IKEA – nischer Matratzentriathlon

Ein Jahrzehnt Wasserbettenlagerung macht sensibel, was die nächtliche Unterlage anbetrifft. Was die Wahl einer Alternative keineswegs erleichtert, ist die Abkehr vom flüssigen Lager einmal beschlossen.

Vier Nächte Sultan Finnvik (Nicht “Fin – Fick”!) ließen sowohl bei der Perle, als auch bei mir die Hoffnung reifen, dass das auch noch besser gehen müsste. Man liegt nicht wirklich schlecht, auf der 18 cm Thermoschaum/Kaltschaumkombination, aber irgendwie doch recht hart…

Der Umstand, das der trächtige Perlenbauch zudem nicht ordnungsgemäß abgestützt wurde, trieb uns zurück in die Fänge der schwedischen Massenausstatter. Es hätte nicht unbedingt eine schwedische Matratze sein müssen, aber das dreimonatige Probeliegen und die 25 Jahre Garantie bieten einen gewissen Anreiz, wenn man immobilienerwerbsbedingt nicht gerade Motivationen für flexible Finanzplanungen verspürt.

Umfassendes Probeliegen führte zu einer Entscheidung für das weichste Modell aus Latex. Doch diese Rechnung war nicht mit der blonden Orginalschwedin inklusive “ist-dersüß”-Akzent gemacht… Ergo: Wir sind zu fett für eine weiche Matratze. Nein: ICH bin zu fett. Sie ist zu schwanger. (Und das gibt jetzt sicher Ärger…).

Also ließen wir uns von den Vorzügen des ebenfalls 18 cm messenden Kaltschaum/Latexgemischs namens Sultan Fossing zu zehn Euro weniger, also 249 Taler das Stück überzeugen.

Nach nur einer Nacht stand fest: Auf einem Plastiksack rostiger Nägel liegt es sich wohliger. Die Matte passt sich praktisch nicht den Körperkonturen an, gehabt sich störrischer als ein altes Bauernweib, und besteht zudem noch aus Komfortzonen, die ganz gewiss deshalb so benannt werden mussten, weil ihnen jedweder Komfort schlichtweg fehlt. Dafür spürt man aber jeden Übergang allzudeutlich.

Am gestrigen Tage hieß es also erneut Umtausch. Peinlich, aber sie haben es ja nicht anders gewollt. Ohne weitere Umstände habe ich mich für das teuerste Modell des Sortiments für 369 Euro das Stück entschieden und schon dürfen sich zwei 22 cm viscoelastische, kaltschaumverstärkte High-Tech-Matratzen unser Eigen nennen. Bereits beim Einsteigen macht sich der Unterschied signifikant bemerkbar: Im ersten Moment werden Betonplattenassoziationen wach, aber schon sinkt der Körper in den Memoryschaum, der sich wie eine maßgeschneiderte Schale um den Körper, egal in welcher Lage, schmiegt. Bei Stellungswechseln (schlaftechnisch!) dauert es wenige Sekunden und die Matratze hat erneut die optimale Form gefunden. Man schwitzt nicht, die Spezialfasern sorgen für eine optimale Unterdeckentemperatur, der Schlaf gleicht dem eines Steines. Aber ob das mit dem Sex dadrin was wird?

Fazit: Jeden Cent wert, das gute Stück. Ich bin schon lange nicht mehr derart frei von Verspannungen und ausgeschlafen aufgestanden. Selbst zu Wasserbettzeiten nicht. Und das schon nach der ersten Nacht. Gott, ich schreibe wie ein alter Mann.

Nein, IKEA hat für diesen Beitrag leider noch kein Geld gezahlt. Sollten die Marketingleute dies aber gerne tun wollen, antworte ich auf eine freundliche Anfrage umgehend mit meiner Kontoverbindung. Ich bin käuflich, greifen Sie zu!

9 Kommentare zu “IKEA – nischer Matratzentriathlon”

  1. Vizekönigin sagt:

    Danke für die Info, die wollen wir uns auch kaufen! Hab das Problem mit dem Wasserbett auch bis vor ein paar Jahren gehabt und mir dann die weichste Matratze gekauft, die es gab, dann war mein Rücken aber hinüber. Seit 1.5 Jahren liege ich auf einem futonartigen Brett, welches nächtlich für Albträume, Rücken-, Kopf und Überhauptschmerzen und löchrigen Schlaf sorgt.

    Aber bald ist es vorbei, sind beim Probeliegen auf dem Topmodell vor Verzückung fast eingeschlafen.

  2. schwarzSicht sagt:

    Nach noch einer Nacht auf diesem Meisterwerk der Anpassungsfähigkeit hat sich mein brachial-positiver Eindruck nurmehr verstärkt: Die letzte Nacht habe ich derart tief und fest gepennt, wie gewiss seit Jahren nicht mehr. Auch nicht im Wasserbett. Ich bin eigentlich gar nicht mehr richtig wach geworden, Tiefschlafphasen scheinen für mich völlig ungewohnt zu sein. Ich freu mich jetzt schon wieder drauf!

  3. Jenny sagt:

    Hi! Toller Bericht, danke! aber wie heißt jetzt die gekaufte Matratze?
    LG

  4. schwarzSicht sagt:

    Wie unaufmerksam von mir!

    FLOKENES, ist die ikeanische Bezeichnung!

  5. SP sagt:

    Hallo
    Auch ich habe zuerst ihre erste Wahl bestellt hatte aber auch Zweifel ob die Härte nicht ein Problem werden könnte. Nach ihrem Bericht war der erste Schritt die Stonierung und ich habe mir jetzt auch eure letzte Wahl angeschafft.

    Ich hoffe wir werden genauso gut darin schlafen wir ihr.

