here Ehrung. Und kaum eine bessere Vorsorge vor etwaiger Fr&uuml;hverwitwung&#8230;</p>
<p>Machen Sie sich nichts vor, Sie k&ouml;nnen zu diesem fr&uuml;hen Zeitpunkt keine tiefe, innige Bindung zu Ihrem Kind empfinden. Dazu sind Sie k&ouml;rperchemisch nicht ausgestattet. Ein gesunder Besch&uuml;tzerinstinkt und, Ihr wohl gr&ouml;&szlig;ter Vorteil gegen&uuml;ber der Mutter, ein klarer Verstand, reichen vollkommen zur Erf&uuml;llung der Vaterrolle eines S&auml;uglings aus. Eine wirkliche Bindung entsteht fr&uuml;hestens dann, wenn das Kind mit Ihnen zu kommunizieren in der Lage ist. Und das ist fr&uuml;h genug.</p>
<p>Sofern Sie zu den M&auml;nnern geh&ouml;ren, deren Partnerinnen sich dazu entschlossen haben, mindestens das erste halbe Jahr voll zu stillen, lesen Sie in K&uuml;rze an dieser Stelle in &quot;Das Los der V&auml;ter (IV): Laktationsintoleranz&quot;, welche Freuden auf Sie zukommen werden.</p>
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		<title>Das Los der Väter (I): Praenatal</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 19:26:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Verkannt, unverstanden, diskriminiert, missbraucht und gedem&#252;tigt. Werden V&#228;ter nat&#252;rlich nicht. Und doch zwingen Sie sich oft genug aus gesellschaftlicher &#220;beranpassung zu einem Verhalten und synthetischen Empfinden, das da nicht echt sein kann. Fehlt es ihnen doch an einem ganz wesentlichen Bindeglied zur gerade geworfenen, oder noch zu werfenden Nachkommenschaft: Der entsprechenden K&#246;rperchemie. Ein werdender Vater [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Verkannt, unverstanden, diskriminiert, missbraucht und gedem&uuml;tigt. Werden V&auml;ter nat&uuml;rlich nicht. Und doch zwingen Sie sich oft genug aus gesellschaftlicher &Uuml;beranpassung zu einem Verhalten und synthetischen Empfinden, das da nicht echt sein kann. Fehlt es ihnen doch an einem ganz wesentlichen Bindeglied zur gerade geworfenen, oder noch zu werfenden Nachkommenschaft: Der entsprechenden K&ouml;rperchemie.<br />
	</strong></p>
<p>Ein werdender Vater wird ganz pl&ouml;tzlich, f&uuml;r ihn nicht einmal greifbar, in eine komplett neue Lebenssituation platziert: Seine Partnerin ist von einem Tag auf den anderen ein komplett anderer Mensch. Oftmals emotional hypersensibel, bisweilen neurotisch und so gar nicht mehr die, die sie mal war, weshalb sie ja nun auch schwanger ist. Das engere und weitere soziale Umfeld, bestehend aus anderen V&auml;ter und vor allem, anderen Frauen, &uuml;bersch&uuml;ttet ihn ungefragt und ohne absehbares Ende mit Ratschl&auml;gen von &quot;selbstverst&auml;ndlich&quot; bis &quot;abstrus&quot;. Seine Kumpels haben pl&ouml;tzlich diesen befremdeten, ungl&auml;ubigen Blick in den Augen und zu so machem Gelage l&auml;d man ihn nicht mehr ein. Aus &quot;R&uuml;cksicht&quot;. In Wahrheit aber aus Angst vor der Konfrontation mit der eigenen, nicht unwahrscheinlichen Zukunft.&nbsp;</p>
<p>Der Job bekommt pl&ouml;tzlich eine andere Bedeutung: Bislang der Spielplatz, auf dem man auch einfach mal l&uuml;mmeln konnte, ist die pers&ouml;nliche Karriere pl&ouml;tzlich existenziell. Aus dem Nichts ist da auf einmal dieser Ernst, in allen Dingen. Dieser jede Leichtigkeit zersetzende, be&auml;ngstigende und die Seele in ein pers&ouml;nliches Alcatraz sperrende Ernst. Keine flapsige Antwort mehr auf das menschenfeindliche Gehabe des Vorgesetzten, kein spontanes Ampelrennen mehr mit dem Vorstadtproleten im pastelfarbenen Scirocco auf dem Nachhauseweg. Keine durchgefeierten Wochenenden, kein harmloser Flirt mit der Kleinen vom Br&ouml;tchenstand. Nurmehr Verantwortung, Zwang und dieser selbstaufgebaute Druck.</p>
