Archiv des Monats Oktober 2009

Shure SE530 PTH – Amateurreview

am 30. Oktober 2009 unter Foo abgelegt

Seit rund zwei Wochen habe ich ihn auf den Ohren. Inzwischen habe ich eine Meinung, die ich auch vertreten kann.

Ich muss gestehen, ich bin äussert schwierig, was Kopfhörer angeht. Zwar verfüge ich über eine musikalische Vergangenheit und traue mir auch zu, Klang nicht völlig unbedarft zu beurteilen, aber ich bin kein Profi. Ich bin nur, wie die Perle sagt, einer der kritischsten Menschen überhaupt.

Nach meiner Supergünstigbestellung aus den USA habe ich rund zwei Wochen auf den Moment des Auspackens gewartet, fieberhaft. Als er endlich da war, präsentierte sich die Verpackung primär wie die eines ganz gewöhnlichen Kopfhörers, nur größer:

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Nach dem Abpellen des Umkartons präsentiert sich eine geradezu verbissen auf edel getrimmte Metallschachtel, matt und griffig:

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Nostalgie: Eine Dekade mobile Computing

am 27. Oktober 2009 unter verMALEdeit abgelegt

Dem nerdigen Geek sein Steckenpferd sind und blieben die mobilen Gadgets. Ich habe mich mit zahlreichsten Exemplaren nutzloser bis blödsinniger Spielzeuge beschäftigt, über die Jahre, hier meine ganz persönliche (und zum größten Teil nicht mehr existente) Sammlung.

Im Folgenden werden nur die Geräte aufgeführt, die in irgendeinerweise für mich hervorstachen, an die ich mich noch lebhaft erinnere. Ich habe teure Stunden meiner Lebenszeit damit zugebracht, auf entsprechende Bestellungen zu warten und bin dabei um Jahrzehnte gealtert, vor Stress. Von den Ausgaben für das ganze Spielzeug hätte man vermutlich ein Eigenheim kaufen können. Aber das hat ja auch so geklappt.

1994: Mein allererstes Handy: Das Motorola MicroTac  7500

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Ein wunderschönes Gerät, steinschwer, von gigantischen Ausmaßen, 2 Stunden Sprechzeit, 50 Stunden Standby. Oder so. Die Antenne musste noch manuell ausgezogen werden, SMS gab es damals in Deutschland noch nicht, bzw. wusste niemand davon. Ich war der absolut allererste, der in meinem gesamten Bekanntenkreis ein mobiles Telefon besaß und die Gebühren waren noch derart hoch, das ich es, soweit ich mich erinnere, niemals benutzt habe. Als ich einst jedoch von einer sehr haftenden kasachischen Verehrerin massiv telefonisch belästigt wurde, schmiss ich das gute Stück kurzerhand in den alten Vater Rhein und zahlte die restlichen anderthalb Jahre für nichts meine Telekom-Vertragsgebühren.

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10 Jahre elektronische Datenverunstaltung (II)

am 21. Oktober 2009 unter Foo abgelegt

Viel reden. Immer viel mit den Leuten reden. Besser dreimal gesagt, das man noch kein Ergebnis hat, als den Kunden bis zur Fertigstellung schweben zu lassen. Wenn man viel mit den Leuten redet, fühlen die sich wichtig. Und wichtige Menschen möchten ihren Status behalten, darum machen sie sich nützlich.

Mit diesem Motto gelang es mir, mich von meinen Kunden, die ich eigentlich betreuen sollte, nach und nach in die Materie einarbeiten zu lassen. Mit enormem Zeitaufwand war dann irgendwann auch der ganz normale Geschäftsalltag zu bewältigen. Aus 30 Kunden wurden dann 50, bald 70 und schließlich über hundert. Mein monatelanges Flehen nach Verstärkung wurde irgendwann erhört, es wurde erst ein Team, später eine Abteilung gegründet, deren Leitung mir oblag.

Bald war mein Job nicht mehr die Beantwortung von Kundenanfragen, sondern die Ausbildung und “Überwachung” derer, die Anfragen bearbeiten sollten. Zunehmend beschäftigte ich mich mit Produktmanagement, bildet quasi eine Brücke zwischen Kundenbetreuer (und damit dem Kunden) und Entwicklern, was die Produktqualität signifikant verbesserte. Als ich richtig Ahnung hatte, musste ich zunehmend eigene Projekte umsetzen, Schulungen abhalten und wurde zu guter Letzt als Einmann-Deeskalationstrupp komplett verheizt. Ich arbeitete sieben Tage die Woche, immer noch 18 Stunden am Tag und besaß absolut gar kein Privatleben mehr. Tagsüber Reisetätigkeiten, zwischendurch Fernkoordination meiner Abteilung, abends Terminnach- und -vorbereitungen, Korrespondenz und Konzeptionelles. Am Wochenende dann alles, was meine Schergen über die Woche liegen gelassen hatten.

