schwarzsicht auf Twitter

Aus dem Maschinenraum: Oooops.

am 26. Januar 2012 unter Foo abgelegt

Wertes Auditorium!

Im Zuge eines Serverumzuges (Habe den ursprünglichen Server gegen ein größeres Modell getauscht, da der 4 Kern – Opteron mit den drei regelmäßigen Besuchern dieses Blogs naturgemäß an seine Grenzen stieß) war diese Seite für insgesamt 6 Tage nicht erreichbar.

Weder technische Probleme, noch ein physisch/psychisch geartetes Dahinsiechen begründeten diese lange Auszeit, vielmehr das Vergessen. Ja, ehrlich, ich habe komplett vergessen, das Blog umzuziehen. In der Sicherung war es glücklicherweise noch enthalten, nur deshalb ist es jetzt auch wieder da. Niemand wird jünger.

Bei meinen Stammlesern (ich verzichte ob der horrenden Anzahl von – in Worten – DREI auf individuell namentliche Benennung) entschuldige ich mich hiermit für mein greises Verfehlen und gelobe zur Wiedergutmachung meine Schreibfrequenz von bislang drei Beiträgen pro Jahr auf mindestens vier anzuheben. Das sollte Sie doch bei der Stange halten?  

Retro – Spectat 2011

am 30. Dezember 2011 unter Foo, Textblech abgelegt

Es gibt Wunden, die heilen nicht in ein paar Wochen, wie ein gebrochenes Bein, auch nicht in ein paar Monaten, wie ein gebrochenes Herz. Nach einem wirklich besonders harten 2010 waren die Ansprüche und Hoffnungen an 2011 entsprechend bescheiden bemessen. Nicht ganz zu Recht.

Bis Mitte Januar verblieb meine Grossmutter nach dem tragischen Verlust ihrer Tochter, meiner Mutter, noch bei uns in Österreich. Keine einfache Aufgabe, einem vollends gebrochenen Menschen jeden Tag aufs neue in empfundener Pflicht aufmunternd gegenüber zu treten. Letztich wollte sie nachhause. Zurück in den Ort, in das Haus, in dem sie ihr komplettes Leben verbracht hatte. Ich blieb vier, beileibe keine erquicklichen Tage bei ihr, musste dann aber familiär und jobbedingt auch mal wieder zurück. Die ersten paar Tage allein hielt sie sich erstaunlich gut, war auch von Nachbarschaft und befreundeten Menschen erstaunlich herzlich und intensiv "aufgefangen" worden.

Erst nach ein paar Wochen verfiel sie endgültig in eine tiefe Depression mit allen Konsequenzen, ich verblieb unfähig ihr zu helfen. Zuhause einen inzwischen locker 70 Wochenstundenjob, eine schwangere Frau, die Teenagerin und die Kleine, die sich so prächtig entwickelte. Mann muss Prioritäten setzten, wenngleich das auch nicht immer leicht fällt. 

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Bonsai-Parenting

am 04. November 2011 unter Foo, Textblech abgelegt

Unsere Gesellschaft neigt dazu, ihre Kinder wie japanische Bonsais zu kultivieren, statt sie wachsen und wuchern zu lassen.

Wir pflanzen sie in überschaubare Schalen, sorgen uns um ein buschiges und gefälliges Wachstum, wozu wir, aus unserem Ermessen, unsinnige Triebe zu kappen gezwungen sind. Auf diese Weise soll ein Individuum entstehen, welches sich, auf höchstmöglich gefällige Weise in ein konstruiertes Ideal einfügen möge.

Eine harte Welt, in der wir leben, die täglich härter wird. Konkurrenz bedroht den Status eines jeden einzelnen von uns, eine Ende der Leistungsspirale ist nicht absehbar. Das Wunder der Wirtschaft lässt uns alle leben, aber eben nur die Fitesten nach unseren Maßstäben angemessen "gut". Niemand wünscht die Fehler seiner Eltern zu wiederholen, eine bestmögliche Vorbereitung auf diese Welt, die aber aktuell schlicht allein die unsrige ist, ist heilige Aufgabe am goldenen Kalb.