<p>
	<span id="more-777"></span></p>
<p>Das Weibchen daheim verf&auml;llt dabei zunehmend zur&uuml;ck ins Pipim&auml;dchenalter, stellt Anspr&uuml;che an allen Ecken und Kanten, kann aber selbst immer weniger an ihren eigenen Vorhaben teilnehmen. Perverse Gel&uuml;ste, Fressattacken und Zickereianf&auml;lle lassen&nbsp; den werdenden Vater mitunter stark an seinem Geisteszustand bei seiner Wahl f&uuml;r sie zweifeln.</p>
<p>&quot;Nie willst Du mal meinen Bauch anfassen!&quot; &#8211; &quot;Der Mann von der Dingsda hat bei ihr jeden Abend Dammmassage gemacht, die ist fast gar nicht gerissen!&quot; &#8211; Erste Ahnungen der da kommenden Schrecklichkeit blitzen auf und lassen sich im zunehmenden Schwangerschaftsverlauf immer schlechter verdr&auml;ngen. &quot;Du liebst mich nicht mehr. Du Schwein! L&auml;sst eine Schwangere im Stich!&quot;. Unertr&auml;gliche Wartezimmerodyseen unter den kritischen Blicken zahlreicher Artgenossinnen der Begleiteten. Ermattende Namensdiskussionen unter geheucheltem Interesse. Aufgezwungene Zukunftsplanungen, die sich ferner nicht anf&uuml;hlen k&ouml;nnten.</p>
<p>Letztlich die Ver&auml;nderung der Wohnsituation: Ein H&auml;usschen muss her. Wer einmal nach monatelanger Wanderschaft ohne Wasser durch die W&uuml;ste der Immobilienm&auml;rkte z&auml;hneknirschend seine Unterschrift unter einen ihn lebenslang bindenden Darlehensvertrag gesetzt hat, weiss, wie sich ein Pakt mit dem Teufel anf&uuml;hlt. Keine Frage, dass der nun anstehende Umzug, mit allen Renovierungsarbeiten und Schleppereien, alleine am werdenden Vater h&auml;ngenbleibt.</p>
<p>Rein physiologisch &auml;ndert sich nichts an einem Mann, wenn er gesagt bekommt, man erwarte ein Kind von ihm. Gar nichts. W&auml;hrend der weibliche K&ouml;rper mit allerlei Hormonen und &quot;Heitatei&quot;-Drogen &uuml;berflutet wird, &uuml;berflutet den Mann nur eines: Angst. Die nackte Angst vorm Ende seines Daseins.</p>
<p>
	Zu Recht. Vater werden bedeutet Selbstaufgabe. Das bisherige Leben existiert nicht mehr, ist f&uuml;r immer verloren. Mann gewinnt, sogar Unglaubliches, aber Mann sieht es nicht, ganz zu Beginn.</p>
<p>Wir versuchen verst&auml;ndnisvoll zu sein, akzeptieren die hormonelle Verkl&auml;rung bis hin zur Demenz bei der geliebten Partnerin, wir strampeln uns ab, im Job, im Nestbau, wir schleppen all die befremdlichen Futtermittel nachhause, setzten uns stundenlangen, todlangweiligen Diskussionen aus, aber ganz ehrlich: Wir f&uuml;hlen dabei nichts als Verantwortung. Alles das tun wir erst einmal ausschlie&szlig;lich f&uuml;r unsere Partnerin, denn ein ungeborenes Kind kann einem Mann nicht ferner sein. Uns tritt niemand in der Nacht, wir &uuml;bergeben uns am Morgen bestenfalls wegen der Schn&auml;pse des Vorabends und unser Bauch w&auml;chst nur vom Nervenbier und der Fressattackensolidarit&auml;t.</p>
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		<title>Nichts trennt uns</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Dec 2010 21:42:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich kehre zur&#252;ck an die Orte, wo wir uns begegnet sind, -und Du bist wieder da. &#160; Ich gehe die Wege, die Du gegangen bist, Du gehst wieder mit mir. &#160; Ich freue mich an dem, was Dich weiterhin erfreut h&#228;tte, ich sehe Dich mitl&#228;cheln. &#160; Ich gehe den Spuren nach Die Du hinterlassen hast, [...]]]></description>
