Pro – Spectat 2010

crystal-ball

Rückblicken kann jeder. Die wahre Kunst liegt in der zutreffenden Beschreibung des noch Geschehenden. Kunst der Logik, nicht des Mummenschanzes.

Meine persönlichen Aussichten und Ziele für 2010 sind schnell formuliert: Überleben, und endlich alles besser machen. Da ich aber die letzten Monate deutlich zu introspectiv, in Selbstmitleid suhlend und schlicht zu erbärmlich zugebracht habe, hier sogleich die Realisierung eines meiner wenigen Vorsätze für das neue Jahr: Mehr über den krustigen Tellerrand blicken, die mannigfachen, negativen Energien besser auf unschuldige Dritte richten, denn auf einen selbst. Ans Werk!

Ein Unkenruf vorweg: Nein, die Gesamtsituation wird sich NICHT verbessern. In absolut keiner Hinsicht. Dem hirntoten Pöbel, der rund 89 % der mitteleuropäischen Bevölkerung ausmacht, wird nicht plötzlich, wie durch Zauberhand, Verstand eingehaucht werden, die Trottel regieren weiter den Zeitgeist, die Menschheit ist voller Enthusiasmus dabei auszusterben. Wer jetzt noch den Schneid entwickelt, sie daran hindern zu wollen, versündigt sich aufs Verwerflichste am Universum.

Der politische Fahrplan bietet in 2010 sowohl für Deutschland, als auch für meine Wahlheimat Österreich wenig definierte Meilensteine. Zwei handlungsunfähige Regierungen, die jedoch, das sei am Rande bemerkt, eine ganz hervorragende Volksvertretung des geistigen Durchschnittsuntoten darstellen, sind also berufen, mit Skandälchen und wahnwitzigen Freiheitsbeschneidungen zumindest soweit auf sich aufmerksam zu machen, daß ja keinem der blökenden Unterschichtenschafe auffallen möge, dass sie gar gar nicht wirklich "geleitet" werden, sonder sich vielmehr eine Rotte gefrässiger Egomanen rücksichtslos an ihrer Arbeit Schweiss nährt.  Das Internet wird hierzu sicherlich hinreichend Anlass bieten, ich mutmaße,dass das Thema Netzsperren nocht lange nicht ausgesessen ist und auch die Abschaffung des Datenschutzes hinreichend Polemikpotenzial bieten wird. Interessant wird sicherlich noch, ob es bereits in 2010 zu Ausreiseverboten in "gewisse" Länder kommen wird, oder ob man sich weiterhin auf die Verunsicherung durch ersponnene Terrorwarnungen verlassen wird. Allgemein ist Freizügigkeit ein echtes Problem für ein auf Ausbeutung, Manipulation und Verdummung basierendes Staatssystem, somit wird man sich sicher noch die ein oder andere Restriktions- und Kontrollinstanz einfallen lassen.

Musikalisch erwarten uns 2010 die Siebte, Achte und Neunte Staffel von "Arschland sucht das Superloch", samt ihrer halbgaren Mutantenabklatsche und bestimmen somit maßgeblich die wenigen, noch getätigten inländischen Plattenverkäufe. "Richtige" Musik wird nurmehr im iTunes-Store zum Download angeboten werden, wobei Apple uns auch dieses Jahr wieder erfolgreich eine signifikante Verteuerung als Preissenkung verkaufen wird. Während des Sommerloches wird eine Petition der Musik- und Filmbindustrie durchgewunken werden, die die Todesstrafe für bereits den einmaligen Verstoß gegen das Urheberrecht einfordert. Erste Exekutionen gehen im Getöse der exklusiv via Sky übertragenen Bundesliga live Saison unter.

Cineastisch sage ich uns 7 neue Weltuntergangsspektakel (Erderwärmung, Sturm, Meteoritenhagel, Killerviren, Alieninvasion, Cyberwar und natürlich Feminisierung), 23 Tussi-Konsumthriller ala "Shopaholic" und CO., 37 "Krieg gegen den Terror" Propagandastreifen, erstmals auch unter europäischer Beteiligung, und 987 Teenyvampirwehrwolfsoftpornostreifen voraus. Carrie Bradshaw wird beim Einkaufsmasturbieren in einem New Yorker Alzheimertherapiezentrum erstmals live einen vaginalen Hexenschuss veranschaulichen, Sylvester Stallone aka John Rambo mit grosskalibrigen Maschinengewehren auf schlitzäugige Schweinegrippenviren ballern, Harry Potter wird, von einem wilden Affen Vampir gebissen, bestialischen romantischen Sex mit einer minderjährigen Wehrwölfin haben und John Goodman wird zusammen mit Ottfried Fischer, eigentlich zum Zwecke der Schaffung einer schmutzigen Fettbombe von islamistischen Terroristen gekidnapped und aneinandergekettet, die Welt durch Verzehr aller Rindfleischressourcen vor dem alien-mutierten BSE-Erreger retten. Zu guter Letzt wird Pamela Anderson in enger Zusammenarbeit mit Doktor Schiwago einen Weg finden, Brustimplantate wie Stringtangas selbst zu wechseln und diesen der Boulevardpresse vorstellen.

