ToolTime(04): Durchbruchsverschalung
Der Vorbesitzer unserer Hütte war ein grosser Freund von Seefischen. Was man bei einem Österreicher mangels Meeranschluss auch noch verstehen mag. Wieso es dann aber gleich ein 4000 Liter Seewasseraquarium im Wohnzimmer sein musste, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Es resultierte also ein recht häßlicher Wanddurchbruch zwischen Ess- und Wohnzimmer, mit einem kapitalen Betonblock als Aquariumsfundament…
Den Betonblock rauszuhauen, fehlte mir jedwede Motivation. Also entschlossen wir uns, das bestehende so gut es geht zu nutzen und eine Art kombiniertes “Büffet – Durchreiche” zu belassen.
Leider habe ich wieder einmal vor lauter Motivation vergessen, ein Vorher-Foto zu machen, bevor ich mich ans Werk machte. Hier ist also schon die abgesenkte Deckenverschalung mit auf dem Bild:

Hierzu habe ich mit aus einer Bauholzplanke mit der Sticksäge vier 15 cm lange Stücke geschnitten, die ich dann mit Winkeln und Spaxschrauben an zwei bestende Holzleisten in der Decke montierte. Auf diese wurde dann eine auf 225 mal 80 cm zugeschnittene Leimholzplatte mit Aussparung für den Wandvorsprung “gespaxt”.

Den Wandvorsprung habe ich schließlich nach vorne hin auch noch mit einer Leimholzplatte (160 cm mal 60 cm) verkleidet, diese habe ich mittels Augenmaß derart passgenau zugesägt, dass sie keiner weiteren Befestigung mehr bedurfte. Dementsprechend wird es die Platte vermutlich auch nicht überstehen, sollte sie einmal entfernt werden…

An die Seiten der Deckenverschalung habe ich dann 225 mal 20 cm Leimholzplatten gespaxt. Ich hoffe jeden Morgen vor dem Betreten des Wohnzimmers, dass sie noch gehalten haben. Bis jetzt erfolgreich…

Die Oberseite des Betonblocks wurde mit 2 225 mal 50er Leimhölzern beplankt, leider haben sich die beiden Drecksbiester über Nacht derart verzogen, dass ich sie am kommenden Vormittag auf dem Beton andübeln musste, um nicht kurzfristig eine Halfpipe im Wohnzimmer mein eigen nennen zu müssen:

Die Fugen am Rand wurden anschließend mit weißem Acrylat sauber verfugt.

Aus verbleibenden Leimholzresten habe ich dann, einer spontanen Inspiration folgend, mit den übrig gebliebenen Winkeln diese “seichte Variation eines Regals” gezimmert, macht sich aber letztlich ganz gut:

Zu guter Letzt wurden die bislang ausgefransten Wandfarbbereiche in Grün und Braun ordentlich begradigt, ausgebrochene Putzstellen und Dübellöcher verspachtelt und abschließend die ganze Konstruktion weiss umstrichen.
Arbeitsaufwand etwa 8 Stunden, Kosten knapp 200 Euro.
War ich nach meiner Kabelverlegerei im Prinzessinnengemach bereits stolz auf mich, halte ich mich inzwischen für den einzig wahren Heimwerkergott.