Als Vater zweier noch sehr kleiner Töchter und als Patchwork-Dad-Kumpel eines Teenagers mache ich mir verachtenswert wenig Gedanken um pädagogisch korrekte Lehrbucherziehung. Mir widerstrebt die Lektüre "pädagogisch wertvoller" Erziehungsratgeber, ich lehne die Mitgliedschaft in einschlägigen Elternforen, wie zahlreich im Internet angeboten, kategorisch ab. Dahinter stecken, soviel teilt meine Reflektion mir mit, nicht etwa Desinteresse und Gleichgültigkeit, sonder der tiefe Glaube an die Individualität des Einzelnen, woraus sich für mich logisch ableitet, dass es kein Patentrezept zum Thema "Kindeserziehung" geben kann.

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Warum ich kein Blogger bin

am 20. Oktober 2011 unter Foo, Kultur muss auch mal sein, Textblech abgelegt

Primär? Ganz ehrlich? Mir fehlt die Zeit. Und die Energie. 

Mir fehlt die Zeit, mich geradewegs manisch mit mir selbst und meinen Interessen zu beschäftigen. Mir fehlt die Energie, regelmässig Tasten zu drücken, nach all denen, die ich bereits zu drücken gezwungen war. 

Ich teile mich unglaublich gerne mit, bevorzugt in schriftlicher Form. Die Persistenz des geschriebenen Wortes macht mich an. Aber ich habe absolut keine Zeit mehr, mich von IRGENDETWAS anmachen zu lassen. Ich bin Lohnsklave im IT-Sektor. Und ich bin "Familienvater". Das schränkt auch den wüstesten Freigeist gewissermaßen ein. Zeitlich. Und energetisch. Bevor mich drei wundervolle Töchter und eine grossartige Frau in einen überaus angebrachten Zustand ständiger Beschäftigung versetzten, sah ich mich in der Tat als "Blogger". Als early-adopter einer sehr lange Zeit neuen Technologie, einem grandios egozentrischen Weltbild. Jeder kann jedem alles mitteilen, jederzeit. Faszinierend!

Grossartig auch das soziale Potenzial der Bloggerei. Man wird geradewegs auf adäquate Gesprächspartner gestürzt, man kann sich kaum verfehlen. Aber man benötigt ein in meinem Dasein überaus rar gewordenes Gut: Zeit. Schreibt man ein gerade "aufschwingendes" Blog, muss man dran bleiben. Der hungrigen, für sich gewonnenen Meute Futter bieten. Ansonsten ist man deutlich schneller wieder raus aus dem "Geschäft" als man reinkam.

Ich muss, leider, für die Existenz meiner Familie und meinerselbst arbeiten bis zum Umfallen. Sechszigstundenwochen sind praktisch wie Urlaub, es existieren keine halben Stunden am Tage, an denen ich konzentriert an einer komplexen Sache arbeiten könnte.

Ich liebe es, mich nicht zu langweilen, aber ganz ehrlich, zum Betreiben eines privaten, nicht-kommerziellen Blogs bedarf einer ganzen Menge Langeweile.

Ich möchte hier gerne weiterschreiben, aber zukünftig ohne den mir selbstauferlegten Druck. Einfach wann es mir passt, ungeachtet irgendwelcher Leserzahlen. Ich bin inzwischen stark genug dafür, ich kann mich im Kleinen definieren, ich benötige keine Aufmerksamkeit mir eigentlich Fremder mehr zum Selbstbewusstsein.

Danke fürs Zuhören!   

Das Los der Väter VI: Es geht schon wieder los

am 30. Juli 2011 unter Foo abgelegt

Gerade das erste Geburtstrauma als Vater mit breiten, noch immer bei schlechtem Wetter brennenden Seelennarben überstanden, stehen dem fast noch frisch Gevaterten Mitteleuropäer erzgewöhnlichen Lebensentwurfs  gerne neue Aufregungen ins Haus: Das zweite Kind.

