Retro – Spectat 2011
am 30. Dezember 2011 unter Foo, Textblech abgelegtEs gibt Wunden, die heilen nicht in ein paar Wochen, wie ein gebrochenes Bein, auch nicht in ein paar Monaten, wie ein gebrochenes Herz. Nach einem wirklich besonders harten 2010 waren die Ansprüche und Hoffnungen an 2011 entsprechend bescheiden bemessen. Nicht ganz zu Recht.
Bis Mitte Januar verblieb meine Grossmutter nach dem tragischen Verlust ihrer Tochter, meiner Mutter, noch bei uns in Österreich. Keine einfache Aufgabe, einem vollends gebrochenen Menschen jeden Tag aufs neue in empfundener Pflicht aufmunternd gegenüber zu treten. Letztich wollte sie nachhause. Zurück in den Ort, in das Haus, in dem sie ihr komplettes Leben verbracht hatte. Ich blieb vier, beileibe keine erquicklichen Tage bei ihr, musste dann aber familiär und jobbedingt auch mal wieder zurück. Die ersten paar Tage allein hielt sie sich erstaunlich gut, war auch von Nachbarschaft und befreundeten Menschen erstaunlich herzlich und intensiv "aufgefangen" worden.
Erst nach ein paar Wochen verfiel sie endgültig in eine tiefe Depression mit allen Konsequenzen, ich verblieb unfähig ihr zu helfen. Zuhause einen inzwischen locker 70 Wochenstundenjob, eine schwangere Frau, die Teenagerin und die Kleine, die sich so prächtig entwickelte. Mann muss Prioritäten setzten, wenngleich das auch nicht immer leicht fällt.