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<p class="MsoNormal">Ich kehre zur&uuml;ck an die Orte,</p>
<p class="MsoNormal">wo wir uns begegnet sind,</p>
<p class="MsoNormal">-und Du bist wieder da.</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal">Ich gehe die Wege,</p>
<p class="MsoNormal">die Du gegangen bist,</p>
<p class="MsoNormal">Du gehst wieder mit mir.</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal">Ich freue mich an dem,</p>
<p class="MsoNormal">was Dich weiterhin erfreut h&auml;tte,</p>
<p class="MsoNormal">ich sehe Dich mitl&auml;cheln.</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal">Ich gehe den Spuren nach</p>
<p class="MsoNormal">Die Du hinterlassen hast,</p>
<p class="MsoNormal">und begegne Dir immer wieder.</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal">Nicht kann uns trennen,</p>
<p class="MsoNormal">wenn uns so viel verbindet.</p>
<p class="MsoNormal">(unbekannter Author)</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal">Es ist gut, wie es ist. Wurde. Der Weg war grausam, das Ziel aber schmerzhaft klar, all die m&uuml;hsame Strecke. Es muss weitergehen. Das wussten wir. Quasi. Danke f&uuml;r alles, jemals. Ich w&auml;re nicht ohne Dich, Du hattest mein Wort, ich habe es gehalten und werde es in Ehren halten. In mir wirst Du weiter leben bis an das Ende meiner Tage. *Word*</p>
<p class="MsoNormal">(ich)</p>
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		<title>Als die Menschlichkeit ertrank</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Oct 2010 10:13:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schwarzSicht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich glaube, es muss gegen Ende der ersten Welle der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise gewesen sein, als die letzten Zuckungen, das verzweifelte Aufb&#228;umen vor dem endg&#252;ltigen Daniederliegen der Humanit&#228;t in unserer Gesellschaft verebbte. Sie ertrank, ersoff in panischer Existenznot, in Gier und und im falsch interpretierten und gelebten &#220;berlebenstrieb nicht bedrohter Wohlst&#228;ndler. Wir, als Privatmenschen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich glaube, es muss gegen Ende der ersten Welle der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise gewesen sein, als die letzten Zuckungen, das verzweifelte Aufb&auml;umen vor dem endg&uuml;ltigen Daniederliegen der Humanit&auml;t in unserer Gesellschaft verebbte. Sie ertrank, ersoff in panischer Existenznot, in Gier und und im falsch interpretierten und gelebten &Uuml;berlebenstrieb nicht bedrohter Wohlst&auml;ndler.</strong></p>
<p>Wir, als Privatmenschen, haben gelernt, uns abzugrenzen. Abzuschotten gegen&uuml;ber dem Leid Dritter, f&uuml;r das wir nicht verantwortlich zu sein glauben uns zwingen. Wir m&uuml;ssen uns um unser pers&ouml;nliches &Uuml;berleben k&uuml;mmern, wir haben nicht die Zeit, die Kraft, das Geld, denen zu helfen, die da allgegenw&auml;rtig um Hilfe ersuchen. Letztlich ist jeder seines eignen Gl&uuml;ckes Schmied, wer leidet, sollte sich prim&auml;r einmal die Schuldfrage stellen, bevor er nach dem Hab und Gut seiner Mitmenschen zu greifen trachtet.</p>
