schwarzsicht auf Twitter

  • Welch erhabene "Krönung der Schöpfung", die sich da windet, gemartert und geknechtet von mikroskopisch kleinen, einzelligen Dösbaddeln. 1 day ago
  • Eltern bekommen heutzutage Briefe, in denen der Lehrer sich bestätigen lässt, dass die Kids allesamt blöd sind und er nichts dafür kann. 1 day ago
  • "Fertige Schabracken aus Deinem Plattenbau warten auf Dein Sozialhilfe-savoir-vivre. Stosse JETZT laut auf!" 2 days ago
  • Nach der Butan-Inhalation erst mal gut ausatmen, Kinder, bevor ihr Euch eine Kippe ansteckt, woll!? 2 days ago
  • Machen wir uns doch nichts vor! Wenn die richtig harten Sachen zu Neige gehen, heisst es eben: Kreativ sein! http://t.co/FksxYkHh 2 days ago

Archiv des Monats August 2010

Interstitium

am 30. August 2010 unter Foo abgelegt

Es gibt Situationen im Leben von vielen von uns, in denen das Ende unbestimmt ist, man es aber dennoch klar vor Augen sieht. In einer überpaprizierten Rattatouille der Gefühle, Hoffnungen, Rationalität, ständigen Wandels, Niedergeschlagenheit, Begeisterung und all dem schwammigen Gedusel sticht doch die unerbittliche Bitterkeit hervor. Die, die letztlich wohl immer geschmacksdominant sein wird, hat man sich erst der Tatsache gestellt, dass das Leben schlicht kein andauernder, exstatischer Rudelbums sein kann.

Niemand weiss genau, oder könnte wissen, noch vermuten, wer da den gespreizten Finger leckbereit in die Bouillabaisse des individuellen Daseins steckt, aber oftmals kennt man das resultierende Gesicht schon, bevor sich eine Miene zur Abscheu überhaupt zu verziehen vermag.

Da sind Menschen, man sah sie, man sieht sie und doch ist da dieser unuberbrückbare Spalt. Zwischen Gewesenem und dem Sein. Und ganz tief, unter jeder Faszie, unter jeder Knochenhaut, ist man sich der Persistenz dieses Spaltes bewusst, will es nicht, wird es nie wirklich gewollt haben, ist es aber. Eiweiss denaturiert bei Erhitzung, Fischsuppe verdirbt daher, wie auch das Leben. 

Schmerz ist wie Safran: Er färbt zirrhotisch gelb, ist teurer, als man es sich je hätte leisten können, und letztlich gebraucht hat ihn niemand.

Verlust ist wie zu heiss gebratene Zwiebel: Es war einst etwas Wertvolles, gar Süßes vorhanden, niemand hat etwas wirklich falsch gemacht und doch ist alles bitter und im Arsch. Letztendlich.

Sie gehen von uns. Doch manchmal bleiben sie dennoch. Nicht sie selbst, überpapriziert und zu lange geröstet, aber genetisch noch die selben. Wie eine Fischsuppe. Einst köstlich und inspirierend, letztlich geronnen. Und der eigenen Geronnenheit ausgesetzt. Unerbittlich. Es kann jeden treffen. Wer auch immer sei uns gnädig. Gottverdammt.

Vor der Ernte kommt die Saat

am 02. August 2010 unter Foo abgelegt

Eine durchweg plausible Bauernweisheit trifft auf fast alle Lebens- und Arbeitsbereiche zu, nicht jedoch zwingend auf die Wirtschaft und vor allem nicht auf die Finanz- und IT-Industrie.

Während allgegenwärtig gutmenschelnd Nachhaltigkeit in der Produktion, der Landwirtschaft, der Energieerzeugung, der Bio-Öko-Lebensmittel- und Textilindustrie herbeischwadroniert wird, stecken sich immer mehr langzeitgedächtnisgeschädigte Dienstleister die Taschen mit virtuell herbeigesponnenen Werten voll. Ohne Know-How, ja selbst ohne ein "Dienstleistungsprodukt" lässt sich auch und gerade in der IT-Branche schnell Reibach machen, meist auf Kosten gutgläubig zahlender Kunden und immer auf Kosten des ausführenden Fussvolks, dass wissentlich ahnungslos gezwungen wird, in der rauen Consulting-Wildbahn den rauchenden Schädel hinzuhalten.

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