ToolTime (06): Planschbecken – Einebnen, aufbauen, befüllen

Der Sommer naht eilenden Schrittes, die Temperaturen steigen rapide, was kann es da schöneres geben, als nach wohlverdientem Feierabend erschöpft in den heimischen Pool zu springen?

[flickr album=72157618461155364 num=20 size=Thumbnail]

Ein eigener Pool war Zeit meines Daseins ein Lebenstraum, nur in den Mietlöchern, die bislang mein Zuhause zu mimen trachteten, schwer zu realisieren. Nach dem kürzlichen Erwerb des Eigenheimes fehlen akut allerdings die finanziellen Mittel zu einem versenkten Festeinbau, also bot sich mit dem “EasyPool Set -oval-” der Firma Intex, das gerade bei Hofer zu 399 Euro im Angebot erhältlich ist (zwischenzeitlich vermutlich: war) eine Übergangslösung an. Mit einer Größe von 610 x 366 x 122 cm müsste man darin hinreichend Platz haben.

Dieses Set enthält soweit erst einmal alles, was man für den Aufbau benötigt, außer einer Luftpumpe:

- Untergrundfolie

- Eigentliche Poolfolie

- Kartuschenfilteranlage mit allen Anschlüssen und Schläuchen

- Oberflächenskimmer

- Leiterbausatz

- Volleyballnetz

- Reparaturfolie

- Seitenstützen

- Abdeckfolie

Laut Anleitung benötigt man etwa 60 Minuten für die fachgerechte Aufstellung des Pools, was selbstredend völliger Blödsinn ist. 55 Minuten habe ich allein zur Montage der Seitenstützen benötigt, wobei 30 darauf entfielen zu grübeln, wo die beiden überschüssigen Stahlrohre wohl zu montieren wären. Der Pool stellt sich bei Befüllung selbst auf, man zeige mir nun den Hauswasseranschluss, der in gerade einmal 5 Minuten 17 000 Liter Wasser rauslässt…

Doch am Anfang stand die Plackerei: Der Pool muss auf einer ebenen, tragfähigen Fläche aufgestellt werden, was sich in einer Hanglage durchaus als Problem stellen kann. Ich hatte auf der ausgesuchten Stellfläche gute 30 cm Niveauunterschied, was soviel bedeutet wie 15 cm abzugraben und andernorts wieder aufzuschütten. Bei einer Gesamtfläche von 4 mal 7 Metern bedeutet dies, rein rechnerisch, einen beschissenen Haufen knochenharter Schufterei. So ganz ist es mir auch nicht gelungen, denn minimal schief steht das Trum immer noch. Aber es steht, dabei soll es bleiben.

Das Ausbreiten der Folien ist schnell von der Hand und stellt kein Problem dar. Zwar weist die Anleitung ausdrücklich darauf hin, man solle den Luftring manuell aufblasen, doch bei einem Ring dieser Ausmaße kann man da eine Menge Pumparbeit leisten, die ich mir lieber von einer kleinen Elektropumpe habe abnehmen lassen. In 10 Minuten war die Sache erledigt.

Die Befüllung dauert, je nach Wasserdruck, wirklich lange. In diesem Fall waren es 38,5 Stunden, glücklicherweise habe ich einen Hausbrunnen, das senkt die Wasserrechnung immens. Während der Befüllung habe ich mich bereits mit dem nicht inkludierten Wasserpflegeset beschäftigt, die PH-Neutralisation, die Chlorung und die Algenprävention sind bereits eine Wissenschaft. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und mir nach vollständiger Füllung Wasser in die Augen geschöpft – Es riecht leicht nach Chlor, brennt aber nicht.

Nachdem etwa 2 bis 3 Zentimeter Wasser im Pool sind, soll man, laut Anleitung, die Bodenfalten herausstreichen, bzw. ziehen. Dabei war ich praktisch alleine, entsprechend ist das Ergebnis eher, naja, “restfaltig”. Die Bodenfolie hat bereits bei diesem geringen Füllstand ein derartiges Gewicht, das man da alleine nicht mehr viel ausrichtet. Besser macht man das zu dritt oder viert.

