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Archiv der Kategorie 'Männerküche'

Warum es in Österreich keine echte Lakritze gibt

am 06. Juli 2009 unter Männerküche abgelegt

Aus Süßholzsaft hergestellt, ist Lakritze eine köstliche Leckerei, der zudem auch noch erwiesenermaßen gesundheitsförderliche Eigenschaften nachgesagt werden. Sie wirkt beruhigend und ausgleichend auf Magen und Darm und hilft in Erkältungszeiten durch ihren schleimlösenden Effekt wieder besser Luft zu bekommen.

Dennoch schmäht der Österreicher sie. Es ist in ganz Österreich praktisch nirgendwo an gute Lakritze zu kommen, lediglich Lakritzschnecken findet man in ausgesuchten Lebensmittelgeschäften. Rund ein Dreivierteljahr habe ich fast nicht mehr an Lakritz gedacht, die ich früher kiloweise verschlungen habe, doch dann begann der Jeeper. Bislang ungestillt.

Fragt man den Austrianier, wieso es in seinem Heimatland eine derartige Köstlichkeit nicht gibt, lautet die Antwort allermeist: “Weils scheiße schmeckt”. Selbstredend ist dies sachlich wie fachlich falsch, nichts desto trotz aber lässt diese Aussage einen tiefen Blick in die obrigkeitshörige, Neuem stets abgeneigte Volksseele der noch immer in einer “inneren Monarchie” lebenden Bergbewohner zu:

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Lasagne originale

am 03. Juli 2009 unter Männerküche abgelegt

Ich habe die Lasagne erfunden.

Was wie die vermessene Behauptung eines weltentrückten, selbstgefälligen Arroganzlings klingen mag, wird ein jeder bestätigen müssen, der dieses Rezept, trotz Fehlens jedweder Mengenangaben, KORREKT nachkocht und kostet.

Ein halbidiotensicherer Walkthrough ergibt sich vortrefflichst aus den Bildbeschreibnungen. Wer noch zum Grossklicken zu faul ist, dem eröffnen sich diese auch in den Hints.

Wer beim Genuss dieser Grossartigkeit nicht in orgiastischer Verzückung erstarrt, der ist entweder tatsächlich zu dumm zum Kochen, oder aber ein Arschloch. Möglicherweise beides. So oder so wird er/sie/es auf der Stelle exkommuniziert. Cretins haben keinen Platz in meinem Küchenkosmos.

Nespresso – Wenn der Kunde zum Feind wird

am 17. Juni 2009 unter Foo, Männerküche abgelegt

Kaffee ist Genuss, Lifestyle und Lebensfreude. Nespresso hat ein System geschaffen, das exakt auf die Bedürfnisse eines Genießers eingeht: Exklusivität, Ästhetik, Qualität und Individualität. Doch der Mensch wurde dabei vergessen.

Bereits 1976 von Nestlé patentiert, wurde das Kapselsystem erst ab 1986 vermarktet. Erst als Flop abgeschrieben, gewann Nespresso in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung. Heute überzeugen Hochglanzwerbespots mit Frauenschwarm George Clooney imageorientierte Hausfrauen von der Notwendigkeit der Aluminiumkapsel. Mit enormem Erfolg.

Nespresso verkauft den Kaffee exklusiv, er kann also nur in den durchgestylten Nespresso-Stores nennenswerter Grossstädte, oder aber im Internet erworben werden. Die erforderlichen Brühmaschinen werden in Lizenz von nahmhaften Haushaltsgeräteherstellern angeboten. Nicht unter 100 Euro, pro technisch sehr unaufwändigem Gerät.

Der Espresso schmeckt vorzüglich, keine Frage, was für viele wohl den sagenhaften Preis von mindestens 30 Cent pro Tasse rechtfertigt. Bei meinem Verbrauch von 10 bis 12 Kapseln am Tage (4 morgens zum Aufwachen, den rest abends, damit ich es überhaupt noch ins Bett schaffe.. – Tagsüber bin ich im Büro mit Kaffee versorgt) geht das nicht unwesentlich ins Geld. Aber man gönnt sich ja sonst kaum etwas.

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Schweinskrustenbraten vom Kugelgrill

am 26. Mai 2009 unter Männerküche abgelegt

Schweinsbraten kennt man aus dem Backrohr oder noch vom Drehspieß, aber selten aus dem Kugelgrill. Zu Unrecht, denn diese Zubereitungsart führt zu exzellenten Ergebnissen!

Man nehme:

1 Schweinsbraten mit Fettschwarte (am besten Karree – in Deutschland “Rücken”), ca. 1,5 Kilo

1 Flasche Bier

1 Esslöffel Senf

Salz, Pfeffer, Paprika, Kümmel

reichlich Knoblauch

1 Zwiebel

1 Sack hochwertige Holzkohlebriketts (halten die Hitze länger und gleichmäßiger)

Das Schweinskarree wird primär in archaischer Brutalität schwartenseitig mit einem scharfen Messer rautenförmig hingerichtet. Hernach streut man Salz in die Wunden, zusammen mit den restlichen, zermalmten Gewürzen, dem zerquetschten Senf, den zerschlitzten Zwiebeln und dem zu Brei geschlagenen Knoblauch erfolgt so die allseitige letzte Ölung. Nur ohne Öl.

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Flame Grill: Kulinarischer Experimentismus

am 24. April 2009 unter Männerküche abgelegt

Grillen kann ja jeder. Richtig geil grillen können viele. Ich aber suche nach einer neuen Form des kulinarischen Ausdrucks. Weit über die Bedeutung „Flame Grill“ aus Burger-King-Usersicht hinaus…

Heute hieß der Arbeitstitel meines ökotrophologischen Experiments: Schmackhaft Gegrilltes nur aus der Flamme.

Dazu bedarf es, nun evidenzbasiert, eines guten Grills, einer „feurigen“ Marinade, qualitativ hochwertigen Grillfleischs, einer gehörigen Portion manueller Schnelligkeit an der Grillzange und einer gewissen Stressresistenz.

Zuallererst wird einmal der Grill angeheizt. Mit Laubholz, versteht sich, Nadelhölzer brennen zu schnell, zu heiss und sie stinken zu infernalisch.
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