Projekt Trockendock: Tag zwei

Aus den zahlreichen Zuschriften muss ich schließen, dass hier ein falscher Eindruck entstanden ist: Es handelt sich bei meiner Wenigkeit mitnichten um einen schweren Alkoholiker, der die Dramen seines Entzuges im Internet zu dokumentieren trachtet, vielmehr bin ich ein Lebemann mit hoher Partyaffinität und einem nicht zu leugnenden Hang zum Exzess.

Zwar mag ich mehrmals nur knapp an einer Abhängigkeit vorbeigeschrammelt sein, doch VORBEI war es noch jedes Mal. Ich berauschte mich einfach gerne und bin nach wie vor gerne ausgelassen, musste nur zwischenzeitlich erkennen, dass für mich aktuell die negativen Nebenwirkungen die Positiven überwiegen.

Heute Nachmittag gabs Bier im Büro. Ich bin bei Leitungswasser geblieben, war auch lecker.

4 Kommentare zu “Projekt Trockendock: Tag zwei”

  1. sam al broesel sagt:

    der letzte satz koennte noch ne gute Ladung Ironie vertragen…

  2. dieJulia sagt:

    Es gibt übrigens nichts annähernd lässigeres als Klarheit in der Birne.

    Ich bin bis vor einiger Zeit mehrmals in der Woche mit meinen Kumpels im wahrsten Sinne des Wortes auf ein (bis drei) Bier gegangen, das war weder ein Problem noch eine drohende Abhängigkeit, ich war mit meinen 33 Jahren kaum einmal wirklich lall und prall, hatte überhaupt noch nie einen Filmriß; es war halt Social Drinking.

    Abends weggehen, ohne ein Bier zu trinken, konnte ich mir aber auch nicht wirklich vorstellen (außer wenn ich mit dem Auto unterwegs war; da versteh ich keinen Spaß).

    Dann ist mir vor anderthalb Jahren oder so von einem Tag auf den nächsten die totale Abstinenz mehr oder weniger passiert, ohne daß ich dafür einen mich persönlich betreffenden, zwingenden, beispielsweise gesundheitlichen Grund gehabt oder mich bewußt dafür entschieden hätte.

    Das mag vielleicht paradox klingen, aber die schönsten Räusche stellen sich gerade durch Klarheit ein, nicht durch billig zugekaufte Substanzen, die doch nur dumpf und stumpf machen. Das Hirn geht gern spazieren, wenn man es nur läßt. Der Schluß, daß Nüchternheit das Gegenteil von Spaß bedeutet, ist ein vollkommen verkehrter. Da braucht man sich nur einmal Kinder, ihre Phantasie, ihre Eskapismusfähigkeit, ihre Lernkurve und ihre Lebenslust anzuschauen.

    In diesem Sinne: viel Spaß! :-)

  3. schwarzSicht sagt:

    Spaß kann ich derweil noch keinen verspüren, aber Ihre Worte entbehren gewiss nicht einer gewissen Wahrheit. Nichts desto trotz ist für mich eine Freizeitwelt ohne Bierchen noch recht schwer vorstellbar. Verdammt schwer!

  4. Dein Gewissen sagt:

    Wie passt das zu dem Beitrag aus November 2008?

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