Archiv der Kategorie 'Projekt Trockendock'

Nüchternheit

am 15. Juni 2009 unter Bierecke, Projekt Trockendock abgelegt

Während Frauen sich Ihre Sorgen und Nöte von der Seele zu quatschen pflegen, gehen Männer mit seelischen Druck meist stillschweigend um. Sie reagieren sich ab, beim Sport, im Gesicht eines Dahergelaufenen oder der eigenen Ehefrau, im Puff oder auch im Job. Oder sie saufen.

Stress beispielsweise ist eine kumulative Emotion. Sprich: Sie häuft sich an. Stressfaktoren multiplizieren sich, statt sich schnöde zu addieren, weshalb es in aller Regel auch viel länger dauert, Stress abzubauen, als ihn zu bekommen. Wer nicht über geeignete Strategien zur Verarbeitung verfügt, wird seinem Stress früher oder später erliegen, sofern er welchen hat.

Ich, in meiner Eigenschaft als stinkendfauler Workaholic (diese Ambivalenz ist das Pulver im Fass, auf dem ich sitze…), habe mich Freitagsabends schon immer sehr gerne bei Bier und Schnapps anästhesiert. Der Vorteil einer Trunkenheit ist beispielsweise auch, das man als ehrgeiziger Spinner gerade einmal nicht vom schlechten Gewissen heimgesucht wird, wenn man sich erdreistet, sich einmal beim Nichtstun zu entspannen. Alltagsängste fallen von einem ab, die Gedanken werden leicht und beflügelt vom Schwachsinn eines vergifteten Gehirns.

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Projekt Trockendock: Rückfallsresumee

am 02. Februar 2009 unter Projekt Trockendock abgelegt

Asche auf mein schütteres Haupt. Doch die Erbärmlichkeit meiner Niederlage gegen mich selbst darf nicht totgeschwiegen werden.

Bis Freitag hatte ich kein Problem. Am Freitagnachmittag jedoch, ich telefonierte, unterhielt gerade drei Fernwartungssitzungen auf Servern unterschiedlicher Kunden und erklärte dem neuen Kollegen noch via Handzeichen einen komplexen Sachverhalt, geschah es:  Ein in mein Projekt nicht eingewiehener Kollege stellte mir das hier ritualisierte Freitagsnachmittagsbier bereits geöffnet neben die Maushand. Reflektorisch griff ich danach, als mir bewusst wurde, was ich tat, hatte ich es schon halb ausgesoffen.

Das Erschüttern überkam mich sofort, mein ansonsten überaus fixes Ausredengenerierungssystem versagte, ich war mit meiner Schande allein.

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Projekt Trockendock: Tag zwei

am 26. Januar 2009 unter Projekt Trockendock abgelegt

Aus den zahlreichen Zuschriften muss ich schließen, dass hier ein falscher Eindruck entstanden ist: Es handelt sich bei meiner Wenigkeit mitnichten um einen schweren Alkoholiker, der die Dramen seines Entzuges im Internet zu dokumentieren trachtet, vielmehr bin ich ein Lebemann mit hoher Partyaffinität und einem nicht zu leugnenden Hang zum Exzess.

Zwar mag ich mehrmals nur knapp an einer Abhängigkeit vorbeigeschrammelt sein, doch VORBEI war es noch jedes Mal. Ich berauschte mich einfach gerne und bin nach wie vor gerne ausgelassen, musste nur zwischenzeitlich erkennen, dass für mich aktuell die negativen Nebenwirkungen die Positiven überwiegen.

Heute Nachmittag gabs Bier im Büro. Ich bin bei Leitungswasser geblieben, war auch lecker.

Projekt Trockendock: Tag eins

am 25. Januar 2009 unter Projekt Trockendock abgelegt

Die fünf Bier und geschätzten zehn Calvados des vergangenen Abends hingen mir den ganzen Tag schmerzhaft und entschlussstärkend nach. Zur Bekräftigung meiner Entscheidung habe ich gestern wohl noch meine zwei restlichen Biere durch den Abfluss gejagt. Soetwas habe ich noch nie getan, es fühlte sich pervers und falsch an.

Sonntags trinke ich sowieso nie, mir fehlte heute nichts. Außer Schlaf.

Projekt Trockendock: Tag Null

am 25. Januar 2009 unter Projekt Trockendock abgelegt

alkoholismus

Wie in einem vorangegangenen Beitrag angekündigt, werde ich alkoholfrei werden. Aktuell verfüge ich noch über beruhigende ca. 2 Promille, aber die Zeit spielt gegen diesen Zustand.

Projektinhalt soll sein: Kein Alkohol mehr in 2009. Ab sofort. Knochenhart, ohne Kompromisse. Ausnahmen: Kochalkohol. Sprich: Ich werde mich keiner weinhaltigen Sauce verwehren, noch ein flambiertes Dessert ablehnen. Aber ich werde keine alkoholischen Getränke in der Intension mich zu beruhigen, zu berauschen, oder mir den Alltag erträglicher zu gestalten mehr konsumieren. Bis mindestens zum Ende dieses Jahres. So mir die Götter wohl gewogen sein mögen.

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Alkohol

am 24. Januar 2009 unter Projekt Trockendock abgelegt

alkohol

Warnhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Einfluss im Titel näher bezeichneter Substanzen verfasst. Der Autor übernimmt zu keiner Zeit Verantwortung über Sinn, Verstand und eventuelle Folgeschäden dieser Exzeberation intellelektueller Diarrhöe mit nicht unwesentlichem, geistigen Flatulenzaufkommen.

C2H5 OH. Ethanol. Alkohol. Die weltweit am häufigsten vorkommende Droge überhaupt. Und womöglich und wahrscheinlich die fatalste.

Ich selbst trinke Alkohol seit ich 14 bin. An meinen ersten Konsum vermag ich mich nicht mehr zu erinnern, ich weiss nur, dass er deutlich vor diesem Alter stattgefunden hat. In meiner Familie herrscht eine sogenannte “Prädisposition”. Will meinen: Uropa und Uroma mütterlicherseits waren dem Branntwein nicht abgeneigt, ebenso nicht Grossmuttern väterlicherseits. Sowohl Muttern als auch Vaddern tranken und trinken regelmäßig. Regelmäßig auch zu viel. Die restlichen leiblichen Familienmitglieder soffen entweder leberzirrhosen- oder selbstkasteiungsbedingt nicht. Gar nichts.

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