Archiv des Monats November 2008

Isst Du noch, oder kotzt Du schon?

am 25. November 2008 unter Foo abgelegt

Frühstücken bei IKEA ist hip, in und entspricht dem regierungsoktruierten Trend zur neuen Sparsamkeit. Hier lässt sich am Samstagmorgen die ganze Familie beköstigen, hier kann auch der Präkariatsvertreter mal bei der Lachssemmel zuschlagen.

Pünktlich zur Finanzkrise mit anschließender Rezession lasse auch ich keine Möglichkeit ungetestet, bares Geld bei voller Lebensfreude einzusparen. Ikea ist da mit seinem Frühstückssaal ganz sicher ein interessanter Tip. Für alle, die das Besondere mögen…

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Idealismus vs. Pragmatismus

am 21. November 2008 unter Foo abgelegt

Hinsichtlich ihrer beruflichen Motivation können im Groben drei Kategorien von Menschen verschubladet werden: Die, die da ohne Rücksicht auf persönliche, negative Rahmenbedingungen das Ding durchziehen, was sie selbst für sich und die Welt als am Wichtigsten definiert haben, jene, denen der persönliche Komfort, ihr Status und ihre Kaufkraft am wichtigsten sind und dafür auch zu Handlungen bereit sind, die sich nicht immer vollständig mit eventuellen Moralvorstellungen ihrerselbst decken müssen. Und letztlich jene, die sich evidenzbegründet zum zweiteren Typ ändern. Die vom “Saulus zum Pauls”-Geschichte kann mangels Realitätsbezug getrost vernachlässigt werden.

Zu den sich ändernden gehöre ich. Meine frühere Karriere im Sozialwesen habe ich einer Schulabschlussdepression mit damit verbundener Orientierungslosigkeit zu verdanken, sowie dem Umstand, dass ich nicht mehr länger mit meiner Mutter zusammenwohnen wollte, da wir seinerzeit grundlegend voneinander abweichende Auffassungen hinsichtlich der Begriffsdefinition “Wohngemeinschaft” aufwiesen. Ich schmiss also die Schule hin und erwog, mich lebenslänglich bei der deutschen Bundeswehr zu verpflichten. Irgenwann musste ich allerdings doch mal zu feste an einer Purple-Haze-Tüte gezogen haben, denn mir wurde plötzlich klar, dass ich nicht fürs Töten, vielmehr für den Kampf gegen den Tod und das Leiden geboren war. Also machte ich erst mal meinen Zivildienst in der individuellen Schwerstbehindertenbetreuung.

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Umgedacht!

am 20. November 2008 unter Foo abgelegt

In vermutlich jedem von uns ruhen Wünsche, tief vergraben, die, wenngleich artikulierbar, in ihrer Erfüllung nur wenig beeinflussbar und hinsichtlich ihrer Konsequenzen kaum überschaubar sind.

Über manche dieser Wünsche kann man nachdenken, sprechen, sich dabei bewusst sein, worüber man spricht, eine Entscheidung fällen, sich bei all dem der festen Überzeugung persönlicher Abgeklärtheit hingeben, gerät aber ihre tatsächliche Realisierung in greifbare Nähe, brechen möglicherweise doch innere Dämme, deren Existenz man niemals erahnt hat. Gefüllschaotische Wellen der Befindlichkeit schwappen und wogen über einen hinweg, ekstatische Freude, begründbare Besorgnis und temporäres “Gar nichts fühlen” wechseln sich in kurzer Folge miteinander ab.

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Fundamentalistischer Katholizismus

am 16. November 2008 unter Foo abgelegt

Für einen Nichtreligiösen muten die Sitten und Gebräuche der großen Glaubensgemeinschaften mitunter befremdlich an. Jedoch nicht alle gleichermaßen. Die Katholiken mit ihrem archaischen Totenkult sind womöglich besser als der Islam dazu geeignet, bei kleinen, unschuldigen Kindern Albträume und Traumata zu verursachen.

Ich bin kein gläubiger Mensch. Nie gewesen. Als Kind hatte ich mal beschlossen Pfarrer zu werden, weil ich einen mich überaus bewegenden Comic über einen Missionar gelesen hatte, der sich rührend um ein Lepradorf kümmerte und sich erst in hohem Alter infizierte. Mikrobiologie fand ich einfach schon immer spannend. Aber dann kamen die Weiber und die Kreuzzüge, im Geschichtsunterricht. Also die Kreuzzüge. Im Geschichtsunterricht.