Ganz entgegen jedweder ersonnenen Logik: Frauen gehen mit der zweiten Schwangerschaft in keinster Weise lässiger oder gar gelassener um: Jedes Ziepen, Zwicken, jeder falsch orientierte Furz wird noch immer genauestens analysiert und, das ist neu, mit der ersten Schwangerschaft verglichen. Was bei der ersten Runde noch in Unkenntnis akzeptiert wurde ist nun anders, und damit ganz klar: Beängstigend! 

Letztlich hat Mann es aber dennoch einfacher: Wir lernen. Wir lernen Konzentration auf das Wichtige, und noch viel besser: Das Ignorieren trivialer Hormoneruptionen, ohne dabei ignorant zu wirken. Letztlich rutscht für den bestehenden und doch wieder werdenden Vater die zweite Schwangerschaft einfach so durch. Ganz leicht. Die ersten Sorgen macht man sich nicht mehr, den Umgang mit einer Schwangeren ist man bereits und noch immer gewohnt, die Konzentration auf das Wesentliche, die Ernährung eines nunmehr ganzen Stalles an Plagen, fällt leicht und geht recht routiniert von der Hand.

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(Filmkritik) – Red Rising Hood (2011)

am 06. Juli 2011 unter Kultur muss auch mal sein, mattscheibe abgelegt

Nebst "SchBiss zum Morgengrauen" und seinen zu zahlreichen Aufgüssen konzentriert sich Regisseure Catherine Hardwicke nun auf nurmehr eines ihrer immerhin zwei fantastischen Genrethemen und schickt sich nun an, den vermutlich noch pubertierenden Zuschauer fortan mit einem Werwautz-Only-Märchen zu quälen. Ob hierbei die meist erst entspringenden Säfte ähnlich in Wallung geraten können, wie bei der Blutsaugerwerwolfsoftporno-Trillogie, hat sich schwarzsicht, -völlig unvoreingenommen-, mal angesehen.

 

Ein kleines Dorf im Mittelalter, seit Generationen heimgesucht von einem bösen Werwolf, der bei Vollmond die ihm stets zur Besänftigung dargereichten Opfer abholt. Eines schönen Tages begnügt er sich mit diesen nicht mehr, sondern reisst munter und scheinbar wahllos Dorfbewohner, was diese mit einer Kampfansage parieren. Schließlich unterstützt von einem katholischen Priester als Werwolfexperten macht man sich also auf die Jagt nach dem Ungeheuer. Allen voran die juvenile "Valerie", die noch deutlich tiefer in die Geschehnisse verstrickt wird, als man ob ihres platten Possenspiels vermuten mag…

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Äpfel und Dosen vergleichen

am 01. Juni 2011 unter Foo abgelegt

Eines vorweg: Seit kurzem reagiere ich allergisch auf Äpfel. Allerdings bezieht sich diese Hypersensitivität ausschließlich auf das Baumobst, keineswegs auf die Protagonisten dieses Erklärungsversuchs, wieso ich in jüngster Zeit, ganz entgegen meinen Gewohnheiten, Unsummen in Rechenwerke aus dem sonnigen Kalifornien investiert habe.

Seinen Anfang nahm alles mit dem iPhone. Im Sommer 2008 erwarb ich mein erstes Exemplar, ein 3G mit 16 GB Speicher. Bis dato hatte ich mich überwiegend in der Windowswelt bewegt, sowohl was den Desktop, meine Server, als auch meine Mobiltelefone anbetraf. Die ersten Fingerstreiche auf der gläsernen Schönheit gerieten zu einem sich in mein Usability-Gedächtnis auf ewig eingebrannten, praeorgasmischen Offenbahrungserlebnis. Bis zu jenem denkwürdigen Sommertag betrachtete ich das GUI von Windows Mobile mit seiner hakeligen, ressourcenfressenden Stiftbedienung für das unbefriedigende, aber bislang unerreichte Maß der Dinge.

Beruflich bewege ich mich, naturgemäß als Windowsentwickler, exklusiv im Reich der Dosen. Privat stehe ich eher auf funktionierende Systeme, weshalb meine heimischen Rechner die letzten Jahre vornehmlich unter Linux liefen.

