Archiv des Monats Januar 2010

Das Prinzip Volksverarsche (Teil II)

am 26. Januar 2010 unter Foo abgelegt

Nachdem im ersten Teil die theoretischen Grundlagen eines kapitalbasierenden Gesellschaftssystems umrissen wurden, soll heute die praktische Seite ein wenig genauer beleuchtet werden. 

Man nehme exemplarisch einen Industriearbeiter, der in einer Endmontagehalle beispielsweise höherwertige Mikrowellenherde zusammenbaut. Pro Mikrowellengerät benötigt er, wiederum äußerst exemplarisch, eine Stunde Arbeit. Diese bringt ihm persönlich 11 Euro netto ein. Seinen Arbeitgeber kostet diese Stunde Arbeitszeit, inklusive flexibler Kosten wie Strom, Heizung, Fehler, die der Arbeiter macht, Verwaltung und Logistik und allen sonstigen  Nebenkosten rund 50 Euro. Für das Basismaterial, das samt und sonders im aussereuropäischen Ausland fremdgefertigt wird, zahlt er inklusive Anlieferung 33 Euro. Die Gesamtproduktionskosten inklusive Verpackung belaufen sich somit auf, sagen wir einmal, 90 Euro.

Für 140 Euro wird das Gerät nun an den Handel weitergegeben, der es schließlich für 169 Euro an den Endkunden weitergibt. Macht einen Reinerlös für den Hersteller von 50 Euro, der Händler erwirtschaftet nach Abzug seiner Auslagen noch einmal ca. 19 Euro.

Anderes Beispiel, gleiches Thema:

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Das Prinzip Volksverarsche (Teil I)

am 22. Januar 2010 unter Foo abgelegt

investment

Die Erkenntnis, das ein Volk geradewegs verarscht werden muss, stammt nicht originär von Politikern, denen man nur zu gerne die Schuld für alles Schlechte zuschiebt, nein, diese Erkenntnis ist bedeutend älter und eine logische Konsequenz der menschlichen Natur und den Wirtschaftsinteressen einzelner, weniger humanistisch ausgelegter Persönlichkeiten.

Doch man beginne am Anfang.Wir, die "Mitglieder einer modernen Zivilisation" klopfen uns gegenseitig die Schultern blau, ob der Überwindung der Sklaverei, der Befreiung von der Lehensknechtschaft und unserer "aufgeklärten", "humanen" Umgangsformen untereinander. Nur zu gerne lassen wir dabei die Realität aus dem Sinn, denn frei sind wir alle nicht, die wir nicht freier Unternehmer sind und selbst zu Knechten in der Lage.

Existenzängste begründen sich in westlichen Zivilisationen heutiger Tage nicht mehr auf den Verlust des Lebens selbst, sondern auf die Einbuße von Lebensqualität. Mach einer ist eher bereit zu sterben, als in Armut leben zu müssen. Wir werden nicht mehr von Diktatoren unterdrückt, die uns androhen uns zu ermorden, unsere Unterdrückung geht einzig vom Kapital aus. Unsere "Strafe" für zivilen Ungehorsam ist nicht Folter im physischen Sinne, uns nimmt man einfach den Flachbildfernseher, den C-Klasse Mercedes und den Rinderbraten am Wochenende.

So kommt es dann auch, dass die offiziellen Führer unserer Gesellschaft zu Marionetten verkommen sind, ihre Menschlichkeit sich einzig dem Kapital unterordnet und eben die Lenker und Leiter der Geldflüsse über die Schicksale des Pöbels bestimmen.

Das Prinzip ist sehr einfach: Wer bereits über Mittel verfügt, vermag diese zu ihrer Mehrung einzusetzen. Wer nicht, nicht.

Wir unterscheiden dabei zwischenzeitlich eine Vier-Klassengesellschaft:

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Virales (?)

am 19. Januar 2010 unter Foo abgelegt

questionsp

Im Gedankenkreislauf eines jeden Individuums zirkulieren physiologischer Weise immer ein paar Warums und Hinterfragungen. Manch einer mag so beschäftigt sein, oder alternativ intellektuell derart unterbelichtet, das ihm dies nie auffallen wird, die meisten Artgenossen sind sich ihrer Warums jedoch bewusst und ignorieren sie meist aus gutem Grunde.

Latent stellt sich die Frage nach dem "Warum" bei praktisch allem, was wir tun, sei es nun aktiv, oder passiv, in Reaktion auf eine Aktion Dritter. Zur Ratifizierung, zur Optimierung und zur allgemeinen Steuerung unseres Lebens sind diese Rückfragen unabdingbar. Wer sie sich nicht stellt, oder verharrt, dümpelt fremdbestimmt durch sein Sein und wird sich diese Frage spätestens final in dramatischer Drastizität stellen.