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Aspergismen

am 14. November 2008 unter Foo abgelegt

Das Aspergersyndrom stellt eine leichte Form des Autismus dar, sozusagen eine bedingt sozialverträgliche. Viele Asperger-Betroffene wissen nicht um ihre “Betroffenheit” und kompensieren die Defizite durch anerlerntes Verhalten, in dem sie Verhaltensweisen kopieren, von denen sie ausgehen, dass sie bei ihren Mitmenschen gut ankommen. Das kopierte Verhalten wird im Bewusstsein zum Eigenen, es bleibt letzlich nur das untrügliche Gefühl, doch irgendwie “anders” zu sein…

Muttern nennt mich einen “Idioten” und arbeitet seit meiner Geburt unermüdlich an meinen Minderwertigkeitskomplexen. Die Perle findet mich “machmal schon ziemlich anstrengend”.

Reflektiere ich mein Verhalten und meine Reaktionen auf meine Umwelt, bin ich durchaus geneigt, beiden Recht zu geben.

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Zwangsfeminisierung

am 12. November 2008 unter verMALEdeit abgelegt

Männer stinken nun einmal. Das liegt an der höheren Pheromonausschüttung, dem effizienteren Metabolismus und an dem Umstand, das ehrliche Arbeit nunmal schweißtreibender wirkt als von morgens bis Abends nur das Sprechwerkzeug zu strapazieren.

Doch in einer zwischenzeitlich weiblich dominierten Waschlappengesellschaft tolerieren die ach so feinen Tussennasen keinen echten, männlichen Geruch mehr. Drum kann sich Mann heute kaum mehr ohne Deo auf die Straße wagen, wenn er gezwungen ist, für seinen Lebensunterhalt erwerbstätig zu sein, wo nicht allein Seinesgleichen Steine schleppen.

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Dentalsatanisten

am 11. November 2008 unter Foo abgelegt

Zahnärzte bilden im Geheimen eine okkulte Sekte und huldigen Luzifer. Sie bringen ihm Menschenopfer dar, indem sie ihre Opfer so lange und brutal foltern, bis sie bereit sind, Satanas ihre Seele für einen Moment der Schmerzbefreitheit zu verkaufen.

Jeder, der einmal sich windend auf den Folterstühlen der Hölle lag und in die beim leistesten Schmerzlaut diabolisch glühenden Augen seines Peinigers blickte, weiss, wovon die Rede ist. Wer nicht gerne anderen Menschen Schmerzen zufügt, sucht sich einen anständigen Beruf, wie Klempner, Menschenhändler oder Bahnhofsstricher, wird aber keinesfalls Zahnarzt. Umfangreiche Studien belegen, dass spätere Zahnärzte bereits in frühkindlichen Phasen durch einen abnormen Hang zum Sadismus auffallen und allermeist bereits brutal niedliche Kleintiere quälen und schließlich ermorden. Sie sind in aller Regel überdurchschnittlich intelligent, besitzen aber die empathische Begabung eines Tapeziertisches.

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Frustrationssenilität

am 07. November 2008 unter Foo abgelegt
Frustration

Frustration

Frustration ist die menschliche Reaktion auf das Ausbleiben einer Bedürfnisbefriedigung. Seelischer Hunger, im Buddhistischen als “Leiden” beschrieben. Wenn nach einem “Ich will!” einfach nichts mehr kommt…

Unterschiedliche Menschen können eine unterschiedliche Frustrationstoleranz ihr eigen nennen, dem einen geht bei der geringsten Enttäuschung der Hals in Schwellung, anderen kann praktisch jedes Entsetzen angetan werden, doch sie lächeln immer noch milde.

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Optimismus ist Realitätsverweigerung

am 06. November 2008 unter Foo abgelegt
Vorhang auf

Vorhang auf

Herzlich willkommen auf schwarzSicht.at!

Nachdem das Vorgängerblog, suspect-zero.net (ab heute noch exakt 33 Tage online) geschlossen wurde, wird hier fleissig weiter unter dem Motto “Es gibt keines” geblogged.

Der Blogtitel hat absolut keinerlei Zusammenhang mit einer aktuell abgeschlossenen Wahl in den vereinigten Staaten. Versprochen.

Das Design bleibt simpel, drückt aber zukünftig besser meine Lebenseinstellung aus. Genau wie der Titel.

Die Bierecke bleibt und die spärlichen, bisherigen Einträge werden nachgezogen, der ganze Rest interessiert mich nicht mehr. Entweder ich verbanne den Schrott auf eine DVD, welche ich zu den anderen Sicherungen im Regal stelle, die ich auch nicht mehr finde, oder aber ich richte das alte Blog paralell als Archiv ein. Ist mir aber aller Voraussicht nach viel zu viel Arbeit.

Einfach mal ein Neustart, so von Zeit zu Zeit, das hält die Omme in Schwung und verhindert ein sich Festfahren.

Letzlich kann man sich alles schön reden. Muss man aber nicht. Schwarzsicht bewahren!