Die kleine weisse Flunder (das 3G gab es von Anfang an auch in weiss) sprach meine Ansprüche an maximale Effektivität bei minimalem Wartungs-, Pflege- und Bedienaufwand unmittelbar an und überwältigte mich in meiner IT-zentrierten Lebensanschauung nachhaltig. Niemals zuvor war eine Benutzeroberfläche derart ansehnlich bei gleichzeitiger, freudespendender Bedienbarkeit.

Inspiriert von dieser Begegnung der dritten Art, beschloss ich kurzerhand Apple als Plattform eine Chance zu geben. Ein kompletter Umstieg war definitiv nicht denkbar, so orderte ich ein MacBook Air, um erste Erfahrungen auf dem Desktopsystem der Kalifornier zu sammeln. Optische Datenträger passten sowieso noch nie in mein Synchronisationskonzept. Das kleine Biest war verdammt teuer, allerdings schenkte Apple mir aus Gründen der Nichtverfügbarkeit einer mechanischen Platte die damals größte SSD mit 128 GB unaufgefordert dazu. Die ersten Tage, Wochen, Monate gestalteten sich als Offenbarung. Nebst der wirklich bemerkenswerten Systemstabilität und effektivitätszentrierten UI-Gestaltung offenbarten sich mir nämlich nach und nach die Geheimnisse, wie Windows-Selbstverständlichkeiten unter MacOS dann doch irgendwie funktionieren. Die Suche nach der Tastenkombination für einen Backslash auf einer von OSX aus gestarteten RDP-Session auf einem Windows-Server würde ich meinem schlimmsten Feind nicht zumuten wollen. Tasten wie "Zeilenanfang", "Zeilenende"? Fingerbruch. Aber ich hatte iPhoto. Und X-Code. Beide besitzen kein Pendant auf der Windows-Plattform. Letztlich lief auch iTunes besser. Das AIR befand ich als grossartig, war aber displaygrößen- und auflösungsbedingt nicht als Ersatz für das Dell-Notebook denkbar.

Aus dem alten Dell wurde ein HP Probook und damit alles noch unerträglicher. Das geschenkte iPad vermochte im privaten Bereich Trost zu spenden, nicht aber im Arbeitsalltag. Telefontechnisch war ich zwischenzeitlich über das 3GS mit stetig wachsender Begeisterung bereits zum iPhone4 fortgeschritten, hatte mit meinen Altgeräten schon die komplette Familie verseucht.

Seit wenigen Wochen bin ich nun, nach Jahren der Annäherung, endgültig auf den Apfel umgestiegen. Unterwegs mit einem MacBook Pro 15 Zoll aus 2011 und privat mit einem 2010er 27 Zoll iMac. Ich vermisse nichts, ausser den nervenzerfetzenden Bastelstunden am Windows, diese auch nur in negativem Sinne. Es gibt nichts, das ich weniger bewerkstelligen könnte. Nur alles in weniger Zeit. Und mit mehr Ästhetik. Und damit mehr Spass.

Apple hat drei Generationen iPhones, ein MacBook Air und zwei beim iPad gebraucht um mich endgültig zu überzeugen, aber letztlich hat man mich doch rumbekommen. Ich arbeite nach wie vor gerne an Linux- und Windows-Servern, aber clientseitig möchte ich meine Macs keinesfalls jemals wieder missen.    

Wir schreiben das Jahr 2011…

am 21. Mai 2011 unter Textblech abgelegt

… und noch immer plagt sich die Menschheit mit Problemen, die bei einer intelligenten Lebensform längst hätten gelöst sein sollen:

 

- Man versucht sich, wenn man sich nicht gerade einmal wieder in die Luft sprengt, nach wie vor mit Kernspaltungsreaktoren, weil man betreffs der Fusion seit Jahrzehnten kaum einen Schritt weiter gekommen ist.

- Wir rauben uns mit Verbrennungsmotoren den Atem, weil wir Lobbyisten gestattet haben, die Forschung auf dem Gebiet der Elektromobilität aktiv und offenkundig zu bremsen.