    Vielen Dank für den tollen Bericht

  6. schwarzSicht sagt:

    Stets eine Freunde, behilflich gewesen sein zu können! Ich weise aber sicherheitshalber darauf hin, dass ich keinerlei Haftung bei Nichtgefallen zu übernehmen in der Lage bin…;-)

  7. Aury sagt:

    Die Fossing passt sich nicht richtig an? Beim Probeliegen war es ja recht angenehm. Die Engenes steht noch zur Wahl. Dieses Viscozeug ist mir nix. Das ist doch nur für Bettlägerische heisst es. Ich meine man dreht sich schwerer um. (Was man ja schon vom Wasserbett her kennt). Darf ich fragen warum das Wasserbett abgeschafft wurde?
    Ich warte jetzt auf die Latex Soft vom MFO. Die wird nun als 9.(?) Matratze getestet. Bin gespannt ob wir noch eine finden oder doch wieder ein Wasserbett holen.

  8. Fritz sagt:

    Hallo! Sehr netter Testbericht. Habe auch eine kleine IKEA-Matratzen-Odyssee hinter mir bzw bin noch auf der Suche nach der richtigen "Unterlage". Meine Frau und ich hatten uns vor 4 Jahren jeweils die gleiche Sultan EVJE gekauft (Latex, mittelfest, 90×200). Die gibt's mittlerweile nicht mehr, ist jetzt wohl durch Sultan ENGENES abgelöst worden (Latex, Preis, mittelfest, Bezug). Anfangs waren wir mit EVJE zufrieden. Beim EVJE meiner Frau verlor der Latexkern zunehmend seine Form – selbst ohne auf der Matratze zu liegen, war eine deutliche Mulde zu erkennen – also klassischer Fall von "durchgelegen" und das obschon meine Frau nicht zu den Rubensmodellen gehört. Die Mulde begann sich nach etwa 3 Jahren zu bilden. Nachdem wir uns beide (noch im Glauben der nur 2-jährigen gesetzlichen Gewährleistung) fragten, was wohl die dicke IKEA-Holzwalze mit unseren EVJEs angestellt hätte, kam uns wieder die 25 jährige Sultan-Garantie ins Gedächtnis, sodass wir gleich beide Matrazen reklamiert haben. Meine EVJE zeigte sich zwar rein optisch/äußerlich von meinen zusätzlichen 20kg unbeeindruckt, aber länger als 7 Stunden konnte ich wg zunehmender Rückenschmerzen dann doch nicht mehr schlafen. Das war zu Beginn (kurz nach dem Kauf) auf jeden Fall nicht so.
    Auf unserem IKEA Kramfors Sofa konnte ich die Rückenschmerzen immer fein wegtherapieren, wenn unser damals noch im Schlafzimmer liegender Nachwuchs immer mit seinem Schlafrythmus kämpfte. Da ich an der Matraze meiner Frau sah, wie es um die Qualität von EVJE bestellt war, wollte ich nicht warten, bis auch ich eines Tages in einem Tal liegen würde. Meine über die Jahre gesteigerten Rückenschmerzen waren für mich Grund genug zur Reklamation (mein körperliches Fitness-Pensum ist zwar nicht sonderlich ausgeprägt, dafür aber über die letzten 4 Jahre konstant – eine schwächer gewordene Rückenmuskulatur oder ein verändertes Gewicht scheiden daher aus).
    Wir haben uns nach der Reklamation wieder für identische Matratzen von IKEA entschieden – diesmal HAGAVIK (Federkern, wollte meinen Rücken nicht wieder mit dem Schleppen schwerer und schlecht zu packender Latex-Monster strapazieren). Meine Frau ist momentan super zufieden, bei mir sieht's mit dem Rücken aber schlimmer als zuvor aus (abends ohne RS ins Bett, aufstehen mit RS, und täglich grüßt das Murmeltier). Ich muss mal wieder eine Kramfors-Reha zwischenschieben und leider doch die 90-Tage-Rückgabeoption in Anspruch nehmen.
    Da nach Deinem Bericht ja schon mehr als ein Jahr vergangen ist, würde mich interessieren, ob der Memoryschaum in Deiner FLOKENES immer noch so komfortabel ist wie zu Beginn (?). Ist der Liegekomfort insgesamt immer noch gut?
    Auf Deinen Blog bin ich über eine "IKEA Finnvik" Suchanfrage bei Google gestoßen. Ich habe noch ein paar Deiner anderen Blog-Einträge gelesen und schaue hier sicher nicht das letzte mal vorbei ;-)   "Mann kommt zu nichts mehr" … da kommt mir meine Frage zum Liegekomfort einer Matratze ziemlich deplatziert vor. Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute !!

  9. schwarzSicht sagt:

    Hallo Fritz!

    Vielen Dank für Deinen Kommentar, bitte entschuldige, dass ich erst jetzt zum Antworten komme!

    Auch nach einem Jahr bin ich (sind wir) mit der Flokenes noch immer vollauf zufrieden. Ich gehöre zu den dreisteren Zeitgenossen, die auch auf Besuchen mal probeweise in ein fremdes Bett springen und mir ist bis zum heutigen Tage nur eine einzige Matratze untergekommen, die ich als noch angenehmer empfand: Die TEMPUR Deluxe. Die liegt allerdings mit rund 1500 Euro bei fast dem 5-fachen der IKEA-Entscheidung und wird aufgrund ihres extremen Einsinkverhaltens gewiss auch nicht jedermanns Sache sein.

    Verschleiß konnte ich an den beiden Flokenes bislang keinen feststellen, ich hatte lediglich in den ersten Monaten den Eindruck, dass sich der Liegekomfort noch kontinuierlich steigerte. Auch die Einjährige schlummert wohlig auf den Teilen.

    Hoffe dienlich gewesen zu sein!

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