Geschwommen bin ich letztlich noch nicht, das Brunnenwasser hat schätzungsweise so zwischen 7 und 9 Grad und ich den Arsch offen. Aber das lange Wochenende soll warm werden…

Hinweis: Ich bin gerade auf der Suche nach einer Brauerei, die mir den Pool kostenlos mit Bier füllt. Gerne darf das daraus resultierende Event zu Marketingzwecken vergewaltigt werden. Dann müssten allerdings auch noch Livebands, Badenixen und abschließend ein Reinigungstrupp mitgeliefert werden.

6 Kommentare zu “ToolTime (06): Planschbecken – Einebnen, aufbauen, befüllen”

  1. Doktor Peh sagt:

    Siebzehneinhalb Tonnen Wasser im Garten. Interessant fuer mich die Frage, wie Sie das im Winter machen werden? Einfach mal 500 Liter Glykol dazugiessen? Oder die Nachbarschaft mal schnellfluten? “Gruess Gott, wollten sie mal Ihren Keller wieder nass wischen? Ich kann ihnen dabei helfen, lassen sie einfach das Kellerfenster auf…”

    Ansonsten erwarte ich gespannt den Bericht ueber Die Erstbesteigung. Von Leiter und Pool.

  2. schwarzSicht sagt:

    Nunja, ich dachte, wenn wir die Brühe jetzt schon ausschließlich zum Kochen, Waschen und Scheißen zu verwenden beginnen, müsste das doch bis zum Winter aufgebraucht sein…?

    Nein, selbstverständlich wird das Wasser über Winter komplett abgelassen (hierfür steht ein Abfluss in der Nähe bereit) und der Pool eingelagert. Man macht sich den Spaß des Aufbauens schließlich nicht nur ein einziges Mal!

    Die “Erstbesteigung” wird am heutigen Abend stattfinden. Ich bin schon ganz wuschig, das Bier steht kalt…

  3. Vizekönigin sagt:

    Ich.platze.vor.Neid. (die ganz normale Reaktion eines Dachgeschoss-bewohnenden Menschen bei 30 Grad). Aber es sei Ihnen gegönnt. Ob ich mir sowas in kleiner wohl im Wohnzimmer installieren sollte?

  4. schwarzSicht sagt:

    Nicht doch. Neid ist eine gar garstige, menschliche Eigenschaft, die es abzulegen gilt… Aber dennoch Danke für die Individualbegönnung!

    Evidenzbasiert würde ich von der Anlage eines Pools innerhalb von reinen Wohnbereichen abraten. Ich hatte schon einmal ein Kinderplanschbecken in einer vorangegangenen Dachgeschosswohnung installiert, die Erklärungen meines Versicherungsmaklers, das Wasserschäden durch nicht fachmännisch eingebaute Schwimmeinrichtungen von der Haftpflicht und auch von Hauratsversicherung ausgenommen sind, klangen überaus schmerzhaft schlüssig…

  5. Vizekönigin sagt:

    Nicht falsch verstehen, ich meinte natürlich rein weißen Neid. Der ist ja gut, hat was mit gönnen können zu tun – so ganz lässt sich das “ich hätte auch so gerne” aber trotz alledem nicht ablegen.. Ich bin also nicht grün vor Neid oder so. Danke für den Hinweis, werde ich beherzigen. Seit dem Unwetter heute morgen ist es in unserem Möchtegernloft auch wieder einigermaßen erträglich. Bis zum nächsten Sommereinbruch tut es dann auch erstmal die Dusche. ;-)

  6. Lanz Bulldog sagt:

    Die Bilderserie kann man vergessen. Prägend ist nur das erste Bild. Und auch dort nur die Fußbekleidung des Abgebildeten: Gummistiefel!

Kommentieren