ToolTime(02): Tapezismus

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Das Renovieren von Räumen macht in etwa so viel Spaß wie viertelstündlicher Durchfall. So viel ist mal klar. Nichts desto trotz muss es erledigt werden und bildete für die letzten Tage zusätzlich zum Kleinzeugschleppen meine Wochenaufgabe.

Prinzessin Flatulenzia hat nämlich noch immer kein Zimmer, weil da immer noch der Tapeziertisch, meine Werkzeuge, Farben und eine Menge Müll im Wege sind. Sie wurde also unter Protest in ein vergammeltes Kellerloch gesperrt und muss nun bei den Asseln schlafen. So etwas fördert die Leidensfähigkeit, die Menschen, die heute noch Kinder sind, später einmal dringenst werden gebrauchen können. Nur sollte sie nicht anfangen zu schimmeln. Das riecht blöd und geht ganz schlecht wieder raus.

Es ist also dennoch Eile geboten, allerdings plane ich am heutigen Abend fertig zu werden.

Tapezieren habe ich nie gelernt. Werde ich wohl auch nicht mehr. Dieses Mal habe ich mir allerdings Mühe gegeben, weshalb ich auch gute drei Abende damit zugebracht habe. Am wichtigsten ist das gleichmäßige Einkleistern. Torso, Beine, Arme, Finger, Haare, Ohren und Mund sollten dick verklebt sein, in den Augen brennt es zu sehr. Legt man sich so präpariert auf eine ausgebreitete Tapetenbahn und rollt sich darin ein, wie eine Leiche in ihren Entsorgungsteppich, wartet eine gute Zigarettenpause, jedoch ohne Zigarette (Brandgefahr!) und wiederholt dieses Prozedere nun stehend in anderer Richtung vor einer Wand, erzielt man die besten Ergebnisse.

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Vorsicht beim Verschlucken von Kleisterresten: Diese wirken zuerst bewusstseinserweiternd, dann verkleben sie den Humor.

Ohne Humor ist aber so ein Renoviermarathon nicht zu überleben.

Wenn ich mit dem Prinzessinnengemach fertig bin, bleiben ja auch nur noch der Flur, das Stiegenhaus, Zwerg Nases zukünftiges Zimmer, der Wohn-/Essbereichsdurchbruch und die Sockelleisten.

Anfang 2011 bin ich ganz sicher fertig. Und kann dann gleich wieder von vorne beginnen…

6 Kommentare zu “ToolTime(02): Tapezismus”

  1. ramses101 sagt:

    Ich bin ja schwer beeindruckt. Das einzige, was ich bisher an Renovierungsarbeit geleistet habe, war Müll runter- und Flaschen wegbringen.

  2. schwarzSicht sagt:

    Ging mir ja bislang auch so. Allerdings stellt so ein eigenheim dann doch ganz andere Aufgaben, als eine Singlebutze. Hat aber auch ganz andere Vorteile…

  3. dieJulia sagt:

    Ein wenig bin ich in Versuchung, mich an Hinterholz 8 erinnert zu fühlen. Aber nur ganz wenig. :-) )

  4. schwarzSicht sagt:

    Na, da kann ich ja nur hoffen, dass es mir nicht gar so übel ergeht… Wobei das gestrige Erlebnis mit der Hauszisterne dem schon durchaus nahekommt… Aber wofür gibts Pfuscher, net woar?

  5. dieJulia sagt:

    Hauszisterne? SIE HABEN DOCH NICHT ETWA GEGRABEN?
    Und Pfusch ist ja gerade in Zeiten der Krise wichtig, damit wenigstens ein bissl Geld in Umlauf bleibt.

  6. schwarzSicht sagt:

    Es war schon gegraben worden. Sein. Die Liegenschaft ist im Sinne völliger Autonomität nicht ans öffentliche Giftwassernetz angeschlossen, sondern versorgt sich selbst mit eiskaltem, reinen, köstlichen Brunnenwasser.

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