Das Los der Väter (II): Perinatal
am 29. Januar 2011 unter Foo abgelegt.jpg)
"Das Wunder des Lebens: Die Geburt." – Dergestalt romantisiert sind die Wenigsten auf das vorbereitet, was sie da erwartet, die sie einst lustvoll dem Reproduktionstriebe nachgaben.
Für einen Mann definiert sich die Zeit vor der Holdesten Niederkunft meist durch ein Gefühl: Endloses, nervenzerfetzendes Warten, einzig aufgelockert durch die Jammertiraden der natürlich deutlicher Betroffenen. In den letzten Monaten vor der Geburt verändert sich der weibliche Körper auf geradezu groteske Weise: Jedwede Proportionen, sofern je vorhanden, lösen sich auf, die Ballonhaftigkeit der eigenen Physis ist allerdings niemandem bewusster, als der Dame selbst, weshalb sie unablässig Bestätigung einfordert, die "er" ihr natürlich liebevoll jederzeit zu Teil werden lässt.
Sinnvolle Gespräche mit der Partnerin sind im letzten Schwangerschaftsdrittel ausgeschlossen. Mann fragt sich, hofft, bangt, ob sie je wieder die geistige Konstitution wie vor der Schwangerschaft zurückerlangen wird, doch die Antwort ist so einfach, wie auch bereits zu diesem Zeitpunkt bewusst: Nein!
Der Sportwagen ist bereits verkauft, beziehungsweise entsprechende Träume sind endgültig begraben. Das Heim ist auf die Ankunft des goldenen Kalbes vorbereitet, oft genug musste das bisherige "Herrenzimmer", das dem Manne das Leben mit einer Frau zumindest erleichterte, geopfert werden. Es existieren nurmehr Mutter und Kind. Gedanklich, wie emotional, wie finanziell.