(Filmkritik) – Red Rising Hood (2011)
Nebst "SchBiss zum Morgengrauen" und seinen zu zahlreichen Aufgüssen konzentriert sich Regisseure Catherine Hardwicke nun auf nurmehr eines ihrer immerhin zwei fantastischen Genrethemen und schickt sich nun an, den vermutlich noch pubertierenden Zuschauer fortan mit einem Werwautz-Only-Märchen zu quälen. Ob hierbei die meist erst entspringenden Säfte ähnlich in Wallung geraten können, wie bei der Blutsaugerwerwolfsoftporno-Trillogie, hat sich schwarzsicht, -völlig unvoreingenommen-, mal angesehen.
Ein kleines Dorf im Mittelalter, seit Generationen heimgesucht von einem bösen Werwolf, der bei Vollmond die ihm stets zur Besänftigung dargereichten Opfer abholt. Eines schönen Tages begnügt er sich mit diesen nicht mehr, sondern reisst munter und scheinbar wahllos Dorfbewohner, was diese mit einer Kampfansage parieren. Schließlich unterstützt von einem katholischen Priester als Werwolfexperten macht man sich also auf die Jagt nach dem Ungeheuer. Allen voran die juvenile "Valerie", die noch deutlich tiefer in die Geschehnisse verstrickt wird, als man ob ihres platten Possenspiels vermuten mag…
Daten
Produktionsjahr: 2011
Produktionsland: USA
Regie: Catherine Hardwicke
Cast: Amanda Seyfried, Gary Oldman, Billy Burke u.a.
Kritik
Gleich in der ersten Szene des Haupthandlungsstranges erfreut die wie aus dem Ei gepellte, babystrichlike schmolllippig geschminkte Amanda Seyfried in reinlichstem Gewand beim Durchtänzeln des mittelalterlichen Forstes das Auge des cineophilen Päderasten, dicht gefolgt von ihrem InStyle-mässig gelfrisierten Holzfäller-Helden, dem von der Maske offensichtlich beim Anschminken des "rauen" Drei-Tage-Bartes gleich noch die Augenbrauen feinsäuberlich gezupft wurden. Inklusive Vorspann und epilogisierendem Kindheitsrückblick hat es exakt 5 Minuten und 13 Sekunden gedauert, bis ich mich genervt übergeben musste. Spätestens hier wird es dann für jeden über fünfzehneinhalb und/oder mit gesundmenschlichem Unterhaltungsanspruch Geschlagenen "AUSSCHALTEN" heissen.
Die Dialoge erinnerten mich schon in den ersten Minuten stark an meine ersten Urlaube in den Niederlanden, ebenso flach, allerdings ohne jedwede hochgeistigen Highlights. Zugegebenermaßen ansehnlich eingefangene Naturszenen werden durch platte Dialoge, ein geradewegs dreist-dummes Skript und überwiegend lustlos agierende Protagonisten kaputtgeblödelt.
Fazit
Schöne junge Menschen, die der Hund beisst. Anbetrachts der dargebotenen schauspielerischen Leistung ganz klar zu Recht. Das von David Johnson verbrochene Plot unterscheidet sich nur durch eines von seinen hundertfach ertragenen, themengleichen Geschwistern: Es ist definitiv noch erbärmlicher!
Hier hat sich ein Leonardo Di Caprio als Producer vermutlich keinen Gefallen getan: 99 vertane Minuten.