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10 Jahre elektronische Datenverunstaltung (I)

am 15. Oktober 2009 unter Foo abgelegt

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Anfang diesen Monates jährte sich meine berufliche Tätigkeit in der IT zum zehnten Male. Zeit für einen Rückblick, vielleicht auch Zeit für ein Resumee…

Meinen ersten Kontakt zur Computern hatte ich etwa mit Zwölf. Mit den Geldgeschenken zu meiner “heiligen Kommunion” bestand ich seinerzeits darauf, einen State-Of-The-Art Heimcomputer aus dem Hause Commodore zu erwerben. Den C64. Mit Farbbildschirm (ein Sharp 13 Zöller), Floppy Disk (die klassischen 1541) und Nadeldrucker (Star LC 10-C) hat das System für damalige Verhältnisse ein kleines Vermögen gekostet. Ich hatte keine Ahnung von gar nichts, war aber unendlich stolz, Besitzer einer so fortschrittlichen Technologie zu sein.

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Mobil audiophil – Ende eines Horrortripps?

am 08. Oktober 2009 unter Foo abgelegt

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Ja, ich stehe auf wohlklingende Töne. Ich habe einen sehr speziellen Musikgeschmack: Ich liebe nur das Gute, genreunabhängig. Ganz wichtig aber: Es muss exzellent klingend wiedergegeben werden.

Zum Herrenabend auf der Terasse verwende ich eine kleine Bose-Anlage, im Haus kann ich wegen meiner Weiber sowieso niemals Musik hören. Selbst der AKG-Ohrmuschelhörer, der mal richtig Geld gekostet hat, nutzt mir nichts mehr, er lässt als halboffenes System zu viel Nebengeräusche (Geschwätz, Gekreisch, Gekeife, Gebelle und kleinstkindliches Wehklagen) durch. Im Büro die gleiche Problematik, hier sind es kollegiale Telefongespräche, die mir den letzten Nerv rauben.

Ich will, nein, ich muss aber Musik hören, sonst werde ich krank. Also habe ich vor einiger Zeit geräuschisolierende in-ear-Kopfhörer für mich entdeckt. Das Konzept klingt vielversprechend: Der Klang wird bei geringer Lautstärke und minimalem Schalldruck direkt auf das Trommelfell abgestrahlt, dichtende Polster schirmen dabei das Ohr von Nebengeräuschen zu einem hohen Grad ab. Doch die Suche nach dem WAHREN inear gestaltete sich mehr als schwierig. Scheissdrecksklang, schmerzhafte “Passform”, mangelnde Geräuschabschirmung, idiotische Frequenzabstimmung (zerrende Höhen bei schlappen Bässen, völlige Mittenlosigkeit, dumpf dröhnende Mässe bei nicht hörbaren Höhen, etc.), das alles ist Realität, ist Alltag.

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Abscheuliches Manifest (I)

am 07. Oktober 2009 unter Textblech abgelegt

Schnaubend, feist, zog er sich aus ihr zurück. Fettbewanst und schweissbeperlt, stolz schwellbrüstig seiner Gleichgültigkeit. Die Gier noch immer erigiert,  herüberknieend, noch immer ihre Schenkel spaltend, sich seines Spiegelbildes suhlend, in ihren ausdruckslosen, feuchten Augen.  Welch Anblick! Archaisch niederträchtig, ein Bild von niederträchtger Lust, nimmersatter Gier, egozentrischer Brutalität, gänzlich unbewegt ob jenen Tuns. In seiner Obszönität beinah heroisch, in seinen schwulstglasigen Augen, die soviele nahen sahen, nicht jedoch mehr schwinden.

Ein Grinsen, als sie röchelte, noch mehr als sie erbrach. Als sie am eignen Inneren erstickte, kostete er den magischen Moment zwischen zum Tode verdammt und leblos starr restlos, geradezu akribisch aus. Das Zucken ihres sterbenden Leibes pflanzte sich als wollüstige Wogen verheissener Befriedigung in seinem fort. Als ihre Augen schließlich brachen, sog er ein letztes Mal witternd den Anblick ihres toten, noch immer bildschönen Körpers in sich auf, bis er von ihr abließ, der Demokratie, einst strahlende Garantin friedlichen Menschseins, nunmehr nur wesender Leib, bald nurmehr Gestank, um sich ihrer Schwester zuzuwenden, der Freiheit, die, nicht minderschön, nackt, entbblößt und fast noch unversehrt, gleich neben ihr ihr Schicksal durch des Staatsmanns Gier zu tragen harrte.

