Flame Grill: Kulinarischer Experimentismus
Grillen kann ja jeder. Richtig geil grillen können viele. Ich aber suche nach einer neuen Form des kulinarischen Ausdrucks. Weit über die Bedeutung „Flame Grill“ aus Burger-King-Usersicht hinaus…
Heute hieß der Arbeitstitel meines ökotrophologischen Experiments: Schmackhaft Gegrilltes nur aus der Flamme.
Dazu bedarf es, nun evidenzbasiert, eines guten Grills, einer „feurigen“ Marinade, qualitativ hochwertigen Grillfleischs, einer gehörigen Portion manueller Schnelligkeit an der Grillzange und einer gewissen Stressresistenz.
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Zuallererst wird einmal der Grill angeheizt. Mit Laubholz, versteht sich, Nadelhölzer brennen zu schnell, zu heiss und sie stinken zu infernalisch.
Während der Grill heizt, setzt man einen Topf Wasser auf, um die unsägliche Convinience-Marinade aus dem Supermarktfleisch zu kochen und selbiges bei der Hand auch noch porenzuverschließen. Der Saftigkeit halber.
Zwischenzeitlich bereitet Mann die Marinade zu. Selbstredend kann ich mein persönliches Rezept hier nicht veröffentlichen. Nicht etwa, weil dieses mein Schlüssel zu den Betten unsagbar schöner Damen wäre, vielmehr, weil ich es nicht erinnere. Meine Marinaden sind immer spontan, stets anders, aber immer köstlich. Und immer bestehen sie aus Ketchup, BBQ-Sauce, Honig, VIEL Knoblauch, einer Unzahl harmonierender Gewürze, Salz, Pfeffer, Sojasauce, frischen Kräutern und selbstverständlich Bier. Damit es nachher gut brennt, noch einen ordentlichen Eimer Olivenöl dazu. Kreativität, bittesehr!
Kocht das Wasser, wird das Grillfleisch hineingegeben und die Platte sofort ausgeschaltet. Das Fleisch zieht nun etwa eine Viertelstunde im langsam erkaltenden Wasser.
Aus dem Wasser entnommen wird das Grillfleisch großzügig mit der selbstgerührten Marinade bestrichen. Es empfehlen sich die neumodischen Silikonpinsel, die später jedoch tunlichst NICHT auf dem Grill liegen gelassen werden sollten.
Letztlich auf den Rost damit. Der Grill darf noch leicht brennen, statt nur glimmen. Nach Erstkontakt muss sofort gewendet werden, anschließend ist der Grilldeckel zum Ersticken der Flammen aufzulegen. Sind die Flammen erstickt, weg mit dem Deckel. Das Grillfleisch wird nun mit Schmackes auf den Rost geschleudert, auf das sofort neue Flammen hochzüngeln. Wieder mit dem Deckel ersticken. Zwischendurch immer wieder Marinade auf das Fleisch auftragen. NIEMALS mit Bier ablöschen! Dabei fliegen Ascheteile auf das Grillgut. Das schmeckt nachher bitter!
Es beginnt ein gefühlvolles Wechselspiel zwischen Flamme und Deckel, bis das Fleisch den gewünschten Gargrad erreicht hat.
Zwischendurch: Immer wieder einen Obstler (wegen der Vitamine!) gegen die Schmerzen. Denn man verbrennt sich. Es bleibt nicht aus.
All die Mühen werden durch ein unvergleichliches Genussmoment belohnt: Derart zubereitetes Fleisch ist rauchig, voller Röstaromen, aber dennoch saftig und zart.
Empfohlen seien SpareRibs und Grillbauch. Aber auch Nackensteaks (Schopf, in Österreich), oder was Feines vom Rind schmecken so zubereitet köstlich.
Scheiss die Wand an!
25 April 2009 um 1:11 pm
Jawoll! Martial Arts Männergrillen!
27 April 2009 um 12:24 pm
Wie jetzt? Kann auch von Nicht-Männern gegrillt werden? So richtig? Mit Feuer?