- Cannabinole und Opiate sind nach wie vor als Genussmittel verboten. Weiterhin berauschen wir uns legal ausschließlich mit dem schädlichst möglichen Nervengift "Alkohol".

- Noch immer führen wir Kriege aufgrund religiöser und/oder kultureller Diskurse.

- Physische wie psychische Gewalt gegenüber Artgenossen, motiviert aus Nationalstolz, wird nach wie vor in JEDEM Land der Erde toleriert.

- Die Gier nach Materiellem, Macht und Anerkennung ist nach wie vor faktisch einziger Motor jeder sogenannten Demokratie.

- Ein Jeder ist nach wie vor sich selbst der Nächste. 

- Noch immer existiert keine brauchbare Möglichkeit, den Datenbestand auf zwei Macs synchron zu halten.

- Weiterhin bloggen angetrunkene Pseudoliteraten gutmenschelnden Blödsinn vor sich hin. 

Frühjahrsmüdigkeit

am 28. April 2011 unter Foo, Textblech abgelegt

In ihren Ursachen unbekannt, in ihrer Existenz angezweifelt, geistert die Begrifflichkeit wie jedes Jahr um diese Zeit wieder durch aller Munde und Medien. Auch ich bin betroffen. Allerdings durchgehend seit April 2008.

Trotz unverschämter Schlafdauer und mitunter beängstigender -tiefe bleibt "Vigilanz" ein vollends unverständliches Fremdwort, morgendliche, familiäre Kommunikation ohne Beinahetotschläge sind ausgeschlossen, Arbeitsmotivation als solche existiert nicht und bereits am Nachmittag setzt die komplette Erschlaffung aller Neuroganglien, der sich der Ohnmacht nähernde, zum Taumel verpflichtende Schwindel und der jegliche Resteuphorie vernichtende Welthass ein. Willkommen in der schönsten Zeit des Jahres. 

Die Temperaturen steigen, womit sich die Kaltschweissigkeit zumindest den Desinteressierteren verklären lässt, die Röcke schrumpfen, gleichermaßen aber auch das Gesichtsfeld, das lediglich verzweifelt nach haltgebenden Griffstellen sondiert. So mach einer ward schon als Stelzbock verschrien, hatte er sich doch nur vor einem Sturze zu bewahren versucht.

Bei so manch einem hört diese zermürbende Umnachtung bereits Ende April wieder auf, die Sinne klären sich und das Leben wird wieder lebenswert. Nicht aber bei mir, ich befinde mich augenscheinlich seit März 2008 in einer Art innerem Dauerfrühling, der nichts desto trotz im kalendarischen Äquvalent Jahr für Jahr noch einmal seine Klimax findet. Nichts los hier, nichts mit mir. Keine Lust, keine Kraft. Ach, wäre doch nur Winter. Für ein bis zwei Jahre…

Das Los der Väter (V): Nach dem ersten Jahr

am 05. März 2011 unter Foo abgelegt

Als Vater haben Sie bislang, in der Tat, hart gelitten. Sie gaben Ihre Position innerhalb der Familie, ja sogar innerhalb Ihres gesamten Gefüges auf. Sie konzentrierten sich ausschließlich auf zwei Wesen, Ihre Partnerin und Ihr Kind, die Sie nicht einmal schemenhaft wahrnahmen. Doch Ihre Zeit wird gekommen sein. Irgendwann.

Sie rackern Sie ackern, Tag für Tag für Tag. Der Säugling jammert, die Mutter auch. Sie haben zwischenzeitlich gelernt, "aktiv" wegzuhören. Niemand war Ihnen in den vergangenen Monaten dankbar, weder Ihr Chef, für den Sie anbetrachts Ihrer Verantwortung so manche Kohle aus dem Feuer holten, noch die Liebe Ihres Lebens, die zu keiner Zeit anzuerkennen bereit war, wieviel Familienleben für das Wohl der Familie Sie aufzugeben bereit waren. Dem Einen viel zu wenig Einsatz, der anderen viel zu viel. Machen Sie sich nichts vor, der "perfekte Mittelweg" existiert schlicht nicht, Sie KÖNNEN es einfach nicht richtig machen.

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