Vater werden ist nicht schwer…

.. zu sein eigentlich auch nicht. Aber man lernt mehr, als man sich selbst mitunter zugetraut hätte. Vor allem so einiges über die eigene Selbsteinschätzung.

Es ist, wie man gesagt bekommt, man aber nicht zu glauben in der Lage ist: Es ändert sich alles, wenn Mann Vater wird. Ich, der ich “alles gesehen zu haben” glaubte, hatte einen Dreck. Ich mag dutzende Geburten fremder Frauen aufmerksam audiovisuell verfolgt haben, die der eigenen Tochter ist etwas vollumfänglich anderes. Die eigene Herzdame leiden zu sehen, schreien zu hören, um sie zu bangen, das hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Gefühl zu tun, diesem Vorgang bei einer Dahergelaufenen beizuwohnen.

Es waren definitiv die ergreifendsten, emotional labilsten, trotz Untätigkeit anstrengendsten fünf Stunden meines Lebens. Und die mit dem besten Ende je.

Sein eigenes Kind als Vater nach der Entbindung erstmals zu sehen, auf den Arm zu nehmen, zu riechen, zu schmecken, in den Schlaf zu wiegen, nachhause zu geleiten, zu wickeln, zu kuscheln und einfach zu fühlen ist an Eigenartigkeit kaum zu überbieten. Die warmen Oxitocinwallungen sind von Anfang an da, aber mit jeder Sekunde des Zusammensein wächst da ein Gefühl des unbedingten Verbundenseins immer wieder über sich hinaus.

Marie kam am 09.08.2009 um 20:37 Uhr auf die Welt. Seither ist die meine eine gänzlich andere. So neu sich all das anfühlt, der Stress, der aus dem simplen Anliegen, einkaufen zu gehen entsteht, die Anstrengungen, so ein kleines, schutzloses und absolut auf einen angewiesenes Wesen zu umsorgen und bei Wohlbefinden zu halten, so endgültig sinndefinierend wird Mann belohnt.

Wenn ich Mutter und Kind nur ansehe, weiss ich, wo mein Platz ist. Und was meine Aufgabe. Und ich bin unendlich dankbar dafür.

Mehr Worte habe ich an dieser Stelle nicht. Aber sie sollten ausdrücken, was ausgedrückt werden muss.

8 Kommentare zu “Vater werden ist nicht schwer…”

  1. Doktor Peh sagt:

    Da klingt ein wenig der KLICK raus, der alte Gewohnheiten mit ablegen hilft, denke ich doch? Jetzt, da das Gefuehl gebraucht zu werden voll da ist. Verantwortung fuer zwei. Schoen.

    Ich hoffe mal, dass bei meiner Herzdame die zellteilungsbedingte Aversion gegen Tabakrauch ueber die verbleibenden 7 Monate anhaelt und zu einem Dauerzustand wird.

  2. C. sagt:

    “Wenn ich Mutter und Kind nur ansehe, weiss ich, wo mein Platz ist. Und was meine Aufgabe. Und ich bin unendlich dankbar dafür.”

    Mann wächst mit seinen Aufgaben! Hab ich es gesagt, oder hab ich es gesagt?
    Vorbei die sinnfreie Sauferei, ab jetzt weißt Du warum Du säufst.

  3. schwarzSicht sagt:

    @Doktor Peh Exakt so ist mein Empfinden. Wenn ich Ihren Eintrag korrekt interpretiere, erwartet Sie ja in Bälde eine ähnliche Erfahrung! Ich wünsche Ihnen hierzu nur das Beste. Ebenso, das Ihre Herzdame eine so liebenswerte, unkomplizierte und gelassene Schwangere abgibt, wie meine Perle!

  4. Vizekönigin sagt:

    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! Klingt traumhaft und ich bin sicher, die Zeit die jetzt noch kommt, wird noch schöner! Alles Gute an alle drei!

  5. Blabbermouth sagt:

    Sehr beneidenswert!! Alles erdenklich Gute für Eure gemeinsame Zukunft – bis in 18 Jahren irgendein dahergelaufener Bolle auf die dumme Idee kommt, zum ersten Mal bei Euch übernachten zu wollen ;-) *fg*

  6. Dein Gewissen sagt:

    Mach’ dieses Wort weg! Es ist einfach nicht passend!
    Viele liebe Grüße

  7. schwarzSicht sagt:

    Herzlichen Dank für diese, aus individueller Sicht gewiss begründbare Kritik.

    Es verhält sich jedoch so, dass ich auf meinem Blog von meinem Recht zur freien Meinungsäußerung und freien Wahl des Wortes Gebrauch mache und rüden Aufforderungen allgemein wenig abgewinnen kann.

    Es entspricht zudem keineswegs meiner Auffassung von höflichem Benehmen, sich unter Anmaßung eines kaum erfüllbaren Amtes schwammig formulierter Imperative zu befleissigen.

    Wer sich zur moralischen Instanz ernennt, sollte konsequenterweise unangreifbar bleiben.

    Viele liebe Grüße zurück!

  8. Dein Gewissen sagt:

    Olala, so war das nicht gemeint. Und schon gar nicht rüde. Unangreifbar ist noch nicht mal ein Gewissen.
    Freie Meinungsäußerung ist super. Aber – kann man nicht auch mal seine Wortwahl überdenken, wenn es vielleicht andere verletzt? Ich drücke es nicht soooo intelligent aus – aber herzlich. Keineswegs aber rüde.
    “Alles nur ein Spiel”
    Viele liebe Grüße

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