Was aber, wenn sich die Frage nicht dediziert beantworten lässt, die Ursache der Frage eine Unabänderlichkeit darstellt? Fragen, die sich ausschließlich mit "Weil es eben so muss" beantworten lassen? Für diese zahlreichen Fälle hat uns unsere Natur mit einer heilsspendenden Dumpfheit ausgestattet: Derartige Fragen stellen wir uns im Alltag nicht. Wir quälen uns allmorgentlich durch den Berufsverkehr, weil die Evaluierung der öffentlichen Verkehrsmittel kein Optimierungspotenzial auswies, wir ertragen unseren staubtrockenen, zermürbenden Job, weil Existenzängste und unser Sicherheitsbedürfnis uns dazu zwingen, wir zwingen uns wieder und wieder, diesen bescheuerten Salat zu fressen, weil das eben gesund ist und wir ansonsten des Skorbuts verstürben. Bei all diesen Tätigkeiten würden wir die ständige Frage nach dem Warum in unserem Bewusstsein gar nicht ertragen, für eine derartige Folter ist die menschliche Psyche im Regelfall schlicht nicht ausgelegt. Dauerhaftes, emotionales Erbrechen wäre die Folge, und genau dieses macht endgültig handlungsunfähig. So haben wir gelernt, vielfach die Frage nach dem Warum entweder zu ignorieren, oder in einem bewussten, mentalen Akt im Keime zu ersticken.

Mitunter aber gelingt es extrinisischen Faktoren, unser cognitives Immunsystem derart zu schwächen, das eben diese Mechanismen versagen. Wir sind so intensiv damit beschäftigt, uns andere, größere Umstände schönzureden, oder aber sie daran zu hindern, uns zu vernichten, dass keine Kapazität für das Niederkämpfen der vielen, kleinen, sonst kaum störenden Warums mehr übrig bleibt. Der Alltag wird schier unerträglich, wenn all die sinnlosen, zum Teil schmerzhaften und praktisch immer belastenden Aktionen und Reaktionen gnadenlos hinterfragt werden müssen. Nicht genug damit, das sie an die Oberfläche dringen, sie vermehren sich auch. Fehlt der gesunde Selbstschutz, reproduzieren sich die bösartigen Biester ungebremst. Kaum ein Umstand, kaum ein Zustand, kaum ein Ereignis, welches nicht im schmerzhaften Sinne hinterfragbar wäre. Der Erkrankte wird regelrecht überschwämmt von Fragen, deren Antworten er sich nicht ohne seelisches Husten, Schnupfen und Herzfieber zu geben vermag.

Wohl dem, der einen großen, umfassenden Grund zur Niederschlagung seiner Warums zu finden vermag, denn dies sind Situationen, die bestenfalls signifikante Änderungen hervorbringen, aber durchaus geeignet sind, einen Menschen zu brechen.

Doch der Gebrochene wird immun sein. Mit der Selbstaufgabe verstummen auch die Fragen. Nur mehr zu funktionieren; leichter kann ein Leben nicht sein.

Islamophobie

am 15. Januar 2010 unter Foo, Kultur muss auch mal sein abgelegt

frightened

Angst ist eines der ursprünglichsten, intensivsten und sinnvollsten menschlichsten Gefühle überhaupt, ohne die es eine Zivilisation gewiss nicht geben könnte. Angst ist ein Frühwarnsystem für existentielle Bedrohungen, die uns erlaubt vernichtende Angriffe auf unser Leben abzuwehren, bevor sie erfolgen. Doch Angst kann auch lähmen, zerstören und diskriminieren, wenn sie entartet und wuchert.

 

In unseren heutigen, mitteleuropäischen Zivilisationsbunkern, die wir uns mit unserer exorbitanten Anpassungsfähigkeit geschaffen haben, besitzen existenzielle Ängste kaum mehr eine Berechtigung. Wir können uns in der überbordenenden Mehrheit stets sicher sein, warmgehalten, genährt, gewässert und medizinisch umsorgt zu sein, egal, wie ungeschickt wir uns im Alltag auch anstellen mögen, gleichgültig, welch ungerechtes Schicksal uns ereilen möge. Eine Bedrohung durch wilde Tiere, Krieg oder Kriminalität ist bestenfalls als marginal zu bezeichnen, ratifiziert man verlässliches, statistisches Material. 

Und doch ist Angst existenzieller Bestandteil unserer Persönlichkeit. Gibt es keinen Grund mehr, vor äusseren Einflüssen berechtigt Angst zu haben, sucht sich unser Angstbedürfnis alternative Ventile. Die stetig zunehmende Zahl der Angsterkrankungen mit zum Teil dramatischen Auswirkungen vermag diese These zu stützen. 

Hinzu kommt die Kleingeisterei, die gerade dem Mittelwohlständler beständig im Nacken sitzt: Er krallt sich verzweifelt an dem bisschen Materiellen, dass er sich selbst erwirtschaftet glaubt, fest und verliert hierbei leicht die Relation der Bedeutsamkeiten. Der "gute Christ" schämt sich aber gerne dieser egozentrischen Ängste, weshalb er sie so lange in vorgeschützer Besorgnis um das christiche Gutmenschenwertesystem kleidet und mimt, die abendländische Kultur vor ihrem sicheren Untergang bewahren zu wollen. Letztlich fehlt hier doch nur ein Feindbild, welches sich jedoch leicht in den Reihen unserer muslimischer Einwanderer ausmachen lässt: Fremd anmutende Menschen, oft in verschleierndes Tuch gehüllt, mit imperialistischem Funkeln in den schwarzen Augen, die ganz offen nach der Weltherrschaft trachten. Oder zumindest exotische Gebetshäuser mit Türmen bauen wollen und unverschämterweise ihre Grundrechte auf freie Religionsausübung einfordern. 

