ToolTime (01): Elektrischer Rolladenanschluss
Aufgabenstellung: Mann schließe eine elektrische Jalousie, deren Anschlusskabel lieblos aus der Wand baumelt, an die gefühlte sieben Kilometer entfernte Steckdose dergestalt an, das man die ganze Installation visuell nicht mehr bemerkt, das Drecksding tatsäch auf und nieder fährt, wenn der formschöne Wandschalter betätigt wird und sich die Perlentochter bestenfalls dabei nicht einmal einen Stromschlag holt.
Zur Ausführung:
Primär habe wasserbewaagt und zollbestockt den Verlauf der zu schneidenden Schlitzränder ermittelt und mittels Edding an der Wand permanent ablesbar markiert. Das war ganz einfach und tat auch überhaupt nicht weh. Im Anschluss dann die 230 mm Makita-Flex ans Stromnetz verbunden und erstmals gestartet. Das tat in selbiger (Tat) allerdings weh, und zwar in Arm und Ohr, da das Höllenmaschinchen derart losgeht, das man glaubt, entarmt zu werden, beziehungsweise getäubt. An die Wand gehalten verrichtet es dann allerdings wahre Wunder und schneidet Mauerwerk wie Butter.

Hier hat die Flex Ihre Arbeit bereits fertig verrichtet:

Als sich die IMMENSE Staubwolke langsam lichtete, habe ich mit einem Maurerbeil die resultierenden Grate zwischen den Schlitzen herausgehauen. Ging sehr einfach und recht zügig. Anschließend noch das ehemalige Rolladengurtfach weggestemmt und eine leere Wanddose mit Bauschaum eingesetzt. Bauschaum ist die Hölle, er neigt dazu, ins Unermessliche zu wachsen, gerne drückt er dabei auch bereits aufgetragenen Spachtelmörtel in unschöne Wandbeulen… Merke: Sparsam dosieren, austrockenen lassen, vor dem Verputzen!

Hier die Wanddose, noch ohne BastardmontageschaumFromHell:

Im Anschluss wurde dann 20 mm Flexleerrohr, welches ich zuvor schon mit dem Kabel befüllt hatte, in den Schlitz gedrück und in zwei Arbeitsschritten mit dazwischenliegender Trocknungsphase das ganze wieder zugemörtelt.

Schön sieht das aus. Nicht mehr fototechnisch dokumentiert habe ich den Anschluss an die Steckdose und den Jalousienschalter, da war es bereits zu finster und der Kameraakku zu leer.
Fazit: Das Kabel ist verlegt, angeschlossen, verputzt und bereits wieder übertapeziert. Das Beste: Der Rolladen funktioniert und ist nicht lebensgefährlich. Bis jetzt. Ein wenig Stolz empfinde ich, wenn ich mein Werk betrachte, war doch dies meine erste, echte Heimwerkeraktion an meinem Eigentum… Also MIT Risiko! Der Arbeitsaufwand war geringer als gedacht, die Flex hat mich auch nur einen Arm gekostet, alles in allem eine gelungene Aktion, die sogar phasenweise Spaß gemacht hat. (Nicht der Teil, wo ich die Flex kaum noch halten konnte und die schnelldrehende Scheibe knapp vor meinem Gesicht unkontrolliert herumkreiselte….).
07 April 2009 um 8:26 am
Wenn ich mir die Vorher-Nachher-Bilder so anschaue, finde ich, dass so eine Flex sich wohl auch hervorragend zum Abloesen alter Tapeten eignet. Gut, es gibt eine gewisse Furchenbildung, aber die tritt bei der Gattin ebenfalls im Laufe der Jahre ein. Beim Mann ist das eher eine einzige Negativfurche in Koerpermitte.
Nun muessen Sie nur noch dran denken, im Sicherungskasten einen Vermerk an die Steckdosensicherung Wohnzimmer zu machen, dass dda jetzt auch der Jalousienmotor mit franhaengt. Falls es eines Morgens mal dunkel bleibt.
07 April 2009 um 8:27 am
Oh, lesen vor dem Abschicken verhuetet Fehler wie “franhaengt” statt “dranhaengt”.
07 April 2009 um 10:33 am
In der Tat. Vermutlich vibrationsbedingt fielen die alten Tapeten geradezu wie von selbst von der Wand…;-) Nein… Ich bin eben multitaskingsfähig. Mit der einen Hand am Sack kratzen, mit der anderen Tapeten fetzen.”Sicherungskasten”??? Was soll das sein?
18 März 2010 um 9:37 am
Viele Informationen,sehr ausführlich beschrieben.
Mit Bilder gut nachvollziehbar.
Danke für die Info.