schwarzsicht auf Twitter

Archiv des Monats April 2011

Frühjahrsmüdigkeit

am 28. April 2011 unter Foo, Textblech abgelegt

In ihren Ursachen unbekannt, in ihrer Existenz angezweifelt, geistert die Begrifflichkeit wie jedes Jahr um diese Zeit wieder durch aller Munde und Medien. Auch ich bin betroffen. Allerdings durchgehend seit April 2008.

Trotz unverschämter Schlafdauer und mitunter beängstigender -tiefe bleibt "Vigilanz" ein vollends unverständliches Fremdwort, morgendliche, familiäre Kommunikation ohne Beinahetotschläge sind ausgeschlossen, Arbeitsmotivation als solche existiert nicht und bereits am Nachmittag setzt die komplette Erschlaffung aller Neuroganglien, der sich der Ohnmacht nähernde, zum Taumel verpflichtende Schwindel und der jegliche Resteuphorie vernichtende Welthass ein. Willkommen in der schönsten Zeit des Jahres. 

Die Temperaturen steigen, womit sich die Kaltschweissigkeit zumindest den Desinteressierteren verklären lässt, die Röcke schrumpfen, gleichermaßen aber auch das Gesichtsfeld, das lediglich verzweifelt nach haltgebenden Griffstellen sondiert. So mach einer ward schon als Stelzbock verschrien, hatte er sich doch nur vor einem Sturze zu bewahren versucht.

Bei so manch einem hört diese zermürbende Umnachtung bereits Ende April wieder auf, die Sinne klären sich und das Leben wird wieder lebenswert. Nicht aber bei mir, ich befinde mich augenscheinlich seit März 2008 in einer Art innerem Dauerfrühling, der nichts desto trotz im kalendarischen Äquvalent Jahr für Jahr noch einmal seine Klimax findet. Nichts los hier, nichts mit mir. Keine Lust, keine Kraft. Ach, wäre doch nur Winter. Für ein bis zwei Jahre…