SchneeBITCHchen und Hosentod

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Individuen nach definierten Mustern zu kategorisieren und in Schubladen zu verstauen ist unsozial, ungerecht, spießig und überhaupt total arsch. Aber logisch. Und Logik ist das einzige das zählt, in einer Welt, die allein auf Mathematik gebaut scheint. Während tatsächlich nur zwei Typen von Männern existieren, nämlich verwaschlappte Frauenversteher und Arschmachos, verzweigt die Spezies “Frau” deutlich vielfältiger in zahlreiche Untergattungen. Den ersten beiden sei sich hiermit einmal detailierter angenommen.

Es war einmal, vor gar nicht all zu langer Zeit, ein liderliches Frauenzimmer, das durch die finstren Spelunken der Großstadtwälder striff um Beute zu reißen.

Oft traf Sie dort auf ihre Mitstreiterin, die außer Konkurrenz jedoch ganz andere Beute im Visiere hielt, welches jedoch allermeist geschlossen war.

So unterschiedlich der beiden Motivation, so verschieden ihr Vorgehen, so vergleichbar doch das Ergebnis.

Während sich die eine die Nase grundsätzlich innen zu pudern pflegt, verzichtet die andere ganz auf naturfremde Hilfsmittel und setzt allein auf das Gute im Menschen. Meist sind es Männer, die mit Ersterer bereits schlechte Erfahrungen hinter sich bringen durften, die sich auf Zweitere einlassen, und vice versa.

Der natürliche Lebensraum der gemeinen Koksnutte ist die hochpreisige Bar im Medien- bist Künstlersegment. Hier hält das meist possierliche Weibchen, die drogeninduzierte Aufregung kaum zu verbergen in der Lage, aufgeregt Ausschau nach neuen Opfern. Die Terminologie “Koksnutte” ist im Übrigen kein Hinweis darauf, das die entsprechenden Genre-Vertreterinnen hauptberuflich im horizontalen Gewerbe tätig seien, es gibt lediglich Aufschluss darüber, dass diese sich für ein Näschen blindlings zu verkaufen bereit sind.

In oft aufwändigem Federkleid, das jedoch kaum Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen zu bieten vermag, schleichen sie sich langsam und Schutzbedürftigkeit vorgaukelnd an ihre späteren Opfer an: Finanziell potent anmutende Männer mittleren Alters, die trotz eleganten Kleidungsstils abgefuckt genug aussehen, ihre meist hart erlogene Kohle für illegale Drogen zu verschleudern. Die Schneebitch hat in aller Regel wenig Zeit, denn die Natur der Droge verlangt häufiges und regelmäßiges Nachlegen. Ist die Zufuhr einmal unterbrochen, ist die Possierlichkeit recht bald dahin und aus dem ansehnlichen Thekenschmuck wird alsbald ein aggressiv/depressives Nervenbündel ohne Aussicht auf weiteren Jagderfolg.

Nach wenigen Augenaufschlägen, manuell arrangierter, großzügiger Dekolleteeausleuchtung und einigen Schlucken erschnorrter Cocktailplörre geht es dann recht schnell zur Sache. In eher mittelmäßigen Kreisen wird nach einer schnellen Line vom Scheißhausdeckel noch flott narkotisiert der Hintern hingehalten, die High Society spült die Koksreste im Hotelzimmer mit Schampuss vom Zahnfleisch, bevor der Brausespender seinen Lohn erhält.

Die Lebenserwartung einer Schneebitch ist äußert begrenzt, chronisches Untergewicht legt auch die balsamierteste Haut recht bald in schattenspendende Furchen, und irgendwann fällt so eine Nase auch mal ab. Mangels Beschaffungsmöglichkeiten verlangert sich der Konsum recht bald ins Crackmillieu, wo die Ärmsten nach kurzer und schmerzhafter Karriere auf der Bahnhofstoilette recht bald sang und klanglos in die Drogenstatistik einfließen und nichts weiter zurücklassen als ein Häufchen chemisch zersetzten Fleischs, das bestenfalls noch in der medizinischen Forschung Verwendung findet.

Ganz anders da die Beweggründe, wie auch die Vorgehensweise des redlichen Fräullein Hosentods. Nach jahrelanger Einsamkeit wurde sie initial einmalig von maximal entnervten, bereits gebundenen Freundinnen auf die Piste verschleppt um endlich einen abzugreifen, natürlich erfolglos, fand aber eine Art masochistischen Gefallens an dem sündigen Treiben des Nachtlebens und machte sich von hier an selbstständig und alleine auf die Jagt.

Vorwiegend in Bierkneipen trifft man sie, das Warten auf eine erträumte Verabredung vorschützend, in beinnahe exotisch normal anmutendem Outfit Verlegenheitshandlungen ausüben. Mit scheuen Blicken, versonnenem Lächeln und jovialem Zwinkern spinnt sie ein thekenumfassendes Netz aus trügerischer Sicherheit, dem früher oder später ein frisch getrennter Trottel, der einfach nur mal wieder unkompliziert saufen und vögeln will, ins Netz gehen muss. Sind die Absichten des Angelockten meist von Anfang an offen und ehrlich dargelegt, spielt die Protagonistin des sich anbahnenden Trauerspiels mit angedeuteten Reizen und verdeckten Zweideutigkeiten und erhält so die stumpfsinnige, alkoholschwangere Geilheit ihres Gegenübers auf kontrollierbarem Niveau aufrecht. Auf das irgendwann fallende “Jetzt laber mal nicht so viel, Süße, lass uns ficken gehen”, reagiert sie mit roten Wangen und verschämtem Hühnergegacker, verfolgt aber ihr definiertes Ziel, das “richtige Kennenlernen” ihres Gegenübers weiter vehement. Es kommt ihr gar nicht in den Sinn, mit einem Wildfremden durch die Laken zu rudern, vielmehr nutzt sie den Anschein, um den Kontakt zu halten und ihr praktisch nicht vorhandenes Selbstbewusstsein mit plumper Begierde aufzuwerten. Eigentlich will sie doch nur reden. Oder endlich “den Richtigen” kennenlernen.

Ihr Gegenüber erträgt den nicht erebbenden Redeschwall nur mit Hilfe zunehmender Alkoholdosierungen, wird irgendwann dann doch mit nach Hause geschleppt, aus Mitleid, bringt aber hier im Vollrausch sowieso nichts mehr zu Stande, oder wird, falls doch, mit Monologen über Kinderwunsch, Eheverbrsprechen und “Zusammenveranlagung” endgültig verbal entmannt.

Das Fräullein Hosentod verbringt meist ihre besten Jahre mit dieser Masche, um letztlich doch als verbitterte Jungfer einsam hinwegzuwelken. Nur zu oft findet man diesen Typ Frau in Berufen wie Lehrerin, Kinderkrankenschwester oder in Forschungstätigkeiten.

1 Kommentar zu “SchneeBITCHchen und Hosentod”

  1. Doktor Peh sagt:

    Fuer Fraeulein Hosentod haben Sie die Bibliothekarin vergessen, die Schneebitch schafft allerdings manchmal noch den Absprung hinter die Solariumstheke.

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