Das Internet wird wachsen, denn das ist, was es tut. Sowohl im Datenumfang, als auch in der Bedeutung für jeden Einzelnen von uns. Islamistische Terroristen werden endlich das BTX-Protokoll (CEPT) entschlüsseln, um den weltweiten Cyberwar für sich zu entscheiden und erschrecken damit ein paar vergessene T-Online-Classic Kunden, seit 1997 in emotionaler Cryostasis, endgültig zu Tode. Die deutsche Bundesregierung leitet hieraus eine akute Bedrohung des Individuums aus den weltweiten Datennetzen ab und legt einen Gesetzesentwurf zur schnellstmöglichen Einführung eines bundesweiten Netzpersonalausweises (hält alle Identifikationsmerkmale sowie Informationen zu sexuellen Vorlieben, Essverhalten, Genussmittelkonsum und Fertilisationspotenzial leicht für jeden User erkennbar bereit)  vor, ohne den ein Zugriff auf das Internet nicht mehr möglich sein soll. Bayern ist dagegen und fordert einen eigenen, bayrischen Netzpersonalausweis in Weißblau, der zusätzlich Highscores in den Disziplinen Biermaßsaufen, Weisswurschtmeterfressen und Fettarschgrabschen beinhaltet. Österreich macht es ein halbes Jahr später genauso, hier ist Bayern eben Kärnten. Ein unscheinbarer, pickeliger Autist aus Bottrop-Kirchhellen erfindet eine Website, auf welcher der registrierte Benutzer virtuelle Ohrfeigen an andere User verteilen kann, findet einen Investor und schaufelt ein nonprofitables Milliardengrab. Die Netzwelt hyped das "social tool", er selbst wird Millionär, heiratet die bislang unbekannte, erste und bereits erwachsene Tochter Heidi Klums, der Investor, eine Bank, geht pleite und zahlt dem verantwortlichen Vorstand aus einem staatlichen Hilfspaket eine Millionenabfindung. Der Bottrop-Kirchhellener erlangt bald darauf zweifelhaften TV-Ruhm in der Reality-Soap seiner Gemahlin unter dem Titel "Eheverbrechen – Nyphoman und ohne Moral – Deutsche Ehefrauen im Seitensprungfieber", in der er mehrfach in seinem Beisein live gehörnt werden wird.

Zu guter Letzt: Die Wirtschaftskrise geht weiter. Wurden gegen Ende 2009 noch Gerüchte über den bereits erfolgten Aufschwung verbreitet um das Weihnachtsgeschäft anzukurbeln, werden die Prognosen im ersten Quartal 2010 samt und sonders zurückgenommen, ja regelrecht dementiert. Eine schwangere Reporterin aus Berlin-Neuköln deckt auf, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren Unsummen an Steuergeldern in einen Produzenten von Bärlauchgummibären investiert hatte, dieser jedoch in einem seitens Haribo angestrengten Patentrechtsstreit unterlag und nunmehr in der Insolvenz steht. Die finanziellen Maßnahmen zur Rettung der fünf Angestellten in der strukturschwachen Region Mecklenburger Seenplatte schröpfen das Harzt IV Budget derart, dass die Arge im Dezember Zahlungsunfähigkeit  meldet und an Weihachten Millionen von arbeitslosen Hilfsempfängern nicht nur auf Steuergeschenke, sondern auch auf den goldbraunen Bundesputer mit Schwarzrotkraut verzichten müssen. Die Landesregierung dementiert anfänglich alle Enthüllungen unter der Argumentation, einer ledigen, scheinschwangeren, noch lebenden Deutschtürkin sei nicht zu trauen. Die Scheinschwangerschaft wird ab dem 01.11.2010 unter dem Namen Franz-Mohammed in Neuköln Kindergeld und Hartz IV beziehen, die Journalistin fällt bereits Mitte November einem vertuschten Ehrenmord durch ihren Halbbruder Dieter, einem zum Islam konvertierten Kiez-Luden, zum Opfer.

In Österreich bleibt hingegen alles, wie es immer schon war. Nur schlimmer.Und ohne Kaiser.

1 Kommentar zu “Pro – Spectat 2010”

  1. Pressefuchs sagt:

    Klar definierte Ziele finde ich gut! Ich wünschte bei mir wäre es so einfach… :(

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