CoDepressionen

am 06. Oktober 2009 unter Foo abgelegt

depression

Manchmal entgleiten einem Menschen vor den eigenen Augen. Manchmal auch auf die Distanz. Hilflos muss man diesen Prozess mitansehen, gefesselt an Konventionen, womöglich falsche Rücksichtnahme und vor allem an die berechtigte Angst, mit einer klaren Ansage alles nur noch schlimmer zu machen.

Da sind Menschen, die uns umgeben, die wir unser ganzes Leben lang kennen. In einem oftmals schleichenden Prozess der Annäherung und Entfernung voneinander unterliegen diese Beziehungen einer ständigen Veränderung. Mitunter aber zerbricht manches Mal etwas in einem Menschen, was seine Kontakte nach außen nachhaltig stört. Oftmals sind es innere Konflikte, die Menschen mit sich ausfechten, die sie letztlich auch ihr gesamtes soziales Umfeld in Frage stellen lassen. Was ehemals normal, oder gar als positiv empfunden wurde, wirkt irgendwann feindlich. Die Welt scheint sich gegen einen selbst zu stellen, Steine rollen von alleine in den Weg, hat es den Anschein.

Als außenstehender Beobachter ist man oft genug geneigt, verständnislos die Stirn zu runzeln, die man selbst so unbeeindruckt den Widrigkeiten des Seins bietet, was einem derart Betroffenen schlicht nicht mehr gelingen mag. Probleme und Konflikte dieser aus dem “Leben gerutschten” Menschen scheinen objektiv trivial, dennoch sind sie geeignet, den Inhaber in die Verzweiflung zu treiben.

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Zeitgalopp

am 05. Oktober 2009 unter Foo abgelegt

Manchmal, mögen die Zeiten auch noch so hektisch sein, ereilen einen Momente des unbewussten Innehaltens. Das kann im Auto sein, einem Sekundenschlaf ähnlich, aber unter Beibehaltung der Reaktionsfähigkeit. Oder man wacht mitten in der Nacht unbegründet auf und befindet sich in genau so einem Augenblick, bis der Schlaf einen wieder einholt und jeden Gedanken fortspült.

In einem solchen Augenblick hebt sich mitunter der Schleier, den uns das Gehetze von Punkt A zu Termin B alltäglich um das Bewusstsein schlingt, das Sein erhält kurzfristig einen fast surreal anmutenden Realismus. Ein klarer Blick, für wenige Sekunden, der uns erschrecken, entzücken, oder einfach nur erstaunen lassen kann.

Die letzten beiden Jahre waren eine einzige Verfolgungsjagt der Ereignisse, mit mannigfachem Gerempel und einer Vielzahl an Beinaheunfällen. In den spärlich gesähten, wirklich glasklaren Momenten ereilt mich mitunter eine fast retrospektive Angst, die Ereignisse hätten sich überschlagen können. Ich betrachte mich von oben, im hier und jetzt, und weiss beinahe nicht mehr, wie ich hier her gelangt bin. Schockmomente, sind dieses Innehalten, aber bitter nötig, um auf Kurs zu bleiben.

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Rike – Ein Kinderschicksal

am 02. Oktober 2009 unter Textblech abgelegt

rike

Rike ist 11 Jahre alt, kerngesund, auf den ersten Blick ein lebhaftes, glückliches Kind.

Seit sie fünf einhalb Jahre alt ist, geht Rike  zur Schule. Sie ist eine Einserkandidatin, immer gewesen. Sie geht nicht besonders gerne zur Schule, sie geht dorthin, weil man das eben so tut. Sie hat auch keinen großen Spaß am Auswendiglernen, aber eben damit hat sie den Erfolg, den ihre Eltern von ihr erwarten. Seit zwei Jahren geht sie nun auf das städtische Gymnasium, um sich auf das Studium vorzubereiten, wie man ihr gesagt hat.

Nach der Schule wartet zuhause schon ihre Mutter mit ihrer kleinen Schwester und dem Mittagessen auf sie, auch ihr Vater sitzt jeden Tag mit am Mittagstisch. Unmittelbar nach dem Essen, welches meist aus Zutaten aus biologischem Anbau zubereitet wurde, immer ausgewogen zusammengestellt ist und niemals zuviel Fett enthält, wird mit dem Vater und der zweieinhalbjährigen Schwester ein kleiner Spaziergang zur Kirche und wieder zurück unternommen. Jeden Tag die selbe Strecke, Kinder brauchen schließlich Struktur.

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