Schnell ist hier eine akute Bedrohung ausgemacht, schnell verbrüdert man sich mit dem "Establishment", dem man noch zu trans- und postpubertären Zeiten unbedingt den Kampf angesagt hatte. Mit allen Mitteln wird versucht, sich selbst zur Norm zu erklären, um ja seine abstrusen Phobien und Befürchtungen in ein wohlfeiles, völkisches Gewand zu kleiden. Der marktschreierisch christlich-traditionelle Demissionierungsinhibitationsbeauftragte aus eigenen Gnaden bezeichnet sich selbst gern als "konservativ", übersieht dabei aber, dass das Konservative den multikulturellen Charakter einer sich weiterentwickelnden Gesellschaft in einer vernetzten Welt, im Gegensatz zum agitatorischen Kulturmonopolisten, längst konstruktiv in sein Weltbild eingebunden hat, während neofeudalistische Kleingartenpächter und Deutschrosenzüchter höchst unkonservativ um ihr bisschen Habe bangen, nach welcher der diabolisierte Muselmann laut ihrer bäuerlichen Denke einzig trachtet.

Der "weltweite" Terror hat dem braunen Gedankenhabitus unsagbaren Vorschub geleistet. Regierungen nutzen die Angst dankbar und wohlkalkuliert zur Kontrolle des Pöbels. Niemand mag sich mehr an die Schandtaten des Christentums erinnern, wenn er aus seiner diesbezüglichen Glaubensorientierung das "Recht des Besseren" ableitet. Der bedingtbelichtete, geistige Mittelstand ist auf bestem Wege, den Humanismus einem neuen, christlichen Fundamentalismus zu opfern. Und regt sich dabei über die verschwindend geringe Anzahl islamistischer Trottel in Europa auf.

Pro – Spectat 2010

am 05. Januar 2010 unter Foo abgelegt

crystal-ball

Rückblicken kann jeder. Die wahre Kunst liegt in der zutreffenden Beschreibung des noch Geschehenden. Kunst der Logik, nicht des Mummenschanzes.

Meine persönlichen Aussichten und Ziele für 2010 sind schnell formuliert: Überleben, und endlich alles besser machen. Da ich aber die letzten Monate deutlich zu introspectiv, in Selbstmitleid suhlend und schlicht zu erbärmlich zugebracht habe, hier sogleich die Realisierung eines meiner wenigen Vorsätze für das neue Jahr: Mehr über den krustigen Tellerrand blicken, die mannigfachen, negativen Energien besser auf unschuldige Dritte richten, denn auf einen selbst. Ans Werk!

Ein Unkenruf vorweg: Nein, die Gesamtsituation wird sich NICHT verbessern. In absolut keiner Hinsicht. Dem hirntoten Pöbel, der rund 89 % der mitteleuropäischen Bevölkerung ausmacht, wird nicht plötzlich, wie durch Zauberhand, Verstand eingehaucht werden, die Trottel regieren weiter den Zeitgeist, die Menschheit ist voller Enthusiasmus dabei auszusterben. Wer jetzt noch den Schneid entwickelt, sie daran hindern zu wollen, versündigt sich aufs Verwerflichste am Universum.

Der politische Fahrplan bietet in 2010 sowohl für Deutschland, als auch für meine Wahlheimat Österreich wenig definierte Meilensteine. Zwei handlungsunfähige Regierungen, die jedoch, das sei am Rande bemerkt, eine ganz hervorragende Volksvertretung des geistigen Durchschnittsuntoten darstellen, sind also berufen, mit Skandälchen und wahnwitzigen Freiheitsbeschneidungen zumindest soweit auf sich aufmerksam zu machen, daß ja keinem der blökenden Unterschichtenschafe auffallen möge, dass sie gar gar nicht wirklich "geleitet" werden, sonder sich vielmehr eine Rotte gefrässiger Egomanen rücksichtslos an ihrer Arbeit Schweiss nährt.  Das Internet wird hierzu sicherlich hinreichend Anlass bieten, ich mutmaße,dass das Thema Netzsperren nocht lange nicht ausgesessen ist und auch die Abschaffung des Datenschutzes hinreichend Polemikpotenzial bieten wird. Interessant wird sicherlich noch, ob es bereits in 2010 zu Ausreiseverboten in "gewisse" Länder kommen wird, oder ob man sich weiterhin auf die Verunsicherung durch ersponnene Terrorwarnungen verlassen wird. Allgemein ist Freizügigkeit ein echtes Problem für ein auf Ausbeutung, Manipulation und Verdummung basierendes Staatssystem, somit wird man sich sicher noch die ein oder andere Restriktions- und Kontrollinstanz einfallen lassen.

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