<p>Wir, als Unternehmensmanager, lassen selbstverst&auml;ndlich zu, dass in China Menschen verhungern und verdursten, w&auml;hrend uns unsere chinesischen Gesch&auml;ftspartner von den aus unw&uuml;rdigen Arbeiterseelen gepressten Gewinnen aufs Dekadenteste bewirten, durch Bordelle schleifen und auf Rosen betten, an denen noch das Blut der verarmten Pfl&uuml;ckerinnen klebt. Es ist uns selbstverst&auml;ndlich, dass wir das Gut, das wir gewinnbringend ver&auml;ussern, von gesellschaftlich Randst&auml;ndigen unter erb&auml;rmlichen Bedingungen und f&uuml;r einen Lohn, der f&uuml;r ein Leben nicht mehr ausreicht, produzieren lassen. Sklaverei? Aber es wird doch niemand gezwungen!</p>
<p>Wir, als Politiker, scheren uns einen Dreck um Volkesmeinung, solange die legalen Bestechungsgelder einer menschenfeindlichen Gro&szlig;industrie aus nur einer Legislaturperiode uns ein ein geruhsames Restleben in Saus und Braus, sowies die Aussicht auf jederzeit m&ouml;gliche Zuverdienste erm&ouml;glichen. Was k&uuml;mmert uns ein Nachhaltigkeitsansatz in den &Uuml;berlegungen zu weitreichenden Entscheidungen, wenn wir uns nach sp&auml;testens vier Jahren sowieso wohlges&auml;ttigt aus der Affaire ziehen k&ouml;nnen und sogar noch Geld damit verdienen, anderen die Schuld f&uuml;r unsere eigenen Verfehlungen zuzuschreiben? Wie sollen wir &uuml;berhaupt noch Einzelschicksale, selbst wenn sie millionenfach existieren, ber&uuml;cksichtigen, wenn wir in Gr&ouml;&szlig;enordnungen denken, die einen Menschen sowieso &uuml;berfordern m&uuml;ssen?</p>
<p>
	Wir, als &Auml;rzte, tragen doch keine Schuld daran, dass wir Medizin und N&auml;chstenliebe inzwischen wirtschaftlich erfolgreich betreiben m&uuml;ssen. Wer will uns verdenken, dass wir unsere N&auml;chstenliebe vornehmlich denen widmen, die am besten daf&uuml;r zahlen? Jeder muss schlie&szlig;lich sehen, wo er bleibt. Wir sind nun wirklich v&ouml;llig &uuml;berlastet und k&ouml;nnen nichts daf&uuml;r, dass unsere Arbeitgeber sich nicht mehr in der Lage sehen, eine praktikable Personaldecke zu finanzieren, weshalb wir ja geradewegs gezwungen sind Patienten abzulehnen, auch wenn dies, trotz aller Dokumentationsfinten, ihren sicheren, vermeidbaren Tod bedeutet. Ist es da nicht nachvollziehbar, nein geradewegs sinnvoll, bevorzugt jene abzulehnen, die sowieso wenig bis keinen Nutzen f&uuml;r diese elit&auml;re Gesellschaft erlauchter Ausbeuter besitzen? Was ist denn daran auszusetzen, nicht nachweisbare, vielleicht gar psychische Aspekte gerade dann nicht als medizinisch notwendig zu beurteilen, wenn sie denn Geld kosten k&ouml;nnten?</p>
<p>Wir, als Menschen, w&auml;ren gefragt. Doch h&ouml;ren wir gerade auf die Obrigkeit, die uns zu ihrem Vorteil instruiert, doch wir lauschen konzentriert, denn wir wollen ja keine Nachteile erfahren. Wir dulden Ausbeutung, auch an uns selbst, wenn sie denn nicht allzu schlimm stattfindet, wir akzeptieren, dass alleinerziehende M&uuml;tter aus dem selben Topf und mit den gleichen Mitteln &quot;unterst&uuml;tzt&quot; werden, mit denen der bekennende Arbeitsverweigerer und Gesellschaftsfeind seinen t&auml;glichen Vollrausch finanzieren l&auml;sst. Wir lassen Kinder von amtswegen kontrolliert in den Armen ihrer asozialen Eltern verhungern und kl&auml;ren die Schuldfrage nie. Wir lassen uns von Staatsorganen zu fiktiven Bedrohungen versch&uuml;chtern, geben bereitwillig unsere intimsten Daten an einen &Uuml;berwachungsstaat und seine markwirtschaftlichen Schergen preis und finanzieren mit unserer Arbeit kostspielige Kriege gegen nicht existierende Gegner.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wir sind schon Trottel.</em></p>
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